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Schott Music

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18. Oktober 2017

Dichterliebe recomposed: Christian Jost holt Schumann in die Gegenwart

Robert Schumanns bekannter Liederzyklus Dichterliebe gilt als Höhepunkt des romantischen Klavierlieds. Christian Jost hat es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, in seinem neuen Werk Dichterliebe romantische mit modernen Maßstäben zu verbinden und verändert dabei nicht nur die Besetzung, sondern erweitert auch die Aufführungsdauer fast um das doppelte.

Jost selbst dirigiert bei der Uraufführung seines Werkes für Tenor und 9 Instrumentalisten am 21. Oktober 2017 im Konzerthaus Berlin das Horenstein Ensemble mit Peter Lodahl als Solisten. Hinzu kommt eine mediale Szenografie von Tabea Rothfuchs.

Schumanns sechzehn Lieder auf Gedichte von Heinrich Heine erzählen von einem Menschen, der eine vergangene Liebe besingt. Er schwankt zwischen Schmerz, Zweifel und Glück, zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen Traum und Wirklichkeit, wofür in Heines Texten symbolisch der Rhein steht. Das Fließen im doppelten Sinne hat Jost auch in die Musik aufgenommen: Er komponiert die Instrumentalbegleitung  aus dichten wellenartigen Legato-Passagen, die sich durch das ganze Stück ziehen, während aus den plätschernden Ostiniati die Tenorstimme inselartig aufzutauchen scheint. Dies gelingt Jost durch das Einweben von Schumanns Melodien und seines harmonischen Gerüsts in die neue Komposition.

Das Verhältnis zwischen Vorlage und Bearbeitung vergleicht Jost mit Türen zu Räumen, die für die Seele des lyrischen Ichs stehen: Dort, wo Schumann und Heine sie öffnen, stößt Jost sie ganz weit auf, sodass die Möglichkeit geschaffen wird, sich dort etwas länger aufhalten zu können.

Die Video-Rauminszenierung unterstützt die Musik mit einem visuellen Einblick in die Seele. Das Besondere daran: Diese Inszenierung kann in jeder Räumlichkeit funktionieren. Wir sind gespannt, wo das Stück als nächstes zu hören sein wird. Weitere Vorstellungen im Konzerthaus Berlin sind am 22. und 23. Oktober 2017.

Foto: Tabea Rothfuchs