Schott Music

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14. April 2015

Schott Music dreifach ausgezeichnet

 

Deutscher Musikeditionspreis 2015

Am 17. April verleiht der Deutsche Musikverleger-Verband e.V. (DMV) auf der Internationalen Musikmesse in Frankfurt den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“. Auf der nmz-Kulturbühne in Halle 3.1 des Messegeländes werden zehn Produktionen ausgezeichnet. Schott Music wird in diesem Jahr dreifach prämiert. Der DMV würdigt mit dem Deutschen Musikeditionspreis seit 1991 die editorische Leistung der Musikverleger.

Unsere Preisträger

Georg Kreisler: „Lieder und Chansons“ Band 1 und 2

Begründung der Jury:

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Lieder und Chansons
Lieder und Chansons
Lieder und Chansons
Lieder und Chansons
Bis heute sind die Chansons und Kabarettlieder des österreichisch-jüdisch-amerikanischen Bühnenkünstlers Georg Kreisler (1922-2011) so bekannt, dass jeder ihre Melodie nachpfeifen kann und ihren schwarzen Humor parat hat: von „Tauben vergiften im Park“ über „Zwei alte Tanten tanzen Tango“ bis zum „Musikkritiker“. Es sind Songs, deren Vortrag vor allem von Kreislers bellendem Stimmorgan, seiner bissiger Art und seinem fadenscheinigen Lächeln lebten ‒ und doch genügend Raum für Neuinterpretation geben. Nur hat man zu Kreislers Lebzeiten vergeblich nach verlässlichen Ausgaben gesucht. Erst jetzt hat sich der Musiker und Sänger Thomas A. Schneider die Mühe gemacht, Kreislers Lieder nach Tonmitschnitten des Autors zu transkribieren und im Einverständnis mit Kreislers Witwe Barbara Peters zu veröffentlichen. Dabei hat sich Schneider im Sinne einer „praktischen“ Ausgabe für jeweils eine Variante entschieden und überlässt es dem heutigen Interpreten, im Sinne von Kreisler zu extemporieren oder Eigenes beizusteuern. Ein wunderbares, technisch mittelschweres Kompendium des Wiener Humors und der bissigen Nachkriegslyrik ist so entstanden, bei dem man sich nur fragt, warum es erst jetzt erscheint.

 

Birgit Baude/Barbara Hintermeier: „Senioren musizieren: Blockflöte“

Begründung der Jury:

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Senioren musizieren: Blockflöte
Senioren musizieren: Blockflöte
Das erste Buch dieser neuen Lehrbuchreihe ist ein erster wichtiger Schritt in eine neue Art von Unterrichtsmaterialien. Mit diesem Heft werden Menschen ab etwa 70 Jahren angesprochen. Diese Altersgruppe wird für den Musikunterricht zukünftig sehr wichtig sein. Der Notensatz ist etwas größer als in anderen Büchern und auf einem matten Papier gedruckt. Beides ist für ältere Menschen, die teilweise Sehprobleme haben, von großer Bedeutung. Außerdem ist der didaktische Aufbau sehr gut gelungen. Das Ganze wird abgerundet durch ein Klavierbegleitheft und einer CD, so dass das gemeinsame Musizieren von Anfang an möglich ist. Es wäre wünschenswert, dass nun auch andere Instrumente folgen.

 

Heribert Henrich: „Bernd Alois Zimmermann – Werkverzeichnis“

Begründung der Jury:

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Bernd Alois Zimmermann Werkverzeichnis
Bernd Alois Zimmermann Werkverzeichnis
Unter den Avantgarde-Komponisten nach 1945 galt Bernd Alois Zimmermann lange als sperriger, überdies katholisch geprägter Außenseiter, der die musikalische Tradition offensiv in sein Werk einbezog und sein Geld vorwiegend mit „Gebrauchsmusik“ für den Rundfunk verdiente. Mittlerweile hat man den 1918 geborenen Universalmusiker als einen der wichtigsten und künstlerisch dringlichsten Komponisten nach dem Zweiten Weltkrieg erkannt; Werke wie die Oper „Die Soldaten“ oder das „Requiem für einen jungen Dichter“ sind nicht nur kühne Entwürfe neuer Formen und Mittel, sondern auch eindrückliche Formulierungen der Traumata des 20. Jahrhunderts. Doch erst knapp zwei Jahrzehnte nach Zimmermanns Freitod im Jahr 1970 kam es durch den Einsatz der Musikwissenschaftlers Klaus Ebbeke zur Gründung des Zimmermann-Archiv an der Berliner Akademie der Künste, seither die wichtigste Forschungsstelle für den Komponisten. Nach Ebbekes frühem Tod hat Heribert Henrich in mehr als zwei Jahrzehnten auf 1326 Seiten das erste umfassende Werkverzeichnis für einen Komponisten nach 1945 erstellt, das an Detailfülle und philologischer Genauigkeit seinesgleichen sucht. Berücksichtigt sind alle Werkgruppen bis hin zum Arrangement, Querverweise, Briefe und Kommentare ergänzen den Quellenapparat. Die Druckanordnung ist trotz der enormen Datenmengen luftig, der Text leserlich gehalten ‒ eine Großtat, nicht nur für Zimmermann-Verehrer.

 

(14.04.2015)