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Schott Music

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Komponisten des Akkordeons

Hermann Ambrosius, 1897 zur Welt gekommen, studierte zunächst Musikwissenschaften und Mathematik in Leipzig. 1923 nahm er ein Kompositionsstudium an der Akademie der Künste in Berlin bei Hans Pfitzner auf. Ab Mitte der Zwanzigerjahre wirkte er als Tonmeister beim Mitteldeutschen Rundfunk AG (MIRAG) und war zudem als Lehrer am Landeskonservatorium für Musik in Leipzig tätig. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete Ambrosius als privater Musiklehrer, Chorleiter und freischaffender Künstler. Mit über 500 Werken hinterließ er ein beachtliches kompositorisches Oeuvre, das hauptsächlich Sinfonien und Werke für Orchester, Kammerorchester und Chor, aber auch einige Akkordeonstücke umfasst. Der gebürtige Hamburger starb 1983 im Alter von 86 Jahren.

Der 1923 zur Welt gekommene Hans Boll erhielt bereits als Kind Gitarren-, Violin- und Klavierunterricht. Als 16-Jähriger absolvierte er die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik in Weimar und nahm dort ein Kapellmeisterstudium auf. Danach arbeitete er 1951/52 als Redakteur beim damaligen Berliner Rundfunk, bevor er ein Jahr später an der Hochschule für Musik in Berlin einen Lehrstuhl für künstlerisches Akkordeonspiel, Ensemblespiel und Instrumentation erhielt. Ab 1956 ging er neben seiner Lehrtätigkeit einer freiberuflichen Arbeit beim Staatlichen Rundfunkkomitee der DDR sowie einer ausgedehnten Konzerttätigkeit im In- und Ausland nach. In den Jahren 1970 bis 1974 drückte er nochmals die „Schulbank“ und nahm im Rahmen eines Abend- und Fernstudiums ein Kompositionsstudium auf. Bis 1984 war er in der damaligen DDR als Komponist, Bearbeiter, Instrumentalist und Dirigent tätig, bevor er sich in der BRD eine neue Existenz aufbaute. 1987 übernahm Boll die Leitung des Lethmater Akkordeon-Orchesters, in den Jahren 1996 und 1997 dirigierte er gemeinsam mit Guido Wagner und Herbert Nolte das LandesJugendAkkordeonOrchester NRW, dem er aus tiefer Verbundenheit sein wohl bekanntestes Werk „Inmortal“ widmete.

Hans Brehme, 1904 in Potsdam zur Welt gekommen, nahm als 18-Jähriger ein Klavier- und Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik in Berlin auf, das er 1928 erfolgreich abschloss. Noch im gleichen Jahr begann er als Klavierlehrer an der Hochschule für Musik in Stuttgart und betätigte sich ab 1936 auch als Kompositionslehrer. 1940 wurde er in Stuttgart zum Professor ernannt. In den Jahren 1945 bis 1949 hatte Brehme eine Professur am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Trossingen inne. Danach kehrte er an die Stuttgarter Hochschule zurück. Hans Brehme, der sich vor allem als Pianist und Begleiter einen Namen machte, komponierte u.a. Chorwerke und Gesangsstücke, eine Oper sowie Kammermusik für verschiedene Besetzungen. Auch Werke für Akkordeon gehören zum musikalischen Schaffen des 1957 in Stuttgart verstorbenen Komponisten, darunter seine berühmten Konzertetüden „Paganiniana op. 52“.

dobler
Mit freundlicher Genehmigung des Hohner-Konservatoriums Trossingen

Fritz Dobler wurde 1927 geboren. Schon im Alter von acht Jahren verfügte er über ein beachtliches Repertoire auf der diatonischen Harmonika. Ab 1942 besuchte er die Städtische Musikschule Trossingen, wo er u.a. von Hermann Schittenhelm, Franz Krieg und Hugo Herrmann unterrichtet wurde. 1947 bestand er als erster Absolvent die „Künstlerische Reifeprüfung“ für Akkordeon. Nur zwei Monate später erhielt er an eben jener Ausbildungsstätte einen Lehrauftrag für Solo-Akkordeon, Improvisation, Tonsatz und Dirigieren. 1958 nahm der mehrfache Preisträger im Akkordeonspiel ein Kapellmeisterstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart auf, das er 1963 mit der Konzertreife abschloss. Fritz Dobler, der 1989 für sein Engagement als Komponist für Laienmusizieren mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik“ ausgezeichnet wurde, hat sich bei seiner kompositorischen Tätigkeit hauptsächlich auf Werke für Akkordeon-Orchester spezialisiert.

Margot Eisenmann, Jahrgang 1924, studierte Akkordeon an der Städtischen Musikschule in Trossingen – dem heutigen Hohner-Konservatorium – und erhielt dort anschließend einen Lehrauftrag. Später wirkte sie auch als Dozentin am Badischen Konservatorium in Karlsruhe. Daneben ging sie einer ausgeprägten solistischen Tätigkeit nach. Ihr pädagogisches Know-how brachte sie in zahlreichen Vereinen und Musikschulen ein. Eisenmanns „Akkordeon-Schulwerk“ wurde binnen weniger Jahre zu einem Bestseller.

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CZMIC

Jindrich Feld, Sohn zweier Profimusiker, erlernte schon früh das Geigen- und Bratschenspiel von seinem Vater. Der 1925 geborene Tscheche studierte Komposition am Konservatorium und der Musikakademie seiner Heimatstadt Prag. Darüber hinaus nahm er Studien in Musikwissenschaft, Ästhetik und Philosophie an der dortigen Universität auf, die er 1952 mit einem Doktortitel abschloss. Gegen Ende der 1950er-Jahre hatte sich sein Ruf als freischaffender Komponist so weit gefestigt, dass ihm aus dem In- und Ausland zahlreiche Kompositionsaufträge zugetragen wurden. Ab Ende der 1960er-Jahre ging er zahlreichen Lehrverpflichtungen als Kompositionsprofessor nach, so an der University of Adelaide, am Prager Konservatorium sowie an vielen anderen Hochschulen und Universitäten in Europa, den USA und Japan. Der seit 1992 auch als Leiter der Musikabteilung des Tschechischen Rundfunks tätige Komponist schuf u.a. ein Konzert für Orchester, ein Flötenkonzert, ein Cellokonzert, die Kinderoper „Das Märchen vom Briefträger“, die dramatische Fantasie „Tage im August“, Sinfonien, das Oratorium „Cosmae Chronica Boemorum“ sowie kammermusikalische Werke. Jindrich Feld starb 2007 im Alter von 82 Jahren in Prag.

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Pietro Frosini

Pietro Frosini, geboren im Jahr 1885, gilt als erster bekannter amerikanischer Akkordeonist. Der gebürtige Sizilianer erhielt im Alter von sechs Jahren ersten Akkordeonunterricht und begann zunächst mit dem diatonischen System. Drei Jahre später wechselte er zum chromatischen Knopfakkordeon. Als Zwanzigjähriger emigrierte er nach San Francisco, wo er sich ab 1908 intensiv der Komposition zuwandte. In den folgenden ca. 40 Jahren arrangierte und komponierte er eine Vielzahl an Akkordeonwerken. Zudem war er als Akkordeonlehrer tätig und bildete eine Reihe namhafter Akkordeonisten aus. Frosini starb im Jahr 1951.

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© Adolf Götz

Adolf Götz, 1938 in Hersbruck/Mittelfranken geboren, absolvierte von 1953 bis 1960 ein Musikstudium am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg, wo er in den Fächern Klavier, Violine, Komposition und Dirigieren ausgebildet wurde. Ab 1969 wirkte er als Fachoberlehrer an der Staatlichen Realschule in Hersbruck mit den Fächern Musik, Kunsterziehung, Werken sowie Chor und fungierte darüber hinaus als Fachberater für Musik. In den Jahren 1956 bis 1991 war er auch als Ausbilder und Dirigent des Akkordeonorchesters Hersbruck tätig und unternahm mit diesem Ensemble Konzerttourneen in fast alle Länder Europas. Der Preisträger mehrerer Kompositionswettbewerbe schuf ca. 40 Kompositionen für Akkordeonorchester sowie zahlreiche Werke für verschiedene Instrumente und verfasste Unterrichtswerke für Akkordeon sowie für spezielle Akkordeon-Zusatzinstrumente wie Basso und Elektronium. Für seine umfangreiche Bildungsarbeit als Dozent bei Seminaren und Workshops im In- und Ausland erhielt der mittlerweile mit sämtlichen Auszeichnungen des Deutschen Harmonika-Verbandes dekorierte Adolf Götz im Jahre 1996 das Bundesverdienstkreuz.

Friedrich Haag wurde 1880 geboren. Nach einem Klavier- und Violinstudium an der Akademie der Tonkunst in München wirkte er 18-jährig als Violinist am Stadttheater zu Passau. Ab 1899 nahm er ein Gesangsstudium in München auf und betätigte sich schließlich ab 1910 als Klavier- und Gesangslehrer. An Kompositionen hinterließ der 1959 gestorbene Haag überwiegend Werke für Gesang und für Akkordeon-Orchester.

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Deutscher Akkordeonlehrer-Verband e.V.

Der 1896 in Ravensburg zur Welt gekommene Hugo Herrmann entstammte einer Lehrer- und Organistenfamilie. Auch er wählte zunächst den Lehrerberuf, den er 1914/15 erstmals ausübte, bevor er kurz danach zum Kriegsdienst einberufen und daraus 1918 schwer verwundet entlassen wurde. Während seiner ein Jahr später folgenden Tätigkeit als Lehrer und Organist in Ludwigsburg entschloss er sich, seinen musikalischen Neigungen nachzugehen, und studierte zunächst am Stuttgarter Konservatorium bei Oskar Schröter, später bei Walther Gmeindl und Franz Schreker in Berlin. In der Folgezeit wirkte er in verschiedenen Städten Württembergs als Lehrer, Chorleiter, Organist sowie Pianist und veröffentlichte erste Kompositionen. Während einer 1923 unternommenen Konzertreise in die USA entschloss er sich, Deutschland vorübergehend den Rücken zu kehren und in Detroit u.a. als Kantor und Organist zu wirken. Nach seiner Wiederkehr in sein Heimatland zwei Jahre später betätigte er sich erneut als Lehrer, Organist und Chorleiter. 1926 erhielt er auf Vermittlung von Paul Hindemith den Auftrag, für Ernst Hohner eine Originalkomposition für Akkordeon zu schreiben. So entstand das Werk „Sieben Neue Spielmusiken“, welches nicht nur allgemein den Grundstein einer neuen Musik für das Akkordeon legen sollte, sondern auch eine enge Verbindung Herrmanns mit der Firma Hohner in Trossingen begründete und schließlich 1935 in seiner Berufung zum Direktor der Städtischen Musikschule Trossingen (dem heutigen Konservatorium) mündete. Dieses Amt versah Hermann, dessen Name untrennbar mit zahlreichen Musikfesten und -tagungen verknüpft ist, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1962. Für sein kompositorisches Schaffen erhielt der 1967 in Stuttgart verstorbene Hugo Herrmann, der übrigens auch als maßgeblicher Initiator für die Gründung des Deutschen Akkordeonlehrer-Verbandes gilt, diverse Auszeichnungen.

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Wolfgang Jacobi in Bad Pyrmont (Tonkünstlerfest), 1954 – © privat (Familienarchiv Wolfgang Jacobi, Aschaffenburg)

Wolfgang Jacobi wurde 1894 in Bergen auf Rügen geboren. Seine Begeisterung für Musik begleitete ihn ein Leben lang, so auch 1917, als er selbst in französischer Kriegsgefangenschaft davon träumte, eines Tages als Komponist erfolgreich zu sein. Während dieser Zeit erkrankte er an Tuberkulose und unternahm schließlich im Sanatorium in Davos erste Kompositionsversuche. Seinen Traum von einer Komponistenkarriere kam er schließlich einen entscheidenden Schritt näher, als er ab 1919 die Möglichkeit erhielt, bei Friedrich E. Koch an der Hochschule für Musik in Berlin Komposition zu studieren. Schon bald machte er sich als „starkes kompositorisches Talent“ einen Namen und erhielt als freier Mitarbeiter der Berliner Funkstunde diverse Kompositions- und Bearbeitungsaufträge. Von 1922 bis 1933 fungierte er als Lehrer für Musiktheorie am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin, doch kurz vor der Uraufführung des für die Arbeiterchorbewegung geschriebenen Werks „Der Menschenmaulwurf“ wurden die Nationalsozialisten auf ihn aufmerksam und verhängten ein Berufsverbot gegen ihn. Er verlor seine Anstellung und musste als verfemter Komponist eine zwölfjährige Zwangspause einlegen. Nach Kriegsende kehrte Jacobi jedoch ins öffentliche Musikleben zurück und erhielt Lehraufträge am Händel-Konservatorium in München sowie an der dortigen Musikhochschule, wo ihm 1949 schließlich eine Professur im Fachbereich Schulmusik angetragen wurde. Von 1951 bis 1960 fungierte er darüber hinaus u.a. als Vorsitzender des „Verbandes Münchner Tonkünstler e.V.“ Seit Mitte der 1950er-Jahre richtete Jacobi seinen kompositorischen Fokus ganz auf Musik für das Akkordeon und schrieb zunächst Werke für Akkordeonorchester, später auch für Solo-Akkordeon, die – mehr als seine übrigen Kompositionen – auf große Resonanz bei Verlagen und auch Akkordeonisten stießen. „Ich habe ein Ausweichgeleise in der Akkordeonmusik gefunden. Gerade komme ich ruhm- und schweißbedeckt von den Trossinger Musiktagen zurück“, so offenbarte das Ehrenmitglied des Deutschen Akkordeonlehrer-Verbandes vier Jahre vor seinem Tod im Jahre 1972.

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Ernst-Lothar von Knorr

Der 1896 in Eitorf/Sieg geborene Ernst-Lothar von Knorr erhielt im Alter von sechs Jahren ersten Violinunterricht und fand mithilfe eines Stipendiums bereits 1907 Aufnahme im Kölner Konservatorium. Als 16-Jähriger schuf er erste Kompositionen, zwei Jahre später machte er Abitur und legte zugleich sein Konservatoriumsexamen ab. 1919 wurde er als Violinlehrer an die Heidelberger Musikakademie berufen und gründete dort ein Jahr später die Heidelberger Kammerorchester-Vereinigung. 1923 avancierte er zum Konzertmeister beim Orchester des Diaghilew-Balletts in München und wurde wenig später mit dem Aufbau und der Leitung der Volks- und Jugendmusikschule Neukölln in Berlin betraut. 1937 erhielt der gebürtige Rheinländer einen Lehrauftrag, drei Jahre später dann eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin. 1941 trug man ihm den Posten als stellvertretender Direktor der Hochschule für Musik in Frankfurt/Main an, vier Jahre später oblag ihm Aufbau und Leitung des Staatlichen Hochschulinstituts für Musikerziehung in Trossingen. Im Jahr 1952 übernahm von Knorr schließlich die Direktion der Akademie für Musik und Theater in Hannover. Ernst-Lothar von Knorr, der 1961 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, hinterließ insgesamt rund 200 Kompositionen, von denen etwa die Hälfte 1944 durch einen Luftangriff vernichtet wurde. Viele seiner Werke schuf er für bestimmte Anlässe, für ein spezifisches Publikum, für ein gerade verfügbares Ensemble oder für einzelne Instrumentalisten, darunter einige Orchesterwerke sowie eine Vielzahl an Kammer- und Vokalmusik. Er starb 1973 in Heidelberg.

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Hans-Günther Kölz

Hans-Günther Kölz,1956 zur Welt gekommen, erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Akkordeonspiel von seinem Vater. Als Zwanzigjähriger nahm er ein Musikstudium am Hohner-Konservatorium in Trossingen auf, jenem Musikinstitut, an dem er seit 1981 selbst als Dozent für theoretische und pädagogische Fächer wirkt. Seit 2002 hat er dort auch die Leitung des Studienwegs II für die Hauptfächer Jazz-Akkordeon und Arrangement inne. Darüber hinaus tritt Hans-Günther Kölz, der auch als Jury-Mitglied bei nationalen und internationalen Wettbewerben tätig ist, als Gastdozent bei verschiedenen Landes- und Bundesakademien und Verbänden im In- und Ausland sowie als freiberuflicher Komponist, Musiklehrer und Arrangeur in Erscheinung. Seit 1991 ist Kölz Dirigent und Arrangeur des Orchesters „Hohnerklang Trossingen“. Mit diesem Ensemble unternimmt er ausgedehnte internationale Konzertreisen z.B. nach Südafrika, Namibia, Russland, Dänemark, Türkei, Frankreich, Österreich und Japan und ist zudem Begleitmusiker von Frank Marocco in Europa.

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Jürgen Löchter

Jürgen Löchter, gebürtiger Wittener, studierte von 1958 bis 1961 Akkordeon bei Hugo Herrmann und Armin Fett in Trossingen. 1959, als Zwanzigjähriger, begann seine internationale Rundfunk- und Konzerttätigkeit als Akkordeonvirtuose. Seinen künstlerischen Fokus vor allem auf die Avantgarde gerichtet, konzertierte er in mehr als 20 europäischen Ländern sowie in Afrika, Mexiko, USA und Russland. In den Jahren 1964 bis 1966 unterrichtete der freie Mitarbeiter des WDR in Trossingen, ein Jahr später in seiner Heimatstadt, wo er später auch den Direktorenposten an der Städtischen Musikschule innehatte. Zudem folgte er 1991 dem Ruf als Professor an die Kölner Hochschule für Musik, Abteilung Wuppertal. Löchter, der mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet wurde, ist Mitglied verschiedener renommierter in- und ausländischer Ensembles für Neue Musik. Auch als Komponist von Werken für Akkordeonorchester, Kammer- und Ensemblemusik mit Akkordeon sowie von Neuer Musik für Akkordeon hat sich der Gründer und Leiter der „gruppe neue musik witten“ einen Namen gemacht.

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Mit freundlicher Genehmigung von Marianne Lagergren-Lundquist

Torbjörn Iwan Lundquist, 1920 in Stockholm geboren, war Schüler von Dag Wirém und Issai Dobrowen. Zwischen 1949 und 1956 wirkte er als Dirigent des Königlichen Schlosstheaters auf Drottningholm, in der Folgezeit war er überwiegend als Gastdirigent verschiedener Orchester tätig. Bevor der Schwede ab 1963 – vor allem inspiriert durch das beeindruckende Spiel des Akkordeonvirtuosen Mogens Ellegaard – das Akkordeon als neues Ausdrucksmittel für seine Kompositionen entdeckte, als erstes Akkordeonwerk die „Partita Piccola“ schrieb und in der Folgezeit entscheidend zur Etablierung des noch jungen Instruments beitrug, war er bereits ein hochgeachteter Komponist. Neben einigen künstlerisch anspruchsvollen Werken für Akkordeon schuf Lundquist, der im Jahre 2000 im Alter von 79 Jahren starb, u.a. zwei Opern, acht Sinfonien, ein Klavierkonzert, Kammermusik, Lieder sowie Schauspiel- und Filmmusik.

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Curt Mahr

Curt Mahr wurde 1907 im thüringischen Schwarza geboren. Nach einem Studium an der Musikhochschule in Leipzig, wo er sich zum Pianisten und Hornisten ausbilden ließ, verlagerte er seinen musikalischen Schwerpunkt auf das Akkordeonspiel und war seit 1935 als Virtuose auf diesem Instrument tätig. Er gastierte häufig bei Rundfunksendern und war darüber hinaus langjähriger Mitarbeiter bei Radio Hamburg und beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig. Ab 1950 betätigte er sich als Musikpädagoge und freier Komponist. Mahr, dem 1959 die goldene Ehrennadel des Deutschen Harmonika-Verbandes e.V. verliehen wurde, schuf neben Chorwerken und Kompositionen für Salon- und großes Orchester an die 350 Akkordeon-Originalwerke sowie weit über 1000 Bearbeitungen für Akkordeon. Zudem gab er mehrere Schulwerke für Akkordeon und moderne Akkordeontechnik heraus. Er starb 1978 in Niedernhausen bei Wiesbaden.

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Astor Piazzolla

Astor Piazzolla wurde 1921 geboren. Im Alter von vier Jahren siedelte der gebürtige Argentinier mit seiner Familie nach New York um. Schon früh offenbarte sich das musikalische Talent des Knaben. So bekam er als Achtjähriger von seinem tangobegeisterten Vater ein Bandoneon geschenkt und erlernte neben diesem Instrument auch das Klavierspiel. Früh entwickelte Astor ein besonderes Faible für Jazz und die Musik Johann Sebastian Bachs. Der Funke für den Tango sprang bei ihm erst nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires im Jahr 1937 über, was ihn schließlich dazu veranlasste, sein Bandoneonspiel zu vervollkommnen. Ab 1939 war er zunächst fünf Jahre lang Orchestermitglied des Ensembles von Aníbal Troilo, bevor er anschließend für zwei Jahre als Solist und Arrangeur im Orchester von Francisco Fiorentino tätig war. Nach Kompositionsstudien bei Alberto Ginastera begann Astor Piazzolla in der ersten Hälfte der Fünfzigerjahre mit der Komposition von Orchester- und Kammermusikwerken. Für seine „Sinfonietta“ aus dem Jahr 1954 erhielt er ein Stipendium, das ihm ermöglichte, in Europa bei Nadia Boulanger Komposition zu studieren. Sie war es, die Piazzollas einzigartiges und wegweisendes Talent auf dem Gebiet der Tangokompositionen erkannte und ihn ermutigte, diese Richtung weiterzuverfolgen.

Als er ein Jahr später nach Argentinien zurückkam, rief er das aus zwei Bandoneons, zwei Violinen, einem Bass, Cello, Klavier und elektrischer Gitarre bestehende „Octeto Buenos Aires“ ins Leben und ebnete mit diesem Ensemble den Weg für die Neuinterpretation des Tangos, den „Tango Nuevo“. 1960 gründete er ein weiteres Ensemble, ein Quintett aus Violine, Gitarre, Klavier, Bass und Bandoneon. Das Jahrzehnt von 1978 bis 1988 kann als Höhepunkt seines Schaffens angesehen werden. Piazzolla schrieb über 300 Tangos und Musik für fast 50 Filme und spielte rund 40 Schallplatten ein. Zudem komponierte er für Pina Bauschs Tanztheater die Musik zum Ballett „Bandoneón“. 1990 erlitt er in Paris einen Schlaganfall, dessen Folgen ihm jedes weitere kreative Schaffen versagten. Zwei Jahre später starb er in Buenos Aires.

Wie kein Zweiter steht Astor Piazzolla für die komplette Erneuerung des Tangos. Mit seinem sowohl vom Jazz als auch der Klassik beeinflussten „Tango Nuevo“ verhalf er dem traditionellen, als anrüchig und primitiv verschrienen „Tango Argentinos“ der 40er- und frühen 50er-Jahre zu neuem Ruhm. Der gebürtige Argentinier vermeidet in seinen Tonschöpfungen das vertraute harmonische und gleichförmige rhythmische Vokabular und bedient sich u.a. kontrapunktischer Formen sowie harmonischer Neuerungen etwa eines Bartók, Prokofjew oder Strawinsky, ohne dabei jedoch die dem traditionellen Tango innewohnende Passion, Erotik, Dramatik und Romantik aus dem Blick zu verlieren.

Walter Pörschmann, Jahrgang 1903, kam durch seinen Vater Otto Pörschmann schon früh mit dem Bandoneonspiel in Berührung und trat im Alter von 16 Jahren erstmals öffentlich als Solist auf. 1925 bereiste er als Mitglied der Tangokapelle von Juan Llossas Argentinien und tourte auch in der Folgezeit mit zahlreichen Tanzorchestern durch Deutschland und viele andere europäische Länder. 1927 eröffnete der gebürtige Leipziger, der übrigens maßgeblich an der Gestaltung des 144-tönigen und 72-tastigen so genannten Einheitsbandoneons mitgewirkt hatte, einen Musikalienhandel in Berlin. Vier Jahre später übernahm er das elterliche Musikgeschäft in Leipzig, ließ sich aber schon 1933 wieder in Berlin nieder und wirkte als Bandoneonlehrer am Stern’schen Konservatorium. Nach Kriegsende setzte Pörschmann, der als einer der größten deutschen Bandoneonspieler seiner Zeit galt, seine Karriere als Virtuose in Leipzig bzw. Frankfurt fort. Walter Pörschmann, der 1959 im Alter von nur 56 Jahren während einer Tournee starb, hinterließ zahlreiche Kompositionen und Arrangements sowie Lehr- und Studienwerke.

Helmut Reinbothe wurde 1929 in Köthen geboren. Er galt nicht nur als hervorragender Akkordeonvirtuose, sondern machte sich auch als Komponist für sein Instrument sowie als Akkordeonpädagoge u.a. am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau einen Namen. Dem 1991 gestorbenen Musiker zu Ehren wurde 2011 zum zweiten Mal ein nach ihm benannter Wettbewerb für Akkordeon-Solisten aus dem Chemnitzer Raum ausgetragen.

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Kaspar Roeseling

Kaspar Roeseling wurde 1894 geboren. Er erlernte das Klavier- und Orgelspiel und nahm 1919 ein Musikwissenschafts-, Kompositions- und Philosophiestudium in Köln und Bonn auf, an das er seine Promotion zum Dr. phil. anschloss. Von 1927 an war Roeseling als Lehrer im Reichsverband Deutscher Tonkünstler in Köln tätig, ab 1950 wirkte er als Dozent an der Musikhochschule sowie als Lektor an der Universität zu Köln. Er starb 1960 und hinterließ eine Reihe an Kompositionen verschiedenster Gattungen, hauptsächlich für Orchester bzw. Kammerorchester sowie Gesangsstücke. Auch Werke für Akkordeon gehören zu seinem kompositorischen Oeuvre.

 

Wolfgang Ruß
Wolfgang Ruß

Wolfgang Ruß, 1954 geboren, studierte am Hohner-Konservatorium in Trossingen Akkordeon, Klavier und Gitarre. Ruß ist nicht nur ein viel gefragter Dozent bei zahlreichen nationalen und internationalen Workshops und Lehrgängen sowie an seiner einstigen Ausbildungsstätte, sondern wird auch als Komponist und Arrangeur vor allem von Akkordeonliteratur sehr geschätzt. Neben einer Fülle von Arrangements populärer Titel für Akkordeon gab er auch eine Vielzahl an Orchesterkompositionen, eine Reihe von Stücken und Spielbänden für Akkordeon-Solo und -Duo sowie Kammermusik mit Akkordeon heraus. Vor allem mit seinen Werken für Akkordeon-Orchester avancierte Wolfgang Ruß zu den am häufigsten gespielten Komponisten in der heutigen Akkordeon-Szene. Für einige seiner Kompositionen erhielt der Leiter der Musikschule Schönaich sowie Dirigent des Akkordeonvereins Schönaich begehrte Preise. Seine besondere Vorliebe gilt dem Jazz sowie allen Formen afroamerikanischer Musik, was sich nicht nur in seiner kompositorischen Arbeit, sondern auch in seiner pädagogischen Tätigkeit niederschlägt. 1989 gründete der Herausgeber zahlreicher Lehrwerke für Akkordeon und auch Gitarre mit seiner Frau den Gabriele Ruß Musikverlag mit Sitz in Schönaich. Das Verlagsangebot, welches einen Großteil der Werke von Wolfgang Ruß umfasst, ist schwerpunktmäßig auf das Instrument Akkordeon ausgerichtet.

Hermann Schittenhelm
Hermann Schittenhelm

Hermann Schittenhelm, 1893 in Oberndorf am Neckar geboren, fiel schon früh durch sein musikalisches Talent auf. Oft erntete er als Sohn des „Staigwirt Jakob“ von den Gästen großes Lob und sorgte – zusammen mit seinen musizierenden Geschwistern – für regen Zulauf in der elterlichen Gastwirtschaft. Als Hermann fünfzehn Jahre alt war, erhielt er von seinem Vater ein neues chromatisches Balginstrument, eine Wiener Schrammelharmonika. Nach Abschluss seiner Feinmechanikerlehre arbeitete er u.a. in Schramberg, Frankfurt und Stuttgart und verdiente sich ein ansehnliches Zubrot, indem er abends mit seiner Harmonika von Gasthaus zu Gasthaus tingelte. Nach dem Ersten Weltkrieg brachte er sein altes Schrammelinstrument zur Reparatur und zum Nachstimmen zur Firma Hohner nach Trossingen und machte gleichzeitig technische Verbesserungsvorschläge, die bei der Firmenführung großen Eindruck hinterließen. Nach einem neuerlichen Besuch Anfang der 1920er-Jahre holte die Firma Hohner Schittenhelm als Feinmechaniker nach Trossingen und bot ihm an, aktiv an der Instrumentenentwicklung mitzuarbeiten und darüber hinaus als erster Trossinger Harmonikalehrer überhaupt zu wirken. 1925 formierte er aus seinen besten Schülern das erste Instrumentalensemble, aus dem 1927 sein „Hohner-Akkordeon-Orchester“ (im Volksmund auch „Schittenhelm-Orchester“ genannt) hervorging. Zwei Jahre später brachte Schittenhelm, der sich im Laufe der Zeit auch als Konzertsolist einen Namen machte, die erste „klassische“ Originalkomposition für Akkordeon, die „Sieben Neuen Spielmusiken“ von Hugo Herrmann, zur Uraufführung.

1931 wurde ihm die Leitung der neu gegründeten Hohner-Handharmonika-Fachschule übertragen, die später unter Hugo Herrmann zur Städtischen Musikschule Trossingen (dem heutigen Hohner-Konservatorium) avancierte. Trotz seines persönlichen Ringens um eine neue künstlerische Ausrichtung des Harmonikaspiels blieb Schittenhelm, der 1979 starb, selbst jedoch als Komponist in erster Linie der Volksmusik verhaftet, wofür Titel wie „Bauerntanz“, „Weinlese“, „Der lustige Handörgler“, „Die Bauernkapelle“ oder „Freches Dirndeln“ u.v.m. eindrucksvoll Zeugnis geben.

Tillo Schlunck wurde 1927 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Musikstudium in Trossingen auf. Er versah Lektorentätigkeiten beim Hohner-Musikverlag sowie im Musikverlag Josef Preissler. Von 1973 bis 1991 war er als Sachbearbeiter im Schallarchiv des Bayerischen Rundfunks tätig. Tillo Schlunck schuf zahlreiche Akkordeon-Gebrauchsmusik für Unterhaltung und Unterricht. Zu seinen erfolgreichsten Werken gehört das „Klingende Märchenbuch“ für Akkordeon mit einer zweiten Stimme ad libitum.

Lutz Stark, Jahrgang 1964, erhielt im Alter von acht Jahren ersten Akkordeonunterricht. Von 1979 bis 1983 besuchte er die Bezirksförderklasse des Robert-Schumann-Konservatoriums in Zwickau, wo Helmut Reinbothe sein Lehrer war. In den Jahren 1985 bis 1990 studierte der gebürtige Zwickauer an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar im Hauptfach Akkordeon bei Ivan Kobal. Seit 1990 wirkt der Preisträger renommierter nationaler und internationaler Wettbewerbe als hauptamtlicher Akkordeon-Dozent am Konservatorium „Georg Friedrich Händel“ in Halle sowie als Lehrbeauftragter an der Musikhochschule in Weimar.

Der 1896 in Witterschlick geborene Fritz Stege erlernte schon in jungen Jahren das Akkordeonspiel. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er das Studium der Musikwissenschaft in Berlin auf und promovierte 1924 zum Dr. phil. Zudem studierte er Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition bei Paul Ertel. Hernach wirkte er überwiegend freischaffend als Journalist, Schriftsteller, Musikkritiker, Essayist, Komponist und Arrangeur in Berlin. 1951 verlegte er seinen Wohnsitz nach Wiesbaden, wo er u.a. eine Musikschule gründete, an der dortigen Volkshochschule lehrte und zum Vorsitzenden des „Humboldt-Instituts“ avancierte. 1967 starb Stege im Alter von knapp 71 Jahren. Sein kompositorisches Schaffen umfasst u.a. Gesangsstücke mit Akkordeonbegleitung, volkstümliche Akkordeonstücke sowie Unterrichtswerke, darunter die erste in Deutschland veröffentlichte Melodiebass-Anleitung mit dem Titel „Das künstlerische Spiel“.

Gerhard Strecke, Jahrgang 1890, erhielt schon früh ersten Violin-, Klavier- sowie Orgelunterricht und wurde als Zehnjähriger Domsingknabe in Breslau. Nach einem Pädagogikstudium in Jena und Berlin sowie Musikstudien am Königlichen Akademischen Institut für Kirchenmusik in Charlottenburg erhielt der Meisterschüler von Georg Schumann an der Akademie der Künste 1920 seine erste Stelle als Musiklehrer. 1924 avancierte er zum Leiter des Musiklehrerseminars am Schlesischen Konservatorium in Breslau, bevor er zwölf Jahre später die Direktion des Konservatoriums in Beuthen übernahm. 1940 erhielt der gebürtige Oberschlesier den Ruf als Abteilungsleiter an die Musikhochschule in Kattowitz und bekleidete nach dem Krieg und seiner Vertreibung eine Stellung als Professor am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Trossingen. 1953 trat er in den Ruhestand ein. Als ausgewiesener Kenner schlesischer Musik setzte Strecke sich in besonderem Maße für ihre Förderung ein. Als Komponist hinterließ er rund 160 Kunstlieder für Singstimme und Klavier, zahlreiche Volksliedbearbeitungen, Offertorien und Motetten, Singmessen, drei lateinischsprachige Messen und ein Requiem, drei Sinfonien, Orchestersuiten, Konzerte sowie zahlreiche kammermusikalische Werke und Musik für Tasteninstrumente. Mit dem Akkordeon kam er erst verhältnismäßig spät in Berührung. Die Gigue aus dem Jahre 1946 ist Rudolf Würthner gewidmet. Im Hohner-Verlag erschien außerdem seine Sonatine in F-Dur für Akkordeon. Gerhard Strecke starb 1968.

Eberhard Wittmer
Eberhard Wittmer

Eberhard Wittmer, geboren 1905 in Freiburg, studierte in seiner Heimatstadt Komposition bei Julius Weismann und betätigte sich in der Folgezeit als Komponist und Lehrer. Als Mitglied der NSDAP, der er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten beigetreten war, schrieb er zunächst zahlreiche Chöre und Kantaten sowie Musik für Blasinstrumente, die hauptsächlich im Rahmen nationalsozialistischer Feiern erklang. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Wittmer vor allem als Komponist von Akkordeonmusik von sich reden und durfte trotz seiner nationalsozialistischen Vergangenheit weiterhin den Lehrberuf ausüben, den er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1970 versah. 19 Jahre später starb Eberhard Wittmer im Alter von 84 Jahren.

Foto: Pro
Foto: Pro

Rudolf Würthner, Jahrgang 1920, kam durch seinen Großvater schon früh mit der Akkordeonszene in Berührung. Auch ein Unfall im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb, bei dem Würthner als Viereinhalbjähriger mit der Hand in eine Häckselmaschine geriet und den Zeigefinger sowie große Teile des Daumens der rechten Hand verlor, sollte den gebürtigen Trossinger nicht an der Ausübung des Akkordeonspiels hindern. Not macht bekanntlich erfinderisch … und so spielte er das Akkordeon in der Folgezeit quasi verkehrt herum, so dass sich links die Klaviatur und rechts die Akkordknöpfe befanden. 1948 gewann er beim ersten Aufeinandertreffen der weltbesten Akkordeonspieler in Lausanne die Vizeweltmeisterschaft. In den 1950er- und 1960er-Jahren avancierte Würthner zur Leitfigur der Akkordeonszene und machte gleichermaßen als Solist, Komponist, Arrangeur wie Dirigent von sich reden. 1968 übernahm er die Leitung des Hohner-Akkordeonorchesters, dem er mit zahlreichen Konzerten, Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritten sowie der Teilnahme an internationalen Festivals in den folgenden sechs Jahren zu ungeahntem Renommee verhalf. Mitten in dieser von großen Erfolgen geprägten Phase starb Rudolf Würthner im Alter von nur 54 Jahren.

Hermann Zilcher
Hermann Zilcher

Hermann Zilcher, 1881 in Frankfurt am Main geboren, machte bereits im Alter von drei Jahren erste kompositorische Gehversuche und erhielt als Fünfjähriger ersten Klavierunterricht. 15-jährig entschied er sich, eine Musikerlaufbahn einzuschlagen. Im Jahre 1897 wurde er Student am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt, wo er in Klavier, Kontrapunkt und Formenlehre sowie Komposition unterwiesen wurde. Dort nahm er 1905 selbst eine Tätigkeit als Klavierlehrer auf, bevor er drei Jahre später dem Ruf als Klavierprofessor an die „Akademie der Tonkunst“ nach München folgte, wo er auch die Leitung des „Neuen Orchestervereins“ übernahm. 1920 ging er nach Würzburg und trat dort die Stelle als Direktor des Staatskonservatoriums an. Hier rief er nicht nur das Würzburger Mozartfest ins Leben: Er gründete sowohl das „Zilcher-Trio“ sowie Ende der 1920er-Jahre auch das Würzburger Kammerorchester. Als Musikpädagoge genoss der 1948 verstorbene Zilcher ebenfalls einen hervorragenden Ruf. Sein kompositorisches Oeuvre umfasst Orchester- und Chorwerke, zwei Opern, Kammermusik und Lieder, Etüden, Klavierwerke sowie zahlreiche Stücke für Akkordeon. Seine Werke sind stilistisch zwischen Spätromantik und Moderne anzusiedeln.

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