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29. März 2020

Krzysztof Penderecki (1933–2020) – zum Tod des Komponisten 

Nach über 50 Jahren Verlagsfreundschaft müssen wir von Krzysztof Penderecki Abschied nehmen, der am 29.03.2020 in seinem Haus in Krakau gestorben ist. Mit ihm verliert die Musikwelt einen herausragenden Vertreter jener Komponistengeneration, die ihre ursprünglichen Impulse aus der Avantgarde des 20. Jahrhunderts empfing. Schon in den späten 1950er Jahren suchte und fand Penderecki im Spannungsfeld von Geräusch und Musik neue Möglichkeiten des kompositorischen Ausdrucks. Damit verstörte er ein konservatives Konzertpublikum, eröffnete aber gleichzeitig neue künstlerische Horizonte und setzte sich an die Spitze der europäischen Avantgarde. Nach seiner Abkehr von den Klangexperimenten der frühen Jahre sprach man von der neoromantischen Wende Pendereckis.

Wie kaum ein zweiter seiner Generation erntete er sowohl harsche Kritik als auch große Bewunderung für seine kompositorische Entwicklung. Mitte der 1980er Jahre fand sich der Komponist an exponierter Stelle mitten in der Postmoderne-Diskussion wieder. Für ihn ergab die Gleichung aus Avantgarde und Tradition jedoch keinen Widerspruch, vielmehr glaubte er an eine Ästhetik der Synthese: „Ich habe Jahrzehnte damit verbracht, neue Klänge zu suchen und zu finden. Gleichzeitig habe ich mich mit Formen, Stilen und Harmonien der Vergangenheit auseinandergesetzt. Beiden Prinzipien bin ich treu geblieben…“. Die andauernde Präsenz von Meisterwerken, darunter die 7. Sinfonie Seven Gates of Jerusalem, die Oper Die Teufel von Loudun, das Polnische Requiem, und die wegweisende Lukas-Passion zeugt von der breiten internationalen Bewunderung, die dem Komponisten zuteil wurde und ihn zu einem der meistgespielten Komponisten unserer Zeit macht.

„Ich arbeite so, wie ein Komponist des 19. Jahrhunderts, der alles können musste, auch Dirigieren.“(Foto: Ludwig van Beethoven Association, Bartosz Koziak)

Einer der letzten Vertreter der großen Form

Wer heute aus zeitlicher Distanz die Lukas-Passion von 1966 hört, wird neben den experimentellen Kompositionsweisen darin auch traditionelle Elemente finden. Nicht zuletzt die markanten A-cappella-Sätze verrieten Pendereckis enge Bindung an historische Satztechnik. Mit den Jahrzehnten lichteten sich die dichten Cluster früherer Werke zu tonalen Strukturen, sperrige Klangflächen traten hinter einer rhythmisch und melodisch greifbaren Partitur zurück. Anklänge an die spätromantische Tradition Bruckners, Mahlers, Schostakowitschs oder Strauss‘ waren bewusst gewählt: „Ich bin einer der letzten Vertreter der großen Form, der alles schreibt: Sinfonien, Opern, Oratorien, Konzerte und Kammermusik. Ich arbeite so, wie ein Komponist des 19. Jahrhunderts, der alles können musste, auch Dirigieren.“

Papst Johannes Paul II empfängt seinen Freund Penderecki, 1983 (Foto: Mari)

In zahlreiche Kompositionen bettete der Komponist außermusikalische Inhalte ein – seine Sakralkompositionen zeugen oft von seinem tiefen katholischen Glauben. Mit seiner Musik setzte er auch immer wieder politische Akzente. Das Instrumentalwerk Threnos widmete er den Opfern der Katastrophe von Hiroshima, das Klavierkonzert Resurrection jenen des 11. Septembers 2001. Im Polnischen Requiem stellte Penderecki auf vielfältige Weise Bezüge zu seinem Heimatland her. Das Lacrimosa entstand 1980 als Auftrag der polnischen Gewerkschaft „Solidarnosc“, weitere Teile schrieb der Komponist zum Gedenken an die Opfer von Auschwitz und des Warschauer Aufstands. Als den Komponisten 2005 die Nachricht vom Tod Papst Johannes Paul II. erreichte, fügte er die Ciaccona in memoria Giovanni Paolo II hinzu. Von der Kritik ließ sich Penderecki in seinen Überzeugungen nicht erschüttern, als ihm etwa in einer polnischen Pressekampagne nach der Uraufführung von Resurrection vorgeworfen wurde, dass er der Ästhetik des sozialistischen Realismus huldige.

Glaube und Vergänglichkeit

Ein Merkmal seiner künstlerischen Arbeit ist, dass er über Jahrzehnte freundschaftlich mit herausragenden Solisten zusammen arbeitete. Zahlreiche Solowerke für Künstler wie Anne-Sophie Mutter (u.a. das zweite Violinkonzert Metamorphosen), Boris Pergamenschikow (Concerto grosso) oder Mstislaw Rostropowitsch (Concerto per violoncello ed orchestra no. 2) durchziehen das Werkverzeichnis des Komponisten. Er hörte auf die persönlichen Klangfarben in der Interpretation und komponierte so, dass die Interpreten größtmöglichen Raum zur Entfaltung erhielten. Seine Liebe zur Musik wollte Penderecki auch an die nachfolgenden Generationen weitergeben. Unweit seines Landsitzes in Lusławice baute er das Krzysztof Penderecki European Centre for Music auf, das zum Treffpunkt für Musiker aus aller Welt wurde.

Der Gärtner aus Liebe: Penderecki pflegte ein ausladendes Arboretum (Foto: Krzysztof Wójcik)

Mit seiner achten Symphonie Lieder der Vergänglichkeit, in der Penderecki Texte berühmter Dichter rund um das Thema „Wald“ und „Baum“ vertonte, konnte er seine beiden großen Leidenschaften verbinden: Die Musik und die Natur. Für sein privates Arboretum sammelte er über 1700 unterschiedliche Baumarten. So wie die Liste der Auftraggeber, Widmungsträger und zahllosen Auszeichnungen über die Anerkennung in der internationalen Musikwelt Auskunft gibt, so erzählen die Bäume, die der weltweit gefragte Dirigent von seinen Konzertreisen mitbrachte, von seiner besonderen Liebe zur und Verbundenheit mit der Natur.

Erst nach seinen Gattungsbeiträgen sieben und acht stellte Penderecki 2017 seine 6. Sinfonie mit dem Beinamen „Chinesische Lieder“ zur Uraufführung in Guangzhou fertig. Jenseits der Opernbühnen und Konzertsäle wurde seine Musik in Kinofilmen wie „The Shining“, „Shutter Island“ und „Das Massaker von Katyn“ einem Millionenpublikum bekannt.

 

Titelfoto: Schott Music / Bruno Fidrych

27. März 2020

Pop For Trumpet 3

Pop For Trumpet 3 Pop For Trumpet 3
18,50 €

12 Pop-Hits in Easy Arrangements

– als gedruckte Ausgabe oder Download-PDF –

Die schönsten Popsongs, bekannte Filmmelodien und zeitlose Evergreens: Band 3 der Reihe Pop For Trumpet enthält 12 leicht spielbare Arrangements für 1-2 Trompeten mit passenden Playbacks zu jedem Song. Aktuelle Chart-Hits wie Shallow oder High Hopes stehen neben den Pop-Klassikern Every Breath You Take, Easy und You Can’t Hurry Love. Für besondere Trompeten-Highlights sorgen die Titel Coco von der New Yorker Brassband Lucky Chops, Spanish Eyes und Eye Of The Tiger.

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24. März 2020

Ayres: No. 42 (In the Alps – an animated concert)

No. 42 No. 42
55,00 €

Studienpartitur

– als gedruckte Ausgabe oder Download-PDF –

Ein Mädchen, das als Baby auf dem Gipfel eines unbesteigbaren Berges ausgesetzt wurde, lernt von den Bergtieren das Singen. Im Dorf unterhalb des Gipfels lebt der stumm geborene Bobli, der durch sein Trompetenspiel mit der Welt kommuniziert. Er hört den Gesang des Mädchens, und das Mädchen lauscht Boblis Trompete, deren Klang ihr vom Wind zugetragen wird. Beide sind verzaubert. Wie in jedem Melodram gestalten Text und Musik auch hier ein allumfassendes theatralisches Abenteuer, beginnend mit der Schöpfung über eine einsame Existenz, Szenen rustikalen Dorflebens, vielen Bergziegen, unerwiderte Liebe und einen Wettstreit, der zum Scheitern verurteilt ist.
Richard Ayres

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23. März 2020

Werk der Woche – Hans Werner Henze: The Bassarids (Die Bassariden)

Da zurzeit nahezu alle Opern- und Konzerthäuser der Welt geschlossen sind, richten wir in dieser Woche den Blick auf eine aktuelle Inszenierung von Hans Werner Henzes The Bassarids – Die Bassariden. Die Produktion der Komischen Oper Berlin ist als kostenloses Video on Demand bei OperaVision zu sehen. Die Kritiken zur Inszenierung von Barry Kosky und musikalischen Umsetzung durch Vladimir Jurowski waren herausragend; es ist also eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Tiefen dieses epochalen Meisterwerks ausgiebig zu erkunden.  Das Video finden Sie am Ende dieser Seite. 

Die Handlung orientiert sich an den Bakchen des Euripides. Das Libretto entstammt der Feder von W. H. Auden und Chester Kallman. Bei seinem Antritt der Herrschaft über Theben spricht Pentheus zuallererst ein Verbot des Dionysos-Kultes aus. Wie sich später herausstellt, hat Pentheus diese Rechnung jedoch ohne Dionysos gemacht. Dieser kommt nämlich in Gestalt eines Fremden nach Theben und stiftet Pentheus zur heimlichen Beobachtung der nächtlichen Riten an. Dabei wird der Herrscher Thebens in Frauenkleidung durch seine eigene Mutter, Agaue, erschlagen, die ihn für ein wildes Tier hält. Das grausame Erwachen folgt am nächsten Morgen: Erst jetzt realisiert Agaue ihre Tat. Dionysos zeigt seine wahre Identität, enthüllt den vollzogenen Plan als Racheakt an Pentheus und verlangt die bedingungslose Verehrung durch das Volk von Theben.

Hans Werner Henze (rechts) mit Regisseur Gustav Rudolf Sellner (links) und den Librettisten Chester Kallman und W. H. Auden bei der Uraufführung von „Die Bassariden“ 1966 in Salzburg [Foto: Heinz Köster]

Hans Werner Henze: The Bassarids – Pole der menschlichen Existenz

Der Einakter besteht aus zwei Teilen und ist formal an eine viersätzige Symphonie angelehnt. Die große Besetzung, Komplexität des Librettos und vielschichtige musikalische Faktur machen die Aufführung von The Bassarids zu einem ambitionierten Projekt. Mit Dionysos und Pentheus stehen sich zwei Pole der menschlichen Existenz gegenüber, die auf der Grundlage des antiken Stoffes zahlreiche Bezüge zur Gegenwart zulassen.

Die Bassariden, die ich heute viel besser verstehe und die ich viel mehr liebe als damals, als ich sie schrieb, für mich bedeuten sie heute mein wichtigstes Theaterwerk. Interessant und modern und uns angehend und eigentlich auch die Jahre um 1968 angehend sind eben die Fragen: Was ist Freiheit, was ist Unfreiheit? Was ist Repression, was ist Revolte, was ist Revolution? All das wird eigentlich bei Euripides gezeigt, angedeutet, angeregt. Die Vielzahl, der Reichtum der Beziehungen, der greifbar-sensuellen Beziehungen zwischen dieser Antike, dieser Archais, und uns wird durch den Auden’schen Text hergestellt, und Euripides wird herangezogen in unsere Zeit, und zwar in einer Weise, wie es auch die brillanteste Regie mit dem griechischen Original nicht machen könnte, bei dem eben immer die Distanz zu einer anderen und lang zurückliegenden Zivilisation sich manifestiert. – Hans Werner Henze

Das Video on Demand ist noch bis zum 13. April zu sehen, eine letzte Aufführung der Produktion an der Komischen Oper Berlin ist für den 26. Juni geplant.     

Foto: © Komische Oper Berlin / Monika Rittershaus

20. März 2020

Hakim: Concerto pour txistu

Concerto pour txistu Concerto pour txistu
35,00 €

für Txistu und Orchester

– als gedruckte Ausgabe oder Download-PDF –

Dieses Konzert folgt dem Schema der italienischen Ouvertüre Allegro – Moderato – Allegro. Das eröffnende Allegro moderato ist dreigeteilt und basiert auf der Melodie von „Adieu, fillette de Bayonne“. Der Mittelsatz, Mesto, entwickelt eine Reihe von Variationen über die baskische Melodie „Lurraren pian sar nindaiteke“, während das finale Presto das Stück mit einem heiteren und burlesken Rondo beschließt.
Naji Hakim

19. März 2020

Wir liefern weiterhin!

Die COVID-19-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Dennoch werden wir unseren Service  bestmöglich für Sie aufrechterhalten. Aktuell können wir Ihre Bestellungen ohne Einschränkungen bearbeiten und Ihnen die gewünschten Titel und Services liefern. Über neue Entwicklungen halten wir Sie  auf unserer Website und über die sozialen Medien auf dem Laufenden.

Ihre Ansprechpartner erreichen Sie weiterhin unter den gewohnten Rufnummern und Emailadressen. Unsere größte Sorge gilt derzeit Ihrer Gesundheit  – wir wünschen Ihnen allen von Herzen, dass Sie und Ihre Familien gesund bleiben und wir diese Krise mit vereinten Kräften überwinden. Wir alle teilen die Liebe zur Musik, sie wird uns dabei helfen.

Foto: TMLsPhotoG / Adobe Stock

17. März 2020

Mini Maestro Band 1

Mini Maestro Mini Maestro
16,50 €

50 kleine Klavierstücke vom Barock bis zur Moderne

– als gedruckte Ausgabe oder Download-PDF –

Die dreibändige Sammlung Mini Maestro präsentiert sehr leichte bis mittelschwere, progressiv angeordnete kleine Klavierstücke aus 5 Jahrhunderten in chronologischer Reihenfolge von Barock, Klassik, Romantik, Moderne bis hin zu Jazz, Pop und Minimal Music. Das Ende eines jeden Bandes bilden – unter dem Motto Zu Zweit mehr Spaß – jeweils drei vierhändige Bonusstücke. Alle Spielstücke sind leicht zu erlernen und bieten ein vielfältiges Repertoire als ideale Ergänzung zu jeder Klavierschule, geeignet für Konzert, Unterricht, Prüfungen sowie Wettbewerbe.

Mehr zur Reihe Mini Maestro

16. März 2020

Werk der Woche – Thierry Pécou: Until the Lions

Am 21. März 2020 hätte die neue Oper Until the Lions von Thierry Pécou in Strasbourg ihre Uraufführung erlebt. Auch wenn die Proben nun wegen der SARS-CoV-2-Krise unterbrochen und die Premiere auf eine der folgenden Spielzeiten verschoben ist, möchten wir das Stück dennoch vorstellen. Bei der Produktion leitet Marie Jacquot das Orchestre Symphonique de Mulhouse, die indische Künstlerin Shobana Jeyasingh führt Regie und übernimmt die Choreographie. Die Opéra National du Rhin hat das Werk in Auftrag gegeben.
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14. März 2020

Dieter Schnebel 90

„Es darf keine Sieger mehr geben, auch nicht in der Kunst …“ – Diesem Credo, das Dieter Schnebel mit Künstlern wie John Cage teilte, blieb er lebenslang treu. Kunst und Welt, Musik und Alltag, das waren für ihn keine Gegensätze. Mit Kompositionen wie „Ki-No“, „visible music“ und „anschläge – ausschläge“ schuf er einen neuen, offenen Werkbegriff, der zeitliche und räumliche Grenzen ebenso hinter sich ließ wie er den Komponisten als kreativen Auslöser, nicht aber als Vollender eines Werks verstand. Weil Schnebel die Aufführungssituation als urdemokratisches Ereignis begriff, holte er die Geräusche der Straße in den Konzertsaal. Seine Schlüsselwerke zeigen, dass er jeglichen ästhetischen Dogmatismus ablehnte, etwa das Vokalwerk „Ekstasis“ und die Oper „Majakowskis Tod – Totentanz“.

Am 14. März hätte Schnebel seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Bei WERGO erschienen:
Missa. Dahlemer Messe (WER 62182)
Choralvorspiele I/II / Atemzüge (WER 62872)
Orchestra (WER 66742)
Movimento (WER 73522)
Maulwerke (MV 8045)
Andante con moto. Ein Porträt (MV 8125)

13. März 2020

Hook: Sonatas and Concert Pieces

Sonatas and Concert Pieces Sonatas and Concert Pieces
22,00 €

für Trompete in B und Klavier

– als gedruckte Ausgabe oder Download-PDF –

Ein Beitrag zur Erschließung der klassischen Epoche für die Trompete: Die von Kristin Thielemann arrangierten Spielstücke und Sonaten von James Hook (1746–1827) im mittleren Schwierigkeitsgrad eignen sich besonders gut für den Unterricht sowie für Vorspiele und Wettbewerbe wie „Jugend musiziert“. Einige Lieder von Hook wurden als Spielstücke bearbeitet und können gut als Einstieg in dieses Repertoire dienen. Fortgeschrittenere SpielerInnen können sich an die Sonaten wagen. Alle Stücke wurden von Prof. Reinhold Friedrich (Trompete) und Eriko Takezawa (Klavier) als Vollversion und Playback eingespielt.