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Die Blockflöten-Familie

Die Blockflöten-Familie
Mit freundlicher Genehmigung der Firma Moeck.

Wird ein und dasselbe Musikinstrument in mehreren Größen bzw. Lagen gebaut, spricht man von einer „Instrumentenfamilie“. Zur Blockflöten-Familie gehören Sopran-Blockflöte, Alt-Blockflöte, Tenor-Blockflöte und Bass-Blockflöte. Sie werden wie bei den Chorstimmen in Sopran, Alt, Tenor und Bass unterteilt, klingen jedoch jeweils eine Oktave höher als die entsprechende menschliche Stimmlage. Weiterhin zählen – als Sondergrößen – u.a. auch die kleine Garklein-Blockflöte, die Sopranino-Blockflöte sowie in der tiefen Lage der Subbass dazu.
Auf dem Bild sieht man die Blockflöten-Familieder Serie Rottenburgh (Moeck): Von links die Sopranino-, Sopran- und Alt-Blockflöte, daneben Tenor- und Bass-Blockflöte jeweils in verschiedenen Ausführungen.

 

 

 

 

 

Bei dem schwedischen Ensemble SIRENA kommen fast alle Mitglieder der Blockflöten-Familie zum Einsatz:

Weitere Informationen zum Ensemble auch unter www.sirena.se

Sopran-Blockflöte

Die „normale“ Schulflöte, die Sopran-Blockflöte, ist innerhalb der Blockflöten-Familie die wohl gängigste Variante und das beliebteste Anfängerinstrument. Sie kommt für den Flötenunterricht an (Musik-)Schulen und in Flötenklassen ebenso zum Einsatz wie beim professionellen Soloauftritt oder im Flötenensemble bzw. -orchester. Sie ist für Kinder und Anfänger besonders gut geeignet, da ihre Löcher relativ nah beieinanderliegen und somit auch von kleinen Fingern gut abgedeckt werden können. Der tiefste Ton der gut 30 cm langen Sopran-Blockflöte ist das c2. Deshalb wird sie auch C-Flöte genannt. Ihr Tonumfang umfasst ca. zwei Oktaven (c2–d4) und liegt eine Oktave höher als die menschliche Sopranstimme. In der Regel werden Kompositionen für Sopran-Blockflöte im Violinschlüssel und eine Oktave tiefer notiert, als sie in Wirklichkeit erklingen.

Alt-Blockflöte

Die Alt-Blockflöte, neben der Sopran-Blockflöte die wohl gebräuchlichste, nennt man gemäß ihrem tiefsten Ton f auch F-Flöte. Sie umfasst mit einem Umfang von f1 bis g3 einen Tonumfang von etwas mehr als zwei Oktaven. Das Instrument weist eine Länge von gut 45 cm auf. Die heute übliche Notation der Alt-Blockflöte erfolgt in der Regel im Violinschlüssel in realer Tonhöhe. Sie liegt etwa vier Töne über der menschlichen Sopranstimme. In der klassischen Literatur wird die Alt-Blockflöte oft als Flauto dolce bezeichnet, da ihr Ton im Vergleich zur Sopran-Blockflöte viel wärmer und angenehmer klingt und daher als das eigentliche Haupt- und Soloinstrument unter den Blockflöten gilt. Für Kinder mit kleinen Händen ist sie nicht geeignet, da ihre Löcher wegen der größeren Abstände möglicherweise nicht alle sauber abgedeckt werden können.

Tenor-Blockflöte

Die Tenor-Blockflöte misst in der Länge rund 65 cm. Ihr tiefster Ton ist – genau wie bei der Sopran-Blockflöte – das c, jedoch hier das eine Oktave tiefer klingende c1. Ihr Tonumfang umfasst ca. zwei Oktaven (bis zum d3) und entspricht in etwa der menschlichen Sopranstimme. Dabei sind die Griffe der Tenor-Blockflöte identisch mit denen der Sopran-Blockflöte. Für den Fall, dass ihr Spieler das unterste Loch mit dem kleinen Finger nicht abdecken kann, gibt es am unteren Ende der Flöte Klappen, die mit dem kleinen Finger bedient werden können und die Löcher komplett bedecken. In der Regel erfolgt die Notation der Tenor-Blockflöte im Violinschlüssel in realer Tonhöhe. Sie kommt mit ihrem warmen, bassigen Ton vor allem in Ensembles zum Einsatz.

Bass-Blockflöte

Größer und tiefer als die Tenor-Blockflöte ist nur noch die Bass-Blockflöte. Sie hat das f als Grundton und ihre Tonhöhe entspricht in etwa der menschlichen Altstimme. Ihr Umfang reicht bis zum b1, die Notation erfolgt im Bassschlüssel und erklingt eine Oktave höher. Bei der Bass-Blockflöte sind fast alle Löcher über Klappen zu erreichen, da die menschliche Hand zu klein ist, um alle Löcher sauber abdecken zu können. Einige Modelle verfügen über ein abgeknicktes Kopfstück, damit die große Flöte bequemer zu spielen ist. Andere Varianten besitzen ein gebogenes Mundstück aus Metall, in das der Blockflötist hineinbläst und das ebenfalls der leichteren Spielbarkeit dient.

Sondergrößen

Garklein-Blockflöte

Das kleinste Instrument innerhalb der Blockflöten-Familie ist die so genannte Garkleinflöte. Sie misst in der Regel nur rund 16 cm, ist aber ausdrücklich kein Kinderinstrument, sondern für fortgeschrittene Spieler gedacht. Sie war im Zeitalter der Renaissance gebräuchlich und kommt dementsprechend auch heutzutage für Musik aus Mittelalter und Renaissance zum Einsatz. Zudem hat sie in die zeitgenössische Folkmusik Eingang gefunden und wird gerne als Vogelstimmenflöte eingesetzt. Der tiefste Ton der Garklein-Blockflöte ist das c3.

Sopranino-Blockflöte

Die Sopranino-Blockflöte ist etwas größer als die Garklein-Blockflöte (jedoch kleiner als die Sopran-Blockflöte) und misst in der Regel ca. 25 cm. Sie klingt sehr hoch und schrill und verfügt über die gleichen Griffe wie die Alt-Blockflöte. Ihr tiefster Ton ist das f2. Die Sopranino-Blockflöte kommt selten und dann fast ausschließlich im Ensemble zum Einsatz.

Subbass-Blockflöte

Die Subbass-Blockflöte, auch unter dem Namen Kontrabass-Blockflöte geläufig, ist größer als die Bass-Blockflöte. Sie besitzt ein abgewinkeltes Kopfstück oder ein abgewinkeltes Anblasrohr, da das Instrument so höher am Körper des Spielers platziert werden kann und deshalb mit weniger Anstrengung zu spielen ist. Als Hölzer werden für ihren Bau in der Regel Ahorn oder das afrikanische Bubinga verwendet.

Großbass-Blockflöte

Genauso stattlich wie ihr Name sind auch ihre Ausmaße. Die Großbass-Blockflöte ist etwa 115 bis 120 cm lang und besitzt ein abgewinkeltes Kopfstück oder Blasrohr. Bis zu sieben Klappen erleichtern die Grifftechnik, da die menschliche Hand die Tonlöcher nicht vollständig abdecken könnte. Die moderne Notation erfolgt im Bassschlüssel. Die Großbass-Blockflöte klingt – wie andere Blockflöten auch – eine Oktave höher. Die Tonhöhe entspricht somit der menschlichen Tenorstimme. Die Großbass-Blockflöte ist in c0 oder B gestimmt und hat einen Tonumfang von C bis g’ bzw. B bis f’. Durch ihre Multifunktionalität ist sie sowohl für das Spiel im Ensemble als auch für solistische Vorträge einsetzbar.