Schott Music

Skip to Main Content »

Jörg  Widmann

Geboren: 19.06.1973
Herkunftsland: Deutschland
Upcoming :
Dirigent: John Axelrod
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2017-02-23 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: John Axelrod
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2017-02-24 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza

Wer der Musik Jörg Widmanns zum ersten Mal begegnet, ist von ihrer Unmittelbarkeit und Intensität überrascht. Die Musik stürzt nicht selten wie ein Katarakt auf den Hörer ein, sie ist maßlos in ihrer überschäumenden Virtuosität oder in ihrer unendlichen Traurigkeit. (Markus Fein)

Jörg Widmann wurde am 19. Juni 1973 in München geboren. Er absolvierte ein Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke, später bei Charles Neidich an der Juilliard School in New York (1994-1995). Zusätzlich begann er im Alter von elf Jahren, Kompositionsunterricht bei Kay Westermann zu nehmen. Im Anschluss setzte er seine Studien bei Wilfried Hiller und Hans Werner Henze (1994-1996) sowie bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Karlsruhe (1997-1999) fort. Als Klarinettist gilt Widmanns große Passion der Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Daniel Barenboim, Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Kim Kashkashian und Hélène Grimaud. Aber auch als Solist in Orchesterkonzerten feiert er im In- und Ausland regelmäßig Erfolge. Kompositionskollegen widmeten Widmann mehrere Werke: 1999 brachte er im Rahmen der musica viva-Konzerte die "Musik für Klarinette und Orchester" von Wolfgang Rihm zur Uraufführung; 2006 spielte er mit dem WDR Sinfonieorchester "Cantus" von Aribert Reimann, 2009 beim Lucerne Festival die Uraufführung von Heinz Holligers "Rechant". Von 2001 bis 2015 war Jörg Widmann Professor für Klarinette an der Freiburger Hochschule für Musik und ab 2009 erhielt er hier eine zusätzliche Professur für Komposition.

Im Zentrum seines Kammermusikschaffens stehen die Streichquartette: das I. Streichquartett (1997), gefolgt vom Choralquartett (2003/2006) und dem 2003 durch das Arditti Quartett uraufgeführten Jagdquartett. 2005 wurde die Werkreihe mit dem IV. Streichquartett (uraufgeführt durch das Vogler Quartett) und dem fünften Streichquartett mit Sopran Versuch über die Fuge, (uraufgeführt von Juliane Banse und dem Artemis Quartett) komplettiert. Die fünf Streichquartette sind als großer Zyklus gedacht, jedes einzelne spürt auf neue Weise einer traditionellen Satzform nach.

Für großes Orchester hat Widmann eine Trilogie über die Transformation vokaler Formen auf instrumentale Besetzungen komponiert. Sie besteht aus den Werken Lied (2003/2007), Chor (2004) und Messe (2005). Eine weitere Trilogie bilden die Stücke Labyrinth (2005), Zweites Labyrinth (2006) und Drittes Labyrinth (2013/2014). Alle drei beziehen sich auf die mit dem Labyrinth assoziierten Erfahrungen von Raumwahrnehmung und der Suche nach Orientierung. 2007 hoben Christian Tetzlaff und die Junge Deutsche Philharmonie Widmanns Violinkonzert aus der Taufe. Im selben Jahr wurde Armonica für Orchester von Pierre Boulez und den Wiener Philharmonikern uraufgeführt: Unter Verwendung der sphärischen Klangfarben einer Glasharmonika lässt Widmann das Orchester zu einem homogen atmenden Ton- und Geräuschkörper heranwachsen. Als Hommage an Beethoven folgte Con brio, uraufgeführt durch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons. In seinem Flötenkonzert Flûte en suite stellt Widmann der virtuosen Flötenstimme in acht Suitensätzen spielerisch jeweils eine Orchestergruppe entgegen. Franz Welser-Möst leitete 2011 die Uraufführung mit dem Solisten Joshua Smith und dem Cleveland Orchestra. Für den Pianisten Yefim Bronfman schrieb Widmann das Klavierkonzert Trauermarsch. Es wurde im Dezember 2014 mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Simon Rattle uraufgeführt. Im Viola Concerto, das im November 2015 vom Orchestre de Paris und dem Solisten Antoine Tamestit aus der Taufe gehoben wurde, lotet Widmann die vielfältigen Klangmöglichkeiten des Instruments auf einzigartige Weise aus.

Drei Musiktheaterprojekte weisen Widmann als außergewöhnlichen Bühnenkomponisten aus: Die Oper Das Gesicht im Spiegel wurde von der Zeitschrift Opernwelt zur bedeutendsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt. Am Anfang (2009) ist das Ergebnis einer in dieser Art einmaligen Zusammenarbeit zwischen einem bildenden Künstler und einem Komponisten; Widmann kreierte das Werk gemeinsam mit Anselm Kiefer und dirigierte die Uraufführung anlässlich der 20-Jahrfeier der Pariser Opéra Bastille. Sein jüngstes Musiktheaterwerk Babylon (2011/12) entstand im Auftrag der Bayerischen Staatsoper. Widmann und der hier erstmalig als Librettist in Erscheinung tretende Peter Sloterdijk interpretieren in ihrem musikdramatischen Gesamtkunstwerk den Mythos Babylon neu.

Widmann erhielt für seine kompositorischen Leistungen zahlreiche Preise: den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung (1998), den Schneider-Schott-Musikpreis, den Paul-Hindemith-Preis (beide 2002), den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, den Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele (beide 2003) sowie den Arnold-Schönberg-Preis (2004). Im Jahr 2006 wurde Widmann der Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie der Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker verliehen. 2009 erhielt er den Elise L. Stoeger Prize der Lincoln Center Chamber Music Society, New York, 2013 den Musikpreis des Heidelberger Frühlings und den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Sinfonik. Er ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Er war Composer in Residence beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, beim Cleveland Orchestra, bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival sowie an der Kölner Philharmonie und am Wiener Konzerthaus.

1973
Geboren am 19. Juni in München
ab 1984
Kompositionsunterricht bei Kay Westermann in München
ab 1986
Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik München
1994-95
Klarinettenstudium bei Charles Neidich an der Juilliard School of Music New York
1994-96
Kompositionsstudium bei Hans Werner Henze und Wilfried Hiller in München
1997
Bayerischer Staatspreis für junge Künstler
1997-99
Kompositionsstudium bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Karlsruhe
1999
Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung
2001-2015
Professur für Klarinette an der Hochschule für Musik Freiburg i. Br.; ab 2009 auch Professur für Komposition
2001
Louis-Spohr-Medaille der Stadt Seesen
2002
Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein
2003
"Das Gesicht im Spiegel" wird von der Zeitschrift "Opernwelt" zur wichtigsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt
2004
Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin
2005
Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München
2006
Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker
2007
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
2008
Arbeitsaufenthalt in Dubai, gefördert vom Siemens Arts Program
2009
Elise L. Stoeger Prize der Lincoln Center Chamber Music Society, New York
2009/10
Porträt-Reihe am Wiener Konzerthaus
2009-11
Daniel R. Lewis Young Composer Fellow des Cleveland Orchestra
2010
Verleihung der Marsilius-Medaille der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
seit 2011
Principal Guest Conductor und Artistic Partner beim Irish Chamber Orchestra
2012
Komponistenporträt im Rahmen der "Auftakt"-Veranstaltungen an der Alten Oper Frankfurt
2013
Premio una vita nella musica giovani in der Kategorie Komposition
2014
Composer & Artist in Residence beim Rheingau Musikfestival
2015
Komponistenporträt des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz
2016
Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
2017
Wird Chefdirigent des Irish Chamber Orchestra
Dirigent: John Axelrod
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2017-02-23 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: John Axelrod
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2017-02-24 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
2017-02-25 | Ede (Niederlande), Concertzaal — 20:00
Orchester: The Danish String Quartet
2017-02-25 | New York, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Alice Tully Hall, Lincoln Center for the Performing Arts
2017-03-03 | Freiburg (Deutschland), Konzerthaus
2017-03-04 | Berlin (Deutschland), Pierre Boulez Saal — 18:00
Orchester: Toronto Symphony Orchestra
2017-03-04 | Toronto, ON (Kanada), Roy Thomson Hall
2017-03-04 | Baden-Baden (Deutschland), Museum Frieder Burda
Dirigent: Peter Oundjian
Orchester: Toronto Symphony Orchestra
2017-03-04 | Toronto (Kanada), Roy Thomson Hall — 20:00
2017-03-05 | Berlin (Deutschland), Pierre Boulez Saal — 11:00
2017-03-05 | Stuttgart (Deutschland), Neues Schloss
Dirigent: Jörg Widmann
Orchester: Sinfonietta Rīga
2017-03-10 | Riga (Lettland)
Dirigent: Dietrich Paredes
Orchester: Orchestra I Pomeriggi Musicali
2017-03-16 | Milano (Italien), Teatro Dal Verme
Dirigent: Dietrich Paredes
Orchester: Orchestra I Pomeriggi Musicali
2017-03-18 | Milano (Italien), Teatro Dal Verme
2017-03-24 | Ann Arbor, MI (Vereinigte Staaten von Amerika), University Musical Society
2017-03-27 | Schenectady, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Union College
2017-03-30 | New York, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Carnegie Hall, Stern Auditorium
2017-04-01 | Schenectady, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Union College Memeorial Chapel
2017-04-01 | Schenectady, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Union College Memorial Chapel
2017-04-02 | New york, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Carnegie Hall
2017-04-02 | New York, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Carnegie Hall
2017-04-09 | Baden-Baden (Deutschland), Kurhaus Casino, Weinbrennersaal — 14:00
2017-04-10 | Madrid (Spanien), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía
Dirigent: Rossen Gergov
2017-04-24 | Zagreb (Kroatien), Zagreb Youth Theatre — 20:00
2017-04-25 | Madrid (Spanien), Auditorio Nacional de Música
2017-04-25 | Madrid (Spanien), Auditorio Nacional de Música
Dirigent: Joshua Weilerstein
Orchester: Danish National Symphony Orchestra
2017-04-27 | Copenhagen (Dänemark), Koncerthuset — 19:30
2017-05-01 | Dresden (Deutschland), Semperoper
Dirigent: Baldur Brönnimann
Orchester: Sinfonietta de la Escuela Superior de Música Reina Sofía
2017-05-08 | Madrid (Spanien), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía
Dirigent: Robin Ticciati
Orchester: Scottish Chamber Orchestra
2017-05-11 | Edinburgh (United Kingdom), Usher Hall
Dirigent: Robin Ticciati
Orchester: Scottish Chamber Orchestra
2017-05-12 | Glasgow (United Kingdom), City Halls
Orchester: Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
2017-05-14 | München (Deutschland), Prinzregententheater — 11:00
Orchester: Boulez Ensemble
2017-05-28 | Berlin (Deutschland), Boulez Saal — 16:00
Dirigent: Markus Stenz
Orchester: Radio Filharmonisch Orkest
2017-06-03 | Amsterdam (Niederlande), Concertgebouw
Air
2017-06-03 | Ittingen (Schweiz)
2017-06-08 | Hamburg (Deutschland), Elbphilharmonie, Kleiner Saal
Dirigent: Christian Thielemann
Orchester: Wiener Philharmoniker
2017-06-09 | Wien (Österreich), Konzerthaus — 19:30
2017-06-11 | Snape (United Kingdom), Britten Studio — 19:30
Dirigent: Jörg Widmann
Orchester: Ensemble Resonanz
2017-06-14 | Hamburg (Deutschland), Elbphilharmonie, Kleiner Saal — 19:30
Dirigent: Jörg Widmann
Orchester: Ensemble Resonanz
2017-06-15 | Hamburg (Deutschland), Elbphilharmonie, Kleiner Saal — 19:30
Dirigent: Mirga Gražinytė-Tyla
Orchester: City of Birmingham Symphony Orchestra
2017-06-17 | Snape (United Kingdom) — 19:30
2017-10-31 | London (United Kingdom), Royal Festival Hall — 19:30
2017-11-25 | Luzern (Schweiz), KKL, Konzertsaal — 18:30

pro Seite

pro Seite
Profil

Wer der Musik Jörg Widmanns zum ersten Mal begegnet, ist von ihrer Unmittelbarkeit und Intensität überrascht. Die Musik stürzt nicht selten wie ein Katarakt auf den Hörer ein, sie ist maßlos in ihrer überschäumenden Virtuosität oder in ihrer unendlichen Traurigkeit. (Markus Fein)

Jörg Widmann wurde am 19. Juni 1973 in München geboren. Er absolvierte ein Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke, später bei Charles Neidich an der Juilliard School in New York (1994-1995). Zusätzlich begann er im Alter von elf Jahren, Kompositionsunterricht bei Kay Westermann zu nehmen. Im Anschluss setzte er seine Studien bei Wilfried Hiller und Hans Werner Henze (1994-1996) sowie bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Karlsruhe (1997-1999) fort. Als Klarinettist gilt Widmanns große Passion der Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Daniel Barenboim, Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Kim Kashkashian und Hélène Grimaud. Aber auch als Solist in Orchesterkonzerten feiert er im In- und Ausland regelmäßig Erfolge. Kompositionskollegen widmeten Widmann mehrere Werke: 1999 brachte er im Rahmen der musica viva-Konzerte die "Musik für Klarinette und Orchester" von Wolfgang Rihm zur Uraufführung; 2006 spielte er mit dem WDR Sinfonieorchester "Cantus" von Aribert Reimann, 2009 beim Lucerne Festival die Uraufführung von Heinz Holligers "Rechant". Von 2001 bis 2015 war Jörg Widmann Professor für Klarinette an der Freiburger Hochschule für Musik und ab 2009 erhielt er hier eine zusätzliche Professur für Komposition.

Im Zentrum seines Kammermusikschaffens stehen die Streichquartette: das I. Streichquartett (1997), gefolgt vom Choralquartett (2003/2006) und dem 2003 durch das Arditti Quartett uraufgeführten Jagdquartett. 2005 wurde die Werkreihe mit dem IV. Streichquartett (uraufgeführt durch das Vogler Quartett) und dem fünften Streichquartett mit Sopran Versuch über die Fuge, (uraufgeführt von Juliane Banse und dem Artemis Quartett) komplettiert. Die fünf Streichquartette sind als großer Zyklus gedacht, jedes einzelne spürt auf neue Weise einer traditionellen Satzform nach.

Für großes Orchester hat Widmann eine Trilogie über die Transformation vokaler Formen auf instrumentale Besetzungen komponiert. Sie besteht aus den Werken Lied (2003/2007), Chor (2004) und Messe (2005). Eine weitere Trilogie bilden die Stücke Labyrinth (2005), Zweites Labyrinth (2006) und Drittes Labyrinth (2013/2014). Alle drei beziehen sich auf die mit dem Labyrinth assoziierten Erfahrungen von Raumwahrnehmung und der Suche nach Orientierung. 2007 hoben Christian Tetzlaff und die Junge Deutsche Philharmonie Widmanns Violinkonzert aus der Taufe. Im selben Jahr wurde Armonica für Orchester von Pierre Boulez und den Wiener Philharmonikern uraufgeführt: Unter Verwendung der sphärischen Klangfarben einer Glasharmonika lässt Widmann das Orchester zu einem homogen atmenden Ton- und Geräuschkörper heranwachsen. Als Hommage an Beethoven folgte Con brio, uraufgeführt durch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons. In seinem Flötenkonzert Flûte en suite stellt Widmann der virtuosen Flötenstimme in acht Suitensätzen spielerisch jeweils eine Orchestergruppe entgegen. Franz Welser-Möst leitete 2011 die Uraufführung mit dem Solisten Joshua Smith und dem Cleveland Orchestra. Für den Pianisten Yefim Bronfman schrieb Widmann das Klavierkonzert Trauermarsch. Es wurde im Dezember 2014 mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Simon Rattle uraufgeführt. Im Viola Concerto, das im November 2015 vom Orchestre de Paris und dem Solisten Antoine Tamestit aus der Taufe gehoben wurde, lotet Widmann die vielfältigen Klangmöglichkeiten des Instruments auf einzigartige Weise aus.

Drei Musiktheaterprojekte weisen Widmann als außergewöhnlichen Bühnenkomponisten aus: Die Oper Das Gesicht im Spiegel wurde von der Zeitschrift Opernwelt zur bedeutendsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt. Am Anfang (2009) ist das Ergebnis einer in dieser Art einmaligen Zusammenarbeit zwischen einem bildenden Künstler und einem Komponisten; Widmann kreierte das Werk gemeinsam mit Anselm Kiefer und dirigierte die Uraufführung anlässlich der 20-Jahrfeier der Pariser Opéra Bastille. Sein jüngstes Musiktheaterwerk Babylon (2011/12) entstand im Auftrag der Bayerischen Staatsoper. Widmann und der hier erstmalig als Librettist in Erscheinung tretende Peter Sloterdijk interpretieren in ihrem musikdramatischen Gesamtkunstwerk den Mythos Babylon neu.

Widmann erhielt für seine kompositorischen Leistungen zahlreiche Preise: den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung (1998), den Schneider-Schott-Musikpreis, den Paul-Hindemith-Preis (beide 2002), den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, den Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele (beide 2003) sowie den Arnold-Schönberg-Preis (2004). Im Jahr 2006 wurde Widmann der Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie der Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker verliehen. 2009 erhielt er den Elise L. Stoeger Prize der Lincoln Center Chamber Music Society, New York, 2013 den Musikpreis des Heidelberger Frühlings und den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Sinfonik. Er ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Er war Composer in Residence beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, beim Cleveland Orchestra, bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival sowie an der Kölner Philharmonie und am Wiener Konzerthaus.

Werke
Chronologie
1973
Geboren am 19. Juni in München
ab 1984
Kompositionsunterricht bei Kay Westermann in München
ab 1986
Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik München
1994-95
Klarinettenstudium bei Charles Neidich an der Juilliard School of Music New York
1994-96
Kompositionsstudium bei Hans Werner Henze und Wilfried Hiller in München
1997
Bayerischer Staatspreis für junge Künstler
1997-99
Kompositionsstudium bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Karlsruhe
1999
Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung
2001-2015
Professur für Klarinette an der Hochschule für Musik Freiburg i. Br.; ab 2009 auch Professur für Komposition
2001
Louis-Spohr-Medaille der Stadt Seesen
2002
Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein
2003
"Das Gesicht im Spiegel" wird von der Zeitschrift "Opernwelt" zur wichtigsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt
2004
Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin
2005
Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München
2006
Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker
2007
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
2008
Arbeitsaufenthalt in Dubai, gefördert vom Siemens Arts Program
2009
Elise L. Stoeger Prize der Lincoln Center Chamber Music Society, New York
2009/10
Porträt-Reihe am Wiener Konzerthaus
2009-11
Daniel R. Lewis Young Composer Fellow des Cleveland Orchestra
2010
Verleihung der Marsilius-Medaille der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
seit 2011
Principal Guest Conductor und Artistic Partner beim Irish Chamber Orchestra
2012
Komponistenporträt im Rahmen der "Auftakt"-Veranstaltungen an der Alten Oper Frankfurt
2013
Premio una vita nella musica giovani in der Kategorie Komposition
2014
Composer & Artist in Residence beim Rheingau Musikfestival
2015
Komponistenporträt des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz
2016
Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
2017
Wird Chefdirigent des Irish Chamber Orchestra
Aufführungen
Dirigent: John Axelrod
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2017-02-23 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: John Axelrod
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2017-02-24 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
2017-02-25 | Ede (Niederlande), Concertzaal — 20:00
Orchester: The Danish String Quartet
2017-02-25 | New York, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Alice Tully Hall, Lincoln Center for the Performing Arts
2017-03-03 | Freiburg (Deutschland), Konzerthaus
2017-03-04 | Berlin (Deutschland), Pierre Boulez Saal — 18:00
Orchester: Toronto Symphony Orchestra
2017-03-04 | Toronto, ON (Kanada), Roy Thomson Hall
2017-03-04 | Baden-Baden (Deutschland), Museum Frieder Burda
Dirigent: Peter Oundjian
Orchester: Toronto Symphony Orchestra
2017-03-04 | Toronto (Kanada), Roy Thomson Hall — 20:00
2017-03-05 | Berlin (Deutschland), Pierre Boulez Saal — 11:00
2017-03-05 | Stuttgart (Deutschland), Neues Schloss
Dirigent: Jörg Widmann
Orchester: Sinfonietta Rīga
2017-03-10 | Riga (Lettland)
Dirigent: Dietrich Paredes
Orchester: Orchestra I Pomeriggi Musicali
2017-03-16 | Milano (Italien), Teatro Dal Verme
Dirigent: Dietrich Paredes
Orchester: Orchestra I Pomeriggi Musicali
2017-03-18 | Milano (Italien), Teatro Dal Verme
2017-03-24 | Ann Arbor, MI (Vereinigte Staaten von Amerika), University Musical Society
2017-03-27 | Schenectady, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Union College
2017-03-30 | New York, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Carnegie Hall, Stern Auditorium
2017-04-01 | Schenectady, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Union College Memeorial Chapel
2017-04-01 | Schenectady, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Union College Memorial Chapel
2017-04-02 | New york, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Carnegie Hall
2017-04-02 | New York, NY (Vereinigte Staaten von Amerika), Carnegie Hall
2017-04-09 | Baden-Baden (Deutschland), Kurhaus Casino, Weinbrennersaal — 14:00
2017-04-10 | Madrid (Spanien), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía
Dirigent: Rossen Gergov
2017-04-24 | Zagreb (Kroatien), Zagreb Youth Theatre — 20:00
2017-04-25 | Madrid (Spanien), Auditorio Nacional de Música
2017-04-25 | Madrid (Spanien), Auditorio Nacional de Música
Dirigent: Joshua Weilerstein
Orchester: Danish National Symphony Orchestra
2017-04-27 | Copenhagen (Dänemark), Koncerthuset — 19:30
2017-05-01 | Dresden (Deutschland), Semperoper
Dirigent: Baldur Brönnimann
Orchester: Sinfonietta de la Escuela Superior de Música Reina Sofía
2017-05-08 | Madrid (Spanien), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía
Dirigent: Robin Ticciati
Orchester: Scottish Chamber Orchestra
2017-05-11 | Edinburgh (United Kingdom), Usher Hall
Dirigent: Robin Ticciati
Orchester: Scottish Chamber Orchestra
2017-05-12 | Glasgow (United Kingdom), City Halls
Orchester: Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
2017-05-14 | München (Deutschland), Prinzregententheater — 11:00
Orchester: Boulez Ensemble
2017-05-28 | Berlin (Deutschland), Boulez Saal — 16:00
Dirigent: Markus Stenz
Orchester: Radio Filharmonisch Orkest
2017-06-03 | Amsterdam (Niederlande), Concertgebouw
Air
2017-06-03 | Ittingen (Schweiz)
2017-06-08 | Hamburg (Deutschland), Elbphilharmonie, Kleiner Saal
Dirigent: Christian Thielemann
Orchester: Wiener Philharmoniker
2017-06-09 | Wien (Österreich), Konzerthaus — 19:30
2017-06-11 | Snape (United Kingdom), Britten Studio — 19:30
Dirigent: Jörg Widmann
Orchester: Ensemble Resonanz
2017-06-14 | Hamburg (Deutschland), Elbphilharmonie, Kleiner Saal — 19:30
Dirigent: Jörg Widmann
Orchester: Ensemble Resonanz
2017-06-15 | Hamburg (Deutschland), Elbphilharmonie, Kleiner Saal — 19:30
Dirigent: Mirga Gražinytė-Tyla
Orchester: City of Birmingham Symphony Orchestra
2017-06-17 | Snape (United Kingdom) — 19:30
2017-10-31 | London (United Kingdom), Royal Festival Hall — 19:30
2017-11-25 | Luzern (Schweiz), KKL, Konzertsaal — 18:30
Galerie Produkte

pro Seite

pro Seite
News
Newsletter

Newsletter

Ort

Adresse: Schott Music GmbH & Co. KG Weihergarten 5 55116 Mainz

Mail to: info@schott-music.com

Telefon: +49 6131 246-0