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Attalea princeps

Attalea princeps

Konzert für Violine und Orchester

nach einer Erzählung von Vsevolod Garshin


  • Besetzung: Violine und Orchester
  • Ausgabe: Aufführungsmaterial

 
Beschreibung
Das Violinkonzert Attalea princeps schrieb Victor Ekimovsky nach der Lektüre der gleichnamigen Erzählung von Wsewolod Garschin (1855–1888), eines Schriftstellers, der nur 33 Jahre alt wurde, aber dennoch deutliche Spuren in der russischen Literaturgeschichte hinterlassen hat. Die Erzählungen Garschins sind, was Aufbau und Handlung betrifft, einfach, in der Darstellung extremer menschlicher Gefühle jedoch ungewöhnlich. In ihnen herrschen Verzweiflung und Mutlosigkeit, Gereiztheit und Labilität, vergebliches Bemühen, den Teufelskreis der Probleme zu durchbrechen – Züge seiner eigenen kranken Psyche. In Attalea princeps (1879) hat Garschin sein Empfinden von Ausweglosigkeit in einer brutalen Umwelt symbolisch formuliert:

„Im botanischen Garten einer großen Stadt lebten in einer Orangerie Pflanzen aus warmen Ländern. Sie fühlten sich in dem engen, stickigen Gewächshaus eingesperrt. Unter ihnen befand sich eine besonders schöne und hohe Palme mit dem lateinischen Namen ,Attalea princeps’. Sie erhob sich über alle Pflanzen und sehnte sich mehr als alle anderen nach dem blauen Himmel, der sich hinter dem Glasdach verbarg, das sie schon fast erreicht hatte. Da entschloss sich die Palme so groß zu werden, dass sie das Glasdach sprengen und hinaus in die Freiheit gelangen könnte. ‚Ich möchte den Himmel und die Sonne sehen, und ich werde sie sehen!’ Mit aller Macht begann die Palme zu wachsen. Als sie endlich das Dach des Treibhauses durchbrach, richtete sie sich stolz auf … doch anstelle der hellen brasilianischen Sonne und einer üppigen Vegetation erblickte sie nur schmutzig-graue Wolken am Himmel, eine armselige Natur und die verdrießlichen Blicke der herbstlich entlaubten Bäume; feiner Schneeregen und kalter Wind ließen sie erschaudern. Alles war zu Ende – die einst prächtige Palme wurde an der Wurzel abgesägt und zum Abfall geworfen …“

Ekimovskys Musik zu diesem romantischen Sujet bezieht den Zuhörer mit ein: Er soll beim Hören der Musik den vollständigen Text der Erzählung mitlesen. Wachstum ist die Kompositionsidee. Sich in mehreren Anläufen auftürmende Wellen erzeugen ein geradezu körperliches Gefühl des Wachsens. Über den gleichmäßigen „Schicksalsschlägen“ von Trommel und Tom-tom bewegt sich die Musik unablässig auf einen großartigen Tutti-Höhepunkt zu. Anders als in den Sinfonischen Tänzen soll sich hier der Solist gegen das Orchester durchsetzen. Lediglich drei kleine Pausen geben ihm die Möglichkeit sich zu erholen, danach muss er weiter „wachsen“. Kurz vor der Kulmination greift der Solist zu einer elektrischen Geige, deren durchdringender Klang „sich drohend über der Orchestermasse zusammenballt“: Die Freiheit liebende Palme durchbricht das Dach der Orangerie und geht zugrunde. Die Bewegung bricht ab, der Schicksalsrhythmus hört auf, die Orchestermasse schmilzt, und die einsame Stimme der Geige verliert sich im Raum …

Valeria Zenowa
Details
Kompositionsjahr: 2000
Opus: Komposition 82
Orchesterbesetzung: 3 (3. auch Picc.) · 2 · Engl. Hr. · 2 · Bassklar. · 2 · Kfg. - 3 · 4 · 3 · 1 - 3 P. S. (Tr. · Legno · Tamb. · Legno cop. · 3 Tomt. · 3 hg. Beck. · Tamt.) (5 Spieler) - Str.
Spieldauer: 16'0"
Verlag: M.P. Belaieff Musikverlag
Lieferrechte: weltweit
Hörbeispiele
Hörbeispiel
Das Violinkonzert Attalea princeps schrieb Victor Ekimovsky nach der Lektüre der gleichnamigen Erzählung von Wsewolod Garschin (1855–1888), eines Schriftstellers, der nur 33 Jahre alt wurde, aber dennoch deutliche Spuren in der russischen Literaturgeschichte hinterlassen hat. Die Erzählungen Garschins sind, was Aufbau und Handlung betrifft, einfach, in der Darstellung extremer menschlicher Gefühle jedoch ungewöhnlich. In ihnen herrschen Verzweiflung und Mutlosigkeit, Gereiztheit und Labilität, vergebliches Bemühen, den Teufelskreis der Probleme zu durchbrechen – Züge seiner eigenen kranken Psyche. In Attalea princeps (1879) hat Garschin sein Empfinden von Ausweglosigkeit in einer brutalen Umwelt symbolisch formuliert:

„Im botanischen Garten einer großen Stadt lebten in einer Orangerie Pflanzen aus warmen Ländern. Sie fühlten sich in dem engen, stickigen Gewächshaus eingesperrt. Unter ihnen befand sich eine besonders schöne und hohe Palme mit dem lateinischen Namen ,Attalea princeps’. Sie erhob sich über alle Pflanzen und sehnte sich mehr als alle anderen nach dem blauen Himmel, der sich hinter dem Glasdach verbarg, das sie schon fast erreicht hatte. Da entschloss sich die Palme so groß zu werden, dass sie das Glasdach sprengen und hinaus in die Freiheit gelangen könnte. ‚Ich möchte den Himmel und die Sonne sehen, und ich werde sie sehen!’ Mit aller Macht begann die Palme zu wachsen. Als sie endlich das Dach des Treibhauses durchbrach, richtete sie sich stolz auf … doch anstelle der hellen brasilianischen Sonne und einer üppigen Vegetation erblickte sie nur schmutzig-graue Wolken am Himmel, eine armselige Natur und die verdrießlichen Blicke der herbstlich entlaubten Bäume; feiner Schneeregen und kalter Wind ließen sie erschaudern. Alles war zu Ende – die einst prächtige Palme wurde an der Wurzel abgesägt und zum Abfall geworfen …“

Ekimovskys Musik zu diesem romantischen Sujet bezieht den Zuhörer mit ein: Er soll beim Hören der Musik den vollständigen Text der Erzählung mitlesen. Wachstum ist die Kompositionsidee. Sich in mehreren Anläufen auftürmende Wellen erzeugen ein geradezu körperliches Gefühl des Wachsens. Über den gleichmäßigen „Schicksalsschlägen“ von Trommel und Tom-tom bewegt sich die Musik unablässig auf einen großartigen Tutti-Höhepunkt zu. Anders als in den Sinfonischen Tänzen soll sich hier der Solist gegen das Orchester durchsetzen. Lediglich drei kleine Pausen geben ihm die Möglichkeit sich zu erholen, danach muss er weiter „wachsen“. Kurz vor der Kulmination greift der Solist zu einer elektrischen Geige, deren durchdringender Klang „sich drohend über der Orchestermasse zusammenballt“: Die Freiheit liebende Palme durchbricht das Dach der Orangerie und geht zugrunde. Die Bewegung bricht ab, der Schicksalsrhythmus hört auf, die Orchestermasse schmilzt, und die einsame Stimme der Geige verliert sich im Raum …

Valeria Zenowa
Kompositionsjahr: 2000
Opus: Komposition 82
Orchesterbesetzung: 3 (3. auch Picc.) · 2 · Engl. Hr. · 2 · Bassklar. · 2 · Kfg. - 3 · 4 · 3 · 1 - 3 P. S. (Tr. · Legno · Tamb. · Legno cop. · 3 Tomt. · 3 hg. Beck. · Tamt.) (5 Spieler) - Str.
Spieldauer: 16'0"
Verlag: M.P. Belaieff Musikverlag
Lieferrechte: weltweit
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