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Schott Music

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18. Juni 2018

Werk der Woche – Hans Werner Henze: Pollicino

Die Märchenoper Pollicino von Hans Werner Henze ist seit ihrer Uraufführung mit Inszenierungen in Theatern und Schulen weltweit zum Klassiker geworden. Am 23. Juni feiert das Werk an der Oper Köln Premiere. Auf der Bühne im Staatenhaus stehen Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums und der Rheinischen Musikschule Köln sowie Solistinnen und Solisten der Oper Köln. Die Inszenierung stammt von Saskia Kuhlmann, musikalischer Leiter ist Rainer Mühlbach. Tobias Flemming verantwortet das Bühnenbild, Hedda Ladwig die Kostüme. „Werk der Woche – Hans Werner Henze: Pollicino“ weiterlesen

14. Juni 2018

Trauer um Peter Becker (1934-2018)

Schott Music trauert um seinen langjährigen Autor Professor Peter Becker, der am 5. Juni in Hannover gestorben ist. Peter Becker lehrte von 1978 bis 1993 Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und leitete die dortige Schulmusikabteilung. Von 1986 bis 1990 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Schulmusikabteilungen, von 1993 bis 1997 Präsident der Hochschule in Hannover. An der Kölner Musikhochschule hatte Peter Becker Komposition bei Hermann Schroeder studiert und war von 2001 bis 2007 Vorsitzender der Hermann-Schroeder-Gesellschaft.

Peter Becker war ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift „Musik und Bildung“ und widmete sich in seinen Publikationen den Themen Vermittlung und Interpretation von Musik, insbesondere Neuer Musik, der Stellung der Musik im Kontext von Literatur, Bildender Kunst und Philosophie sowie der Analyse und Hermeneutik. In seiner 2009 erschienen Aufsatzsammlung „Finis. Non finis…. Von Schütz bis Kagel, Texte zur Musik und ihrer Vermittlung“ zeigte er Wege auf, sich dem musikalischen Kunstwerk mit einer sensiblen und gleichermaßen präzisen Sprache so anzunähern, dass die Bedeutung für das menschliche Leben deutlich wird.

Wir trauern um einen besonderen Autor und Freund des Verlages. Seine Fähigkeit, Musik zu erklären und in den Zusammenhang zu allen Fragen des Menschseins, der Kulturgeschichte, Literatur und Bildenden Kunst zu stellen war beeindruckend und wird uns Verpflichtung für die Zukunft sein.

Foto: © privat

11. Juni 2018

Werk der Woche – Andrew Norman: Spiral

Andrew Norman gehört zu den erfolgreichsten Komponisten seiner Generation und erhält regelmäßig Kompositionsaufträge der großen internationalen Orchester. Für die Abschiedssaison von Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker schrieb er sein neues Werk Spiral. Das Stück wird am 14. Juni in der Berliner Philharmonie uraufgeführt und ist Teil der Reihe „Tapas“, bei der kurze aber gehaltvolle Werke den Appetit auf zeitgenössische Musik anregen sollen. „Werk der Woche – Andrew Norman: Spiral“ weiterlesen

4. Juni 2018

Werk der Woche – Modest Mussorgskij: Boris Godunov

Russland trifft auf Frankreich, oder anders: Modest Mussorgskij auf die Opéra Bastille in Paris. Denn dort feiert seine Oper Boris Godunov in der Erstfassung am 7. Juni 2018 Premiere. Am Pult steht Vladimir Jurowski, Ildar Abdrazakov wird an diesem Abend als Titelheld auftreten. Die Inszenierung übernimmt Ivo Van Hove, das Bühnenbild stammt von Jan Versweyveld und die Kostüme von An D’Huys. „Werk der Woche – Modest Mussorgskij: Boris Godunov“ weiterlesen

28. Mai 2018

Werk der Woche – Bohuslav Martinů: Koncert

Am 2. Juni 2018 feiert Bohuslav Martinůs Koncert pro klavír a komorní orchestr è. 1 an der Semperoper Dresden in szenischer Form Premiere. Es liefert die Musik zu Justin Pecks Ballett Heatscape und ist Teil des dreiteiligen Ballettabends „100°C“. Das Semperoper Ballett wird Heatscape zusammen mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Eva Ollikainen erstmals auf eine europäische Bühne bringen. Die Kostüme stammen von Reid Bartelme und Harriet Jung, das Bühnenbild von Shepard Fairey / ObeyGiant.com. „Werk der Woche – Bohuslav Martinů: Koncert“ weiterlesen

21. Mai 2018

Werk der Woche – Jörg Widmann: Tanz auf dem Vulkan

Jörg Widmann hat sich als Klarinettist, Komponist und zunehmend auch als Dirigent einen großen Namen im internationalen Musikbetrieb gemacht. Am 27. Mai wird sein Tanz auf dem Vulkan als Teil der Reihe „Tapas“ von den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle uraufgeführt. Das Werk ist ein Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker zum Abschied des scheidenden Chefdirigenten des Orchesters. „Werk der Woche – Jörg Widmann: Tanz auf dem Vulkan“ weiterlesen

20. Mai 2018

Dieter Schnebel – der Grenzgänger. Zum Tod des Komponisten

Es darf keine Sieger mehr geben, auch nicht in der Kunst… Diesem Credo, das Dieter Schnebel mit Künstlern wie John Cage teilte, blieb er lebenslang treu. Kunst und Welt, Musik und Alltag, das waren für den im badischen Lahr geborenen Komponisten, Pfarrer, Musikwissenschaftler und Pädagogen keine Gegensätze. Mit Kompositionen wie Ki-No, visible music und anschläge – ausschläge schuf er einen neuen, offenen Werkbegriff, der zeitliche und räumliche Grenzen ebenso hinter sich ließ wie er den Komponisten als kreativen Auslöser, nicht aber als Vollender eines Werks verstand. Weil Schnebel die Aufführungssituation als urdemokratisches Ereignis begriff, holte er die Geräusche der Straße in den Konzertsaal. Seine Schlüsselwerke zeigen, dass er jeglichen ästhetischen Dogmatismus ablehnte, etwa das Vokalwerk Ekstasis und die Oper Majakowskis Tod – Totentanz. Im Alter von 88 Jahren ist Dieter Schnebel am 20. Mai 2018 in Berlin gestorben.

In den 1960er Jahren erfolgten die ersten skandalumwitterten Aufführungen seiner frühen Arbeiten, die sich nur wage mit den Begriffen Concept Art und Fluxus beschreiben lassen. In dem Maße, indem Schnebel die Musik als nahezu voraussetzungsloses Handeln in experimentellen und archetypischen Situationen verstand, emanzipierte sich der Interpret von der Komposition. Der Interpret fungierte nicht länger als Ausführender eines in sich vollendeten Oeuvres, vielmehr wurde der Moment der Hervorbringung von Musik zum eigentlichen Inhalt des Werks. „Musikalisches Material sind nicht die Töne oder andere akustische Stoffe, sondern vielmehr die Prozesse ihrer Hervorbringung“, fasste Schnebel seine Auffassung zusammen.

Entgrenzung des musikalischen Materials

Auch in anderer Hinsicht brach Schnebel mit tradierten Hörerwartungen. Bei ihm wurde die menschliche Stimme vielfach zum entfesselten Organ. Alle Möglichkeiten der Lauthervorbringung sind erlaubt – Singen, Sprechen, Röcheln, aber auch völlige Stille. Konzepttitel wie Körper – Sprachen oder Laut – Gesten – Laute zeugen von dieser Entgrenzung des musikalischen Materials. Außerdem spielte die Gestik der Interpreten eine immer größere Rolle in Schnebels Kunst: Die frontale Konzertsituation wurde gesprengt. Musiker begannen, sich im Raum zu bewegen, Konzertanfang und Konzertende waren als solche nicht mehr zu erkennen. „Die Musik, die einmal ihre zeitliche und räumliche Umgebung einließ, die Töne und Geräusche des Alltags, geht auf die Straße und endet, wer weiß wo.“

In den 1970er Jahren begann der Komponist, mit dem Ensemble „Maulwerker“ auf Tournee zu gehen. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Musik- und Religionslehrer veranstaltete er Schüler- und Laienkonzerte – elementarpädagogische Ansätze, die Schnebel in der eigens für ihn geschaffenen Professur für experimentelle Musik an der Hochschule der Künste in Berlin weiterentwickelte. Mit seinem radikal offenen Werkbegriff stieß der Komponist jedoch auch an Grenzen: 1978 provozierte das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester bewusst das Scheitern einer Aufführung des Projekts Orchestra.

Bekenntnis zur Utopie

Zu Schnebels künstlerischer Offenheit gehörte auch der neugierige Respekt für die Tonalität. Tradition lehnte er keineswegs ab, er deutete sie als lebendigen Prozess, „der die Versenkung ins Vergangene, den Blick in die verborgenen Quellen und deren lebendiges Weiterfließen ebenso beinhaltet wie die Offenheit dafür, was daraus werden könnte, den Blick nach vorn.“ Mit dem Zyklus Re-Visionen (Beethoven-Symphonie, Schubert-Phantasie und Wagner-Idyll) näherte er sich schöpferisch-ironisch der Tradition. Musikgeschichte sah Schnebel als Teil eines kollektiven Gedächtnisses, dessen Relevanz für das Heute stets aufs Neue überprüft werden müsse. Zwischen Philosophie und verspieltem Humor bewegte sich Schnebel auch im musikalischen Kammertheater Utopien, das bei all seiner ironischen Leichtigkeit geradezu bekenntnishaft ist. Vieles darin erklärt sich vor dem Lebensweg einer Person, die als Achtundsechziger und gleichzeitig als engagierter Christ immer quer zu ihrer Zeit lebte. Im Stück selbst begriff er diese Utopien als musikalische Abstraktion, die er als Künstler nicht ausmalt; doch Schnebel selbst hörte nie auf, an Utopien festzuhalten, die für ihn immer auch Hoffnung bedeuteten.

Die einmal erarbeiteten Methoden – Aleatorik, das Experiment als Prinzip, die Verwendung von Raumklang – blieben bis in das Spätwerk erhalten. Hauptwerke wie das auf einer mehrsprachigen Textcollage beruhende Ekstasis oder die monumentale Sinfonie X sind die späte Quintessenz seines Schaffens. Ein besonderes Anliegen war dem gelernten Theologen zeitlebens die Kirchenmusik. Tonkunst, das war für Schnebel stets auch ein ethisches Konzept, eine mögliche Verbindung von Innen- und Außenwelt, Individuum und Gesellschaft – und damit auch eine universelle Idee von den Möglichkeiten des Menschseins. Auch deshalb wird er fehlen. In den letzten Wochen arbeitete er intensiv an einem Orchesterstück für das hr-Sinfonieorchester, die nächsten Monate sahen mehrere Uraufführungen neuer Werke vor. Schnebel verstarb mitten im Leben und mitten im kreativen Schaffensprozess nach kurzer Krankheit am Pfingstsonntag 2018.

photo: Astrid Kargεr

14. Mai 2018

Werk der Woche – Kurt Weill: Die sieben Todsünden

Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht, Neid  – in seinem Ballet Chanté Die sieben Todsünden gibt Kurt Weill mit der Figur der Anna den Sünden eine neue Lesart. Das Werk feiert am 20. Mai in einer Inszenierung von David Pountney an der Opéra national du Rhin in Strasbourg Premiere. Es spielt das Orchestre symphonique de Mulhouse unter der Leitung von Roland Kluttig. Beate Vollack übernimmt die Choreographie, Marie-Jeanne Lecca das Bühnenbild. „Werk der Woche – Kurt Weill: Die sieben Todsünden“ weiterlesen

7. Mai 2018

Werk der Woche – Bernd Alois Zimmermann: Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne

2018 ist Bernd-Alois-Zimmermann-Jahr und so widmet sich das Festival „ACHT BRÜCKEN – Musik für Köln“ insbesondere dem Werk des Kölner Komponisten, der im März 100 Jahre alt geworden wäre. Als Abschluss des Schwerpunkts steht Zimmermanns letztes Werk Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne am 10. Mai 2018 in der Kölner Philharmonie auf dem Programm. Es musiziert das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Michael Wendeberg zusammen mit dem Bariton Georg Nigl und dem Chor des Bach-Vereins Köln. Die beiden Sprecherparts übernehmen Franz Mazura und Jakob Diehl. „Werk der Woche – Bernd Alois Zimmermann: Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne“ weiterlesen

30. April 2018

Werk der Woche – Julien-François Zbinden: Divertissement

Am 6. Mai 2018 spielt das Orchestre de Chambre de Lausanne unter dem Dirigat von Marzena Diakun zusammen mit dem Solisten Sebastian Schick das Divertissement für Kontrabass und Orchester von Julien-François Zbinden im Salle Métropole in Lausanne. Damit erfährt das Werk des schweizerischen Komponisten seine nationale Erstaufführung in der Stadt, in der Zbinden selbst jahrelang als Pianist und musikalischer Aufnahmeleiter des Radios Lausanne wirkte. „Werk der Woche – Julien-François Zbinden: Divertissement“ weiterlesen