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Schott Music

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Unterricht

Das Akkordeonspiel kann man in der Regel entweder privat oder an der Musikschule im Einzel- und Gruppenunterricht sowie an Volkshochschulen oder auch im Selbststudium erlernen. Eine fundierte Ausbildung durch einen Lehrer bzw. eine Lehrerin wird – wenn man das Akkordeonspiel gewissenhaft und ernsthaft betreiben möchte – auf jeden Fall dringend angeraten. Ein ausgebildeter Fachlehrer kann nicht nur als wichtiger Impuls- und Ideengeber z.B. bezüglich der schrittweisen Herangehensweise beim Erlernen des Instruments sowie bei der Werk- bzw. Notenauswahl von großem Nutzen sein. Speziell wird er auch auf die richtige Haltung achten  und rechtzeitig eventuelle Fehler korrigieren bzw. von vornherein verhindern, um z.B. Rückenschäden zu vermeiden. Nicht zuletzt fungieren Akkordeonpädagogen – wie Instrumentallehrer im Allgemeinen – im besten Falle als Motivatoren, die Lust und Freude an ihrem eigenen Instrument vermitteln und auf den Lernenden zu übertragen verstehen.

Das Erlernen des Akkordeonspiels ist für Kinder ab ca. 6 Jahren, erwachsene Anfänger und Wiedereinsteiger gleichermaßen möglich. Voraussetzungen sollten ein gesunder Rücken sowie kräftige Handgelenke sein. Für Kinder werden heutzutage auch kleine und leichte Kinderakkordeons gebaut. Es können viele verschiedene Spieltechniken erlernt werden, so beispielsweise für das Standardbassakkordeon (M II), bei dem sich rechts die aus Tasten oder Knöpfen bestehende Melodieseite befindet und links die Grundbässe und Akkorde angeordnet sind, oder das Melodiebassakkordeon (M III), das auch auf der linken Seite über ein Klaviatursystem verfügt und so auch das Einzeltonspiel im Bassbereich ermöglicht.

Gruppenunterricht

Die Meinungen, welche Unterrichtsform sich für den Anfang am besten eignet, gehen auseinander. Manche schwören von vornherein auf Einzelunterricht, manche erachten das Erlernen des Instruments in Gruppen für den Anfang als sinnvoller.

Oftmals wird – allein aus Kostengründen – der Unterricht zu zweit oder in Gruppen von bis zu sechs Schülern bevorzugt. Ein großer Vorteil beim Gruppenunterricht besteht in der besonderen Förderung des für die musikalische Entwicklung unerlässlichen Zusammenspiels. Dabei ist es zunächst zweitrangig, ob technische oder improvisatorische Übungen oder traditionelle einfache Melodien bzw. komplexere Musikstücke zusammen erarbeitet werden.

Zudem eignet sich der Gruppenunterricht hervorragend dazu, elementare Grundlagen für jedwedes Musizieren zu vermitteln. Man denke hier u.a. an das Erlernen der Notenschrift, das Rhythmusgefühl, die Fingermotorik sowie die Herausbildung bzw. Umsetzung kreativer Fähigkeiten.

Akkordeon im Klassenverband

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die intensive Auseinandersetzung mit Musik positiv auf das Sozialverhalten auswirkt, Konzentrationsschwächen kompensiert und sogar den IQ-Wert erhöht. Um diese positiven Begleiterscheinungen von Musik für den Schulbetrieb nutzbar zu machen, werden seit einiger Zeit sowohl an Grund- wie auch weiterführenden Schulen verstärkt Klassenmusizierkurse, u.a. auch für Akkordeon, angeboten. Diese sind fest im Stundenplan der jeweiligen Schule verankert und somit für jedermann verpflichtend, wobei besondere musikalische Begabungen und Vorkenntnisse nicht vorausgesetzt werden.

Angestrebtes Ziel ist dabei zum einen dauerhaftes Interesse an Musik zu erwecken. Darüber hinaus soll die Einführung von sogenannten Musikklassen aber auch der Stärkung des Klassenverbundes dienen. Die Freude an gemeinsamen Erfolgen kann dabei ein wesentlicher Faktor sein.

An manchen allgemeinbildenden Schulen werden auch Akkordeon-AGs angeboten, deren Belegung freiwillig ist und überwiegend nach Ende des regulären Unterrichtsstattfindet.

Der Einzelunterricht

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war das Akkordeon vor allem ein äußerst beliebtes und weit verbreitetes Volksinstrument. Gemäß dem allgemeinen Musikgeschmack waren dem Akkordeon zunächst vor allem Volkslieder, Tanz- und Unterhaltungsmusik vorbehalten. In musikalischen Fachkreisen galten (und gelten) diese musikalischen Genres als künstlerisch wenig anspruchsvoll und kaum ernstzunehmend. Dies schadete dem Image des Akkordeons im öffentlichen Bewusstsein, zumal man sich dessen Spiel – zumindest bis zu einem gewissen Grad – sogar selbst beibringen kann.

Als so kinderleicht erweist sich das Akkordeonspiel, wenn man es langfristig auf einem hohen, professionelleren Niveau ausüben möchte, indes nicht. Im Gegenteil: Es erfordert einiges an Können, wenn man das Potenzial dieses Instruments voll ausschöpfen möchte. Griff- bzw. Fingertechniken, Registerbedienung, entspannte Hand- bzw. Fingerhaltung, Balgbehandlung und die damit verbundene Anschlagsdynamik, das Erlernen von verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten sowie Kenntnisse bzw. Handhabung unterschiedlichster Musikstile u.v.m. bedürfen zweifellos einer gewissenhaften Schulung bzw. Anleitung. Für Fortgeschrittene bietet sich daher der (zwangsläufig kostenaufwändigere) Einzelunterricht an, da in dessen Rahmen wesentlich detaillierter auf die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Schwierigkeiten des jeweiligen Schülers eingegangen werden kann.

Akkordeon im Selbststudium

Das Akkordeonspiel ist – bis zu einem gewissen Grad, z.B. für die einfache Liedbegleitung im kleinen geselligen Kreis – auch hervorragend im Selbststudium erlernbar. Zahlreiche speziell hierauf ausgerichtete Schulwerke sind im Handel erhältlich, die sich teils an Jugendliche, teils explizit an Erwachsene richten. Für diesen Zweck erfreuen sich mittlerweile auch Lernvideos großer Beliebtheit.

Fortbildungen

Von der lokalen Kirchengemeinde über die örtliche Musikschule und Musikhochschule bis hin zu Akkordeon-Festivals: Das Angebot an Fortbildungen, Seminaren, Workshops bis hin zu Meisterkursen für Akkordeon ist reichhaltig und richtet sich sowohl an Anfänger als auch (z.B. im Falle von Meisterkursen) an Fortgeschrittene. Theoretische Aspekte rund um das Akkordeon können dabei ebenso beleuchtet sein wie praxisorientierte, in denen das gemeinschaftliche Musizieren in kleinen Ensembles oder im Akkordeonorchester im Fokus steht. Manche Akkordeonwerkstätten erlauben auch einen Einblick in Bau- und Entwicklungsphasen sowie in diverse Reparaturarbeiten bei ihren Instrumenten.

Lehrwerke

Von der Schule für Anfänger, Fortgeschrittene und/oder Autodidakten bis hin zur anspruchsvollen Konzertliteratur, von Seemannsliedern über Tanz- und Volksmusik, Kinder- und Weihnachtslieder, Folk, Rock, Pop und Jazz bis hin zu Bearbeitungen und Originalkompositionen klassischer wie zeitgenössischer Komponisten: Die Palette der Lehr- und Spielliteratur für Akkordeon ist ebenso vielfältig und lebendig wie das Instrument selbst.

Neben grundlegenden Akkordeon-Schulen bzw. Standardwerken, die die elementaren Grundlagen zum Erlernen des Piano-Akkordeons und/oder des Knopfgriff-Akkordeons vermitteln, werden Lehrwerke angeboten, die sich nur einem speziellen Aspekt der Spieltechnik wie z.B. dem Bassspiel widmen.

In manchen Publikationen stehen eher technische Studien wie z.B. Fingerübungen, rhythmische Studien, Doppelakkordgriffe, Glissando etc. im Vordergrund, andere hingegen bieten in erster Linie leichte Stücke zum spielerischen Einstieg in die Welt des Akkordeons an.