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Erwin  Schulhoff

Geboren: 8. Juni 1894
Gestorben: 18. August 1942
Herkunftsland: Tschechische Republik
Upcoming :
Dirigent: Jan Polívka
Orchester: MainKammerOrchester
2018-10-21 | Frankfurt/Main (Deutschland), Dr. Hoch’s Konservatorium
2018-10-24 | Canterbury (United Kingdom), St Gregory\'s Centre for Music — 13.10

Die Kunst an sich ist der Ausdruck gesteigerter menschlicher Sehnsucht, das Kunstwerk als solches die Explosion eines gesteigerten Empfindens. Absolute Kunst ist Revolution. (Erwin Schulhoff)

Erwin Schulhoff wurde am 8. Juni 1894 in Prag geboren. Durch eine Empfehlung von Antonín Dvořák wurde er bereits als Zehnjähriger in die Klavierklasse des Prager Konservatoriums aufgenommen. Im Jahr 1906 setzte er seine Studien in Wien (bei Willy Thern), 1908 in Leipzig (Klavier bei Robert Teichmüller, Musiktheorie bei Stephan Krehl, Komposition bei Max Reger) und 1911 in Köln (Lazzaro Uzielli, Carl Friedberg, Franz Bölsche, Ewald Sträßer, Fritz Steinbach) fort. Nach den Kriegsjahren in der Österreichischen Armee lebte er bis 1924 in Deutschland. Hier interessierte er sich vor allem für die radikalen Richtungen der Avantgarde, für Dadaismus und Jazz, wurde aber auch von Impressionismus, Expressionismus und Neoklassizismus beeinflusst. Mit Alban Berg entwickelte sich ein reger Briefwechsel. Der brillante Pianist Schulhoff galt als Spezialist für die Vierteltonmusik von Alois Hába. Zurück in Prag wurde Schulhoff als Nachfolger von Max Brod Musikreferent beim Prager Abendblatt. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung und seiner Hinwendung zum Kommunismus (u.a. vertonte er das Kommunistische Manifest) konnte er nach 1933 seine Karriere im faschistischen Deutschland nicht fortsetzen. Die für Berlin geplante Erstaufführung der Oper Flammen wurde verhindert. In den 1930er Jahren vollzog Schulhoff eine künstlerische Wende: An die Stelle eines sinfonischen Jazz traten Sinfonien im Stil des sozialistischen Realismus. In scharfem Kontrast dazu stand seine Tätigkeit als Jazzpianist für die Abteilung des Prager Rundfunks in Ostrava. Nachdem Schulhoff 1941 die Sowjetische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, galt er durch die deutsche Kriegserklärung an die Sowjetunion plötzlich als Bürger eines Feindstaates. Am 23. Juni 1941 wurde er in Prag interniert und schließlich in das Konzentrationslager Wülzburg bei Weißenburg in Bayern deportiert, wo er am 18. August 1942 an Tuberkulose starb.

Mit der Einspielung von Kammermusikwerken Schulhoffs durch Gidon Kremer 1988 begann die breite Wiederentdeckung des Prager Komponisten. Werke wie die 5 Stücke (1923), das Divertimento für Streichquartett (1914) und verschiedene Sonaten in unterschiedlichen Besetzungen zeigen Schulhoffs außergewöhnliche Vorstellungskraft für die Klangcharakteristika einzelner Instrumente. Gerade in den kleinbesetzten Werken ist die Begeisterung des Komponisten für Formen der Groteske, der Satire und des Dadaismus zu hören. In Die Wolkenpumpe für Bariton, vier Blasinstrumente und Schlagzeug (1922) vertont Schulhoff Texte des Dada-Lyrikers Hans Arp. Den drei Vortragsstücken Bassnachtigall für Kontrafagott aus dem Jahr 1922 hat der Komponist selbst einen Text in der provozierenden Form hinzugefügt, wie sie in den berüchtigten Dada-Radau-Konzerten üblich war: „Der göttliche Funke kann wie in einer Leberwurst auch in einem Kontrafagott vorhanden sein“.

Schulhoff gehörte zu den Komponisten, die als erste das Potential der durch den Jazz beeinflussten Tanzmusikformen für die ernste Musik erkannten. Werke wie das Jazz-Oratorium H.M.S. Royal Oaks (1930), die Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier (1930) und die Tanzgroteske Die Mondsüchtige (1925), die mit den zu ihrer Entstehungszeit provokativen Satzbezeichnungen Ragtime, Tango, Shimmy und Jazz aufwartet, gehören heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten. In seiner Oper Flammen (1929/32) zeigt sich Schulhoff als ernster Komponist der großen Form. In einer Mozart-Hommage ganz anderer Art wird – nach dem deutschen Libretto von Max Brod – Don Juan zu einem Getriebenen seiner eigenen Sehnsüchte: Mann und Frau, Leben und Tod, Hoffnung und Resignation sind die Pole, zwischen denen sich auch die musikalische Struktur entwickelt.

Aufgrund seiner exzellenten Studienleistungen erhielt Schulhoff 1913 den Wüllner-Preis. Außerdem gewann er zweimal den Felix-Mendelssohn-Preis: als Pianist 1913, als Komponist 1918.

Dirigent: Jan Polívka
Orchester: MainKammerOrchester
2018-10-21 | Frankfurt/Main (Deutschland), Dr. Hoch’s Konservatorium
2018-10-24 | Canterbury (United Kingdom), St Gregory\'s Centre for Music — 13.10
Dirigent: Vladimir Jurowski
Orchester: London Philharmonic Orchestra
2018-11-07 | London (United Kingdom), Royal Festival Hall — 19:30
Dirigent: Vladimir Jurowski
Orchester: London Philharmonic Orchestra
2018-11-07 | London (United Kingdom), Royal Festival Hall — 19:30
Dirigent: Glyn Oxley
Orchester: Gloucestershire Symphony Orchestra
2018-11-18 | Cheltenham (United Kingdom), Pittville Pump Room — 19.30
2019-05-12 | München (Deutschland), Künstlerhaus, Festsaal — 11:00
2019-06-08 | Berlin (Deutschland), Pierre Boulez Saal

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  1. 10 Klavierstücke

    10 Klavierstücke

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 30
    Besetzung: Klavier
    Bestell-Nr.: ED 8818
    7,99 €  *
  2. Susi

    Susi

    Fox-Song
    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Klavier solo oder für ein Melodie-Instrument (C, B, Es) und Klavier
    Ausgabe: Partitur und Stimmen, in C, B, Es
    Bestell-Nr.: ED 8930 Q3120
    7,99 €  *
  3. Bassnachtigall

    Bassnachtigall

    3 Vortragsstücke
    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 38
    Besetzung: Kontrafagott
    Bestell-Nr.: FAG 22 Q4711
    9,99 €  *
  4. Divertimento

    Divertimento

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 14 / WV 32
    Besetzung: Streichquartett
    Ausgabe: Partitur und Stimmen
    Bestell-Nr.: P 5029 Q5365
    41,99 €  *
  5. Suite

    Suite

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Violine und Klavier
    Bestell-Nr.: P 5034 Q5761
    21,99 €  *
  6. 5 Stücke für Streichquartett

    5 Stücke für Streichquartett

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Streichquartett
    Ausgabe: Partitur und Stimmen
    Bestell-Nr.: ED 20064 Q6390
    38,99 €  *
  7. Streichquartett G-Dur

    Streichquartett G-Dur

    für zwei Geigen, eine Bratsche und ein Violoncello
    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 25 / WV 43
    Besetzung: Streichquartett
    Ausgabe: Partitur und Stimmen
    Bestell-Nr.: P 5065 Q6537
    42,99 €  *
  8. Sonate

    Sonate

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Violoncello und Klavier
    Bestell-Nr.: CB 151 Q951
    18,99 €  *
  9. Divertissement

    Divertissement

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Oboe, Klarinette und Fagott
    Ausgabe: Partitur
    Bestell-Nr.: ED 7736
    15,99 €  *
  10. Divertissement

    Divertissement

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Oboe, Klarinette und Fagott
    Ausgabe: Stimmensatz
    Bestell-Nr.: ED 7737 Q2992
    18,99 €  *

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Profil

Die Kunst an sich ist der Ausdruck gesteigerter menschlicher Sehnsucht, das Kunstwerk als solches die Explosion eines gesteigerten Empfindens. Absolute Kunst ist Revolution. (Erwin Schulhoff)

Erwin Schulhoff wurde am 8. Juni 1894 in Prag geboren. Durch eine Empfehlung von Antonín Dvořák wurde er bereits als Zehnjähriger in die Klavierklasse des Prager Konservatoriums aufgenommen. Im Jahr 1906 setzte er seine Studien in Wien (bei Willy Thern), 1908 in Leipzig (Klavier bei Robert Teichmüller, Musiktheorie bei Stephan Krehl, Komposition bei Max Reger) und 1911 in Köln (Lazzaro Uzielli, Carl Friedberg, Franz Bölsche, Ewald Sträßer, Fritz Steinbach) fort. Nach den Kriegsjahren in der Österreichischen Armee lebte er bis 1924 in Deutschland. Hier interessierte er sich vor allem für die radikalen Richtungen der Avantgarde, für Dadaismus und Jazz, wurde aber auch von Impressionismus, Expressionismus und Neoklassizismus beeinflusst. Mit Alban Berg entwickelte sich ein reger Briefwechsel. Der brillante Pianist Schulhoff galt als Spezialist für die Vierteltonmusik von Alois Hába. Zurück in Prag wurde Schulhoff als Nachfolger von Max Brod Musikreferent beim Prager Abendblatt. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung und seiner Hinwendung zum Kommunismus (u.a. vertonte er das Kommunistische Manifest) konnte er nach 1933 seine Karriere im faschistischen Deutschland nicht fortsetzen. Die für Berlin geplante Erstaufführung der Oper Flammen wurde verhindert. In den 1930er Jahren vollzog Schulhoff eine künstlerische Wende: An die Stelle eines sinfonischen Jazz traten Sinfonien im Stil des sozialistischen Realismus. In scharfem Kontrast dazu stand seine Tätigkeit als Jazzpianist für die Abteilung des Prager Rundfunks in Ostrava. Nachdem Schulhoff 1941 die Sowjetische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, galt er durch die deutsche Kriegserklärung an die Sowjetunion plötzlich als Bürger eines Feindstaates. Am 23. Juni 1941 wurde er in Prag interniert und schließlich in das Konzentrationslager Wülzburg bei Weißenburg in Bayern deportiert, wo er am 18. August 1942 an Tuberkulose starb.

Mit der Einspielung von Kammermusikwerken Schulhoffs durch Gidon Kremer 1988 begann die breite Wiederentdeckung des Prager Komponisten. Werke wie die 5 Stücke (1923), das Divertimento für Streichquartett (1914) und verschiedene Sonaten in unterschiedlichen Besetzungen zeigen Schulhoffs außergewöhnliche Vorstellungskraft für die Klangcharakteristika einzelner Instrumente. Gerade in den kleinbesetzten Werken ist die Begeisterung des Komponisten für Formen der Groteske, der Satire und des Dadaismus zu hören. In Die Wolkenpumpe für Bariton, vier Blasinstrumente und Schlagzeug (1922) vertont Schulhoff Texte des Dada-Lyrikers Hans Arp. Den drei Vortragsstücken Bassnachtigall für Kontrafagott aus dem Jahr 1922 hat der Komponist selbst einen Text in der provozierenden Form hinzugefügt, wie sie in den berüchtigten Dada-Radau-Konzerten üblich war: „Der göttliche Funke kann wie in einer Leberwurst auch in einem Kontrafagott vorhanden sein“.

Schulhoff gehörte zu den Komponisten, die als erste das Potential der durch den Jazz beeinflussten Tanzmusikformen für die ernste Musik erkannten. Werke wie das Jazz-Oratorium H.M.S. Royal Oaks (1930), die Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier (1930) und die Tanzgroteske Die Mondsüchtige (1925), die mit den zu ihrer Entstehungszeit provokativen Satzbezeichnungen Ragtime, Tango, Shimmy und Jazz aufwartet, gehören heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten. In seiner Oper Flammen (1929/32) zeigt sich Schulhoff als ernster Komponist der großen Form. In einer Mozart-Hommage ganz anderer Art wird – nach dem deutschen Libretto von Max Brod – Don Juan zu einem Getriebenen seiner eigenen Sehnsüchte: Mann und Frau, Leben und Tod, Hoffnung und Resignation sind die Pole, zwischen denen sich auch die musikalische Struktur entwickelt.

Aufgrund seiner exzellenten Studienleistungen erhielt Schulhoff 1913 den Wüllner-Preis. Außerdem gewann er zweimal den Felix-Mendelssohn-Preis: als Pianist 1913, als Komponist 1918.

Werke
Aufführungen
Dirigent: Jan Polívka
Orchester: MainKammerOrchester
2018-10-21 | Frankfurt/Main (Deutschland), Dr. Hoch’s Konservatorium
2018-10-24 | Canterbury (United Kingdom), St Gregory\'s Centre for Music — 13.10
Dirigent: Vladimir Jurowski
Orchester: London Philharmonic Orchestra
2018-11-07 | London (United Kingdom), Royal Festival Hall — 19:30
Dirigent: Vladimir Jurowski
Orchester: London Philharmonic Orchestra
2018-11-07 | London (United Kingdom), Royal Festival Hall — 19:30
Dirigent: Glyn Oxley
Orchester: Gloucestershire Symphony Orchestra
2018-11-18 | Cheltenham (United Kingdom), Pittville Pump Room — 19.30
2019-05-12 | München (Deutschland), Künstlerhaus, Festsaal — 11:00
2019-06-08 | Berlin (Deutschland), Pierre Boulez Saal
Produkte

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  1. 10 Klavierstücke

    10 Klavierstücke

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 30
    Besetzung: Klavier
    Bestell-Nr.: ED 8818
    7,99 €  *
  2. Susi

    Susi

    Fox-Song
    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Klavier solo oder für ein Melodie-Instrument (C, B, Es) und Klavier
    Ausgabe: Partitur und Stimmen, in C, B, Es
    Bestell-Nr.: ED 8930 Q3120
    7,99 €  *
  3. Bassnachtigall

    Bassnachtigall

    3 Vortragsstücke
    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 38
    Besetzung: Kontrafagott
    Bestell-Nr.: FAG 22 Q4711
    9,99 €  *
  4. Divertimento

    Divertimento

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 14 / WV 32
    Besetzung: Streichquartett
    Ausgabe: Partitur und Stimmen
    Bestell-Nr.: P 5029 Q5365
    41,99 €  *
  5. Suite

    Suite

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Violine und Klavier
    Bestell-Nr.: P 5034 Q5761
    21,99 €  *
  6. 5 Stücke für Streichquartett

    5 Stücke für Streichquartett

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    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Streichquartett
    Ausgabe: Partitur und Stimmen
    Bestell-Nr.: ED 20064 Q6390
    38,99 €  *
  7. Streichquartett G-Dur

    Streichquartett G-Dur

    für zwei Geigen, eine Bratsche und ein Violoncello
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    Komponist: Schulhoff, Erwin
    op. 25 / WV 43
    Besetzung: Streichquartett
    Ausgabe: Partitur und Stimmen
    Bestell-Nr.: P 5065 Q6537
    42,99 €  *
  8. Sonate

    Sonate

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    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Violoncello und Klavier
    Bestell-Nr.: CB 151 Q951
    18,99 €  *
  9. Divertissement

    Divertissement

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Oboe, Klarinette und Fagott
    Ausgabe: Partitur
    Bestell-Nr.: ED 7736
    15,99 €  *
  10. Divertissement

    Divertissement

    Download Ausgabe
    Komponist: Schulhoff, Erwin
    Besetzung: Oboe, Klarinette und Fagott
    Ausgabe: Stimmensatz
    Bestell-Nr.: ED 7737 Q2992
    18,99 €  *

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