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500 Jahre Reformation — Ideen für Ihr musikalisches Rahmenprogramm

500 Jahre Refor­ma­tion — am 31. Okto­ber 2017 jährt sich der Tag, an dem Mar­tin Luther seine 95 The­sen ver­öf­fent­lichte und damit jene Erneue­rungs­be­we­gung ins Rol­len brachte, die in Reli­gion, Gesell­schaft, Poli­tik und Kul­tur bis in unsere Zeit nach­wirkt.
Schon heute stel­len wir Ihnen Stü­cke vor, in denen sich Kom­po­nis­ten auf unter­schied­lichste Weise mit dem Thema aus­ein­an­der­set­zen, oft durch unmit­tel­bare Ver­wen­dung von Tex­ten und Lie­dern von Prot­ago­nis­ten der Refor­ma­tion.

 

Orgel

ED 20337 - Hakim - Mit seinem GeistNaji Hakim

Mit seinem Geist (2006)

Varia­tio­nen über “Ein’ feste Burg ist unser Gott”
für Orgel
20’

Die Kom­po­si­tion Mit sei­nem Geist fußt auf dem Cho­ral “Ein’ feste Burg ist unser Gott” von Mar­tin Luther und Wor­ten aus Psalm 46. Hein­rich Heine wies mit sei­ner Cha­rak­te­ri­sie­rung des Cho­rals als “Mar­seil­ler Hymne der Refor­ma­tion”, auf seine große Sym­bol­kraft für die Refor­ma­tion hin. Das im Jahr 2006 kom­po­nierte Orgel­werk Naji Hakims besteht aus acht Varia­tio­nen.


ED 22206 - Schneider - LuthermaniaEnjott Schnei­der

Luthermania

Ver­sion für Orgel mit 2 Spie­lern (2012)
Ver­sion für Orgel solo (2015)
10’

Ein furio­ser Rei­gen aus bekann­ten Chor­al­me­lo­dien Mar­tin Luthers, wie “Ein’ feste Burg ist unser Gott” oder “Ver­leih uns Frie­den” gnä­dig­lich. Ursprüng­lich für Orgel mit zwei Spie­lern kom­po­niert gibt es nun auch die nicht weni­ger reiz­volle Fas­sung für Orgel solo. Es wird eine Orgel mit drei Manua­len benö­tigt.


ED 22668 - Schneider - Orgelsinfonie No. 16Enjott Schnei­der

Orgelsinfonie No. 16 (2014)

“Mar­tin Luther”
für Orgel
24’

Enjott Schnei­der ver­sieht die Werke sei­ner Reihe von Orgels­in­fo­nien stets mit einem Motto. Ost steht die­ses in unmit­tel­ba­rem Zusam­men­hang mit der Urauf­fü­hungs­si­tua­tion. So auch bei der Orgels­in­fo­nie No. 16: Sie wurde im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten “500 Jahre Refor­ma­tion” in Köln erst voll­stän­dig auf­ge­führt, drei Tage spä­ter waren die Ein­zel­sätze ver­teilt auf alle pro­tes­tan­ti­schen Kir­chen der Stadt zu hören.

Orches­ter (+ Orgel)

Enjott Schnei­der

“Ein feste Burg“ (2010)

Sin­fo­ni­sches Gedicht für Orches­ter und Orgel ad lib.
13’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Das sin­fo­ni­sche Gedicht lässt die sym­bol­kräf­tige Melo­die die­ser zen­tra­len Hymne der Refor­ma­tion aus dunk­len und magi­schen Tex­tu­ren ent­wach­sen, ver­webt sie mit Gegen­the­men und evo­ziert etwas von dem Kampf­geist, der mit die­sem Lied ver­bun­den war. Auf dem Höhe­punkt for­mu­liert jedoch ein pas­to­ral-fried­li­cher Epi­log mit unschul­dig zwit­schern­den Vogel­stim­men und mur­meln­der Natur for­mu­liert die klare Aus­sage: Got­tes Schöp­fung, die wir zuneh­mend mit Füs­sen tre­ten, ist der wahre Ort eines tie­fen Glau­bens und der Erschei­nung Got­tes.
Enjott Schnei­der

Chor a cap­pella

C 56718 - Biller - Verleih uns FriedenGeorg Chris­toph Bil­ler

Verleih uns Frieden 

für Män­ner­chor (TTBB) a cap­pella
3’

Wie fast alle seine Vor­gän­ger hat auch der lang­jäh­rige Tho­mas­kan­tor Georg Chris­toph Bil­ler eine Viel­zahl bedeu­ten­der geist­li­cher Chor­werke kom­po­niert. Dass der pas­sio­nierte Chor­lei­ter mit der mensch­li­chen Stimme bes­tens ver­traut ist, davon zeugt auch seine Bear­bei­tung des Luther-Cho­rals „Ver­leih uns Frie­den“ für vier­stim­mi­gen Män­ner­chor (TTBB) a cap­pella. In die­sem kir­chen­mu­si­ka­li­schen Kleinod wird ein­mal mehr Bil­lers Credo deut­lich, mit sei­ner Musik eine all­ge­mein ver­ständ­li­che Bot­schaft zu über­mit­teln. Dabei bedient er sich einer kla­ren Ton­spra­che, die Tra­di­tion und Moderne kunst­voll und doch zugleich intui­tiv mit­ein­an­der zu ver­ei­nen weiß.


SKR 20114 - Buchholz Friede und gute ZeitTho­mas Buch­holz

Friede und gute Zeit (2014)

für gemisch­ten Chor (SATB) a cap­pella

Die­ses Werk für 4- bis 8-stim­mi­gen Kam­mer­chor ist Pflicht­werk des Deut­schen Chor­wett­be­werbs 2018. Der Text von Mar­tin Luther wurde rhyth­misch anspruchs­voll ver­tont und lebt von sei­ner dyna­mi­schen Viel­falt. Nicht nur im Luther­jahr 2017 ist das Werk ideal in Kon­zer­ten und Got­tes­diens­ten.


SKR 20067 - Hessenberg - Mitten wir im Leben sindKurt Hes­sen­berg

Mitten wir im Leben sind

Motette nach Psalm 90 für acht­stim­mi­gen Dop­pel­chor
op. 97
14’

Die Motette eig­net sich zur kon­zer­tan­ten Auf­füh­rung in der Pas­si­ons­zeit oder zu Allerheiligen/Allerseelen.
Der Kom­po­nist ver­bin­det in die­sem Werk die von Mar­tin Luther über­setzte Anti­phon “Media vita” mit Pas­sa­gen aus Psalm 90 (“Lehre uns beden­ken, dass wir ster­ben müs­sen …”)
Das Werk wid­mete Hes­sen­berg dem bekann­ten Chor­di­ri­gen­ten Hel­muth Ril­ling und sei­ner Frank­fur­ter Kan­to­rei.


C_53442-Hindemith[648]Paul Hin­de­mith

Vier Choralsätze

(1912–1914)

Sin­gen, vor allem das Sin­gen in klei­nen Grup­pen, sei eine wert­volle und auch die natür­lichste musi­ka­li­sche Betä­ti­gung — davon war Paul Hin­de­mith (1895–1963) über­zeugt: “Eine Stimme hat jeder … Ein Chor ist das anspruchs­lo­seste und zugleich beste Erzie­hungs­mit­tel.” Und so war Sin­gen immer auch Teil sei­ner Unter­richt­s­tä­tig­keit, sei es beim Erpro­ben und Üben musik­theo­re­ti­scher Auf­ga­ben, sei es beim Ein­stu­die­ren alter und moder­ner Chor­sätze gewe­sen. Kein Wun­der, dass der Kom­po­nist sich zeit­le­bens der Chor­mu­sik wid­mete, sich dabei an die ver­schie­den­ar­tigs­ten Sän­ger­grup­pen rich­tete: an gemischte Chöre, Män­ner- und Kin­der­chöre, an Berufschöre wie geübte Sän­ger. Sein a cap­pella-Stil ent­wi­ckelte sich dabei schon in sei­ner Lehr­zeit bei Arnold Men­dels­sohn und Bern­hard Sekles am Hoch’schen Kon­ser­va­to­rium in Frank­furt. So ent­hal­ten die Skiz­zen­bü­cher die­ser Stu­di­en­zeit auch drei­stim­mige Vokal­sätze über Can­tus firmi. Die hier vor­ge­leg­ten geist­li­chen Chöre (1. Chris­tus, der ist mein Leben, 2. Erhalt uns, Herr, bei dei­nem Wort, 3. Nun komm, der Hei­den Hei­land, 4. Gott des Him­mels) sind nicht nur als Kom­po­si­ti­ons­stu­dien inter­es­sant, son­dern auch als klang­volle und ein­gän­gige Chor­mu­sik, die für jeden guten Kir­chen­chor dar­stell­bar gut ist.


Ernst Pep­ping

Choralsuite Teil I

“Wir glau­ben all an einen Gott”
für vier­stim­mi­gen klei­nen und acht­stim­mi­gen gro­ßen Chor
12′ 0″

Im ers­ten Teil sei­ner Cho­ral­suite ver­tont Ernst Pep­ping das dreis­tro­phige Lied Mar­tin Luthers, das die­ser für die refor­ma­to­ri­sche deut­sche Messe als Ersatz für das latei­ni­sche Credo gedich­tet hatte. Luther schrieb katho­li­sche Aus­sa­gen um („unam sanctam catho­li­cam eccle­siam“ wird zu „die ganz Chris­ten­heit auf Erden“) und fügte eigene theo­lo­gi­sche Über­zeu­gun­gen hinzu. In sei­nem sehr kon­tra­punk­ti­schen Chor­satz ori­en­tiert sich Pep­ping am Vokal­stil des 16. und 17. Jahr­hun­derts und ver­wen­det dabei kir­chen­to­nale Modi.

 

 

Chor (+ Soli) + Klavier/Orgel

ED_6006-Hartmann[648]Karl Ama­deus Hart­mann

Friede Anno 48

nach Tex­ten von Andreas Gry­phius
für Sopran-Solo, vier­stim­mi­gen gemisch­ten Chor und Kla­vier
45’

„Die Türme stehn in Glut, die Kirch’ ist umge­keh­ret, das Rat­haus liegt im Graus, die Star­ken sind zer­haun, die Jung­fern sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun, ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durch­fäh­ret.”

Mit star­ken Far­ben malt Karl Ama­deus Hart­mann das Bild des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, die Folge des Glau­bens­kamp­fes in Europa. Das ein­zige Chor­werk des Kom­po­nis­ten basiert auf Gedich­ten von Andreas Gry­phius und endet mit einem stil­len Ruf nach Frie­den. In sei­ner Kan­tate Lamento über­ar­bei­tete Hart­mann den Stoff 1955 in der Beset­zung für Sopran und Kla­vier.


Franz Liszt / Jean Guillou

Psalm 13 — “Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen

für Tenor, gemisch­ten Chor und Orches­ter (Ver­sion mit Orgel­be­glei­tung)
25’ 00’

Der XIII. Psalm gilt als eines der groß­ar­tigs­ten und zugleich berüh­rends­ten Chor­stü­cke Liszts. Die Solo­par­tie ist ein Mus­ter­bei­spiel für innigs­ten roman­ti­schen Aus­druck und atmet reins­ten „Bel Canto“-Geist. Das Werk beinhal­tet zwei Fugen: die erste lyrisch-ver­hal­ten, die andere rhyth­misch-kraft­voll.

Die große Orches­ter­be­set­zung ver­langt dop­pel­tes Holz und vier­fa­ches Blech. Ihre orches­trale Fak­tur stellt diese Kom­po­si­tion in eine Reihe mit Liszts Sym­pho­ni­schen Dich­tun­gen oder der Dante-Sym­pho­nie.

Bei der Auf­füh­rung die­ser Kom­po­si­tion auf der Orgel kam Guillou zu der Über­zeu­gung, dass die schon ein­mal erar­bei­tete und erprobte Orgel­be­ar­bei­tung zugleich eine sinn­volle Reper­toire­er­gän­zung für jeden Kir­chen­mu­si­ker dar­stellt, der das Werk zwar gerne auf­füh­ren würde, die Kos­ten und den Auf­wand eines so gro­ßen Orches­te­rap­pa­rats jedoch scheut. Die Aus­gabe bie­tet eine gute und prak­ti­ka­ble Mög­lich­keit der Auf­füh­rung, die einen adäqua­ten Ein­druck von die­sem Meis­ter­werk ver­mit­telt.

Aus dem Vor­wort von Jean Guillou
(in der Über­set­zung von Wolf­ram Adolph)


ED_22269-Mendelssohn[648]Felix Men­dels­sohn Bar­tholdy

Verleih uns Frieden gnädiglich

für gemisch­ten Chor (SATB) und Orgel
4’

Men­dels­sohns berühmte Ver­to­nung von Mar­tin Luthers Text „Ver­leih uns Frie­den“ für Chor und Orches­ter liegt hier in einer neu erar­bei­te­ten Orgel­t­ran­skrip­tion vor. Wolf­gang Sei­fen gibt hier­mit auch klei­ne­ren Gemein­den die Mög­lich­keit, das bekannte Werk zu Gehör zu brin­gen.


Hein­rich Poos

Epistolae (Paulinische Briefe, Martin Luther)

Neu­fas­sung 2015
für gemisch­ten Chor (SSATBB) mit Soli (SSSA) und Orgel
25’

Eine als „Sin­fo­nia sacra“ bezeich­nete Refle­xion über die zen­tra­len christ­li­chen Begriffe „Glaube – Liebe – Hoff­nung“. Die Ver­to­nung von Mar­tin Luthers Text wird zum anste­hen­den Luther­jahr 2017 als Neu­be­ar­bei­tung auf­ge­legt.


 

 

Chor (+ Soli) + Ensemble/Orchester

Naji Hakim

Augsburger Symphonie (2010)

Deut­sche Messe nach Mar­tin Luther
für Soli (SMezTB), gemisch­ten Chor (SATB) und Orches­ter
55′ 0″
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Die Augs­bur­ger Sym­pho­nie ist ein Auf­trags­werk der Kir­chen­mu­sik bei St. Anna in Augs­burg und basiert auf Mar­tin Luthers lit­ur­gi­scher Musik. Der theo­lo­gi­sche und melo­di­sche Aus­druck der im Ori­gi­nal ver­wen­de­ten Texte und Melo­dien Luthers wird in zehn Sät­zen aus­ge­führt. In einer gewei­te­ten tona­len Har­mo­nik ruft meine Sym­pho­nie durch homo­phone, an die Sil­ben des Tex­tes ange­passte Musik, ergänzt von man­nig­fal­ti­gen orches­tra­len Figu­ren eine theo­lo­gi­sche Dimen­sion auf.
Naji Hakim


Paul Hin­de­mith

Dame Music

(In Praise of Music)
für Gesang (Frau­en­chor, Män­ner­chor, gemisch­ter Chor), Strei­cher und andere Instru­mente ad lib.
7’
Par­ti­tur | Chor­stimme (engl./dt.) | Ein­zel­stim­men

Dame Music ent­stand wäh­rend Hin­de­miths Auf­ent­halts in den USA, nach­dem der Wunsch nach einer ame­ri­ka­ni­schen Aus­gabe sei­ner Kom­po­si­tion Frau Musica. Musik zum Sin­gen und Spie­len auf Instru­men­ten nach einem Text von Luther, op. 45 Nr. 1 aus dem Jahr 1928 an ihn her­an­ge­tra­gen wurde. 1942 ent­stand die erfolg­rei­che ame­ri­ka­ni­sche Fas­sung Dame Music, für die Hin­de­mith auch einige Instru­men­tal­stim­men über­ar­bei­tete. Der Vokal­satz wurde unver­än­dert über­nom­men und des­sen Text ins Eng­li­sche über­setzt. Mit Erfolg: Dame Music ging inner­halb weni­ger Jahre in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten in das Reper­toire von Lai­en­mu­si­kern ein.


Paul Hin­de­mith

Frau Musica

op. 45/1 (1928)
Musik zum Sin­gen und Spie­len auf Instru­men­ten
Nach einem Text von Mar­tin Luther
für Chor (Mez­Bar) mit Flöte und Strei­chern
7’
Par­ti­tur | Chor­stimme |Ein­zel­stim­men

Diese Musik ist weder für den Kon­zert­saal noch für Künst­ler geschrie­ben. Sie will Leu­ten, die zu ihrem eige­nen Ver­gnü­gen sin­gen und musi­zie­ren oder die einem klei­nen Kreise Gleich­ge­sinn­ter vor­mu­si­zie­ren wol­len, inter­es­san­ter und neu­zeit­li­cher Übungs­stoff sein. Die­sem Zwe­cke ent­spre­chend wer­den an alle Aus­füh­ren­den keine sehr gro­ßen tech­ni­schen Anfor­de­run­gen gestellt. […] Den Ein­gangs- und Schluß­chor mögen die gesam­ten Anwe­sen­den, denen man vor Beginn der Auf­füh­rung mit Hilfe der auf eine Wand­ta­fel geschrie­be­nen Noten die betref­fen­den Stel­len ein­stu­diert hat, mit­sin­gen.
Paul Hin­de­mith


Krzy­sztof Pen­der­ecki

“Ein feste Burg ist unser Gott”

für gemisch­ten Chor, Blech­blä­ser, Schlag­zeug und Streich­or­ches­ter
5’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Krzy­sztof Pen­der­ecki zitiert nach einer fei­er­li­chen Blä­ser-Ein­lei­tung Johann Sebas­tian Bachs Schluss­cho­ral aus der Kan­tate “Ein’ feste Burg ist unser Gott”, BWV 80. Der Kom­po­nist ver­zich­tet dabei auf die Beset­zung von Holz­blä­sern zuguns­ten des strah­len­den und fest­li­chen Klangs von Blech­blä­sern in Kom­bi­na­tion mit Schlag­werk und Strei­chern. Das Werk ent­stand anläss­lich des 1200-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der pol­ni­schen Stadt Cies­zyn (Teschen) bei Kato­wice.


Enjott Schnei­der

Seligpreisungen — in memoriam Leipzig 1989

Text aus dem Mat­thäus-Evan­ge­lium, 5, 3–12 in der Über­set­zung von Mar­tin Luther
für gemisch­ten Chor, Streich­trio, Fagott und Orgel
Par­ti­turChor­par­ti­tur | Stim­men­satz

Leip­zi­ger Niko­lai­kir­che: Am 9. Okto­ber 1989 fand hier das letzte “Selig­prei­sun­gen-Frie­dens­ge­bet” und im Anschluss die fol­gen­rei­che gewalt­lose Frie­dens­de­mons­tra­tion statt. Der berühmte Film­kom­po­nist Enjott Schnei­der setzt den Leip­zi­ger Ereig­nis­sen mit der Ver­to­nung der “Selig­prei­sun­gen” aus der Berg­pre­digt ein berüh­ren­des Denk­mal.


Pēte­ris Vasks

Da pacem, Domine

nach der gre­go­ria­ni­schen Anti­phon aus dem 9. Jahr­hun­dert
für gemisch­ten Chor und Streich­or­ches­ter
18’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Pēte­ris Vasks arti­ku­liert mit einem Groß­teil sei­nes musi­ka­li­schen Schaf­fens den Wunsch nach Frie­den, so auch mit Da pacem, Domine. Die Anti­phon „Da pacem, Domine in die­bus nos­tris“ wurde seit der Nach­dich­tung durch Mar­tin Luther im Jahr 1529 viel­fach neu ver­tont. Oft kom­men­tier­ten die Werke die poli­ti­sche Situa­tion ihrer Gegen­wart („in unse­ren Zei­ten“) und hin­ter­las­sen der Nach­welt Mah­nun­gen gegen Glau­bens­spal­tung, Krieg und Ter­ror.

 

Büh­nen­werke

Alex­an­der Goehr

Behold the Sun – Die Wiedertäufer (Sehet die Sonne)

opera in three acts
160’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

In Behold the Sun the­ma­ti­siert Goehr den Auf­stand der Müns­ter­schen Täu­fer aus den 1530ern als eine Para­bel für die heu­tige Zeit: Die zuerst noch durch ehren­hafte Ideale inspi­rier­ten Anfüh­rer der Täu­fer wer­den durch Macht kor­rum­piert, ver­fal­len nach und nach dem Fana­tis­mus und opfern schließ­lich nicht nur ihr eige­nes Leben, son­dern auch das zahl­lo­ser Unschul­di­ger. Dabei wer­den sie von einer Art reli­giö­sem Kom­mu­nis­mus ange­trie­ben, der sich auf einer Inter­pre­ta­tion der Bibel ohne mora­li­schen Bezug begrün­det. In ihrer Erzäh­lung hal­ten sich Goehr und sein Co-Libret­tist John McGrath größ­ten­teils an den his­to­ri­schen Geschichts­ver­lauf und ent­fal­ten das Stück auf ver­schie­de­nen Ebe­nen: Da gibt es die Hass­ti­ra­den der Täu­fer, den Kon­flikt zwi­schen ihren bei­den Anfüh­rern, die Aus­wir­kun­gen der Krise auf die Händ­ler der Stadt, eine Fami­lie die sich immer mehr ent­zweit, und die kata­stro­pha­len Fol­gen für das Volk.


Karl Ama­deus Hart­mann

Simplicius Simplicissimus

Drei Sze­nen aus sei­ner Jugend (Neu­fas­sung 1956–1957)
95’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Karl Ama­deus Hart­manns Oper Sim­pli­cius Sim­pli­cis­si­mus basiert auf dem Roman Der aben­teu­er­li­che Sim­pli­cis­si­mus Teutsch von Hans Jakob Christof­fel von Grim­mels­hau­sen aus dem Jahr 1668/1669. Darin wer­den die grau­sa­men Ereig­nisse des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges aus der Per­spek­tive eines nai­ven Kin­des (Sim­pli­cius Sim­pli­cis­si­mus) geschil­dert.

Ange­sichts der Erfah­run­gen des ers­ten Welt­krie­ges erkannte Hart­mann in den 1930er Jah­ren die Aktua­li­tät des Stof­fes. Im jun­gen Sim­pli­cius sieht der Kom­po­nist den unhe­roi­schen Men­schen, der noch eine kom­mende Welt in sei­nem Innern trägt. Die­ser reine Tor lebt in einer Welt, die grau­sam und von Krieg geprägt ist. Und den­noch sieht Hart­mann ein gutes Ende: „Hält man der Welt den Spie­gel vor, sodass sie ihr gräss­li­ches Gesicht erkennt, wird sie sich viel­leicht noch ein­mal eines Bes­se­ren besin­nen. Trotz aller poli­ti­schen Gewit­ter­wol­ken glaube ich an eine bes­sere Zukunft: Das soll die Schluss-Apo­theose in mei­nem Sim­pli­cius aus­drü­cken.“ (Hart­mann)


Wil­fried Hil­ler

Das Salzburger Spiel vom verloren Sohn

nach wie­der­ge­fun­de­nen alten Quel­len
75’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Für Das Salz­bur­ger Spiel vom ver­lo­ren Sohn greift Hell­muth Matia­sek auf ein Fast­nachts­spiel von Bur­kard Wal­dis (1490–1556) zurück. Er stellt die­ses alt­deut­sche Mys­te­ri­en­spiel in die Zeit der Refor­ma­tion und zeigt einen jun­gen Mann in sei­nem Pro­test gegen feu­dale Herr­schaft, sei­nen Kampf für neue Ideen, sein Schei­tern. Der Augs­bur­ger Reli­gi­ons­friede von 1555 bil­det den ver­söhn­li­chen Abschluss. Über seine Musik sagt Wil­fried Hil­ler: „Die Vio­line drängte sich mir als Instru­ment des Todes auf. Ich formte alle Todes­mo­no­loge der Vor­lage in eine Melo­die für Vio­line um. Meine Musik setzt Akzente, akus­ti­sche Inter­punk­tio­nen und gibt den auf­ge­hetz­ten Bau­ern bei ihren Sprech­chö­ren den akus­ti­schen Hin­ter­grund.”


Paul Hin­de­mith

Die Harmonie der Welt

Oper in fünf Auf­zü­gen
160’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Die Oper spielt zwi­schen den Jah­ren 1608 und 1630 an ver­schie­de­nen Orten und beleuch­tet schlag­licht­ar­tig – zum Teil simul­tan – Sze­nen aus dem Leben des Astro­no­men Johan­nes Kep­ler (1571–1630), nach des­sen theo­re­ti­schem Werk „Har­mo­nices mundi“ die Oper benannt ist. Basie­rend auf aus­führ­li­chen his­to­ri­schen Stu­dien zeich­net Hin­de­mith Per­so­nen aus dem Umkreis Kep­lers, die sein wis­sen­schaft­li­ches Stre­ben mit unter­schied­li­chen Ambi­tio­nen beglei­ten.

Die Oper ist das Resul­tat von Hin­de­miths lang­jäh­ri­ger Beschäf­ti­gung mit Prin­zi­pien des tönen­den Kos­mos. Basie­rend auf Stu­dien anti­ker und mit­tel­al­ter­li­cher Musik­theo­re­ti­ker, sucht er die Ord­nung hin­ter den einem Wan­del unter­zo­ge­nen viel­fäl­ti­gen Erschei­nun­gen zu erken­nen. Für ihn basiert das sich Ver­än­dernde auf einem zu erken­nen­den Urgrund, der von der zahl­haft geord­ne­ten Musik ver­sinn­bild­licht wird. Diese zahl­hafte Grund­ord­nung alles Sei­en­den ist für Hin­de­mith natur­ge­ge­ben und ent­zieht sich somit jeg­li­cher Ver­än­de­rung oder Ent­wick­lung.


Paul Hin­de­mith

Mathis der Maler

Oper in sie­ben Bil­dern
180’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Zunächst hatte Hin­de­mith mit Skep­sis auf den Vor­schlag sei­nes Ver­le­gers reagiert, die Lebens­ge­schichte des Malers Mathis Gothart Nit­hart (um 1480–1528), bekannt unter dem Namen Mat­thias Grü­ne­wald, in einer Oper zu ver­ar­bei­ten. Doch dann ver­wob er in sei­nem Libretto kunst­voll die Bio­gra­fie des Künst­lers mit den sozia­len und reli­giö­sen Kämp­fen zur Zeit der Bau­ern­kriege. Das Rin­gen der Figur Mathis um Auto­no­mie des Künst­lers in einer bri­san­ten Gegen­wart ist oft als Aus­druck von Hin­de­miths eige­ner Situa­tion im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land inter­pre­tiert wor­den.

Mathis der Maler ist das pro­mi­nen­teste Doku­ment eines sti­lis­ti­schen Wan­dels, der sich seit 1930 mit homo­ge­ne­ren, stär­ker strei­cher­do­mi­nier­ten Klang­far­ben, einer deut­li­cher tona­len Aus­rich­tung sowie kla­ren for­ma­len Struk­tu­ren ange­deu­tet hatte.


Guus Pon­sio­nen

Das Geheimnis des schwarzen Giftes

Ein Musi­cal zwi­schen Buch­druck und Bau­ern­krieg
120’
Auf­füh­rungs­ma­te­rial leih­weise

Das Musi­cal spielt im Jahr 1525 zur Zeit der deut­schen Bau­ern­kriege. Die junge Bau­ers­toch­ter Hanna schützt mit Hilfe des fah­ren­den Scho­la­ren Jon ihre Freun­din Ruth vor den Nach­stel­lun­gen des Gra­fen und ver­steckt Jon anschlie­ßend vor sei­nen Häschern. Als Gegen­leis­tung dafür for­dert Hanna von Jon, dass er ihr Schrei­ben und Lesen bei­bringt, obwohl das Lesen für Mäd­chen in die­ser Zeit ver­bo­ten ist. Als Hanna von Bau­ern­auf­stän­den in ihrer Umge­bung hört, beschließt sie, auch die Bau­ern ihres Dor­fes zum Wider­stand gegen die Obrig­keit auf­zu­ru­fen – lei­der ohne Erfolg, denn kei­ner der Bau­ern will mit­ma­chen. Nach und nach jedoch schlie­ßen sich ihre Freun­din­nen ihr an. Gemein­sam bauen sie eine Druck­werk­statt und dru­cken Flug­blät­ter, in denen sie die Miss­stände anpran­gern. Die „schwarze Kunst“ Guten­bergs hilft ihnen schließ­lich, die Dorf­be­woh­ner zu mobi­li­sie­ren: Es kommt zur Kon­fron­ta­tion zwi­schen Kir­che, Land­adel und den pro­tes­tie­ren­den Land­leu­ten. Das Geheim­nis des schwar­zen Gif­tes ist mit sei­nen vie­len schö­nen Rol­len und der ein­gän­gi­gen Musik von Guus Pon­sioen eine loh­nende Her­aus­for­de­rung für Schul-Musi­cal- AGs und eröff­net Kin­dern und Jugend­li­chen aller Alters­stu­fen span­nende Ein­bli­cke in das All­tags­le­ben im 16. Jahr­hun­dert.

 

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