Schott Music

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Kleiner Ratgeber

Wie war das noch mal? Was hat der Lehrer noch in der letzten Stunde gesagt? Manchmal sieht man sich beim heimischen Üben scheinbar unüberwindbaren Problemen gegenüber. Es „quietscht“ beim Spielen oder es kommt erst gar kein Ton aus der Klarinette. Und wie war das noch mal mit dem Anstoßen und dem Atmen? Aller Anfang ist schwer und ohne einen Lehrer an der Seite fällt vielen Musikern das Üben schwer. Hier eine kleine Hilfestellung zu typischen Problemen:

 

 

Kein Ton kommt aus der Klarinette

Hierfür kann es leider zahlreiche Gründe geben. Da hilft nur Ausschließen:

  • Ist das Blatt neu? – Manchmal sind einzelne Blättchen (einer Stärke) etwas schwerer oder unregelmäßig geformt. Einfach ein anderes ausprobieren!
  • Ist das Blatt richtig am Mundstück befestigt? – Es sollte gerade aufliegen, nicht zu hoch und nicht zu tief, so dass es in etwa, seitlich gesehen, mit der Schnabelspitze abschließt. Die Blattschraube sollte ungefähr in der Mitte sein. Manchmal muss man einige Male nachkorrigieren bis es endlich richtig sitzt. (Tipp: Vor und nach dem Spielen)
  • Ist das Mundstück weit genug im Mund? – Die Unterlippe darf das Blättchen nicht am Schwingen hindern. Ist es nicht weit genug im Mund, wird die kleine Öffnung zwischen Blatt und Mundstückspitze verschlossen und es kann kein Ton entstehen. Vorsicht: Ist es zu weit im Mund, quietscht es beim Anblasen. Auch hier heißt es ausprobieren, am besten zunächst nur mit dem Mundstück.

    Foto aus: R. Mauz, Klarinette spielen – mein schönstes Hobby, Bd. 1 (Schott ED 20640)
    Foto aus: R. Mauz, Klarinette spielen – mein schönstes Hobby, Bd. 1 (Schott ED 20640)
  • Sind die Finger richtig auf den Löchern? – Gerade bei Kindern mit kleinen Händen kann es am Anfang vorkommen, dass sie vor allem mit der rechten Hand nicht alle Tonlöcher luftdicht verschließen. Aber Vorsicht: Die Hände dürfen sich nicht verkrampfen!

 

Kommt trotzdem kein Ton aus der Klarinette: Nicht verzweifeln! Vielleicht die Klarinette einfach noch einmal zur Seite stellen und später oder am nächsten Tag weiter probieren (evtl. mit neuem Blatt). Häufig ärgert man sich, wenn nicht alles so funktioniert wie in der Unterrichtsstunde, aber: Immer die Ruhe bewahren. Wenn man sich in eine Situation „verbeißt“, verstärken sich die Probleme häufig noch.

 

Es quietscht bei verschiedenen Tönen

Auch das „Quietschen“ kann unterschiedliche Ursachen haben:
  •  Schließen die Finger die Tonlöcher luftdicht hab? (Bei Kindern mit kleinen Händen ist die rechte Hand oft der „Übeltäter“)
  • Sind Seitenklappen versehentlich geöffnet? Schon eine minimale Öffnung kann hier ausschlaggebend sein. Schuld ist in den meisten Fällen einer der beiden Zeigefinger (vielleicht auch beide zugleich): Der rechte Zeigefinger öffnet oft unbeabsichtigt die Klappen an der Seite (bei der deutschen Klarinette ist dies meist die f’-Klappe, bei der Boehm-Klarinette die es’/b’’-Klappe). Bei der linken Hand ist es die seitliche gis’-Klappe. Wenn es quietscht beim Spielen: immer zuerst die Handstellung prüfen!
  • Ist das Mundstück zu weit im Mund? – Für Anfänger ist es oft schwierig die richtige „Biss-Stelle“ zu finden. Probiere verschiedene Positionen aus, wenn du Probleme mit dem Ton hast. Ist auf deinem Mundstück eine Bissplatte angebracht, wird sich dort bald eine deutliche Stelle abzeichnen, die dabei hilft, die Zähne immer richtig zu positionieren.
  • Ist das Blatt schon länger in Gebrauch? – Dann kann es sein, dass die Spitze zu dünn geworden ist. Es gibt spezielle Blattschneider, um das Blatt ein wenig zu kürzen. Diese sind allerdings verhältnismäßig teuer. Vielleicht besitzt dein Lehrer einen und kann das Abschneiden für dich übernehmen. Ansonsten hilft nur, das Blatt gegen ein neues auszutauschen.
Zeichnungen aus: R. Mauz, Die fröhliche Klarinette, Bd. 1 (Schott ED 8081)
Zeichnungen aus: R. Mauz, Die fröhliche Klarinette, Bd. 1 (Schott ED 8081)
  • Sind die Backen aufgeblasen? – Die Backenmuskulatur sollte immer angespannt sein wie beim Trinken mit einem Strohhalm. Am besten kann man das beim Spielen vor einem Spiegel überprüfen.
  • Das Blatt ist von vorneherein unregelmäßig gearbeitet und an einigen Stellen zu dick. Es gibt spezielles Werkzeug zum Bearbeiten von Blättern, mit dem man Unebenheiten ausgleichen kann. Dies erfordert allerdings ein genaues Wissen über den Aufbau von Blättchen und einiges an Erfahrung. Frage am besten deinen Lehrer, ob er das Bearbeiten für dich übernehmen kann oder lass dich von ihm anweisen.

 

Es quietscht bei bestimmten Tönen

Sind es immer bestimmte Töne, bei denen das „Quietschen“ auftritt, kann es sein, dass Klappen nicht richtig schließen, weil z. B. die Polster undicht sind. In diesem Fall solltest du deinen Lehrer ansprechen, vielleicht muss die Klarinette in die Werkstatt.

 

Die Töne rauschen sehr stark

Der Klang der Töne ist abhängig von mehreren Faktoren: dem Instrument selbst, dem Mundstück, dem Blättchen, dem Ansatz und der Spielweise des Spielers.
  • Ist das Blatt zu schwer? – Man kann zu schwere Blätter ein wenig abschleifen. Frage am besten deinen Lehrer. Beim Üben zu Hause nimmst du am besten zunächst ein anderes Blatt. Neue Blätter müssen erst eingespielt werden. Es kann in einigen Fällen mehrere Tage dauern, bis ein Blättchen ideal ist.
  • Auf jedem Instrument gibt es gewisse „Problemtöne“, die immer etwas unbefriedigend im Klang sind. – Bei Klarinetten sind dies meist die sogenannten „kurzen Töne“ oder „Kopftöne“: also g’, a’, as’/gis’ und b’/ais’. Der Klang dieser Töne entsteht nicht durch die komplette Länge der Klarinette, sondern im oberen Abschnitt, dadurch klingen sie häufig etwas dumpf und rauschen oft stark. Hier kann ein sehr gutes Blättchen helfen. Die Suche nach diesem „optimalen Blatt“ stellt für Klarinettisten eine große Herausforderung dar. Die Blättchen sind aus Holz und daher ist nie eines wie das andere. Es kann passieren, dass unter 10 Blättchen nur ein „optimales“ ist, das deinen Ansprüchen genügt oder du hast gleich mehrer gute, zwischen denen du dich nicht entscheiden kannst. Bei der Blattsuche ist viel Geduld gefragt.
  • Ist das Instrument schon älter oder ist es aus zweiter Hand? – Mit der Zeit können bei Instrumenten mehr oder weniger starke Verschleißerscheinungen auftreten: Klappen können (leicht) verbogen sein, die Mechanik läuft nicht mehr „rund“, Polster werden hart und undicht, das Holz bekommt feine Risse. Bei einem Holzinstrument sollte bei regelmäßigem Gebrauch etwa alle 6-8 Jahre eine Generalüberholung erfolgen. Am besten kann dies der Lehrer beurteilen.

 

Wie werden die Töne gegriffen?

Es kann vorkommen, dass man sich zu Hause nicht mehr an die Griffe erinnert bzw. nicht mehr weiß, wie sie auszuführen sind. In guten Klarinettenschulen gibt es Grifftabellen mit Erklärungen, in denen man Griffe nachsehen kann. Im Downloadbereich befinden sich ebenfalls Tabellen für beide Griffsysteme zum Herunterladen.