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Die Klarinettenfamilie

Als die Klarinette noch wenige Klappen besaß, konnten nur einige Tonarten sauber ausgeführt werden. Deshalb wurde die Klarinette in verschiedenen Größen und somit in verschiedenen Stimmungen gebaut; man nennt dies „Familienbauweise“. Man kennt dieses Prinzip auch von den Flöteninstrumenten und den Saxophonen.

 

Heute kann man mit einer Klarinette in allen Tonarten musizieren und doch gibt es noch eine Klarinettenfamilie. Der Grund liegt im unterschiedlichen Klangcharakter der verschiedenen Instrumente. Die Bennennung der Instrumente erfolg meist nach deren Stimmung, also dem Ton der tatsächlich klingt, wenn man auf dem jeweiligen Instrument ein c spielt.

 

Die Klarinetten-Familie (Deutsches System) Mit freundlicher Genehmigung der Firma Herbert Wurlitzer, Neustadt a.d. Aisch
Die Klarinetten-Familie (Deutsches System)
Mit freundlicher Genehmigung der Firma Herbert Wurlitzer, Neustadt a.d. Aisch

Rechts ist die strahlend und durchdringend klingende Es-Klarinette abgebildet, die im Blasorchester (vorwiegend bei böhmisch-mährischer Volksmusik) und bei großen Besetzungen auch im Sinfonieorchester gespielt wird. Daneben ist die hohe G-Klarinette zu sehen. Man nennt sie auch das „picksüße Hölz“, da sie sehr scharf, aber auch sehr süß klingen kann. Sie wird in der Wiener „Schrammelmusik“ eingesetzt, in der Besetzung mit Gitarre und zwei Geigen.

Es folgt die gebräuchlichste Form – die B-Klarinette, die einen vollen, kräftigen Ton hat. Sie wird manchmal auch als Sopranklarinette bezeichnet und wird von Klassik bis Jazz in jeder Art von Musik eingesetzt.

Etwas länger ist die A-Klarinette, die für ihren feierlichen und samtigen Klang bekannt ist und heute zusammen mit der B-Klarinette im Sinfonieorchester und in der Kammermusik gespielt wird.

Links daneben sieht man die D-Klarinette, die Richard Strauss wegen ihres frechen, vorwitzigen Klangs in seiner sinfonischen Dichtung Till Eulenspiegels lustige Streiche gewählt hat, um den Witz und Übermut musikalisch darzustellen.

Das zweite Instrument von links ist das seltene Bassetthorn in F, das Wolfgang Amadeus Mozart sehr geliebt haben soll.

Links ist die Bassklarinette abgebildet, die die gleiche Stimmung wie die B-Klarinette hat, jedoch eine Oktave tiefer klingt und auf dem Boden aufgestützt wird. Die Stimmen für dieses Instrument werden sowohl im Violin- als auch im Bassschlüssel notiert. Einsatz findet die Bassklarinette im Blas- und Sinfonieorchester, selten auch in Kammermusik und im Jazz.

Echte Raritäten sind die Kontrabassklarinette in B und die Kontra-Altklarinette in Es, die sogar noch eine Oktave tiefer spielen können als die Bassklarinette.

 

Kontra-Altklarinette in Es Mit freundlicher Genehmigung der Firma Henry Selmer, Paris
Kontra-Altklarinette in Es
Mit freundlicher Genehmigung der Firma Henry Selmer, Paris
Kontra-Bassklarinette in B
Kontra-Bassklarinette in B

Weitere Klarinettenarten sind die C-Klarinette, die As-Klarinette (heute weitgehend durch die hohe Es-Klarinette ersetzt) sowie die Alt- Klarinettein Es, die heute noch in manchen Blasorchestern gespielt wird und im Aussehen dem modernen Bassetthorn ähnelt.

Die Bassettklarinette ist von ihrer Grundbauweise wie die herkömmliche Sopranklarinette gebaut, ist aber 18 cm länger und erweitert durch zusätzliche Klappen den Tonumfang um 4 Töne nach unten (dis, d, cis, c). Diese Klappen werden mit dem rechten Daumen gegriffen. Ihr Klang erinnert stark an den des Bassetthorns. Mit diesem Instrument lässt sich beispielsweise das berühmte Klarinettenkonzert in A-Dur von Mozart (KV 622) in der Originalfassungen ausführen, die für eine heute übliche Klarinette an einigen Stellen zu tief ist und daher oktaviert werden muss.

 

Die nachfolgende Grafik zeigt die Tonumfänge der gängigen Klarinettenarten:

 Familie_Tonumfaenge
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