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Concerto for Viola and Orchestra

Concerto for Viola and Orchestra


  • Besetzung: Viola und Orchester
  • Ausgabe: Aufführungsmaterial

Beschreibung
Der beste Weg mein Viola Concerto zu beschreiben, scheinen Zitate aus meinem Tagebuch zu sein, die niedergeschrieben wurden, während ich das Konzert komponierte:

„11. Juni 1997: Letzte Nacht habe ich ein paar Skizzen, die ich einige Monate zuvor für das Viola Concerto angefertigt habe, hervorgeholt. Obwohl ich eine gute Erinnerung an sie hatte, war ich überrascht, wie unangemessen sie jetzt erschienen. Ich wurde an die alberne Aussage von Don Quixote im zweiten Kapitel erinnert: ‚Mit großem Behagen und Freude sah er jetzt, wie einfach er den ersten Schritt zur Erfüllung seiner Sehnsucht geschafft hatte.‘ Das ist der Grund, weshalb ich die ersten Seiten des Konzerts als wichtig erachtete. In Wirklichkeit waren sie nur ein Schuss ins Dunkle, ohne ein Ziel vor Augen. Also habe ich mich diesen Morgen hingesetzt und von vorne angefangen. Nach einer Stunde Plänkelei wandte ich mich anderen Dingen zu. Doch der Tag brachte nichts hervor. Alle halbe Stunde sprang ich von einer Sache zur Nächsten – ich las einen Brief, wässerte den Garten, schlief… die ganze Zeit verfolgt von der Obsession, dass ich früher oder später einen richtigen Start zu diesem Werk schaffen muss.

22. Juni: Weitere Skizzen zum Viola Concerto. ‘Episodisch’ fällt mir als einzig passendes Wort ein, um den Arbeitsprozess zu beschreiben. Einfälle huschen vorbei, Stimmungen wechseln rasch. Wird etwas davon wiederkehren? Warum sollte dies geschehen? Und so lasse ich das Werk an mir vorüberziehen, ohne die mindeste Idee, wohin es sich entwickeln wird oder was ich tue.

26. Juni: ‚Chaotisch‘ ist wohl ein besseres Wort, um das Viola Concerto zu beschreiben. Ich arbeite unablässig und sorglos an ihm, tauche von einem Gedanken zum nächsten, wie ein Flüchtiger, der jeden Tag zu einem neuen Hotel rennt, um dem Gesetz zu entkommen, jedoch immer mit dem Gedanken daran, dass eine Verhaftung ein lang ersehntes Ende der ständigen Kraftverschwendung bedeuten würde. Doch das Ende wird kommen, ich kann es jetzt sehen, es ist noch circa zwei Wochen entfernt, es wartet mit einer entsetzlichen Offenbarung von Thompson-Maschinenpistolen und Trompeten – die finale Schießerei, bevor das Spiel zu Ende geht. Dann werde ich zumindest den wertlosen Entwurf beiseite legen können und für eine Weile in das zivilisierte Leben zurückkehren. Zur Ablenkung habe ich einige alte Tagebücher durchgesehen. Ich bin dabei auf ein kleines Fragment gestoßen – ein quietschender Klang, den ich einst in einem Zug mit einem gebrochenen Rhythmus vernommen hatte; er erheiterte mich so sehr, dass ich ihn ins Konzert einfügte. (Er wird zuerst vom Xylophon angespielt und dann später von der Piccolo und den Holzbläsern aufgenommen und durch das halbe Stück gezogen.)

„16. September 1997: Nach der Produktion der Prinzessin der Sterne kehrte ich nach Hause zurück und begann direkt mit der Arbeit an dem Viola Concerto; es geschah trotzdem ohne Enthusiasmus und nur, weil eine Deadline gesetzt werden musste. Jetzt, nach zwei Wochen, bin ich immer noch unzufrieden. Es scheint im Nebel ohne erkennbare Substanz und Umriss verschwunden zu sein. Ich habe nicht nur keine Vorstellung davon, in welche Richtung es sich entwickelt, sondern auch nicht, woher es kam, da ich nicht einmal die Neugier habe, auf das zurück zu schauen, was ich bereits geschrieben habe.

16. Oktober 1977: Ich habe die Umarbeitung des Viola Concerto beendet, genau einen Monat, seit ich damit begonnen hatte. Es ist eine lange Komposition, die circa eine halbe Stunde oder auch ein bisschen länger dauert. Es gibt in dieser Komposition einige Momente der Entspannung, doch für die Solistin Rivka Golani wollte ich einen kräftigen, sinnlichen Klang erzeugen, der ihrem Charakter entspricht. Es ist so, als würde sie dich unvermittelt treffen. Ich habe noch keinen Musiker kennen gelernt, der so von seinem Instrument besessen ist wie sie. Sie spricht über ihre Viola, als wäre es ihr Liebhaber und ihr Appetit auf neue Werke ist unstillbar.“

Das gesamte Werk basiert auf einer auf- und absteigenden Tonfolge, die in den ersten dreißig Sekunden des Stückes recht einfach angekündigt wird. Ich hänge sehr an ihr und versuche, Wege zu finden, die der Sequenz neue rhythmische Vielfalt schenken. Dies ist das einzige verbindende Element dieses recht langen Werkes. R. Murray Schafer
Details
Auftragswerk : commissioned by the Esprit Orchestra
Kompositionsjahr: 1997
Orchesterbesetzung: pic.1.1.ca.1.bcl.1.cbsn-2.2.2.0-timp.perc(xyl, vib, crash cym, sizzle cym, Thai gong, Wuhan gong, Bender gongs, tam-t, s.d, bng, tom-t, tubular chimes, wdbl)-hp-str
Spieldauer: 27'0"
Verlag: Arcana Editions
Der beste Weg mein Viola Concerto zu beschreiben, scheinen Zitate aus meinem Tagebuch zu sein, die niedergeschrieben wurden, während ich das Konzert komponierte:

„11. Juni 1997: Letzte Nacht habe ich ein paar Skizzen, die ich einige Monate zuvor für das Viola Concerto angefertigt habe, hervorgeholt. Obwohl ich eine gute Erinnerung an sie hatte, war ich überrascht, wie unangemessen sie jetzt erschienen. Ich wurde an die alberne Aussage von Don Quixote im zweiten Kapitel erinnert: ‚Mit großem Behagen und Freude sah er jetzt, wie einfach er den ersten Schritt zur Erfüllung seiner Sehnsucht geschafft hatte.‘ Das ist der Grund, weshalb ich die ersten Seiten des Konzerts als wichtig erachtete. In Wirklichkeit waren sie nur ein Schuss ins Dunkle, ohne ein Ziel vor Augen. Also habe ich mich diesen Morgen hingesetzt und von vorne angefangen. Nach einer Stunde Plänkelei wandte ich mich anderen Dingen zu. Doch der Tag brachte nichts hervor. Alle halbe Stunde sprang ich von einer Sache zur Nächsten – ich las einen Brief, wässerte den Garten, schlief… die ganze Zeit verfolgt von der Obsession, dass ich früher oder später einen richtigen Start zu diesem Werk schaffen muss.

22. Juni: Weitere Skizzen zum Viola Concerto. ‘Episodisch’ fällt mir als einzig passendes Wort ein, um den Arbeitsprozess zu beschreiben. Einfälle huschen vorbei, Stimmungen wechseln rasch. Wird etwas davon wiederkehren? Warum sollte dies geschehen? Und so lasse ich das Werk an mir vorüberziehen, ohne die mindeste Idee, wohin es sich entwickeln wird oder was ich tue.

26. Juni: ‚Chaotisch‘ ist wohl ein besseres Wort, um das Viola Concerto zu beschreiben. Ich arbeite unablässig und sorglos an ihm, tauche von einem Gedanken zum nächsten, wie ein Flüchtiger, der jeden Tag zu einem neuen Hotel rennt, um dem Gesetz zu entkommen, jedoch immer mit dem Gedanken daran, dass eine Verhaftung ein lang ersehntes Ende der ständigen Kraftverschwendung bedeuten würde. Doch das Ende wird kommen, ich kann es jetzt sehen, es ist noch circa zwei Wochen entfernt, es wartet mit einer entsetzlichen Offenbarung von Thompson-Maschinenpistolen und Trompeten – die finale Schießerei, bevor das Spiel zu Ende geht. Dann werde ich zumindest den wertlosen Entwurf beiseite legen können und für eine Weile in das zivilisierte Leben zurückkehren. Zur Ablenkung habe ich einige alte Tagebücher durchgesehen. Ich bin dabei auf ein kleines Fragment gestoßen – ein quietschender Klang, den ich einst in einem Zug mit einem gebrochenen Rhythmus vernommen hatte; er erheiterte mich so sehr, dass ich ihn ins Konzert einfügte. (Er wird zuerst vom Xylophon angespielt und dann später von der Piccolo und den Holzbläsern aufgenommen und durch das halbe Stück gezogen.)

„16. September 1997: Nach der Produktion der Prinzessin der Sterne kehrte ich nach Hause zurück und begann direkt mit der Arbeit an dem Viola Concerto; es geschah trotzdem ohne Enthusiasmus und nur, weil eine Deadline gesetzt werden musste. Jetzt, nach zwei Wochen, bin ich immer noch unzufrieden. Es scheint im Nebel ohne erkennbare Substanz und Umriss verschwunden zu sein. Ich habe nicht nur keine Vorstellung davon, in welche Richtung es sich entwickelt, sondern auch nicht, woher es kam, da ich nicht einmal die Neugier habe, auf das zurück zu schauen, was ich bereits geschrieben habe.

16. Oktober 1977: Ich habe die Umarbeitung des Viola Concerto beendet, genau einen Monat, seit ich damit begonnen hatte. Es ist eine lange Komposition, die circa eine halbe Stunde oder auch ein bisschen länger dauert. Es gibt in dieser Komposition einige Momente der Entspannung, doch für die Solistin Rivka Golani wollte ich einen kräftigen, sinnlichen Klang erzeugen, der ihrem Charakter entspricht. Es ist so, als würde sie dich unvermittelt treffen. Ich habe noch keinen Musiker kennen gelernt, der so von seinem Instrument besessen ist wie sie. Sie spricht über ihre Viola, als wäre es ihr Liebhaber und ihr Appetit auf neue Werke ist unstillbar.“

Das gesamte Werk basiert auf einer auf- und absteigenden Tonfolge, die in den ersten dreißig Sekunden des Stückes recht einfach angekündigt wird. Ich hänge sehr an ihr und versuche, Wege zu finden, die der Sequenz neue rhythmische Vielfalt schenken. Dies ist das einzige verbindende Element dieses recht langen Werkes. R. Murray Schafer
Auftragswerk : commissioned by the Esprit Orchestra
Kompositionsjahr: 1997
Orchesterbesetzung: pic.1.1.ca.1.bcl.1.cbsn-2.2.2.0-timp.perc(xyl, vib, crash cym, sizzle cym, Thai gong, Wuhan gong, Bender gongs, tam-t, s.d, bng, tom-t, tubular chimes, wdbl)-hp-str
Spieldauer: 27'0"
Verlag: Arcana Editions