Schott Music

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26. Dezember 2020

Alvin Singleton 80

Der US-Amerikanische Komponist Alvin Singleton wird am 28. Dezember 80 Jahre alt. Er hat weltweit mit großen Orchestern zusammengearbeitet und bedeutende Werke für Kammer- und Vokalensembles sowie für das Theater geschrieben. Seine Argoru-Stücke werden auf der ganzen Welt gespielt.

Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen ein Guggenheim-Stipendium, Aufträge der Serge Koussevitzky Music Foundation, der Kranichsteiner Musikpreis der Stadt Darmstadt, der Musikprotokoll-Kompositionspreis des österreichischen Rundfunks, der Mayor’s Fellowship in the Arts Award der Stadt Atlanta und ein Stipendium der National Endowment for the Arts. 2014 wurde Singleton in die American Academy of Arts and Letters gewählt.

Wir wünschen ihm alles Gute zum Geburtstag!

18. Dezember 2020

Frank Zappa 80

Zu seinem 80. Geburtstag am 21. Dezember 2020 erinnern wir uns an den Komponisten Frank Zappa, einen der unkonventionellsten Künstler des 20. Jahrhunderts und längst zur Kultufigur geworden. Vor wenigen Tagen ist ein Biopic über ihn erschienen, das auf den gängigsten Streaming-Plattformen zu sehen ist. Am besten lässt er sich aber mit seinen eigenen Worten charakterisieren. In „The Real Frank Zappa Book“ beleuchtet er seinen kreativen Schaffensprozess:

„In meinen Kompositionen setze ich ein System der Gewichtungen, Balancen und maßvollen Spannungen und Entspannungen ein. Dies lässt sich am besten durch den Vergleich mit einem Calder-Mobile illustrieren: Ein im Raum baumelnder, an zwei durch Draht verbundene Metallkügelchen befestigter Schokoriegel, der sich wie durch ein Wunder in Balance mit zwei metallischen Klabusterbeeren am anderen Ende befindet.“

Zappa starb im Alter von 53 Jahren an einer Krebserkrankung. Das Aufführungsmaterial seiner Ensemble- und Orchesterwerke wird exklusiv von Schott New York vertrieben.

1. Dezember 2020

Eugène Ysaÿe: Erstveröffentlichung einer wieder entdeckten Solo-Sonate für Violine

Schott Music präsentiert die Erstveröffentlichung der „Sonate posthume“ op. 27bis des belgischen „Königs der Violine“, Eugène Ysaÿe. Sie entstand im Umfeld von Ysaÿes berühmten Zyklus aus sechs Solo-Sonaten für Violine und ist diesen künstlerisch ebenbürtig. Fast hundert Jahre musste das Violinrepertoire ohne dieses Werk auskommen, bis es kürzlich in einem Konvolut der Bibliothek des Koninklijk Conservatorium in Brüssel übergeben wurde. Dem Violinisten Philippe Graffin gelang es im Jahr 2018, Lücken in den 1923 entstandenen Kompositionsskizzen zu schließen und das Werk im Brüsseler Kulturzentrum BOZAR zur Uraufführung zu bringen. Die Notenausgabe ist soeben in der Schott-Violinbibliothek unter der Nummer VLB 226 erschienen.

„Es handelt sich hier um ein bei Ysaÿe einzigartiges, faszinierendes Experiment mit Doppelgrifftechniken auf der Violine. Und es ist schwer zu erklären, warum diese wundervolle Musik unvollendet geblieben ist und wie ein so schöner Satz wie die Canzona dem Repertoire für Violine für so lange Zeit vorenthalten blieb.“ – Philippe Graffin

Nach dem Tod des Komponisten gingen mehrere seiner Skizzenbücher in den Besitz nahestehender Wegbegleiter über. Besagtes Skizzenbuch wurde von dem englischen Violinisten Philip Newman aufbewahrt, der Ysaÿe besonders nahestand. Nach Newmans Tod im Jahr 1966 wurde ein großer Teil von dessen musikalischen Besitztümern an eine enge Freundin übergeben, der Violinistin Josette Lavergne aus Ostende. Inzwischen ist das Manuskript als „Lavergne-Manuskript“ bekannt und im Koninklijk Conservatorium in Brüssel archiviert.

Das Skizzenbuch enthält Material aus der dritten, fünften und sechsten Solosonate sowie aus der Sonate op. 28 für Violoncello solo. Zudem gibt es einen gut lesbaren und klar notierten ersten Entwurf zu einem anderen Werk, bestehend aus drei aufeinander folgenden Sätzen, mit der Überschrift „6ème Sonate, à Quiroga“. Bei diesem Stück handelt es sich um einen früheren Versuch, den Zyklus aus sechs Sonaten mit einer Sonate in C-Dur/C-moll enden zu lassen. Demzufolge ist das vorliegende Werk im Umkreis der anderen Solosonaten entstanden und wurde wie diese im Sommer 1923 in Knokke-Le-Zoute geschrieben.

30. November 2020

Uraufführung: „ENSMO ↔ OMNES“ von Heinz Holliger

Online-Uraufführung am 9. Dezember: Das Ensemble Modern bringt das Ensemblewerk ENSMO ↔ OMNES für 16 Instrumente von Heinz Holliger als Teil seines Jubiläumskonzerts zur Uraufführung.

Der Komponist widmet sein technisch anspruchsvolles Stück dem Ensemble Modern zu dessen 40. Geburtstag. Der erste Teil des Titels ENSMO spielt mit den Silben des berühmten Klangkörpers. OMNES bezieht sich auf alle seine 16 Mitglieder. In die eröffnende Kadenz der Klaviere, des Xylo- und Marimbaphons fallen die anderen Instrumente ein. Im Mittelteil sind die Holz- und Blechbläser sowie die Streicher unabhängig übereinander geführt. Leise singend verabschieden sich die Musiker aus dem Stück.

„Ich habe Musik entlang unserer gemeinsamen, fast 40-jährigen Erinnerungsspuren geschrieben, mündend in einen C-Dur-Gläserklang.“ (Heinz Holliger)

9. Dezember 2020 | Frankfurt am Main (D)
Alte Oper, Großer Saal
Ensemble Modern
Ingo Metzmacher, Dirigent

 

16. November 2020

Uraufführung in Reutlingen: Adagio von Fazil Say zum Jubiläum der Württembergischen Philharmonie

Am 16. November bringt die Württembergische Philharmonie Reutlingen Adagio von Fazil Say zur Uraufführung. Unter der Leitung des ehemaligen Chefdirigenten Ola Rudner erklingt damit ein neues Orchesterwerk, das Say dem Orchester zum 75jährigen Bestehen – und bereits unter dem Eindruck der Coronakrise – komponierte.

Das Konzert ist über den unten stehenden Link ab 20:15 im Livestream zu sehen. Sie können die Partitur des Stücks auf unserer Website herunterladen und beim Hören mitlesen.

13. November 2020

Ludger Vollmer neuer Präsident des Landesmusikrats Hamburg

Schott-Komponist Ludger Vollmer wurde am 10. November im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten des Landesmusikrats Hamburg gewählt. Bei dem online abgehaltenen Treffen wurde ihm das Amt zunächst für zwei Jahre übertragen.

„Ich freue mich sehr, dass die Mitglieder mir das Vertrauen ausgesprochen haben. Gemeinsam möchten wir in den kommenden Jahren schlagkräftiger durch die intensivierte Schaffung von Synergien zwischen Mitgliedern und Szenen werden sowie die Anliegen unserer Mitglieder stärker in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der Politik bringen“,  so Vollmer. Er folgt dem bisherigen Präsidenten Rüdiger Grambow, der aus Altersgründen von seinem Amt zurückgetreten war.

 

14. Oktober 2020

Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters zu Besuch bei Schott in Mainz

von links nach rechts: Staatsministerin Monika Grütters, Verleger Peter Hanser-Strecker, Christiane Albiez (Geschäftsleitung)
von links nach rechts: Staatsministerin Monika Grütters, Verleger Peter Hanser-Strecker, Christiane Albiez (Geschäftsleitung)

Am 13. Oktober zu Gast bei Schott Mainz: Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. Nach einer Führung durch die historischen Räumlichkeiten des Verlagsgebäudes im Weihergarten informiert sie sich im Gespräch mit Verleger Peter Hanser-Strecker und Christiane Albiez (Geschäftsleitung) über die aktuelle Situation der Musikverlage und ihrer Komponistinnen und Komponisten angesichts weltweiter Umsatzausfälle durch die COVID-19-Pandemie.

Schott Music bedankt sich herzlich für den Besuch im Jahr des 250. Firmenjubiläums.

Fotos: Schott Music / Sebastian Burkart

12. Oktober 2020

Werk der Woche – Gerald Barry: No People.

Am 18. Oktober bringen das Ensemble Musikfabrik und Dirigent Mariano Chiacchiarini im Rahmen der Donaueschinger Musiktage Gerald Barrys neues Werk No People. für 13 Instrumente zur Uraufführung. Die Komposition wurde vom SWR in Auftrag gegeben und ist eine Fassung eines gleichnamigen früheren Werks von Barry. 


Hinweis der Redaktion:
Nach Veröffentlichung dieses Artikels wurden die Donaueschinger Musiktage 2020 leider abgesagt. Wir möchten Ihnen dieses interessante Werk dennoch vorstellen. 


„Werk der Woche – Gerald Barry: No People.“ weiterlesen

21. September 2020

Werk der Woche – Viktor Ullmann: Der Kaiser von Atlantis

Viktor Ullmanns einaktige Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung feiert in dieser Woche an gleich zwei Theatern Premiere: Ab dem 26. September 2020 ist sie am Landestheater Neustrelitz zu sehen, ab dem 27. September an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf. Mit seiner kleinen Besetzung und der erschütternden Thematik ist Ullmanns Meisterwerk das Stück der Stunde.

Ein grausamer Herrscher kündigt den Krieg aller gegen alle an. Doch der Tod setzt dem Massenmorden ein Ende, indem er seinen Dienst verweigert: Nun leben alle Menschen ewig. So ist der Kaiser zwar entmachtet, aber die Menschen sehnen sich nach Erlösung vom Schmerz des Lebens. Nur der freiwillige Tod des Kaisers kann dem Tod seine eigentliche Bestimmung zurückgeben.

Viktor Ullmann – Der Kaiser von Atlantis: ein szenisches Mahnmal

Ullmann komponierte diese Oper 1943 während seiner Internierung im KZ Theresienstadt. Das Kammerensemble des Lagers sollte das Werk spielen, die Uraufführung wurde jedoch nach der Generalprobe verboten. Ein Jahr später übergab der Komponist sein Autograph und das Textbuch einem Freund, bevor er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. So konnte Ullmanns Musik gerettet werden.

Ich habe in Theresienstadt ziemlich viel neue Musik geschrieben, meist um den Bedürfnissen und Wünschen von Dirigenten, Regisseuren, Pianisten, Sängern und damit den Bedürfnissen der Freizeitgestaltung des Ghettos zu genügen […]. Zu betonen ist nur, dass ich in meiner musikalischen Arbeit durch Theresienstadt gefördert und nicht etwa gehemmt worden bin, dass wir keineswegs bloß klagend an Babylons Flüssen saßen und dass unser Kulturwille unserem Lebenswillen adäquat war; und ich bin überzeugt davon, dass alle, die bestrebt waren, in Leben und Kunst die Form dem widerstrebenden Stoffe abzuringen, mir Recht geben werden. – Viktor Ullmann

In Neustrelitz sind zunächst drei Aufführungen von Der Kaiser von Atlantis bis zum 24. Oktober geplant, in Düsseldorf ist das Stück neun Mal bis zum 19. November zu sehen. Von dieser Kammeroper sind mehrere Fassungen und Manuskripte erhalten, die das Werk in unterschiedlichen Stadien vor und nach der Zensur dokumentieren. Bei Schott ist vor Kurzem eine Studienpartitur der Edition Eulenburg (ETP 8067) erschienen, in der alle überlieferten Varianten des Werkes enthalten und einander gegenübergestellt sind.

Foto: Deutsche Oper am Rhein / Hans Jörg Michel

14. September 2020

Werk der Woche – Toshio Hosokawa: The Flood

In der Philharmonie de Paris findet am 16. September die Uraufführung eines neuen Werks von Toshio Hosokawa statt. Das Ensemble intercontemporain unter der Leitung von Matthias Pintscher präsentiert The Flood, ein Ensemblestück, das gemeinsam mit dem Ojai Music Festival bei dem japanischen Komponisten in Auftrag gegeben worden war. Eigentlich hätte es schon im Juni bei dem kalifornischen Festival erstmals gespielt werden sollen; wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung jedoch ausfallen. 

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