Matthew Brown

Matthew Brown — Sentimental Journey

Musik nimmt uns mit auf eine Reise, entführt uns in andere Welten

1768 über­setzte der Ver­le­ger Johann Chris­toph Bode den Roman A Sen­ti­men­tal Jour­ney through France and Italy von Lau­rence Sterne ins Deut­sche und wählte hier­für den Titel Yoricks emp­find­same Reise. Der Roman ist eine Art Rei­se­be­richt, stellt jedoch im Gegen­satz zu ande­ren Rei­se­be­rich­ten weni­ger Land, Leute, Sit­ten, Gebräu­che und Kul­tur der besuch­ten Län­der in den Vor­der­grund, son­dern schil­dert die sub­jek­ti­ven Emp­fin­dun­gen des Rei­sen­den. Das Adjek­tiv „emp­find­sam“ hatte Gott­hold Ephraim Les­sing als Über­set­zung des eng­li­schen Begriffs „sen­ti­men­tal“ vor­ge­schla­gen.

Tat­säch­lich ist der Begriff erst seit dem Erschei­nen des Romans im Deut­schen belegt und gilt heut­zu­tage als Bezeich­nung für die ganze Epo­che: die Emp­find­sam­keit. Diese Emp­find­sam­keit weiß der ame­ri­ka­ni­sche Kom­po­nist Mat­t­hew Brown sehr genau umzu­set­zen und wird dabei kei­nes­wegs „sen­ti­men­tal“. Als prak­ti­zie­ren­der Sän­ger und Diri­gent weiß er, was Musik braucht, um von Sän­ge­rin­nen und Sän­gern gefühl­voll umge­setzt wer­den zu kön­nen. Er ver­tont mit Vor­liebe „emp­find­same“ Texte. Ob es sich dabei um ein latei­ni­sches Res­pon­so­rium han­delt wie O Magnum Mys­te­rium, das anbe­tende Gedicht O Eccle­sia von Hil­de­gard von Bin­gen oder das Lie­bes­ge­dicht The Night has a Thou­sand Eyes des vik­to­ria­ni­schen Dich­ters Fran­cis Wil­liam Bour­dil­lon: Brown hebt die Sen­si­bi­li­tät des geschrie­be­nen Wor­tes her­vor und bringt es mit der Musik in eine Ein­heit, die jen­seits aller Auf­dring­lich­keit berührt.

 

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„Die Musik schließt dem Men­schen ein unbe­kann­tes Reich auf, eine Welt, die nichts gemein hat
mit der äuße­ren Sin­nen­welt, die ihn umgibt, und in der er alle bestimm­ten Gefühle zurück­lässt,
um sich einer unaus­sprech­li­chen Sehn­sucht hin­zu­ge­ben.“ (E. T. A. Hoff­mann)

 

„Chor­mu­sik“, so Mat­t­hew Brown, „ist für mich Aus­druck, aber auch Bedin­gung des Lebens selbst. Sie ist Aus­druck des Mensch­seins.“ Brown beschreibt als gemein­sa­mes Merk­mal sei­ner Chor­werke „eine gewisse Sen­si­bi­li­tät, das feine Emp­fin­den für dyna­mi­sche Wir­kun­gen, Wort­ma­le­rei, Stimm­füh­rung, melo­di­sche Linien, Tempo und Form“. Mit leich­ten Clus­tern und Sekund­rei­bun­gen bringt er jedes fest­ge­fah­rene Welt­bild ins Wan­ken, ent­führt Gefühle in luf­tige Sphä­ren, um sie dann mit der Rück­kehr zur Har­mo­nie, der er stets auf ganz sub­tile Weise ver­bun­den bleibt, wie­der sanft auf dem Boden abzu­set­zen.
Was bleibt, ist die Erin­ne­rung an ein Gefühl der Schwe­re­lo­sig­keit, ja Ent­rückt­heit, eine Sehn­sucht nach Erden­ferne…

Werke für gemisch­ten Chor

Sitivit anima mea Siti­vit anima mea
She Walks in Beauty She Walks in Beauty
O Magnum Mysterium O Magnum Mys­te­rium
O Ecclesia O Eccle­sia
Daybreak Day­break
It may not always be so It may not always be so
A Red, Red Rose A Red, Red Rose
A Red, Red Rose A Red, Red Rose
Above Above
Though Love Be a Day Though Love Be a Day
Sublunary Sub­lunary
Pacem Pacem
Werke für Män­ner­chor

A Red, Red Rose A Red, Red Rose

 

 

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