Schott Music

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3. März 2021

Aribert Reimann: 85. Geburtstag am 4. März

In seinem bisherigen Lebenswerk hat Aribert Reimann ein reiches Œuvre geschaffen, dessen Einfluss auf das zeitgenössische Musiktheater unbestritten ist. Sein unverwechselbarer Personalstil ist von strenger Logik, von hochkomplexen und bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Klangstrukturen geprägt. Zugleich wohnt seiner Musik eine eindringliche Emotionalität inne, die das Publikum unmittelbar ergreift. Dies gilt für seine Instrumental- und Vokalwerke gleichermaßen, insbesondere für sein Opernschaffen, das zu dem bedeutendsten in der zeitgenössischen Musik zählt.

Seine Stoffe entnimmt Reimann meist der Weltliteratur, um sie in einzigartiger Weise seiner eigenen Musiksprache anzuverwandeln. Schott gratuliert Aribert Reimann sehr herzlich zum
85. Geburtstag!

Foto: Bernd Uhlig

2. Februar 2021

Uraufführung eines Henze-Violinkonzerts im Livestream

Am 4. Februar 2021 gelangt die Konzertmusik für Violine und kleines Kammerorchester von Hans Werner Henze zur Uraufführung. Nachdem 2020 mehrere Konzerte abgesagt werden mussten, in dem das Stück hätte gespielt werden sollen, ist es nun in der Sendereihe „Horizonte“ des Bayerischen Rundfunks zu hören. Unter der Leitung von Peter Tilling hat das Münchner Ensemble risonanze erranti das Werk im Studio eingespielt. Die Ur-Sendung um 22:05 Uhr am 04.02. gilt als Uraufführung.

Mit der Konzertmusik veröffentlicht Schott das bislang früheste Werk von Hans Werner Henze. Er schrieb es im Alter von 17 Jahren, noch bevor er sich mit Ende des Zweiten Weltkriegs sehr intensiv dem Komponieren widmen konnte und kurz darauf in den Verlag aufgenommen wurde.

Das Werk ist erkennbar von Paul Hindemith inspiriert. In der ausgesprochen kammermusikalischen Faktur übernehmen immer wieder Instrumente aus dem Ensemble – etwa Flöte, Trompete und die erste Violine I – solistische Passagen oder begleiten die Solovioline nur zu zweit oder zu dritt. Im Finale entspinnt sich aber zusehends ein „echtes“ virtuoses Violinkonzert en miniature.

Porträt Hans Werner Henze: © Schott Music / Hans Kenner, 1955

22. Januar 2021

Neu bei Schott: Sebastian Hilli

Die Zusammenarbeit mit dem finnischen Komponisten beginnt mit seinen Orchesterwerken Peach für das Finnish Chamber Orchestra und Miracle für das Finnish Radio Symphony Orchestra. Es folgen Auftragskompositionen für das Ensemble Musikfabrik, das Uusinta Ensemble, das Time of Music Festival, das Gaudeamus Festival, das IRCAM und die International Ensemble Modern Academy.

Der 1990 in Helsinki geborene Hilli gehört zur schwedischen Minderheit Finnlands und hat als eine bemerkenswerte Stimme der europäischen Neuen Musik von sich reden gemacht. Davon zeugen Auszeichnungen wie der Teosto Prize, der Gaudeamus Award und Preise beim International Rostrum of Composers sowie beim Toru Takemitsu Kompositionswettbewerb.

Tervetuloa! Willkommen bei Schott, Sebastian Hilli!

26. Dezember 2020

Alvin Singleton 80

Der US-Amerikanische Komponist Alvin Singleton wird am 28. Dezember 80 Jahre alt. Er hat weltweit mit großen Orchestern zusammengearbeitet und bedeutende Werke für Kammer- und Vokalensembles sowie für das Theater geschrieben. Seine Argoru-Stücke werden auf der ganzen Welt gespielt.

Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen ein Guggenheim-Stipendium, Aufträge der Serge Koussevitzky Music Foundation, der Kranichsteiner Musikpreis der Stadt Darmstadt, der Musikprotokoll-Kompositionspreis des österreichischen Rundfunks, der Mayor’s Fellowship in the Arts Award der Stadt Atlanta und ein Stipendium der National Endowment for the Arts. 2014 wurde Singleton in die American Academy of Arts and Letters gewählt.

Wir wünschen ihm alles Gute zum Geburtstag!

18. Dezember 2020

Frank Zappa 80

Zu seinem 80. Geburtstag am 21. Dezember 2020 erinnern wir uns an den Komponisten Frank Zappa, einen der unkonventionellsten Künstler des 20. Jahrhunderts und längst zur Kultufigur geworden. Vor wenigen Tagen ist ein Biopic über ihn erschienen, das auf den gängigsten Streaming-Plattformen zu sehen ist. Am besten lässt er sich aber mit seinen eigenen Worten charakterisieren. In „The Real Frank Zappa Book“ beleuchtet er seinen kreativen Schaffensprozess:

„In meinen Kompositionen setze ich ein System der Gewichtungen, Balancen und maßvollen Spannungen und Entspannungen ein. Dies lässt sich am besten durch den Vergleich mit einem Calder-Mobile illustrieren: Ein im Raum baumelnder, an zwei durch Draht verbundene Metallkügelchen befestigter Schokoriegel, der sich wie durch ein Wunder in Balance mit zwei metallischen Klabusterbeeren am anderen Ende befindet.“

Zappa starb im Alter von 53 Jahren an einer Krebserkrankung. Das Aufführungsmaterial seiner Ensemble- und Orchesterwerke wird exklusiv von Schott New York vertrieben.

30. November 2020

Uraufführung: „ENSMO ↔ OMNES“ von Heinz Holliger

Online-Uraufführung am 9. Dezember: Das Ensemble Modern bringt das Ensemblewerk ENSMO ↔ OMNES für 16 Instrumente von Heinz Holliger als Teil seines Jubiläumskonzerts zur Uraufführung.

Der Komponist widmet sein technisch anspruchsvolles Stück dem Ensemble Modern zu dessen 40. Geburtstag. Der erste Teil des Titels ENSMO spielt mit den Silben des berühmten Klangkörpers. OMNES bezieht sich auf alle seine 16 Mitglieder. In die eröffnende Kadenz der Klaviere, des Xylo- und Marimbaphons fallen die anderen Instrumente ein. Im Mittelteil sind die Holz- und Blechbläser sowie die Streicher unabhängig übereinander geführt. Leise singend verabschieden sich die Musiker aus dem Stück.

„Ich habe Musik entlang unserer gemeinsamen, fast 40-jährigen Erinnerungsspuren geschrieben, mündend in einen C-Dur-Gläserklang.“ (Heinz Holliger)

9. Dezember 2020 | Frankfurt am Main (D)
Alte Oper, Großer Saal
Ensemble Modern
Ingo Metzmacher, Dirigent

 

16. November 2020

Uraufführung in Reutlingen: Adagio von Fazil Say zum Jubiläum der Württembergischen Philharmonie

Am 16. November bringt die Württembergische Philharmonie Reutlingen Adagio von Fazil Say zur Uraufführung. Unter der Leitung des ehemaligen Chefdirigenten Ola Rudner erklingt damit ein neues Orchesterwerk, das Say dem Orchester zum 75jährigen Bestehen – und bereits unter dem Eindruck der Coronakrise – komponierte.

Das Konzert ist über den unten stehenden Link ab 20:15 im Livestream zu sehen. Sie können die Partitur des Stücks auf unserer Website herunterladen und beim Hören mitlesen.

13. November 2020

Ludger Vollmer neuer Präsident des Landesmusikrats Hamburg

Schott-Komponist Ludger Vollmer wurde am 10. November im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten des Landesmusikrats Hamburg gewählt. Bei dem online abgehaltenen Treffen wurde ihm das Amt zunächst für zwei Jahre übertragen.

„Ich freue mich sehr, dass die Mitglieder mir das Vertrauen ausgesprochen haben. Gemeinsam möchten wir in den kommenden Jahren schlagkräftiger durch die intensivierte Schaffung von Synergien zwischen Mitgliedern und Szenen werden sowie die Anliegen unserer Mitglieder stärker in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der Politik bringen“,  so Vollmer. Er folgt dem bisherigen Präsidenten Rüdiger Grambow, der aus Altersgründen von seinem Amt zurückgetreten war.

 

12. Oktober 2020

Werk der Woche – Gerald Barry: No People.

Am 18. Oktober bringen das Ensemble Musikfabrik und Dirigent Mariano Chiacchiarini im Rahmen der Donaueschinger Musiktage Gerald Barrys neues Werk No People. für 13 Instrumente zur Uraufführung. Die Komposition wurde vom SWR in Auftrag gegeben und ist eine Fassung eines gleichnamigen früheren Werks von Barry. 


Hinweis der Redaktion:
Nach Veröffentlichung dieses Artikels wurden die Donaueschinger Musiktage 2020 leider abgesagt. Wir möchten Ihnen dieses interessante Werk dennoch vorstellen. 


„Werk der Woche – Gerald Barry: No People.“ weiterlesen

21. September 2020

Werk der Woche – Viktor Ullmann: Der Kaiser von Atlantis

Viktor Ullmanns einaktige Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung feiert in dieser Woche an gleich zwei Theatern Premiere: Ab dem 26. September 2020 ist sie am Landestheater Neustrelitz zu sehen, ab dem 27. September an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf. Mit seiner kleinen Besetzung und der erschütternden Thematik ist Ullmanns Meisterwerk das Stück der Stunde.

Ein grausamer Herrscher kündigt den Krieg aller gegen alle an. Doch der Tod setzt dem Massenmorden ein Ende, indem er seinen Dienst verweigert: Nun leben alle Menschen ewig. So ist der Kaiser zwar entmachtet, aber die Menschen sehnen sich nach Erlösung vom Schmerz des Lebens. Nur der freiwillige Tod des Kaisers kann dem Tod seine eigentliche Bestimmung zurückgeben.

Viktor Ullmann – Der Kaiser von Atlantis: ein szenisches Mahnmal

Ullmann komponierte diese Oper 1943 während seiner Internierung im KZ Theresienstadt. Das Kammerensemble des Lagers sollte das Werk spielen, die Uraufführung wurde jedoch nach der Generalprobe verboten. Ein Jahr später übergab der Komponist sein Autograph und das Textbuch einem Freund, bevor er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. So konnte Ullmanns Musik gerettet werden.

Ich habe in Theresienstadt ziemlich viel neue Musik geschrieben, meist um den Bedürfnissen und Wünschen von Dirigenten, Regisseuren, Pianisten, Sängern und damit den Bedürfnissen der Freizeitgestaltung des Ghettos zu genügen […]. Zu betonen ist nur, dass ich in meiner musikalischen Arbeit durch Theresienstadt gefördert und nicht etwa gehemmt worden bin, dass wir keineswegs bloß klagend an Babylons Flüssen saßen und dass unser Kulturwille unserem Lebenswillen adäquat war; und ich bin überzeugt davon, dass alle, die bestrebt waren, in Leben und Kunst die Form dem widerstrebenden Stoffe abzuringen, mir Recht geben werden. – Viktor Ullmann

In Neustrelitz sind zunächst drei Aufführungen von Der Kaiser von Atlantis bis zum 24. Oktober geplant, in Düsseldorf ist das Stück neun Mal bis zum 19. November zu sehen. Von dieser Kammeroper sind mehrere Fassungen und Manuskripte erhalten, die das Werk in unterschiedlichen Stadien vor und nach der Zensur dokumentieren. Bei Schott ist vor Kurzem eine Studienpartitur der Edition Eulenburg (ETP 8067) erschienen, in der alle überlieferten Varianten des Werkes enthalten und einander gegenübergestellt sind.

Foto: Deutsche Oper am Rhein / Hans Jörg Michel