Dringend erwünscht: ein “Vize” für den Chorleiter

Bestehender Ausbildungsdschungel für den ambitionierten Laien

Sicher ist vie­len fol­gende diese Situa­tion wohl­be­kannt: Ihr Chor erhält kurz­fris­tig die Anfrage, auf einer Hoch­zeit oder einer Beer­di­gung zu sin­gen oder einem Jubi­lar ein Über­ra­schungs­ständ­chen zu brin­gen, doch der haupt­amt­li­che Chor­lei­ter ist ver­hin­dert oder aber steht für diese Art von Gele­gen­heits­auf­trit­ten prin­zi­pi­ell nicht zur Ver­fü­gung …

Viele Sän­ger­kreise und regio­nale Chor­ver­bände haben aus die­ser Not eine Tugend gemacht und bie­ten ambi­tio­nier­ten Sän­ge­rin­nen und Sän­gern gerade für sol­che Fälle eine Aus­bil­dung zum Chor­lei­ter im nicht­kirch­li­chen Lai­en­mu­sik­be­reich an. An und für sich eine höchst sinn­volle Zusatz­qua­li­fi­ka­tion, würde nicht jeder Chor­ver­band sozu­sa­gen “sein eige­nes Süpp­chen” kochen bzw. sein ganz spe­zi­el­les und eige­nes Aus­bil­dungs­pro­gramm fah­ren. Dabei vari­ie­ren nicht nur Kon­zepte, Inhalte, Struk­tu­ren, son­dern bereits die Bezeich­nun­gen die­ser Lehr­gänge bzw. Abschlüsse von Ver­band zu Ver­band und rei­chen von der Absol­vie­rung einer „C-Prü­fung“ über die Bele­gung eines “Semi­nars für Vize-Chor­lei­ter und Anfän­ger” bis hin zum Abschluss “zur/zum geprüf­ten Chorleiter/in” bzw. “Chor­lei­ter im Lai­en­mu­si­zie­ren” oder dem “Chor­lei­ter im Neben­be­ruf”.

 

Bislang nur regionale Anerkennung

Größ­tes Manko dabei: Die nach erfolg­rei­cher Absol­vie­rung erteil­ten Zer­ti­fi­kate bzw. Urkun­den, je nach Bun­des­land ent­we­der vom Chor­ver­band, der Lan­des­mu­sik­aka­de­mie oder dem Kul­tus­mi­nis­te­rium aus­ge­stellt, wer­den häu­fig von den übri­gen Musik­in­sti­tu­tio­nen oder gar Bun­des­län­dern nicht aner­kannt – ein auch in den Augen des Musik­di­rek­tors des schwä­bi­schen Chor­ver­ban­des Mar­cel Drei­ling “in unse­rer mobi­len Gesell­schaft … unglaub­li­cher Ana­chro­nis­mus”. Um diese in der deut­schen Chor­land­schaft, wo es gerade auf dem Lande, aber auch in grö­ße­ren Städ­ten an jeder Ecke an gut aus­ge­bil­de­ten Chor­lei­tern man­gelt, drin­gend benö­tigte Zusatz­aus­bil­dung wirk­lich attrak­tiv zu machen und ihr einen höhe­ren Stel­len­wert ein­zu­räu­men, bedarf es nach Ansicht des Geschäfts­füh­rers des Deut­schen Chor­ver­ban­des (DCV) Moritz Puschke eines deutsch­land­weit ein­heit­li­chen Aus­bil­dungs­sys­tems für Lai­en­chor­lei­ter: “Je kla­rer die Kri­te­rien, Bezeich­nun­gen und Abschlüsse für die Aus­bil­dung sind, desto leich­ter lässt sich Nach­wuchs gewin­nen.” Es ist also an der Zeit, einen Mas­ter­plan zu ent­wi­ckeln, zum einen, um ambi­tio­nierte Musi­ke­rin­nen und Musi­kern auf die bis­lang wenig bekannte Exis­tenz die­ser Aus­bil­dungs­mög­lich­keit zum “Vize-Chor­lei­ter” auf­merk­sam zu machen, in ers­ter Linie aber, um ihr end­lich die ihr gebüh­rende (über­re­gio­nale) Wert­schät­zung ent­ge­gen­zu­brin­gen.

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