Schott Music

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15. Juni 2015

Werk der Woche – Krzysztof Penderecki: Ubu Rex

Mit einem „Duett von Schlafgeräuschen“ beginnt Pendereckis erste und bislang einzige komische Oper Ubu Rex. Sie basiert auf dem Schauspiel „Ubu Roi“ von 1896, mit dem der damals 23-jährige Autor Alfred Jarry einen Skandal provozierte. Es gilt als eines der ersten Stücke des absurden Theaters. 1991 fand die Uraufführung der Oper an der Bayerischen Staatsoper in München statt. Am 20. Juni 2015 ist das Werk bei der Opera Baltycka in Gdańsk (Danzig) unter dem Dirigat von Wojciech Michniewski zu sehen. „Werk der Woche – Krzysztof Penderecki: Ubu Rex“ weiterlesen

8. Juni 2015

Werk der Woche – Olli Mustonen: Piano Quintet

Am 12. Juni 2015 findet beim Festival SPANNUNGEN im RWE-Kraftwerk Heimbach die Uraufführung von Olli Mustonens Piano Quintet statt. Die Komposition ist ein Auftragswerk dieses Festivals, der Wigmore Hall London und des schwedischen O/Modernt Festival. Die Uraufführung ist hochkarätig besetzt mit Christian Tetzlaff, Florian Donderer, Hartmut Rohde, Gustav Rivinius und dem Komponisten selbst. Konzertmitschnitte werden von Deutschlandfunk ausgestrahlt. „Werk der Woche – Olli Mustonen: Piano Quintet“ weiterlesen

29. Mai 2015

Werk der Woche – Paul Hindemith: Cardillac

Paul Hindemith war die Titelfigur seiner Oper Cardillac sofort sympathisch: Ein begnadeter Goldschmied in Paris um 1680, der dem Wahnsinn verfallen ist. Er kann sich von seinen herrlichen Schmuckstücken („zu schön für Menschenaugen“) nicht trennen. In der Nacht ermordet Cardillac die Käufer seines Schmuckes und nimmt wieder an sich, was er geschaffen hat. Seine Taten bereut er nicht. Selbst als das Volk auf ihn einstürmt und Anstalten macht, ihn zu töten, hält der habsüchtige Schmied an seiner Überzeugung fest: „Was ich erschuf, ist mein!“

Mit der Musik ging Hindemith gegen die Klischees der Oper an. Sie macht einen kühl-distanzierten Eindruck, der mitunter verstören kann. Wenn am Ende des ersten Aktes auf der Bühne einer der  Morde Cardillacs geschieht, erklingt im Orchestergraben ein hübsches Flötenduett. 1952 komponierte Hindemith eine zweite Fassung, die stärkeres Gewicht auf Cardillacs Schuld legt. Hindemith hatte lange nach einem geeigneten Stoff gesucht. Mit seinen drei Einaktern Sancta Susanna, Das Nusch-Nuschi und Mörder, Hoffnung der Frauen hatte er bereits erste Bühnenerfolge gefeiert. Die Vorschläge seines Verlegers Willi Strecker für einen Opernstoff wies er zurück. Gleichzeitig brannte er aber darauf, eine neue Oper zu schreiben:

Wenn ich einen Operntext hätte, würde ich in einigen Wochen die größte Oper herstellen. Mir ist das Problem der neuen Oper klar und ich bin sicher, es jetzt sofort restlos lösen zu können – soweit das menschenmöglich ist. – Paul Hindemith

Als Hindemith E.T.A. Hoffmanns Novelle „Das Fräulein von Scuderi“ kennenlernte, hatte er seinen Stoff gefunden. Er komponierte die Musik so schnell, dass der Librettist Ferdinand Lion mit der Adaption des Textes kaum hinterher kam.

Am 6. Juni 2015 feiert Cardillac am Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Flensburg Premiere. Die Inszenierung stammt von Markus Hertel, dem aktuellen Operndirektor des Theaters. Die Wiener Staatsoper gibt diesen Monat drei Vorstellungen der Oper in der Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf (22.06./25.06./29.06.).

Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

(01.06.2015)
25. Mai 2015

Werk der Woche – Christopher Cerrone: The Pieces That Fall to Earth

Am 26. Mai 2015 wird die Los Angeles Philharmonic den Liederzyklus The Pieces That Fall to Earth für Sopran und Kammerorchester von Christopher Cerrone in der Walt Disney Concert Hall uraufführen. Hila Plitmann übernimmt den vokalen Solopart, während John Adams als Dirigent und Kurator des Konzerts fungiert. „Werk der Woche – Christopher Cerrone: The Pieces That Fall to Earth“ weiterlesen

18. Mai 2015

Werk der Woche – Richard Strauss: Der Rosenkavalier

Vor etwas mehr als einem Jahrhundert, im Jahr 1911, erlebte Der Rosenkavalier von Richard Strauss seine Uraufführung in Dresden. Seitdem hat die „Komödie für Musik“ die Bühnen der Welt erobert. Sie ist aus dem internationalen Opernrepertoire nicht mehr wegzudenken und  allein in Deutschland erlebte sie in den letzten zehn Jahren fast 500 Aufführungen. Aktuell ist das Stück in den Opernhäusern von Stuttgart und Düsseldorf zu sehen. Die Oper Frankfurt feiert am 24. Mai 2015 die Premiere einer Neuproduktion in der Inszenierung von Claus Guth.

Als Hugo von Hofmannsthal im Februar 1909 die Anregung für den Stoff erhielt, war er sofort Feuer und Flamme. Schon im Mai hielt Strauss den Text des ersten Aktes in Händen und brauchte nicht mehr überzeugt zu werden (Strauss: „Schlußszene herrlich, wird sich wie Öl und Butter komponieren“). Im Mittelpunkt der Oper steht die Rosenübergabe zwischen dem jungen Octavian, der der schönen Sophie die Liebesbekundung des Ochs von Lerchenau überbringen soll. Bei dieser Begegnung verlieben sich die beiden augenblicklich ineinander. Es entspinnt sich eine heitere Intrige gegen den „dicken, älteren anmaßenden Freier“ (Hofmannsthal), an deren Ende das Liebespaar glücklich vereint ist.

Hofmannsthal war es auch, der Richard Strauss für die Produktion einer Stummfilm-Adaption durch den hochgefeierten Regisseur Robert Wiene („Das Cabinet des Dr. Caligari“) gewinnen konnte. Die Filmtechnik steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen und so sollte der Film nicht die Oper ersetzen, sondern vielmehr den Erfolg der Oper noch vorantreiben. Er sollte, wie Hofmannsthal sich ausdrückt, „auf die Oper Appetit machen“. Der Film ging jedoch verloren und musste aufwändig rekonstruiert werden. Seit 2006 ist er in einer Rekonstruktion des Musikwissenschaftlers Berndt Heller wieder zu sehen. Den Rosenkavalier verstand Hofmannsthal trotz des Rokoko-Sujets als zeitgenössisches Stück:

„Es könnte scheinen, als wäre hier mit Fleiß und Mühe das Bild einer vergangenen Zeit gemalt, doch ist dies nur Täuschung und hält nicht länger dran als auf den ersten flüchtigen Blick.“ – Hugo von Hofmannsthal

In der Stummfilm-Fassung ist Der Rosenkavalier in Regensburg (19.5./30.5.), Münster (21.6./22.6./.24.6.) und beim Richard Strauss Festival in Garmisch-Partenkirchen zu sehen (25.6.).

Foto: Wilfried Hösl, Bayerische Staatsoper

(18.05.2015)

8. Mai 2015

Werk der Woche – Christian Jost: ROTKAMMERTRAUM

Am 15. Mai 2015 führt das Folkwang Tanzstudio in Essen eine Choreographie von Fang Yu Shen auf, die den chinesischen Roman „Der Traum der roten Kammer“ von Cao Xuequin (1715-1764) in Tanz überführt. Christian Jost schrieb dafür die Ballettmusik mit dem Titel ROTKAMMERTRAUM. „Werk der Woche – Christian Jost: ROTKAMMERTRAUM“ weiterlesen

30. April 2015

Werk der Woche – Kurt Weill: Die Verheißung

Der Collegiate Chorale und das Orchestra of St. Luke’s präsentieren am 6. Mai 2015 unter der Leitung von Ted Sperling Die Verheißung von Kurt Weill. 78 Jahre nach der Uraufführung am Broadway kehrt damit die Oper Der Weg der Verheißung als Oratorium nach New York zurück. Die amerikanische Erstaufführung der neuen Fassung ist am 6. Mai 2015 in der Carnegie Hall zu erleben. „Werk der Woche – Kurt Weill: Die Verheißung“ weiterlesen

24. April 2015

Werk der Woche – Peter Eötvös: Senza sangue

Am 1. Mai 2015 werden die New York Philharmonic unter der Leitung von Alan Gilbert Peter Eötvös neuestes Bühnenwerk Senza sangue uraufführen. Die Oper in einem Akt für zwei Sänger und Orchester basiert auf der gleichnamigen Novelle von Alessandro Baricco. Sie handelt vom Wiedersehen zweier Menschen, die als Täter und Opfer lebenslang miteinander verbunden sind. „Werk der Woche – Peter Eötvös: Senza sangue“ weiterlesen

17. April 2015

Werk der Woche – Chaya Czernowin: Slow Summer Stay

Beim Festival Wittener Tage für neue Kammermusik wird am 24. April 2015 erstmals Chaya Czernowins Slow Summer Stay als vollständiger Zyklus aufgeführt. Das Werk setzt sich aus drei separaten Stücken mit den Titeln Streams, Lakes und Upstream zusammen. Sie können auch als Einzelwerke gespielt werden. „Werk der Woche – Chaya Czernowin: Slow Summer Stay“ weiterlesen

10. April 2015

Werk der Woche – Arnold Schönberg: Moses und Aron

An der Komischen Oper Berlin feiert am 19. April 2015 Schönbergs größtes und komplexestes Werk Premiere: Moses und Aron. Die Regie übernimmt Barrie Kosky, die musikalische Leitung der russische Dirigent Vladimir Jurowski. Die Oper entstand zwischen 1928 und 1932 in Berlin, blieb jedoch Fragment. Den ursprünglich geplanten dritten Akt hat Schönberg nie vollendet. „Werk der Woche – Arnold Schönberg: Moses und Aron“ weiterlesen