Schott Music

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30. August 2018

Die Suche der Violine nach ihrer eigenen Stimme

„Das Violinkonzert ist eine „heilige“ Gattung. Auch eine Gattung, der man Persönlichstes anvertraut. Zumal dieses Violinkonzert meiner Schwester gewidmet ist. Das Gesangsinstrument Violine als Träger unterschiedlichster menschlicher Emotionen“, so der Komponist Jörg Widmann, der zum Violinkonzert und der Violine eine besondere Beziehung hat.

Die Uraufführung seines Violinkonzert Nr. 2 wurde für den 31. August 2018 in der Suntory Hall in Tokyo angesetzt. Der Komponist selbst dirigiert dort das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Die Solistin ist Carolin Widmann, die Schwester des Komponisten.

Jörg Widmanns Violinkonzert Nr. 2: Die Violine als Träger menschlicher Emotionen

Das Konzert besteht aus drei Sätzen: Der erste Satz, mit Una ricerca betitelt, stellt eine Suche der Violine nach ihrer eigenen Stimme dar. Das Orchester setzt dabei nur gelegentlich ein, jedoch gibt es mit Klängen und Figuren einen Ausblick auf die folgenden Sätze. Der zweite Satz, Romanze, ist der umfangreichste innerhalb des Werks. In ihm durchquert der Komponist verschiedene emotionale Ebenen, mal sanfte und liedhafte, mal geräuschhafte. In allem bleibt jedoch die Violine das vorherrschende Instrument. Die Bewegungen der vorherigen Sätze werden in Mobile, dem dritten, gesteigert und fortlaufend in höchster Geschwindigkeit auf die Spitze getrieben.

Klangfarben und Harmonik sind in Widmanns musikalischem Denken fest verankert. Insgesamt beschreibt er seine Komposition als ein dauerhaftes spielerisches Variieren, in dem Klang- und Farbvielfalt herrscht.

Weitere Aufführungen des  Violinkonzert Nr. 2 sind am 26. und 27. September 2018 in Paris, bei der Daniel Harding das Orchestre de Paris dirigiert, und am 14. Dezember 2018 in der Alten Oper Frankfurt zu erleben, wo das hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada spielt.

 

© Foto: Suntory Hall PR