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Gezi Park 1

Gezi Park 1

Konzert für zwei Klaviere und Orchester


  • Besetzung: 2 Klaviere und Orchester
  • Ausgabe: Aufführungsmaterial

 
Beschreibung
Vorbemerkung:
Fazıl Say bezieht sich in drei voneinander unabhängigen Werken auf die Ereignisse am Gezi Park:
- Konzert für 2 Klaviere und Orchester (30. und 31. Mai, der Tag an dem die Ereignisse begannen).
- Sonate für Klavier solo (1. und 2. Juni, die Tage des Widerstandes und der Zusammenstöße; der zunehmend harte Kurs des Premierministers Tyyip Erdoğan gegen die Demonstranten und die Angriffe der Polizei gegen unschuldige Menschen).
- Die Ballade vom Gezi Park (für Sopran und Orchester) über die Ereignisse im Juni 2013, als alle Augen der Welt auf die Türkei gerichtet waren.

Teil 1 „Evening“ (30. Mai 2013, Abend, Gezi Park Istanbul)
Tausende Menschen versammelten sich am Abend des 30. Mai am Gezi Park, um ihre Stimmen zum Protest zu erheben. Die Menschen sind glücklich und repräsentieren das moderne Gesicht der Türkei. Sie versammeln sich dort für die Freiheit und drängen sich um die errichteten Absperrungen. Tausende Stimmen voller Hoffnung erklingen dort. Es ist ein wunderschöner Sommerabend. Alles ist friedlich und die Lieder der Hoffnung schallen von überall her …
Die Klaviere sind wie zwei Geschwister. Ihr Thema basiert auf dem türkischen Hüseyni makam (Es, äolischer Modus). Manchmal können wir das Rascheln der Bäume im Gezi Park aus der Melodie (Richtziffer 2) heraus wahrnehmen. Während des gesamten Stücks, vor allem aber im zweiten Teil „Night“, ist der Baum ein grundlegendes Motiv.
Nach einer vier bis fünfminütigen Steigerung beginnt eine Menschengruppe einen Volkstanz im Gezi Park (an diesem Punkt beginnt das 3 x 15/Achtel Metrum). Wir wissen, dass sich Kurden, Türken, Aleviten und sunnitische Muslime, ob gläubig oder nicht-gläubig, am Gezi Park versammelt haben. Das Ziel dieser Zusammenkunft ist es, gemeinsam den Park zu schützen.
Mit diesem neuen Rhythmus wird die Musik noch lebhafter; er wirkt tänzerisch, gesanglich, unvollständige Rhythmen. Wir sehen uns einem echten anatolischen Mosaik gegenüber.
Und wenn dies alles zu einem Ende kommt, dann kehrt die Musik zu ihrem ursprünglichen Tempo (Richtziffer 17) zurück. Mit verschiedenen Charakteristika hallen die Motive wider. Die Streicher verdeutlichen die modalen Melodien (Richtziffer 19-20) und der Abend löst sich in nächtliche Stille auf.

Teil 2 „Night“ (Der Morgen des 31. Mai zwischen 2 und 5 Uhr)
Lesen wir zuerst diese sehr interessante Geschichte: Çınar Baba war Veli (ein heiliger Mann), ein Nachfahre von Haci Bayram Veli, geboren und aufgewachsen in Khorasan. In Khorasan wurde er als „Hüter der Bäume” bekannt. Der große Herrscher der Epoche war darauf begierig, sich selbst ein majestätisches Militärcamp zu errichten. Für diesen Zweck richtete er seinen Blick auf den nahe gelegenen Wald mit Plantanenbäumen, um diesen zu plündern. Çınar Baba machte sich gegen dieses Vorhaben stark und schloss sich mit seinen Männern zu einem Widerstand zusammen. Seitdem gibt es diese Legende…
Die Plantanenbäume beteiligten sich auch an diesem Widerstand. Sie marschierten in der Nacht zu dem Camp, erwürgten mit ihren Wurzeln die Männer, die sie fällen wollten, und besiegten somit die Armee. Als Çınar Baba erkannte, dass die Herrscher vorhatten ihn zu töten, flüchtete er nach Istanbul und suchte Zuflucht in dem Palast des Sultans. Dieser gewährte ihm seinen Schutz. Nach einiger Zeit beauftragte der Sultan ihn mit der Pflege und Instandhaltung des Palastgartens. Er blieb bis zu seinem Tod in Istanbul. Und…
Errate, wo er begraben ist …
Ja, das ist die richtige Antwort: Im Teksim Gezi Park.

In den folgenden Jahren zog der Ort Scharen von Menschen an, die vor allem Bäume und Blumen auf dem Grab des heiligen Mannes pflanzten, sodass an diesem Ort eine wunderschöne Vegetation wuchs. Dieser Ort wurde als „Lunge Istanbuls“ bezeichnet.
Um dort eine Militärbaracke zu errichten, wurden 1806 die schönen Plantanenbäume gefällt. Seitdem spricht man von dieser Hörensage. Die Seelen von Çınar Baba und den zerstörten Plantanenbäumen erhoben sich im Zorn, und die Rebellion begann. Am 31. Mai wurden die Baracken während des Aufstands zerstört. Zurück blieben nur noch Ruinen. Die Jahre vergingen und die Republik wurde geboren. Der Gouverneur von Istanbul ließ die verfallenen Baracken abreißen und an deren Stelle den Taksim Gezi Park errichten, den wir heute alle kennen. Aus Respekt vor dem heiligen Grab wurden dort neue Plantanenbäume gepflanzt. (Diese Information stammt aus “Istanbul’s nature-loving saints” von Rizeli Gümüş Balta Baba).
Und so geht die Geschichte weiter: Mehr als 80 Jahre ziehen ins Land. Ein anderer Herrscher unternimmt den Versuch die Plantanenbäume zu fällen, um die Baracken wieder neu zu errichten. Doch Çınar Baba erwachte wieder zum Leben. Sein Lebensatem half den Menschen von Istanbul sich gegen diese Gefahr zu wehren. Die Plantanenbäume opferten einige ihrer Artgenossen, aber da sich die Menschen im Schatten der Bäume versammelten, wurden sie letztendlich doch gerettet.
Von dieser Geschichte inspiriert, werden die Bäume in diesem Teil zu einem eigenen Leitmotiv.
Teil 2 besteht aus einer Vielzahl von Leitmotiven. Das Aufsteigen des Mondes (Richtziffer 24): Der Mond ist romantisch und beängstigend zugleich.
Das Leitmotiv-Thema „Baum“ von Richtziffer 27 schreitet für eine längere Zeit fort. Begleitet wird es von Windmaschinen, die auch in Opern Verwendung finden. Der 31. Mai war eine sehr windige Nacht in Istanbul. Die zwei Geschwister (zwei Klaviere) sind von dem geheimnisvollen Wirken der Bäume verzaubert.
Um das Baum-Thema rankt sich ein Rhythmus, der so alt ist, wie der Klang einer Taube (Sechzehntel, punktierte Achtel, Sechzehntel). Dieser Abschnitt beinhaltet Ausdrücke von Explosionen. Wenn der Mond wieder aufgeht, kehren wir zur gefährlichen Stille der Nacht zurück. Es ist Unruhe in der Luft.

Teil 3 „Police Raid“ (31. Mai, 5 Uhr morgens)
Um fünf Uhr morgens griff die Polizei die Demonstranten an und wendete bei dieser sinnlosen und grausamen Tat unverhältnismäßig viel Gewalt an. Die demokratisch gesinnten Bürger von Istanbul wurden von dieser Nachricht aufgeschreckt. Sie begannen zu handeln und auf die Straßen zu gehen. Einen vergleichbaren Widerstand hat es in der Türkei noch nie zuvor gegeben. Millionen türkische Bürger aus den Bezirken Istanbuls (Taksim, Besiktas und Kadikoy), aus Ankara, Izmir und Adana erhoben sich zu einem Protest gegen die Regierung, der über Wochen andauerte und von der ganzen Welt aufmerksam beobachtet wurde.
Der Angriff der Polizei war schrecklich. Hunderte Menschen wachten in brennenden Zelten auf. Es wurde Pfefferspray und Tränengas benutzt. Wasserwerfer und Druckluftbomben wurden eingesetzt. In der Folge erlitten Menschen und Tiere schwerste Verletzungen. Das Gas führte zu Atemproblemen und Erstickungen. Einige Menschen verloren ihr Augenlicht. Es waren überall Schreie zu hören. Als die Menschen verzweifelt versuchten zu flüchten, stürzten sie kopfüber übereinander. Diese schrecklichen Geschehnisse sind in der Musik dargestellt. Die Musik ist laut und das Orchester, das die Polizei repräsentiert, ist das dominierende Element. Die Bläser und die Schlagzeuggruppe erzeugen Unruhe und Chaos.
Kaum ist der Angriff vorüber, sind die zwei Geschwister (die zwei Klaviere) wieder alleine. Sie sind in eine Seitenstraße geflohen und befinden sich im Würgegriff eines kummervollen und schrecklichen Grolls. Diese Wut weicht schrittweise einem Gefühl von Hoffnung. Die zwei Geschwister haben etwas der ganzen Welt zu verkünden. Als innere Stimme erklingt dies in einem langen Duett, und so endet Gezi Park 1 in einem Lied voller Hoffnung. Fazıl Say
Details
Auftragswerk : Auftragswerk der NDR Radiophilharmonie
Inhaltstext: I Evening
II Night
III Police Raid
Kompositionsjahr: 2013
Opus: op. 48
Orchesterbesetzung: Picc. · 2 · 2 · 2 · 2 · Kfg. - 3 · 2 · 1 · 0 - P. S. (Marimba · Beck. · hg. Beck. · Tamt. · Tamb. · Bong. · Tomt. · Snare Drum · Tenortr. · Cong. · gr. Tr. · Bar Chimes · Claves · Woodbl. [3er Set] · Windmasch.) (3 Spieler) - Str. (12 · 8 · 8 · 8 · 4)
Spieldauer: 27'0"
Uraufführung : 24. Oktober 2013 Hannover, NDR, Großer Sendesaal (D) · Ferhan und Ferzan Önder, Klaviere · Dirigent: Arvo Volmer · NDR Radiophilharmonie
Verlag: Schott Music
Aufführungen
Dirigent: Constantin Trinks
Orchester: Saarländisches Staatsorchester
2018-03-19 | Saarbrücken (Deutschland), Congresshalle — 20:00
Dirigent: Constantin Trinks
Orchester: Saarländisches Staatsorchester
2018-03-18 | Saarbrücken (Deutschland), Congresshalle — 11:00
Dirigent: Victor Jacob
Orchester: Orchestre Philharmonique Royal de Liège
2018-02-17 | Bruxelles (Belgien), Palais des Beaux-Arts — 13:00
Dirigent: Simon Gaudenz
Orchester: Jenaer Philharmonie
2017-11-09 | Jena (Deutschland), Volkshaus — 20:00
Dirigent: Ender Sakpınar
Orchester: Eskişehir Metropolitan Municipality Symphony Orchestra
2017-09-22 | Eskişehir (Türkei), Metropolitan Municipality Art and Culture Palace
Dirigent: Alexander G. Adiarte
Orchester: Orchesterverein Stuttgart
2016-10-24 | Stuttgart (Deutschland), Liederhalle — 20:00
Dirigent: Markus Poschner
Orchester: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
2016-05-29 | Berlin (Deutschland), Philharmonie — 16:00
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2016-03-11 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2016-03-10 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: Stefan Sanderling
Orchester: Toledo Symphony
2015-09-25 | Toledo, OH (Vereinigte Staaten von Amerika), Toledo Museum of Art | nationale Erstaufführung
Dirigent: Ola Rudner
Orchester: Württembergische Philharmonie Reutlingen
2014-05-30 | Wien (Österreich), Volkstheater — 19:30 | nationale Erstaufführung
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Orchestre Philharmonique de Liège
2014-02-23 | Liège (Belgien), Salle philharmonique — 17:00
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Orchestre Philharmonique de Liège
2014-02-13 | Bruxelles (Belgien), Palais des Beaux-Arts — 20:00 | nationale Erstaufführung
Dirigent: Arvo Volmer
Orchester: NDR Radiophilharmonie
2013-10-25 | Hannover (Deutschland), NDR, Großer Sendesaal
Dirigent: Arvo Volmer
Orchester: NDR Radiophilharmonie
2013-10-24 | Hannover (Deutschland), NDR, Großer Sendesaal | Uraufführung
Vorbemerkung:
Fazıl Say bezieht sich in drei voneinander unabhängigen Werken auf die Ereignisse am Gezi Park:
- Konzert für 2 Klaviere und Orchester (30. und 31. Mai, der Tag an dem die Ereignisse begannen).
- Sonate für Klavier solo (1. und 2. Juni, die Tage des Widerstandes und der Zusammenstöße; der zunehmend harte Kurs des Premierministers Tyyip Erdoğan gegen die Demonstranten und die Angriffe der Polizei gegen unschuldige Menschen).
- Die Ballade vom Gezi Park (für Sopran und Orchester) über die Ereignisse im Juni 2013, als alle Augen der Welt auf die Türkei gerichtet waren.

Teil 1 „Evening“ (30. Mai 2013, Abend, Gezi Park Istanbul)
Tausende Menschen versammelten sich am Abend des 30. Mai am Gezi Park, um ihre Stimmen zum Protest zu erheben. Die Menschen sind glücklich und repräsentieren das moderne Gesicht der Türkei. Sie versammeln sich dort für die Freiheit und drängen sich um die errichteten Absperrungen. Tausende Stimmen voller Hoffnung erklingen dort. Es ist ein wunderschöner Sommerabend. Alles ist friedlich und die Lieder der Hoffnung schallen von überall her …
Die Klaviere sind wie zwei Geschwister. Ihr Thema basiert auf dem türkischen Hüseyni makam (Es, äolischer Modus). Manchmal können wir das Rascheln der Bäume im Gezi Park aus der Melodie (Richtziffer 2) heraus wahrnehmen. Während des gesamten Stücks, vor allem aber im zweiten Teil „Night“, ist der Baum ein grundlegendes Motiv.
Nach einer vier bis fünfminütigen Steigerung beginnt eine Menschengruppe einen Volkstanz im Gezi Park (an diesem Punkt beginnt das 3 x 15/Achtel Metrum). Wir wissen, dass sich Kurden, Türken, Aleviten und sunnitische Muslime, ob gläubig oder nicht-gläubig, am Gezi Park versammelt haben. Das Ziel dieser Zusammenkunft ist es, gemeinsam den Park zu schützen.
Mit diesem neuen Rhythmus wird die Musik noch lebhafter; er wirkt tänzerisch, gesanglich, unvollständige Rhythmen. Wir sehen uns einem echten anatolischen Mosaik gegenüber.
Und wenn dies alles zu einem Ende kommt, dann kehrt die Musik zu ihrem ursprünglichen Tempo (Richtziffer 17) zurück. Mit verschiedenen Charakteristika hallen die Motive wider. Die Streicher verdeutlichen die modalen Melodien (Richtziffer 19-20) und der Abend löst sich in nächtliche Stille auf.

Teil 2 „Night“ (Der Morgen des 31. Mai zwischen 2 und 5 Uhr)
Lesen wir zuerst diese sehr interessante Geschichte: Çınar Baba war Veli (ein heiliger Mann), ein Nachfahre von Haci Bayram Veli, geboren und aufgewachsen in Khorasan. In Khorasan wurde er als „Hüter der Bäume” bekannt. Der große Herrscher der Epoche war darauf begierig, sich selbst ein majestätisches Militärcamp zu errichten. Für diesen Zweck richtete er seinen Blick auf den nahe gelegenen Wald mit Plantanenbäumen, um diesen zu plündern. Çınar Baba machte sich gegen dieses Vorhaben stark und schloss sich mit seinen Männern zu einem Widerstand zusammen. Seitdem gibt es diese Legende…
Die Plantanenbäume beteiligten sich auch an diesem Widerstand. Sie marschierten in der Nacht zu dem Camp, erwürgten mit ihren Wurzeln die Männer, die sie fällen wollten, und besiegten somit die Armee. Als Çınar Baba erkannte, dass die Herrscher vorhatten ihn zu töten, flüchtete er nach Istanbul und suchte Zuflucht in dem Palast des Sultans. Dieser gewährte ihm seinen Schutz. Nach einiger Zeit beauftragte der Sultan ihn mit der Pflege und Instandhaltung des Palastgartens. Er blieb bis zu seinem Tod in Istanbul. Und…
Errate, wo er begraben ist …
Ja, das ist die richtige Antwort: Im Teksim Gezi Park.

In den folgenden Jahren zog der Ort Scharen von Menschen an, die vor allem Bäume und Blumen auf dem Grab des heiligen Mannes pflanzten, sodass an diesem Ort eine wunderschöne Vegetation wuchs. Dieser Ort wurde als „Lunge Istanbuls“ bezeichnet.
Um dort eine Militärbaracke zu errichten, wurden 1806 die schönen Plantanenbäume gefällt. Seitdem spricht man von dieser Hörensage. Die Seelen von Çınar Baba und den zerstörten Plantanenbäumen erhoben sich im Zorn, und die Rebellion begann. Am 31. Mai wurden die Baracken während des Aufstands zerstört. Zurück blieben nur noch Ruinen. Die Jahre vergingen und die Republik wurde geboren. Der Gouverneur von Istanbul ließ die verfallenen Baracken abreißen und an deren Stelle den Taksim Gezi Park errichten, den wir heute alle kennen. Aus Respekt vor dem heiligen Grab wurden dort neue Plantanenbäume gepflanzt. (Diese Information stammt aus “Istanbul’s nature-loving saints” von Rizeli Gümüş Balta Baba).
Und so geht die Geschichte weiter: Mehr als 80 Jahre ziehen ins Land. Ein anderer Herrscher unternimmt den Versuch die Plantanenbäume zu fällen, um die Baracken wieder neu zu errichten. Doch Çınar Baba erwachte wieder zum Leben. Sein Lebensatem half den Menschen von Istanbul sich gegen diese Gefahr zu wehren. Die Plantanenbäume opferten einige ihrer Artgenossen, aber da sich die Menschen im Schatten der Bäume versammelten, wurden sie letztendlich doch gerettet.
Von dieser Geschichte inspiriert, werden die Bäume in diesem Teil zu einem eigenen Leitmotiv.
Teil 2 besteht aus einer Vielzahl von Leitmotiven. Das Aufsteigen des Mondes (Richtziffer 24): Der Mond ist romantisch und beängstigend zugleich.
Das Leitmotiv-Thema „Baum“ von Richtziffer 27 schreitet für eine längere Zeit fort. Begleitet wird es von Windmaschinen, die auch in Opern Verwendung finden. Der 31. Mai war eine sehr windige Nacht in Istanbul. Die zwei Geschwister (zwei Klaviere) sind von dem geheimnisvollen Wirken der Bäume verzaubert.
Um das Baum-Thema rankt sich ein Rhythmus, der so alt ist, wie der Klang einer Taube (Sechzehntel, punktierte Achtel, Sechzehntel). Dieser Abschnitt beinhaltet Ausdrücke von Explosionen. Wenn der Mond wieder aufgeht, kehren wir zur gefährlichen Stille der Nacht zurück. Es ist Unruhe in der Luft.

Teil 3 „Police Raid“ (31. Mai, 5 Uhr morgens)
Um fünf Uhr morgens griff die Polizei die Demonstranten an und wendete bei dieser sinnlosen und grausamen Tat unverhältnismäßig viel Gewalt an. Die demokratisch gesinnten Bürger von Istanbul wurden von dieser Nachricht aufgeschreckt. Sie begannen zu handeln und auf die Straßen zu gehen. Einen vergleichbaren Widerstand hat es in der Türkei noch nie zuvor gegeben. Millionen türkische Bürger aus den Bezirken Istanbuls (Taksim, Besiktas und Kadikoy), aus Ankara, Izmir und Adana erhoben sich zu einem Protest gegen die Regierung, der über Wochen andauerte und von der ganzen Welt aufmerksam beobachtet wurde.
Der Angriff der Polizei war schrecklich. Hunderte Menschen wachten in brennenden Zelten auf. Es wurde Pfefferspray und Tränengas benutzt. Wasserwerfer und Druckluftbomben wurden eingesetzt. In der Folge erlitten Menschen und Tiere schwerste Verletzungen. Das Gas führte zu Atemproblemen und Erstickungen. Einige Menschen verloren ihr Augenlicht. Es waren überall Schreie zu hören. Als die Menschen verzweifelt versuchten zu flüchten, stürzten sie kopfüber übereinander. Diese schrecklichen Geschehnisse sind in der Musik dargestellt. Die Musik ist laut und das Orchester, das die Polizei repräsentiert, ist das dominierende Element. Die Bläser und die Schlagzeuggruppe erzeugen Unruhe und Chaos.
Kaum ist der Angriff vorüber, sind die zwei Geschwister (die zwei Klaviere) wieder alleine. Sie sind in eine Seitenstraße geflohen und befinden sich im Würgegriff eines kummervollen und schrecklichen Grolls. Diese Wut weicht schrittweise einem Gefühl von Hoffnung. Die zwei Geschwister haben etwas der ganzen Welt zu verkünden. Als innere Stimme erklingt dies in einem langen Duett, und so endet Gezi Park 1 in einem Lied voller Hoffnung. Fazıl Say
Auftragswerk : Auftragswerk der NDR Radiophilharmonie
Inhaltstext: I Evening
II Night
III Police Raid
Kompositionsjahr: 2013
Opus: op. 48
Orchesterbesetzung: Picc. · 2 · 2 · 2 · 2 · Kfg. - 3 · 2 · 1 · 0 - P. S. (Marimba · Beck. · hg. Beck. · Tamt. · Tamb. · Bong. · Tomt. · Snare Drum · Tenortr. · Cong. · gr. Tr. · Bar Chimes · Claves · Woodbl. [3er Set] · Windmasch.) (3 Spieler) - Str. (12 · 8 · 8 · 8 · 4)
Spieldauer: 27'0"
Uraufführung : 24. Oktober 2013 Hannover, NDR, Großer Sendesaal (D) · Ferhan und Ferzan Önder, Klaviere · Dirigent: Arvo Volmer · NDR Radiophilharmonie
Verlag: Schott Music
Dirigent: Constantin Trinks
Orchester: Saarländisches Staatsorchester
2018-03-19 | Saarbrücken (Deutschland), Congresshalle — 20:00
Dirigent: Constantin Trinks
Orchester: Saarländisches Staatsorchester
2018-03-18 | Saarbrücken (Deutschland), Congresshalle — 11:00
Dirigent: Victor Jacob
Orchester: Orchestre Philharmonique Royal de Liège
2018-02-17 | Bruxelles (Belgien), Palais des Beaux-Arts — 13:00
Dirigent: Simon Gaudenz
Orchester: Jenaer Philharmonie
2017-11-09 | Jena (Deutschland), Volkshaus — 20:00
Dirigent: Ender Sakpınar
Orchester: Eskişehir Metropolitan Municipality Symphony Orchestra
2017-09-22 | Eskişehir (Türkei), Metropolitan Municipality Art and Culture Palace
Dirigent: Alexander G. Adiarte
Orchester: Orchesterverein Stuttgart
2016-10-24 | Stuttgart (Deutschland), Liederhalle — 20:00
Dirigent: Markus Poschner
Orchester: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
2016-05-29 | Berlin (Deutschland), Philharmonie — 16:00
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2016-03-11 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
2016-03-10 | Sevilla (Spanien), Teatro de la Maestranza
Dirigent: Stefan Sanderling
Orchester: Toledo Symphony
2015-09-25 | Toledo, OH (Vereinigte Staaten von Amerika), Toledo Museum of Art | nationale Erstaufführung
Dirigent: Ola Rudner
Orchester: Württembergische Philharmonie Reutlingen
2014-05-30 | Wien (Österreich), Volkstheater — 19:30 | nationale Erstaufführung
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Orchestre Philharmonique de Liège
2014-02-23 | Liège (Belgien), Salle philharmonique — 17:00
Dirigent: Christian Arming
Orchester: Orchestre Philharmonique de Liège
2014-02-13 | Bruxelles (Belgien), Palais des Beaux-Arts — 20:00 | nationale Erstaufführung
Dirigent: Arvo Volmer
Orchester: NDR Radiophilharmonie
2013-10-25 | Hannover (Deutschland), NDR, Großer Sendesaal
Dirigent: Arvo Volmer
Orchester: NDR Radiophilharmonie
2013-10-24 | Hannover (Deutschland), NDR, Großer Sendesaal | Uraufführung