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Berthold Goldschmidt: Suite op. 5 / Roberto Gerhard: Concertino op. 12 / Kurt Weill: Symphony No. 2

Berthold Goldschmidt: Suite op. 5 / Roberto Gerhard: Concertino op. 12 / Kurt Weill: Symphony No. 2


Kammersymphonie Berlin / Jürgen Bruns: conductor


  • Ausgabe: CD
  • Bestell-Nr.: EDA 18
18,50 €  *
inkl. Mwst. und zzgl. Versandkosten Gewicht: 0.11 kg

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Beschreibung

Die Idee: Goldschmidt, Weill, Gerhard – drei herausragende Schüler dreier legendärer Kompositionslehrer im Berlin der „roaring twenties, Schreker, Busoni, Schönberg; Werke, die – mit Ausnahme von Kurt Weills bekannter, aber selten gespielter 2. Symphonie – lange als verschollen galten und hier in Referenzeinspielungen erstmals vorgestellt werden; drei Komponisten, die dasselbe Schicksal teilten: Verfolgung durch politischen Terror und Rassenwahn und oktroyiertes Exil. Diese zweite Produktion in Zusammenarbeit mit der Kammersymphonie Berlin und ihrem engagierten Chefdirigenten und künstlerischen Leiter Jürgen Bruns (siehe auch eda 13 und eda 26) reflektiert modellhaft die anhaltende Bemühung des Labels um die Wiedergewinnung eines verschütteten Repertoires von herausragender musikalischer Qualität;  um einen Blick auf die zum Teil verschlungenen, zum Teil abgerissenen Entwicklungslinien der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts jenseits der Frage nach nationalen Traditionen, Richtungen, ästhetischen Theorien und Doktrinen.

Der Bruch, der mit der politischen Verfolgung und Emigration in den Biographien der hier vorgestellten Komponisten einherging, stellt sich sehr unterschiedlich dar. Kurt Weill, eine der prominentesten Zielscheiben der Nazis, emigrierte bereits 1933 über Paris – wo er seine 2. Symphonie zu Ende komponierte – in die USA, wo er eine zweite, glänzende Karriere als Komponist am Broadway beginnen konnte. Berthold Goldschmidt wurde 1925 als gerade einmal 22-jähriger Student in Schrekers Berliner Kompositionsklasse für seine Passacaglia für Orchester op. 4 mit dem Mendelssohn-Preis ausgezeichnet, dem renommiertesten deutschen Kompositionspreis. Die erfolgreiche Uraufführung seiner Oper Der gewaltige Hahnrei in Mannheim 1932 hatte eine Position als einer der führenden Komponisten seiner Generation gefestigt. Doch mit der Emigration nach England 1935 wurde seine Komponistenkarriere für die nächsten 50 Jahre beendet. Goldschmidt gehörte zu den wenigen, die ihre Rehabilitation im internationalen Musikleben noch erleben konnten, der im hohen Alter die Musikwelt sogar noch mit einen beeindruckenden Schwanengesang begeistern konnte. Seine Suite op. 5 geht in ihrer Entstehungsgeschichte noch vor die Passacaglia zurück und zeigt erstaunliche Parallelen zur „jungen Klassizität“ und Nonchalance eines Kurt Weill. Roberto Gerhard, Schönbergs Schüler in Wien und sein Assistent in Berlin, gilt heute gleichermaßen als wichtigster katalanischer wie spanischer Komponist seiner Generation. Als offizieller Repräsentant der katalanischen Kulturpolitik in den 1930er Jahren stand er auf der schwarzen Liste Francos; 1939 emigrierte er über Frankreich nach England, von wo aus er in den 60er Jahren bis zu seinem Tod 1970 eine zweite, internationale Karriere machte als führender Vertreter der englischen Avantgarde. Sein lang verschollenes Concertino für Streicher – das Gerhard 1942/43 als Grundlage für sein Violinkonzert dienen sollte – ist ein Schlüsselstück in der Entwicklung des Komponisten. Entstanden gegen Ende der Studienzeit bei Schönberg in Berlin um 1928, verdankt es der Lyrischen Suite Bergs, mit dem Gerhard eng befreundet war, einiges, in Hinsicht auf die flüssige und sensible Anwendung gesteigerter Chromatik und die subtile Einheit von elegischen und phantastischen Elementen.

Details
EAN: 4015380001826
Inhaltstext: Berthold Goldschmidt: Suite for Orchestra op. 5 (1927)
Robert Gerhard: Concertino for Strings op. 12 (1927/28)
Kurt Weill: Symphony no. 2 (1933)
Spieldauer: 64'22"
Verlag: eda records

Die Idee: Goldschmidt, Weill, Gerhard – drei herausragende Schüler dreier legendärer Kompositionslehrer im Berlin der „roaring twenties, Schreker, Busoni, Schönberg; Werke, die – mit Ausnahme von Kurt Weills bekannter, aber selten gespielter 2. Symphonie – lange als verschollen galten und hier in Referenzeinspielungen erstmals vorgestellt werden; drei Komponisten, die dasselbe Schicksal teilten: Verfolgung durch politischen Terror und Rassenwahn und oktroyiertes Exil. Diese zweite Produktion in Zusammenarbeit mit der Kammersymphonie Berlin und ihrem engagierten Chefdirigenten und künstlerischen Leiter Jürgen Bruns (siehe auch eda 13 und eda 26) reflektiert modellhaft die anhaltende Bemühung des Labels um die Wiedergewinnung eines verschütteten Repertoires von herausragender musikalischer Qualität;  um einen Blick auf die zum Teil verschlungenen, zum Teil abgerissenen Entwicklungslinien der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts jenseits der Frage nach nationalen Traditionen, Richtungen, ästhetischen Theorien und Doktrinen.

Der Bruch, der mit der politischen Verfolgung und Emigration in den Biographien der hier vorgestellten Komponisten einherging, stellt sich sehr unterschiedlich dar. Kurt Weill, eine der prominentesten Zielscheiben der Nazis, emigrierte bereits 1933 über Paris – wo er seine 2. Symphonie zu Ende komponierte – in die USA, wo er eine zweite, glänzende Karriere als Komponist am Broadway beginnen konnte. Berthold Goldschmidt wurde 1925 als gerade einmal 22-jähriger Student in Schrekers Berliner Kompositionsklasse für seine Passacaglia für Orchester op. 4 mit dem Mendelssohn-Preis ausgezeichnet, dem renommiertesten deutschen Kompositionspreis. Die erfolgreiche Uraufführung seiner Oper Der gewaltige Hahnrei in Mannheim 1932 hatte eine Position als einer der führenden Komponisten seiner Generation gefestigt. Doch mit der Emigration nach England 1935 wurde seine Komponistenkarriere für die nächsten 50 Jahre beendet. Goldschmidt gehörte zu den wenigen, die ihre Rehabilitation im internationalen Musikleben noch erleben konnten, der im hohen Alter die Musikwelt sogar noch mit einen beeindruckenden Schwanengesang begeistern konnte. Seine Suite op. 5 geht in ihrer Entstehungsgeschichte noch vor die Passacaglia zurück und zeigt erstaunliche Parallelen zur „jungen Klassizität“ und Nonchalance eines Kurt Weill. Roberto Gerhard, Schönbergs Schüler in Wien und sein Assistent in Berlin, gilt heute gleichermaßen als wichtigster katalanischer wie spanischer Komponist seiner Generation. Als offizieller Repräsentant der katalanischen Kulturpolitik in den 1930er Jahren stand er auf der schwarzen Liste Francos; 1939 emigrierte er über Frankreich nach England, von wo aus er in den 60er Jahren bis zu seinem Tod 1970 eine zweite, internationale Karriere machte als führender Vertreter der englischen Avantgarde. Sein lang verschollenes Concertino für Streicher – das Gerhard 1942/43 als Grundlage für sein Violinkonzert dienen sollte – ist ein Schlüsselstück in der Entwicklung des Komponisten. Entstanden gegen Ende der Studienzeit bei Schönberg in Berlin um 1928, verdankt es der Lyrischen Suite Bergs, mit dem Gerhard eng befreundet war, einiges, in Hinsicht auf die flüssige und sensible Anwendung gesteigerter Chromatik und die subtile Einheit von elegischen und phantastischen Elementen.

EAN: 4015380001826
Inhaltstext: Berthold Goldschmidt: Suite for Orchestra op. 5 (1927)
Robert Gerhard: Concertino for Strings op. 12 (1927/28)
Kurt Weill: Symphony no. 2 (1933)
Spieldauer: 64'22"
Verlag: eda records