Schott Music

Skip to Main Content »

Sprache
 
Warenkorb (0 Artikel)
Mein Warenkorb

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

Robert  Schumann

Geboren: 8. Juni 1810
Gestorben: 29. Juli 1856
Herkunftsland: Deutschland
Robert Schumann, bedeutender Komponist der Hochromantik.

Leben:
Schumann, der auch literarisch hoch begabt war, erhielt früh Klavierunterricht; 1828/29 studierte er Jura in Leipzig und Heidelberg, widmete sich aber bald ganz der Musik. Neben dem Unterricht in Klavier bei Friedrich Wieck (*1785, 1873) und Theorie trieb er eigene Studien anhand von Bachs »Wohltemperiertem Klavier«, die später in den BACH-Fugen op.60 (1845) aufgegriffen und intensiviert wurden. Eine Fingerzerrung vereitelte die Virtuosenlaufbahn. Zugleich entstanden die ersten Kompositionen, bis 1839 fast ausschließlich für Klavier. 1834 gründete Schumann die »Neue Zeitschrift für Musik«, in der die erfundenen »Davidsbündler« (v.a. Eusebius und Florestan als Personifikationen zweier Seiten seines eigenen Wesens) für eine neue, wahrhafte und poetische Musikauffassung, für echte, produktive Kritik sowie gegen Kunstphilistertum und seichte Salonmusik stritten.
1840 heiratete Schumann gegen den Widerstand Wiecks dessen Tochter Clara und komponierte im gleichen Jahr etwa 150 Klavierlieder. 1841 entstanden, oft in kürzester Zeit, eine Reihe bedeutender Kammermusikwerke und 1842, teils ähnlich rasch und eruptiv, zwei Sinfonien und weitere Musik für Orchester, darunter der erste Satz des Klavierkonzerts a-Moll op.54. 1843 kam Schumann durch Mendelssohn Bartholdy, mit dem er eng befreundet war, an das neu gegründete Leipziger Konservatorium, 1844 als Chorleiter nach Dresden. 1850 wurde er Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf, wo ihn Brahms 1853 besuchte, war jedoch nach einiger Zeit Demütigungen und Intrigen ausgesetzt. Eine schon in jungen Jahren sich ankündigende Gemütskrankheit (Depressionen, Wahnideen) kam 1854 vollends zum Ausbruch. Nach einem Selbstmordversuch (Sturz in den Rhein) blieb er bis zu seinem Tode in einer Heilanstalt.

Werk:
Schumanns Werk steht musikgeschichtlich im Zentrum der deutschen Hochromantik. Unmittelbar nach Beethovens und Schuberts Tod setzte sein poetisches, virtuos-fantastisches Klavierwerk ein, das Anregungen Jean Pauls und der literarischen Romantik (z.B. E.T.A. Hoffmanns) ins Musikalische transformierte. Beethovens motivische Arbeit benutzte er zu differenziertester Stimmungsgebung und entwickelte Schuberts kühne Harmonik und liedhafte Melodik zu einem vielschichtigen, spezifisch klavieristischen Klangstil weiter. Die Sonatenform erweitert er in einigen Werken fantasiehaft, umging sie aber überwiegend durch die Aneinanderreihung kurzer Charakterstücke zu Zyklen. Überschriften seiner Werke regen zu Assoziationen an, sind aber nicht im Sinne konkreter außermusikalischer Inhalte zu verstehen.
In Schumanns Liedern tritt der Klavierpart selbstständig und charakteristisch, dabei ganz vom Dichterwort inspiriert, hervor. Neben vielen anderen finden Goethes und v.a. Heinrich Heines und Joseph von Eichendorffs Gedichte hier eine adäquate Ausdeutung. In Schumanns Kammermusik mit Klavier besticht der Schwung großer Ideen bei stetem Willen zu satztechnisch dichter Ausformung. Seine Streichquartette tendieren zu einer nachklassisch innigen, intimen Lyrik. In der Sinfonik ist die krisenhafte Auseinandersetzung mit dem Vorbild Beethoven am deutlichsten spürbar. Dennoch bilden Schumanns vier Sinfonien prägende Beispiele der Gattung mit jeweils charakteristischen thematischen und formalen Gestaltungen. Auf dem Gebiet der Oper (»Genoveva«) und des Oratoriums (»Das Paradies und die Peri«) hat Schumann eigenständige Werke geschaffen, die zu Unrecht selten aufgeführt werden. Auch seine Chormusik ist reich an Formen und romantischen Ausdrucksschattierungen.
Bis 1842 war fast jedes Werk Schumanns ein neuer, genialer Wurf. Später wechseln weniger originelle, klassizistisch biedermeierliche Kompositionen mit wiederum hochbedeutenden ab. Geschichtlich waren Schumanns Stil und Haltung von bestimmendem Einfluss auf Brahms, im Lied u.a. auf Hugo Wolf, in der Klaviermusik auf die ganze weitere Entwicklung im späteren 19.Jahrhundert. Mit ihm beginnt die Trennung in eine eher traditionsgebundene (Schumann, Mendelssohn Bartholdy, Brahms) und eine sich als progressiv verstehende Kompositionsrichtung (neudeutsche Schule), deren Vertreter (z.B. Liszt) Schumann jedoch teilweise kannte und schätzte. Schumann repräsentiert in seiner romantisch vielschichtigen Persönlichkeit und in seinem Bewusstsein, poetisch universales Streben mit seiner geschichtlich späten Stellung schwer in Einklang bringen zu können, einen neuen, modernen Künstlertyp. Seine Schriften, Zeugnisse einer ebenfalls typisch romantischen Doppelbegabung, sind bleibende Muster produktiver Musikkritik und selbstloser Anerkennung auch fremder, andersartiger Schaffenskonzeptionen.
Werke:
Klaviermusik: Papillons op.2 (182932); Davidsbündlertänze op.6 (1837); Carnaval op.9 (1834/35); 1.Sonate fis-Moll op.11 (183335); Phantasiestücke op.12 (1837); Symphonische Etuden op.13 (183437); Kinderszenen op.15 (1838); Kreisleriana op.16 (1838); 2.Sonate g-Moll op.22 (183338); Album für die Jugend op.68 (1848).
Orchesterwerke: 4Sinfonien, 1.B-Dur op.38 (1841, »Frühlingssinfonie«), 2.C-Dur (1845/46), 3.Es-Dur op.97 (1850, »Rheinische Sinfonie«), 4.d-Moll op.120 (1851, 1.Fassung 1841); Ouvertüren, u.a. aus der Musik zu Lord Byrons dramatischem Gedicht »Manfred« op.115 (1848/49); Klavierkonzert a-Moll op.54 (184145); Cellokonzert a-Moll op.129 (1850).
Kammermusik: 3Streichquartette a-Moll, F-Dur, A-Dur op.41, 13 (1842); Klavierquintett Es-Dur op.44 (1842); Klavierquartett Es-Dur op.47 (1842); 3Klaviertrios, 3Violinsonaten.
Vokalwerke: Oper »Genoveva« op.81 (184749); weltliches Oratorium »Das Paradies und die Peri« op.50 (184143); Chormusik mit und ohne Begleitung; mehr als 300 Klavierlieder, darunter die Zyklen »Myrthen« op.25 (1840, verschiedene Dichter), »Liederkreis« op.39 (1840, Eichendorff); »Frauenliebe und -leben« op.42 (1840, Adelbert von Chamisso), »Dichterliebe« op.48 (1840, Heine).

pro Seite

pro Seite
Profil
Robert Schumann, bedeutender Komponist der Hochromantik.

Leben:
Schumann, der auch literarisch hoch begabt war, erhielt früh Klavierunterricht; 1828/29 studierte er Jura in Leipzig und Heidelberg, widmete sich aber bald ganz der Musik. Neben dem Unterricht in Klavier bei Friedrich Wieck (*1785, 1873) und Theorie trieb er eigene Studien anhand von Bachs »Wohltemperiertem Klavier«, die später in den BACH-Fugen op.60 (1845) aufgegriffen und intensiviert wurden. Eine Fingerzerrung vereitelte die Virtuosenlaufbahn. Zugleich entstanden die ersten Kompositionen, bis 1839 fast ausschließlich für Klavier. 1834 gründete Schumann die »Neue Zeitschrift für Musik«, in der die erfundenen »Davidsbündler« (v.a. Eusebius und Florestan als Personifikationen zweier Seiten seines eigenen Wesens) für eine neue, wahrhafte und poetische Musikauffassung, für echte, produktive Kritik sowie gegen Kunstphilistertum und seichte Salonmusik stritten.
1840 heiratete Schumann gegen den Widerstand Wiecks dessen Tochter Clara und komponierte im gleichen Jahr etwa 150 Klavierlieder. 1841 entstanden, oft in kürzester Zeit, eine Reihe bedeutender Kammermusikwerke und 1842, teils ähnlich rasch und eruptiv, zwei Sinfonien und weitere Musik für Orchester, darunter der erste Satz des Klavierkonzerts a-Moll op.54. 1843 kam Schumann durch Mendelssohn Bartholdy, mit dem er eng befreundet war, an das neu gegründete Leipziger Konservatorium, 1844 als Chorleiter nach Dresden. 1850 wurde er Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf, wo ihn Brahms 1853 besuchte, war jedoch nach einiger Zeit Demütigungen und Intrigen ausgesetzt. Eine schon in jungen Jahren sich ankündigende Gemütskrankheit (Depressionen, Wahnideen) kam 1854 vollends zum Ausbruch. Nach einem Selbstmordversuch (Sturz in den Rhein) blieb er bis zu seinem Tode in einer Heilanstalt.

Werk:
Schumanns Werk steht musikgeschichtlich im Zentrum der deutschen Hochromantik. Unmittelbar nach Beethovens und Schuberts Tod setzte sein poetisches, virtuos-fantastisches Klavierwerk ein, das Anregungen Jean Pauls und der literarischen Romantik (z.B. E.T.A. Hoffmanns) ins Musikalische transformierte. Beethovens motivische Arbeit benutzte er zu differenziertester Stimmungsgebung und entwickelte Schuberts kühne Harmonik und liedhafte Melodik zu einem vielschichtigen, spezifisch klavieristischen Klangstil weiter. Die Sonatenform erweitert er in einigen Werken fantasiehaft, umging sie aber überwiegend durch die Aneinanderreihung kurzer Charakterstücke zu Zyklen. Überschriften seiner Werke regen zu Assoziationen an, sind aber nicht im Sinne konkreter außermusikalischer Inhalte zu verstehen.
In Schumanns Liedern tritt der Klavierpart selbstständig und charakteristisch, dabei ganz vom Dichterwort inspiriert, hervor. Neben vielen anderen finden Goethes und v.a. Heinrich Heines und Joseph von Eichendorffs Gedichte hier eine adäquate Ausdeutung. In Schumanns Kammermusik mit Klavier besticht der Schwung großer Ideen bei stetem Willen zu satztechnisch dichter Ausformung. Seine Streichquartette tendieren zu einer nachklassisch innigen, intimen Lyrik. In der Sinfonik ist die krisenhafte Auseinandersetzung mit dem Vorbild Beethoven am deutlichsten spürbar. Dennoch bilden Schumanns vier Sinfonien prägende Beispiele der Gattung mit jeweils charakteristischen thematischen und formalen Gestaltungen. Auf dem Gebiet der Oper (»Genoveva«) und des Oratoriums (»Das Paradies und die Peri«) hat Schumann eigenständige Werke geschaffen, die zu Unrecht selten aufgeführt werden. Auch seine Chormusik ist reich an Formen und romantischen Ausdrucksschattierungen.
Bis 1842 war fast jedes Werk Schumanns ein neuer, genialer Wurf. Später wechseln weniger originelle, klassizistisch biedermeierliche Kompositionen mit wiederum hochbedeutenden ab. Geschichtlich waren Schumanns Stil und Haltung von bestimmendem Einfluss auf Brahms, im Lied u.a. auf Hugo Wolf, in der Klaviermusik auf die ganze weitere Entwicklung im späteren 19.Jahrhundert. Mit ihm beginnt die Trennung in eine eher traditionsgebundene (Schumann, Mendelssohn Bartholdy, Brahms) und eine sich als progressiv verstehende Kompositionsrichtung (neudeutsche Schule), deren Vertreter (z.B. Liszt) Schumann jedoch teilweise kannte und schätzte. Schumann repräsentiert in seiner romantisch vielschichtigen Persönlichkeit und in seinem Bewusstsein, poetisch universales Streben mit seiner geschichtlich späten Stellung schwer in Einklang bringen zu können, einen neuen, modernen Künstlertyp. Seine Schriften, Zeugnisse einer ebenfalls typisch romantischen Doppelbegabung, sind bleibende Muster produktiver Musikkritik und selbstloser Anerkennung auch fremder, andersartiger Schaffenskonzeptionen.
Werke:
Klaviermusik: Papillons op.2 (182932); Davidsbündlertänze op.6 (1837); Carnaval op.9 (1834/35); 1.Sonate fis-Moll op.11 (183335); Phantasiestücke op.12 (1837); Symphonische Etuden op.13 (183437); Kinderszenen op.15 (1838); Kreisleriana op.16 (1838); 2.Sonate g-Moll op.22 (183338); Album für die Jugend op.68 (1848).
Orchesterwerke: 4Sinfonien, 1.B-Dur op.38 (1841, »Frühlingssinfonie«), 2.C-Dur (1845/46), 3.Es-Dur op.97 (1850, »Rheinische Sinfonie«), 4.d-Moll op.120 (1851, 1.Fassung 1841); Ouvertüren, u.a. aus der Musik zu Lord Byrons dramatischem Gedicht »Manfred« op.115 (1848/49); Klavierkonzert a-Moll op.54 (184145); Cellokonzert a-Moll op.129 (1850).
Kammermusik: 3Streichquartette a-Moll, F-Dur, A-Dur op.41, 13 (1842); Klavierquintett Es-Dur op.44 (1842); Klavierquartett Es-Dur op.47 (1842); 3Klaviertrios, 3Violinsonaten.
Vokalwerke: Oper »Genoveva« op.81 (184749); weltliches Oratorium »Das Paradies und die Peri« op.50 (184143); Chormusik mit und ohne Begleitung; mehr als 300 Klavierlieder, darunter die Zyklen »Myrthen« op.25 (1840, verschiedene Dichter), »Liederkreis« op.39 (1840, Eichendorff); »Frauenliebe und -leben« op.42 (1840, Adelbert von Chamisso), »Dichterliebe« op.48 (1840, Heine).
Produkte

pro Seite

pro Seite
News