Schott Music

Skip to Main Content »

28. Juli 2020

Mikis Theodorakis: 95. Geburtstag am 29. Juli 2020

Mikis Theodorakis’ Leben ist gekennzeichnet von politischem Engagement für das griechische Volk, von persönlicher Verfolgung und Verbannung. Der Komponist lebte viele Jahre im Pariser Exil, kehrte aber immer wieder in sein Heimatland zurück. Bereits in den 1960er Jahren saß er im griechischen Parlament; von 1990 bis 1992 war er Staatsminister. 1993 wurde Theodorakis zum Generalmusikdirektor des Symphonie-Orchesters und Chores des Hellenischen Rundfunks und Fernsehens ernannt. Weltruhm gewann er durch seine Musik zum Film „Zorbas the Greek“, die auch als Ballettmusik und Orchestersuite vorliegt. Theodorakis schrieb außerdem Kantaten, Kammermusik und Orchesterwerke. Viele seiner Opern basieren auf Dramen der griechischen Mythologie. Seine Oratorien Axion Esti und Canto General wurden weltweit gespielt.

Schott Music gratuliert Mikis Theodorakis herzlich zum 95. Geburtstag.

6. Juli 2020

Nikolai Kapustin 1937–2020

Jazz als Reifungsprozess. Ein Nachruf auf den Pianisten und Komponisten Nikolai Kapustin

Am 02.07.2020 verstarb der Komponist und Pianist Nikolai Kapustin im Alter von 82 Jahren in Moskau.

Nikolai Girschewitsch Kapustin wurde am 22. November 1937 in der ukrainischen Stadt Nikitowka, einem Vorort von Horliwka geboren. Bereits im Kindesalter führte ihn seine Mutter an das Klavierspiel heran; frühe Kompositionsversuche mündeten im Alter von 13 Jahren in eine erste Klaviersonate. 1952 reiste Kapustin mit seinem damaligen Klavierlehrer Piotr Vinnichenko nach Moskau, um die Aufnahmeprüfung für das Academic Music College abzulegen. Dort kam er in der Klasse von Awrelian Rubach. Anschließend, im August 1956, bestand er die Aufnahmeprüfung für das Moskauer Konservatorium, wo er bis zum Diplom 1961 Klavier bei Alexander Goldenweiser studierte. Komposition belegte Kapustin nie als Studienfach, sondern erarbeitete sich seine Fähigkeiten autodidaktisch.

Bereits im Music College begegnete Kapustin erstmals dem Jazz und erkannte darin seine natürliche Ausdrucksform. Am Moskauer Konservatorium gründete er 1957 ein Jazz-Quintett und wurde Mitglied einer Bigband. Nach dem Examen wechselte er in die Bigband von Oleg Lundstrem, einem Schüler von Duke Ellington und Louis Armstrong. Für dieses Ensemble komponierte er unter anderem sein Erstes Klavierkonzert op. 2, in dem er sein Instrument in den Mittelpunkt stellen konnte. 1972 wechselte er ins Orchester „Blauer Bildschirm“. Nach dessen Auflösung 1977 bekam er eine Stelle beim Staatlichen Symphonischen Filmorchester, das unter der Leitung von Georgy Garanyan, Yuri Serebryakov und Konstantin Krimetz stand. In diese Zeit fällt sein Zweites Klavierkonzert op. 16, auf dessen Erfolg hin er Mitglied im sowjetischen Komponistenverband wurde.

Tief drinnen brodelt es

Ab den 1980er Jahren widmete sich Kapustin hauptberuflich dem Komponieren, blieb aber weiterhin als Pianist tätig und spielte vornehmlich seine eigenen Werke für Sendungen in Radio und Fernsehen ein. Seine Musik zeichnete sich nun durch die Verbindung eigener Jazz-Elemente mit klassischen Formen wie der Sonate oder der Suite aus. Auffällig ist das Pulsierende, Virtuose und auf einer geradezu körperlichen Ebene Ansprechende seiner Musik. Typisch für seinen Stil ist die Suite in the Old Style op. 28 von 1977 mit ihren aufgefächerten Jazz-Improvisationen in barocker Satzstruktur nach dem Vorbild Bachscher Partiten. Das scheinbare Paradoxon eines auskomponierten Jazz in seinem Schaffen erklärte der äußerlich immer ruhig und bescheiden wirkende Kapustin so:

Ich war nie ein Jazzmusiker. Ich habe nie versucht, ein wahrer Jazzpianist zu sein, aber ich musste es sein, um des Komponierens willen. Ich interessiere mich nicht für Improvisation – und was wäre ein Jazzmusiker ohne Improvisation? Alle Improvisation meinerseits ist natürlich niedergeschrieben und sie ist dadurch viel besser geworden; es ließ sie reifen.

Zu seinem Œuvre zählen zahlreiche Klavierkompositionen, darunter eine Reihe von 20 Klaviersonaten und sechs Klavierkonzerte. Hinzu kommen Konzerte mit Soloinstrumenten wie Violine, Violoncello und Saxophon, Kompositionen für Big Band, Streich- und Blasorchester sowie Kammermusik für verschiedenste Besetzungen.

Vom Geheimtipp zum weltweiten Phänomen

Während Kapustins Musik vor dem Jahr 2000 außerhalb der ehemaligen Sowjetunion ein Geheimtipp unter Jazzspezialisten war, wurden seine Kompositionen im neuen Jahrtausend über das Internet in aller Welt bekannt und fanden durch ihren genreüberschreitenden Charakter besonders bei jüngeren Pianisten großen Anklang. Auch die vielfach ausgezeichneten CDs von Steven Osborne (2000) und Marc-André Hamelin (2004) mit Kapustins Werken trugen zur internationalem Bekanntheit des Komponisten bei. Heute finden seine Kompositionen immer mehr Eingang in die Recitals bedeutender Pianisten und erreichen nach und nach den Status von Klassikern des 20. und 21. Jahrhunderts.

Mit Nikolai Kapustin hat uns ein faszinierender Künstler verlassen, ein wahrer Individualist, dem im Alter eine unerwartete internationale Prominenz zu Teil wurde. Wir durften ihn eine leider nur kurze, aber intensive Zeit als Verleger begleiten und sind dankbar für die Jahre der kreativen, ja freundschaftlichen Zusammenarbeit.

15. Juni 2020

Werk der Woche – Christian Jost: Dichterliebe

photo: Adobe Stock / Arman Zhenikeyev

Der Liederabend als Kunstform erlebt in diesen Tagen eine Renaissance. Liederzyklen bieten eine gute Gelegenheit für konzertant-dramtatische Veranstaltungen mit wenigen beteiligten Personen. Sowohl mit Klavierbegleitung als auch in Bearbeitungen für Ensemble gewinnen sie in inszenierter Form an Popularität. Ein besonderes Projekt beginnt mit Dichterliebe von Christian Jost am 20. Juni am Staatstheater Darmstadt. Acht Sängerinnen und Sänger des Hauses übernehmen wechselweise die Gesangspartie, es spielen Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters Darmstadt unter der Leitung von Jan Croonenbroeck. 

Das Besondere an diesem Projekt ist die mediale Präsentationsform: Es wird in der Regie von Franziska Angerer als Live-Konzert mit Film sowohl im Theater als auch online gezeigt. Zu ihrem Ansatz erklärt Angerer:

“Wir machen einen Film — was nicht heißt, dass wir das Theater damit ersetzen wollen. Ganz im Gegenteil: Ich glaube, es ist wichtig, dass wir die Leerstelle Theater auch als solche gelten lassen. Und auch wenn wir uns nun filmisch mit der „Dichterliebe“ auseinandersetzen, verwenden wir trotzdem theatrale Mittel. Gerade für dieses Projekt eignet sich das Medium Film an sich jedoch sehr gut. Der Komponist Christian Jost beschreibt seine Komposition als einen assoziativen Strom, der Schumanns und Heines Lieder wie Inseln in sich trägt und miteinander verwebt. Hierdurch entstehen viele Zwischenräume, die sich mit den Mitteln des Films wunderbar erschaffen lassen; man hat andere Möglichkeiten und Zeitlichkeiten als im Theater, was ganz wunderbar ist.”

Christian Jost – Dichterliebe: das Prinzip des Weiterdenkens

Dichterliebe schrieb Christian Jost im Auftrag des Konzerthauses Berlin und des Kopenhagen Opernfestivals im Jahr 2017. In seiner Komposition verbindet Jost den romantischen Kunstlied-Zyklus gleichen Namens von Robert Schumann mit modernen Anklängen. Dazu verändert und vergrößert er die Besetzung und verdoppelt die Länge des Zyklus‘. 

Die 16 Lieder Schumanns handeln von einem Menschen, der eine vergangene Liebe besingt. Seine Gefühle wechseln von Schmerz zu Glück, von Trauer zu Leichtigkeit und wandeln zwischen Traum und Realität. In Heines Texten steht der Rhein als Symbol für diesen Emotionsfluss. Auch Jost verwendet das Fließende in seinen Liedern: Er komponiert eine Begleitung aus dichten wellenförmigen Legato-Passagen, während die Tenorstimme immer wieder aus den Ostinati der Instrumente aufzutauchen scheint. Jost webt die ursprünglichen Melodien und das harmonische Gerüst in seine Komposition ein und denkt sie weiter. Im gesamten Zyklus erweitert er knappe Motive aus Schumanns Klavierbegleitung und gibt ihnen eine zusätzliche Tiefe.

Vier Aufführungstermine sind für den 20., 27. und 28. Juni sowie den 11. Juli geplant.

5. Juni 2020

Uraufführung in Berlin: „Texture“ von Toshio Hosokawa

Das neue Stück Texture des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa wird am 7. Juni in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker uraufgeführt. Es spielt das Philharmonische Oktett Berlin.

Texture entstand im Auftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker und der Japan Arts Corporation für das Oktett und ist diesem Ensemble auch gewidmet. Die Besetzung entspricht der des Schubert-Oktetts D803, die unter anderem auch Jörg Widmann in seinem Oktett von 2004 verwendet: Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass.

Hosokawa teilt diese Besetzung in zwei Gruppen: ein Streichquartett und ein Bläsertrio mit Kontrabass. Beide spielen Melodien mit einer lebhaften, an Kalligrafie erinnernden Struktur – zwanglose Linien fernöstlicher Pinselstriche, die im übertragenen Sinne Hosokawas Musik stets kennzeichnen. In diesem Stück vereinen sich Gegensätze wie die von Yin und Yang, Weiblichkeit und Männlichkeit, Höhe und Tiefe, Stärke und Schwäche oder auch Licht und Dunkel, die ohne einander unvollständig sind.

Toshio Hosokawa
Texture (2020)
for octet

Uraufführung: 6. Juni 2020, 19:00 Uhr · Philharmonie Berlin · Philharmonisches Oktett Berlin: Wenzel Fuchs (Klarinette), Mor Biron (Fagott), Stefan Dohr (Horn), Daishin Kashimoto, Romano Tommasini (Violinen), Amihai Grosz (Viola), Christoph Igelbrink (Violoncello), Esko Laine (Kontrabass)

24. Mai 2020

Happy Birthday: Enjott Schneider 70

Der 1950 in Weil am Rhein geborene Enjott Schneider ist mit über 600 Soundtracks und zahlreichen Auszeichnungen einer der bedeutendsten deutschen Filmkomponisten. Unvergessen sind seine Musiken für Schlafes Bruder, Stalingrad, Herbstmilch und für viele weitere Kinofilme. Darüber hinaus umfasst Schneiders Œuvre abendfüllende Opern, Oratorien, Symphonien, Konzerte sowie Kammermusik, Kirchen- und Orgelmusik. An der Musikhochschule München bildete er als Professor für Musiktheorie und später als Deutschlands erster Professor für Filmmusik unzählige Studenten aus. Nicht weniger leidenschaftlich setzt Schneider sich im Aufsichtsrat der GEMA (Vorsitzender von 2012–2017) und als Präsident des Deutschen Komponistenverbandes seit vielen Jahren für seine Berufsgenossen ein.

Schott Music hat frisch ein neues Werkverzeichnis erstellt und gratuliert Enjott Schneider damit herzlich zum 70. Geburtstag am 25. Mai 2020!

20. Mai 2020

Joy of Music – Discoveries from the Schott Archives

Das Jahr 2020 steht im Zeichen unseres 250-jährigen Jubiläums. Eigentlich hatten wir eine große Feier geplant – so gerne hätten wir diesen Geburtstag mit einem Jubiläumskonzert gewürdigt! Stattdessen stehen wir alle vor einer nie dagewesenen Herausforderung durch die Corona-Krise.

Aber auch in dieser Zeit hilft uns, wie schon so oft, die Musik. Für viele Menschen ist sie jetzt wichtiger denn je. Unser Jubiläumsmotto lautet „Joy of Music“ und es begleitet uns durch das ganze Jahr. Das Motto verleiht unserer Freude an der Musik und am Musizieren Ausdruck. „Joy of Music“ ist auch der Titel unserer Jubiläumsedition für Klavier, Violine, Cello, Flöte oder Klarinette. Unter diesem Namen versammeln wir eine facettenreiche Auslese von Werken großer Komponisten, deren Namen untrennbar mit der Geschichte des Schottverlages verbunden sind. Diese Sammelbände wenden sich an professionelle Musiker und fortgeschrittene Liebhaber, die an interessanten Neuentdeckungen abseits des Standardrepertoires interessiert sind. Er enthält vor allem Werke der Romantik: virtuose Kabinettstückchen und Zugabestücke, ausdrucksvolle Charakterstücke, Perlen der Salonmusik oder kunstvolle Arrangements bekannter Melodien. Viele der Originalkompositionen und Bearbeitungen stammen von bedeutenden Instrumentalisten des 19. Jahrhunderts. Ich bin sicher, Sie finden darin Stücke, die Sie überraschen und begeistern werden.

 

Probekapitel zum Download:

Klavier:
ED-23307_Ohmen_INH_Excerpt

Violine & Klavier:
ED-23308_Birtel_INH_Excerpt

Violoncello & Klavier:
ED-23309_Waechter_INH_Excerpt

Flöte & Klavier:
ED-23310_Mohrs_INH_Excerpt

Klarinette & Klavier:
ED-23311_Mauz_INH_Excerpt

 

Alle Cover-Abbildungen:

Joy of Music – Discoveries from the Schott Archives_Cover-Abbildungen

11. Mai 2020

Werk der Woche – Nikolaj Rimskij-Korsakow: Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und von der Jungfrau Fewronia

So ambitioniert, wie der ausufernde Titel vermuten lässt, war die vorletzte Opernkomposition von Nikolaj Rimskij-Korsakow. Zu sehen ist Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und von der Jungfrau Fewronia ab dem 15. Mai in der Produktion der Dutch National Opera Amsterdam über den Video on Demand-Anbieter OperaVision. Regisseur Dmitri Tcherniakov, auch für das Bühnenbild verantwortlich, fand eine realistische und doch magische Bildsprache. Die musikalische Leitung der in der Presse hervorragend aufgenommenen Produktion hat Marc Albrecht. 

Die vieraktige Oper spielt in der sagenumwobenen Stadt Kitesch, die vermutlich auf eine Fürstenresidenz an der Wolga im 13. Jahrhundert zurückgeht. Der Legende nach verschwand Kitesch einst bei einem Angriff feindlicher Truppen. Rimski-Korsakow verknüpfte diese russische Version des Atlantis-Mythos nun mit einem blutrünstigen historischen Ereignis: dem Einfall mongolischer Truppen im 13. Jahrhundert in weiten Teilen Nord- und Mittelasiens.

Nikolaj Rimskij-Korsakow: Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch – “Das russische Atlantis”

Vor diesem Hintergrund entfaltet sich die Liebesgeschichte zwischen der tugendhaften Bauerntochter Fewronija und dem Fürsten Wsewolod. Die Hochzeit der beiden wird durch den Angriff der feindlichen Truppen verhindert, bei dem Wsewolod stirbt. Auf Fewronijas Gebet hin umhüllt goldener Nebel die Stadt Kitesch, die daraufhin für das feindliche Heer unsichtbar wird und verschont bleibt. Am Ende stirbt auch Fewronija, doch ihr verstorbener Geliebter holt sie zurück in die unsichtbare Stadt, und die Oper endet mit einer verklärten Himmelfahrt. 

Noch vor der Uraufführung erlebte Rimski-Korsakow sein persönliches Kitesch: Als es 1905 landesweit zu Protesten gegen den Zaren kam, unterstützte er demonstrierende Studenten und wurde prompt seines Amtes enthoben. Glücklicherweise setzte man ihn unter dem Druck öffentlicher Solidaritätsbekundungen bald wieder in sein Amt ein und die Oper konnte endlich über die Bühne gehen.

Marc Albrecht am Pult des engagiert und klangschön aufspielenden Nederlands Philharmonisch Orkest hielt nicht nur über drei lange, ungekürzt erklingende Akte die musikalische Spannung der durchkomponierten, meisterhaft instrumentierten Partitur aufrecht. Ihm gelang auch das Kunststück, die epische Theatralik der beiden Binnenakte und die lyrische Epiphanie der Außenakte miteinander auszugleichen, sodass – selten genug – zwischen dem Geschehen auf der Bühne und im Graben volle Übereinstimmung herrschte. Die Inszenierung, die von der Pariser Opéra Bastille, von Barcelona und der Mailänder Scala übernommen wird, hat eine Lanze für das sperrige Meisterwerk Rimskij-Korsakows gebrochen, die hoffentlich zu einer neuen Einschätzung aus seiner übrigen musiktheatralischen Werke führen wird. – Uwe Schweikert (Rezension in “Opernwelt”)

Die Produktion ist noch bis August im Streaming-Angebot von Opera Vision zu sehen. Außerdem ist sie weiterhin auf DVD und Blu-ray erhältlich. Das Aufführungsmaterial ist Teil des Verlagskatalogs von M.P. Belaieff und wird von Schott weltweit exklusiv vertrieben.

27. April 2020

Komponist Xiaogang Ye neues Mitglied der American Academy of Arts & Science

Der chinesische Komponist Xiaogang Ye ist als neues Mitglied der vor 240 Jahren gegründeten American Academy of Arts & Sciences berufen worden, teilte die Akademie mit.

Zu den neuesten Wahlen der Akademie gehören insgesamt 276 Künstler, Wissenschaftler, Wissenschaftler und Führungskräfte im öffentlichen, gemeinnützigen und privaten Sektor, erklärte Akademiepräsident David W. Oxtoby in einer am Donnerstag veröffentlichten Verlautbarung. „Mit der heutigen Wahlankündigung verbinden diese neuen Mitglieder einen Platz in der Geschichte und die Möglichkeit, die Zukunft durch die Arbeit der Akademie zur Förderung des Gemeinwohls zu gestalten“, so Oxtoby.

Der im September 1955 geborene Ye, der zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten hat, gilt als einer der führenden zeitgenössischen Komponisten Chinas.

Die 1780 gegründete American Academy of Arts & Sciences ist eine der ältesten gelehrten Gesellschaften in den Vereinigten Staaten. Zu seinen Mitgliedern zählen mehr als 250 Nobel- und Pulitzer-Preisträger.

15. April 2020

Deutscher Musikeditionspreis für die Reihe Rock´s Cool

Schott Music wurde in diesem Jahr für die Reihe Rock´s Cool mit dem BEST EDITION Preis ausgezeichnet. Der Deutsche Musikverlegerverband vergibt seit 1991 alljährlich den renommierten Preis für herausragende Qualität von neu verlegten Musikbüchern.

Begründung der Jury:

Die Reihe Rock’s Cool ist eine neue Schule für Gitarre, Schlagzeug und Bass.

Ein wenig Rock ist auch bei der gestalterischen Umsetzung zu spüren. Die ansprechende Aufmachung des Titels mit prominenter Typo (mit ein wenig Struktur) gibt auch auf den Innenseiten den Ton an. Hier hält sie die Energie und gibt in Headlines Orientierung. Durch wenige Icons, Rahmen und Balken gibt es eine lebendige und klare Struktur, der man gerne folgt. QR- Codes verweisen auf hilfreiche Video-Files.

Dieses Lehrheft vereint einen guten didaktischen Aufbau, mit tollen Übungen und Stücken, von denen man viele als Tutorial über die QR-Codes an den Stücken schnell im Internet finden kann. Diese Bücher eigenen sich auch hervorragend für den Einsatz in der digitalisierten Musikschule, so kann man die Tutorials sowohl im Unterricht, wie auch zu Hause zum Einsatz bringen. Ein guter Anfang für eine neue Generation Lehrhefte.

Weitere Informationen sowie alle Preisträger finden Sie auf der Webseite des Deutschen Musikeditionspreises www.best-edition.de

Rock's Cool GUITAR Rock's Cool GUITAR
24,00 €
Rock's Cool BASS Rock's Cool BASS
24,00 €
Rock's Cool DRUMS Rock's Cool DRUMS
24,00 €

Download-Materialien

BE20_3_Urkunde_Schott

Offizielle Pressemitteilung des Deutschen Musikverleger-Verbandes

 

 

 

13. April 2020

Werk der Woche – Krzysztof Penderecki: Die Teufel von Loudun

Erst vor wenigen Tagen ist der Komponist Krzysztof Penderecki verstorben. Nun zeigt die Hamburgische Staatsoper ihm zu Ehren ab dem 13. April mit Die Teufel von Loudun einen seiner größten Opernerfolge als Video on Demand. Die Produktion der Uraufführung von 1969 ist Teil einer Reihe von Videos aus der Ära des Intendanten Rolf Liebermann, die das Opernhaus während der vorstellungsfreien Zeit online zeigt. Henryk Czyz dirigiert in der Inszenierung von Konrad Swinarski mit der Ausstattung von Lidia und Jerzy Skarzynski.

Die Handlung berichtet von der französischen Stadt Loudun. Sie war in den Jahren 1633–64 Schauplatz von Vorfällen, die in ganz Europa Aufsehen erregten, in einer Mischung aus religiös eiferndem Abscheu und Voyeurismus von den Zeitgenossen verfolgt und umfänglich dokumentiert wurden. Urbain Grandier, der Ortsgeistliche von Loudun, wurde 1633 beschuldigt, die Nonnen des gerade neu gegründeten Ursulinenklosters, allen voran die Priorin Jeanne, verhext zu haben. Unter der Folter bereute er zwar seinen lockeren Lebenswandel – er hatte Verhältnisse mit zwei Frauen, von denen eine ein Kind von ihm erwartete – weigerte sich aber standhaft trotz vorgelegter “Beweise”, ein Geständnis über sein Teufelswerk abzulegen. Im Sommer 1634 wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Noch jahrelang beschäftigte die Besessenheit der Nonnen Exorzisten und Ärzte; ihr Ende fanden die Ereignisse erst, als Kardinal Richelieu die finanzielle Unterstützung des Klosters einstellte.

Krzysztof Penderecki: Die Teufel von Loudun – eine Oper über Toleranz

Der Prozess gegen Urbain Grandier wurde von François de Pitaval in seine Sammlung berühmter Kriminalfälle aufgenommen; diese Quelle sowie die autobiografischen Erzählungen der Priorin Jeanne aus dem Jahr 1644 und zwei 1634 und 1693 erschienene Berichte über den Prozess standen Aldous Huxley zur Verfügung, als er sich 1952 in The Devils of Loudun mit dem Thema auseinandersetzte. Acht Jahre später dramatisierte John Whiting Huxleys Dokumentation; diese Fassung in der deutschen Übersetzung von Erich Fried diente Penderecki als Ausgangspunkt für sein Libretto, in dem er den Akzent deutlich auf die politische Ebene verlegte. 

Für Penderecki ist die Teufel von Loudun ein Stück über Toleranz und Intoleranz. Grandier fällt einer politischen Intrige zum Opfer, aber auch Jeanne ist nicht eigentlich seine Kontrahentin, sondern ein Opfer religiös-politischer Fanatiker; ihre erotischen Wahnvorstellungen werden von Richelieus Handlangern zur benötigten Teufelsbesessenheit aufgeputscht. – Wolfram Schwinger 

Die Produktion der Uraufführung ist noch bis zum 27. April im Streaming-Angebot der Staatsoper Hamburg zu sehen. Abgesehen von Die Teufel von Loudun werden dort in diesem Zeitraum La Passione und Fidelio gezeigt.