Schott Music

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23. September 2019

Werk der Woche – Olli Mustonen: Taivaanvalot

Olli Mustonen, photo: Heikki Tuuli

Eine Symphonie für drei Musiker? Der Komponist Olli Mustonen hat sich dieser ungewöhnlichen Herausforderung gestellt. Sein neues Werk Taivaanvalot (Heavenly Lights) trägt in der Tat den Untertitel „Symphonie“ und ist nur für Tenor, Cello und Klavier komponiert. Die Uraufführung findet am 26. September im Muziekgebouw in Amsterdam statt. Mustonen wirkt als Pianist mit und musiziert zusammen mit den bekannten Interpreten Ian Bostridge (Tenor) und Steven Isserlis (Violoncello).

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16. September 2019

Werk der Woche – Kurt Weill: Die sieben Todsünden

Weill: Die sieben Todsünden / Staatstheater Stuttgart

Die sieben Todsünden ist eines der bekanntesten Werke von Kurt Weill. Am 21. September ist das gemeinsam mit Bertolt Brecht verfasste „Ballet Chanté“ erstmals in einer neuen Fassung mit einem kleinen, 15 Instrumente umfassenden Ensemble zu hören. Sarah Maria Sun in der Rolle der Anna steht an der Seite des Ensemble Modern unter der Leitung von HK Gruber auf der Bühne beim Beethovenfest Bonn. Gruber hat die neue Instrumentierung gemeinsam mit Christian Muthspiel in Zusammenarbeit mit der Kurt Weill Foundation und Schott Music verfasst.

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9. September 2019

Werk der Woche – Georges Bizet: Carmen

Banner Bizet Carmen, (c) Det Kongelige Teater

Vom ersten Ton an hält die Musik in ihrer Klarheit und tragischen Magie den Zuhörer gefangen: Nicht zuletzt deswegen ist Carmen von Georges Bizet bis heute eine der beliebtesten und meistgespielten Opern überhaupt. Ihre nächste Premiere  erlebt sie am 14. September 2019 am Königlichen Dänischen Theater in Kopenhagen. Die musikalische Leitung übernimmt Alexander Vedernikov, die Inszenierung stammt von Barrie Kosky.

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19. Juni 2019

Neuer Komponist bei Schott: Anno Schreier

Anno Schreier (Foto: Felix Grünschloß)

Der Komponist Anno Schreier und Schott Music werden gemeinsame Wege gehen. Dazu wurde jetzt ein Vertrag über die Zusammenarbeit geschlossen. Danach verlegt Schott sämtliche bisher im Selbstverlag erschienenen und zukünftigen Werke des 1979 in Aachen geborenen Schreier.

Ein Schwerpunkt von Schreiers musikalischem Schaffen liegt im Musiktheater. Er komponierte unter anderem Die Stadt der Blinden auf Grundlage des gleichnamigen Romans von José Saramago für das Opernhaus Zürich sowie Hamlet für das Theater an der Wien. Im Februar dieses Jahres fand die Uraufführung von Schade, dass sie eine Hure war nach John Ford an der Deutschen Oper am Rhein statt. Im Dezember 2019 kommt seine Familienoper Der Zauberer von Oz am Theater Aachen heraus. 

Schreier hat auch ein bereits umfangreiches Œuvre für Orchester- und Kammerbesetzungen erarbeitet. Bei Schott erschien bereits 2018 ein Prolog und Epilog zu Viktor Ullmanns Oper Der Kaiser von Atlantis. Das jüngste Werk – Nils Holgerssons wunderbare Reise – bringt das das Gürzenich-Orchester mit rund 300 Kindern aus zwölf Kölner Grundschulen Ende Juni zur Uraufführung.

Wir freuen uns sehr und begrüßen mit Anno Schreier einen Komponisten voller aufregender musikalischer Ideen herzlich bei Schott! Eine Übersicht der bisherigen Werke und eine umfassende Biographie finden Sie über den Link unten auf Schreiers Komponisten-Profilseite.

20. Mai 2019

Heinz Holliger 80

Heinz Holliger feiert am 21. Mai seinen 80. Geburtstag. Nach wie vor ist er als Komponist, Dirigent und Oboist in den Konzertsälen der Welt präsent. Sein im letzten Jahr am Opernhaus Zürich uraufgeführtes Musiktheater Lunea wurde in der Kritikerumfrage der „Opernwelt“ zur Uraufführung des Jahres 2018 gewählt. Holliger hat für die tiefgründige Auslotung der von ihm bevorzugten Dichtungen – wie zum Beispiel von Friedrich Hölderlin oder Robert Walser – die Grenzen des herkömmlichen Instrumentariums erweitert. Dafür experimentierte er mit avancierten, neuen Spieltechniken, um in zuvor unbetretene, oft an die Kühle elektronisch erzeugter Komponenten erinnernde Klangbereiche vorzudringen. Sein Verlag Schott Music gratuliert herzlich – mit einem aktualisierten Werkverzeichnis und zahlreichen Neuerscheinungen seiner Werke!

22. April 2019

Werk der Woche – Nahasdzáán in the Glittering World

Der heutige Zustand unseres Planeten, der durch die Menschheit immer mehr zerstört wird, ist Gegenstand von Thierry Pécous neuer Kammeroper. Dazu wählt der Komponist den Blickwinkel der nordamerikanischen Navajo-Indianer, die eine besondere Verbundenheit zur Erde und zur Natur pflegen. Am 23. April 2019 wird Nahasdzáán in the Glittering World an der Opéra de Rouen in der Normandie uraufgeführt. Pécou selbst dirigiert die Uraufführung, für Regie und Choreographie ist Luc Petton verantwortlich. „Werk der Woche – Nahasdzáán in the Glittering World“ weiterlesen

2. April 2019

Werk der Woche – Erich Wolfgang Korngold: The Sea Hawk

Der Hollywood-Abenteuerfilm The Sea Hawk aus dem Jahr 1940 handelt von wilden Seeschlachten, mutigen Freibeutern und prunkvollen Königshäusern, von rasselnden Säbeln und krachenden Pistolen. Den musikalischen Rahmen für diese monumentale Szenerie gestaltete der Komponist Erich Wolfgang Korngold. Heutzutage ist die spannende Filmmusik oft im Konzert zu hören, so unter anderem am 3. April 2019 in Kaiserslautern mit dem Orchester des Pfalztheaters unter der Leitung von Uwe Sandner und am 7. April 2019 im britischen Royal Tunbridge Wells mit dem dortigen Symphony Orchestra und dem Dirigenten Roderick Dunk. „Werk der Woche – Erich Wolfgang Korngold: The Sea Hawk“ weiterlesen

4. März 2019

Werk der Woche – Augusta Holmès: Roland Furieux

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2019 spielt das BBC National Orchestra of Wales in Cardiff ein Konzert, in dem nur Musik von Komponistinnen gespielt wird. Erstmals aufgeführt wird dabei die Symphonie Roland Furieux von Augusta Holmès. Die französische Komponistin mit irischen Wurzeln schrieb das Werk 1876. Bei den Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag im vergangenen Jahr wurde ein Satz der Sinfonie gespielt, nun ist sie erstmals ganz zu erleben. „Werk der Woche – Augusta Holmès: Roland Furieux“ weiterlesen

28. Januar 2019

Jean Guillou 1930–2019

Poet der Orgel

Zum Tod des Organisten und Komponisten Jean Guillou

Für Jean Guillou war es Berufung und Privileg zu gleich, sein gesamtes künstlerisches Leben der Orgel zu widmen. Als Interpret revolutionierte er das Orgelspiel, als Improvisator faszinierte er ganze Generationen von Konzertbesuchern, als Komponist öffnete er das Repertoire der „Königin der Instrumente“ für Bereiche, die zuvor als undenkbar galten. Trotz fortwährender gesundheitlicher Rückschläge verfolgte Guillou seine Ziele stets mit beharrlicher Kompromisslosigkeit. Seit 1963 war er Titularorganist von St. Eustache in Paris. Über drei Jahrzehnte wirkte er als Dozent bei den Züricher Meisterkursen. Mehrere namhafte Orgeln wurden nach seinen Plänen gebaut. Neben seinen zu Klassikern avancierten Orgel-Einspielungen hinterlässt Guillou ein imposantes kompositorisches Oeuvre aus Orgelwerken, Orchester- und Kammermusik.

Vielleicht war es ein Glücksfall, dass Guillou die ersten Jahre ohne einen professionellen Orgellehrer auskommen musste. Als Junge brachte er sich das Orgelspiel selber bei. Bereits mit zwölf Jahren spielte er so gut, dass er den regelmäßigen Musikdienst an Saint-Serge im heimischen Angers verrichten konnte. Hier scheint der Keim zu Guillous undogmatischer Spielweise angelegt, die später die Orgelwelt in ihren Bann ziehen sollte. Seine aus genauer Werkkenntnis gewonnene, in Phrasierung, Rhythmik und Akzentuierung völlig neuartige Interpretation der Werke Johann Sebastian Bachs faszinierten die Zuhörer und schockten die Dogmatiker einer pseudo-historischen Aufführungspraxis. Eine tief empfundene künstlerische Freiheit, die sich der nach außen hin so sanfte „Junge Wilde der Orgel“ auch dann nicht ausreden ließ, als er bei der Crème de la Crème der französischen Musikwelt studierte: bei Marcel Dupré, Maurice Duruflé und Olivier Messiaen. „In der Interpretation muss man die Anwesenheit und die Persönlichkeit des Interpreten fühlen“, sagte Guillou einmal.

Ungewöhnlich genug begann Guillou seine Karriere sowohl als Organist wie auch als Pianist. Zu seinen wichtigen Leistungen als Konzertpianist gilt unter anderem die Wiederentdeckung der Klaviersonate von Julius Reubke. Selbst der Ruf zum Orgel-Professor ans Istituto de Musica sarcra in Lissabon – Guillou war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 25 Jahre alt – stand der Doppelkarriere offensichtlich nicht im Wege. Ein längerer Sanatoriumsaufenthalt führte den jungen Professor für mehrere Jahre nach Berlin, wo die Begegnung mit den deutschen Orgeln nachhaltigen Eindruck auf ihn hatte. 1963 wurde Guillou auf Lebenszeit zum Titularorganisten von St. Eustache in Paris ernannt. Dieser großen Ehre zum Trotz galt der Prophet im eigenen Land zunächst wenig: Die weltweite Karriere des Solisten Guillou spielte sich außerhalb Frankreichs ab, zu groß war die Skepsis der Traditionalisten der „französischen Orgelbewegung“ gegenüber dem freigeistigen „Revoluzzer“ der Orgel.

Guillous erstaunliche Improvisationskunst mündete in den Impuls, das aus dem Moment Erschaffene in Noten zu fixieren. Fragte man den Franzosen nach seinen kompositorischen Vorbildern, so nannte er an erster Stelle stets Bach, aber auch die Renaissance-Meister der Mehrstimmigkeit landeten auf den vorderen Plätzen. Außerdem hinterließ ein vielsagendes Triumvirat – von der Romantik bis zur Moderne: Schumann, Debussy, Strawinsky – unverkennbare Spuren in seinem Werk. Ob in den zahlreichen Konzerten für Orgel und Orchester, den filigranen Kammermusikarbeiten oder den Werken für großes Sinfonieorchester, immer war Guillou auf der Suche nach den magischen Augenblicken. Sein Stil war frei von allen dogmatischen Zwängen, er arbeitete ebenso mit scharfen Dissonanzen wie mit einer versöhnlichen Tonalität. Als großer Kenner der Weltliteratur setzte er auf eine poetische Erzählkraft, die die musikalischen Motive als Personen einer dramatischen Handlung verstand. Alice im Orgelland heißt eines von Guillous poetischsten Werken. „Meine Werke bejahen das Leben, sie wollen Zeugnis geben von der großen Kraft, die im Leben steckt.“

Jean Guillou beim Besuch von Königin Elizabeth II im Jahr 2015

In den alljährlich veranstalteten Züricher Meisterkursen unterrichtete Guillou von 1970 bis 2005 etwa 250 Schüler. Für viele von ihnen wurde die Begegnung mit dem Organisten zu einem Schlüsselerlebnis ihrer weiteren Karriere. „Maître“ nannten sie respektvoll ihren immer höflichen, in der Sache aber kompromisslosen Lehrer. Trotz des Einflusses auf eine ganze Organisten-Generation schuf Guillou keine Schule im engeren Sinn. In den Kursen ging es darum, die Individualität jedes einzelnen Schülers zu entwickeln. Guillou lehrte eine Werkanalyse, die auch vor den kleinsten Details nicht Halt machte; die Schlüsse aus dem Analysierten sollte jeder Schüler selber ziehen.

„Für mich ist die Orgel nichts Statisches“. Mit Orgeladaptionen wie seinen Bearbeitungen von Mussorgskijs Bilder einer Ausstellung oder Tschaikowskys Scherzo aus der 6. Sinfonie hat Guillou das Orgelrepertoire konsequent aus der traditionellen Rolle des „sakralen“ Instruments geführt. Selten gab sich der Musiker mit dem Vorhandenen zufrieden. Seine große Liebe zu historischen Instrumenten hielt ihn nicht davon ab, einen entscheidenden Beitrag zum modernen Orgelbau zu leisten. Bedeutende Instrumente wie die Orgeln der Tonhalle Zürich oder des Auditorio de Tenerife gehen auf seine Entwürfe zurück.

Jean Guillou war ein Gestalter, dessen Blick auf die Zukunft gerichtet war. „Die Orgel hat trotz aller ihrer Veränderungen jenes besonders Verführerische und Faszinierende, das selbst noch in der Zukunft Bestand haben wird, und es ist diese ‚Zukunft‘, die wir begünstigen und wach halten müssen. – Dies ist mein Wunsch, dies ist mein Bestreben, dies ist meine Leidenschaft!“ Guillous Erbe gilt es zu pflegen und zu neuen Ufern zu führen, auch wenn uns der Vordenker auf diesem Weg verloren ist. Jean Guillou ist am 26. Januar 2019 in Paris verstorben.

29. November 2018

İdil Biret und Johannes Brahms: Erstveröffentlichung als Notenausgabe

Sinfonie Nr. 4 Sinfonie Nr. 4
26,00 €

Mit der Bearbeitung der Sinfonie Nr. 4 von Johannes Brahms beginnt Schott die Publikation von Klavier-Transkriptionen aus der Feder von İdil Biret. Ihre neue Fassung von 2017 unterscheidet sich deutlich von den Klavierauszügen, die Brahms selbst von seinen Sinfonien angefertigt hat. Es ist weit mehr als eine bloße Übertragung auf das Instrument und wurde deswegen in unsere Reihe „The Virtuoso Piano Transcription Series“ aufgenommen.  Die türkische Pianistin hat sich unter anderem einen Namen mit der Gesamteinspielung des Klavierwerks von Johannes Brahms einen Namen gemacht und ist seit ihrer Kindheit mit der Umsetzung von Orchesterwerken für ihr Instrument vertraut:

„So lange ich mich zurück erinnern kann, habe ich Transkriptionen symphonischer Musik geschrieben, die ich zu Hause in Ankara auf Aufnahmen und im Radio hörte. Damals konnte ich noch keine Noten lesen und so reproduzierte ich alles aus dem Gedächtnis. So kam es, dass ich als Kind alle Beethoven-Sinfonien gespielt habe und auswendig konnte. […] Es ist möglich, eine Transkription nach der Partitur oder nach dem Gehör zu erstellen. Ich frage mich, was ist der bessere Weg? Für die Transkription der dritten und vierten Symphonie von Brahms zog ich die Partituren heran und kombinierte sie mit dem, was ich hörte. Zusätzlich verwendete ich die Bearbeitungen für Klavier zu vier Händen, die der Komponist selbst geschrieben hat. Ich habe die Dynamiken und Phrasierungen der originalen Partituren von Brahms übernommen. […] Für einige Pianisten gibt es kaum etwas Beglückenderes, als ein symphonisches Werk auf dem Klavier mit Hilfe der eigenen akustischen Vorstellung zu spielen und dabei eine große Vielfalt von Farben und Nuancen zu kreieren. Das ist wirklich inspirierend und aufregend. Allerdings sollte sich der Pianist angesichts der Vielzahl an Klangeffekten nicht dazu hinreißen lassen, diese Werke oberflächlich virtuos zu spielen.“ – İdil Biret