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Joel Harrison - Passing Train

Joel Harrison - Passing Train


  • Ausgabe: CD
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Bestell-Nr.: TIN 1802
9,99 €
inkl. Mwst. und zzgl. Versandkosten

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Beschreibung

„Passing Train“ ist das erstaunlich selbstbewusste Coming-out eines alten Hasen, der immer neue Seiten in sich entdeckt. Harrison nutzt seine ganze gestalterische Erfahrung als Jazzgitarrist wie ein Zauberer, dem es gelingt, sich aus einer Kiste zu befreien, in die er sich zuvor selbst hinein manövriert hat. Wenn ein Jazzmusiker jemals absolute Freiheit für sich in Anspruch nehmen konnte, dann Joel Harrison auf seinem „Debut“ als Singer/Songwriter.

Joel Harrison ist ein Jazz-Gitarrist. Joel Harrison ist kein Jazz-Gitarrist. Joel Harrison ist ein Country-Alternierer. Joel Harrison ist kein Country - Alternierer. Joel Harrison ist ein klassischer Komponist. Joel Harrison ist kein klassischer Komponist. Joel Harrison ist ein Singer/Songwriter. Joel Harrison ist kein Singer/Songwriter. All diese Aussagen treffen zu und ergeben in jeder beliebigen Kombination untereinander Sinn. Joel Harrison ist ein Gitarrist, Komponist und neuerdings auch Sänger, dessen Aktivitäten einen ganz weiten Rahmen abstecken. Es ist ungemein spannend, dieses gigantische Spektrum unterschiedlicher stilistischer Statements auf ihre gemeinsame Mitte zurückzuführen und Joel Harrisons Persönlichkeit daraus abzuleiten. Harrison selbst ist indes viel zu bescheiden, um sich auf diesem Weg zum Herrscher einer musikalischen Galaxis aufzuwerfen. Er bringt seine Vielseitigkeit auf eine verblüffend einfache Formel: „Not having a center is my center. It’s not easy to be me. I almost laugh when I think about it.“

Nun leidet Joel Harrison durchaus nicht an einer multiplen Persönlichkeit. Er ist ein Künstler mit festem gestalterischen Willen, der stets den logischen Abschluss jedes gerade in Arbeit befindlichen Projekts im Auge hat und über das Rüstzeug verfügt, es mit allem auszustatten, wonach es verlangt. Ebenso legitim, wie sich den Überblick über sein Gesamtwerk zu verschaffen, ist es deshalb, jede seiner Platten einfach für sich zu nehmen. „Natürlich kenne ich den Marktplatz, auf dem wir leben“, reflektiert der Visionär Harrison sachlich, „und respektiere die Hörgewohnheiten des Publikums. Ich kann nicht erwarten, dass ich mit jedem Projekt jeden Hörer auf meiner Seite habe. Wenn ich jemanden mit nur einer meiner Platten nachhaltig berühren kann, habe ich schon viel erreicht. Wenn man jedoch genau hinhört, findet man in allen Projekten etwas, das nach Joel Harrison klingt.“

Mit „Passing Train“ dürfte Harrison auf jeden Fall Freunde finden, die bislang für seine Musik kein Ohr freihatten. Der Wanderer zwischen den Traditionen begann als Jazz-Musiker mit besonders offenen Ohren für Rock und außeramerikanische Musik. In den neunziger Jahren zählte er zu den Exponenten der kalifornischen Jazz-Avantgarde. Er arbeitete unter anderem mit Musikern wie Nels Cline, John Schott und Scott Amendola zusammen. Kaum hatte er sich als Jazz-Gitarrist in der Bay Area einen Namen gemacht, ging er 1999 nach New York und setzte mit „Free Country“ völlig neue Koordinaten. Damals war es noch nicht Usus, dass Jazz-Musiker den Schulterschluss zur amerikanischen Folk- und Country-Szene suchten. Doch die Konsequenz, mit der Harrison sich über alle Konventionen hinwegsetzte, löste schon damals Sprachlosigkeit aus. Auf „Harrison On Harrison“ fantasierte er dann über Songs seines berühmten Namensvetters von den Beatles und öffnete seiner Affinität für gute Songs noch ein ganz anderes Ventil.

Mit „Passing Train“ legt er nun erneut ein Songalbum vor, und wieder ist alles anders. Zwar weist auch „Passing Train“ jene unverhohlene Passion für den amerikanischen Folksong aus, doch stammen alle Songs diesmal aus Harrisons eigener Feder. Und nicht nur das, Harrison spielt nicht nur Gitarre, er singt auch. Nie zuvor hat er sich so weit in den jazzfreien Bereich vorgewagt wie auf diesem reinen Songalbum. „Vor allem habe ich diesmal weitgehend auf Improvisation verzichtet. Ich bin schon lange ein Songwriter.

Diese Platte war eine große Herausforderung für mich. Improvisierende Musiker haben einen völlig anderen Zugang zur Musik. Die neue Platte scheint auf den ersten Blick meine populärste zu sein, aber im Prozess war sie alles andere als leicht. Im Gegensatz, ihr Entstehungsprozess war sehr komplex.“

Sechs Jahre hat Harrison an „Passing Train“ gearbeitet. Doch bei aller Komplexität gelingt es Harrison, die Songs ganz einfach klingen zu lassen. Gute Songs müssen zuweilen reifen wie ein guter Wein, um ihr Bukett zu entfalten. Harrison wollte ebenso wenig Gedanken darauf verschwenden, wie poppig, kommerziell oder zugänglich seine Songs sein würden, wie auf die Frage, ob sein Album aus der Jazz-Perspektive womöglich als leichte Kost wahrgenommen werden könnte. Er wusste einfach, was er selbst hören wollte und arbeitete so lange an dem Album, bis er dieses Ziel erreicht hatte. Wer seine Jazz-Platten nicht kennt, hätte angesichts dieser Songs nicht die geringste Ahnung von Harrisons profunden Jazz-Kenntnissen. Gutes Songswriting, so weiß der Gitarrist, ist auch immer eine Frage von Understatement. So widersprüchlich es klingen mag, doch um seine Persönlichkeit in den Songs voll entfalten zu können, nimmt er sich selbst viel weiter zurück, als das in einem Jazz-Kontext möglich wäre. Dafür steht ihm hier erstmals das Wort zur Verfügung. „Starke Songs leben von der gebündelten Wirkung von Worten und Musik. Nichts kann uns so berühren wie ein guter Song. Alle großen Songwriter und Interpreten hatten einen besonderen Sinn für diese gemeinsame Wirkung, ohne dass sie vielleicht selbst immer hätten beschreiben können, wo genau die Schnittstelle liegt und wie sie beschaffen sein muss. Auch die größten klassischen und Jazzmusiker hören für den Eigengebrauch Songs.“

Ein besonderes Merkmal ist der Gesang. Jazzgitarristen, die irgendwann den Sänger in sich entdeckt haben, sind nicht eben reich gesät. Doch auf „Passing Train“ ist Harrison ja kein Jazzgitarrist. Mit seiner Stimme musste er sich dennoch erst einmal anfreunden, doch gerade diese Erstbegegnung macht den Gesang auf „Passing Train“ zu einem so intensiven, fragilen und emotional kraftvollen Ereignis. „Ich habe noch nie versucht, für eine ganze Platte zu singen. Ich kann nicht einmal behaupten, dass ich meine Stimme sonderlich mögen würde. Anfangs wollte ich die Songs gar nicht selbst singen, aber sie kamen immer zu mir zurück. Ich musste hart daran arbeiten, die Balance zwischen Verwundbarkeit und Härte in meiner Stimme zu halten. Ich verfüge sicher über keine trainierte Stimme, aber bestimmte Emotionen wie Traurigkeit oder Bluesiness konnte ich am besten selbst ausdrücken. Von den großen R&B-Sängern habe ich gelernt, dass die Songs dann am authentischsten sind, wenn man auf den Fundus vertraut, der einem ohnehin zur Verfügung steht.“

Mit dem Song „Glory Days“ liefert Harrison obendrein einen zeitlosen Beitrag zu einem aktuellen amerikanischen Grundkonflikt. In seiner hymnischen Eindringlichkeit erinnert das Stück an Steve Earles provokanten Antikriegs-Song „John Walker’s Blues“. Doch an Feinsinnigkeit im Umgang mit diesem gerade in Amerika sehr vielschichtigen Thema „Krieg und Frieden“ ist Harrison kaum zu überbieten. „Statt die ganze Antikriegs-Rhetorik zu benutzen, wollte ich die Geschichte jemandes erzählen, der einfach da war. Es musste nicht einmal unbedingt der Irak-Krieg sein, sondern es konnte auch jeder andere Krieg sein. Mir ging es um die innere Verwüstung, die sich in der Seele eines Kriegsteilnehmers vollzieht. Mir geht es um einen Soldaten, der sich betrogen fühlt und mit der Gewissheit leben muss, dass ihm seine Ehre gestohlen wurde.“

Details
Inhaltstext: The Wishing Well
Passing Train
Northwest Jewel
Glory Days Are Gone
Ship Sailing Cross A Mountain
Travel On
No One Knows How To Die
Midnight
God Loves A Loser
Regret
Just For The Ride
Wash Away
Spieldauer: 58'57"
UPC : 750447018020
Verlag: Intuition

„Passing Train“ ist das erstaunlich selbstbewusste Coming-out eines alten Hasen, der immer neue Seiten in sich entdeckt. Harrison nutzt seine ganze gestalterische Erfahrung als Jazzgitarrist wie ein Zauberer, dem es gelingt, sich aus einer Kiste zu befreien, in die er sich zuvor selbst hinein manövriert hat. Wenn ein Jazzmusiker jemals absolute Freiheit für sich in Anspruch nehmen konnte, dann Joel Harrison auf seinem „Debut“ als Singer/Songwriter.

Joel Harrison ist ein Jazz-Gitarrist. Joel Harrison ist kein Jazz-Gitarrist. Joel Harrison ist ein Country-Alternierer. Joel Harrison ist kein Country - Alternierer. Joel Harrison ist ein klassischer Komponist. Joel Harrison ist kein klassischer Komponist. Joel Harrison ist ein Singer/Songwriter. Joel Harrison ist kein Singer/Songwriter. All diese Aussagen treffen zu und ergeben in jeder beliebigen Kombination untereinander Sinn. Joel Harrison ist ein Gitarrist, Komponist und neuerdings auch Sänger, dessen Aktivitäten einen ganz weiten Rahmen abstecken. Es ist ungemein spannend, dieses gigantische Spektrum unterschiedlicher stilistischer Statements auf ihre gemeinsame Mitte zurückzuführen und Joel Harrisons Persönlichkeit daraus abzuleiten. Harrison selbst ist indes viel zu bescheiden, um sich auf diesem Weg zum Herrscher einer musikalischen Galaxis aufzuwerfen. Er bringt seine Vielseitigkeit auf eine verblüffend einfache Formel: „Not having a center is my center. It’s not easy to be me. I almost laugh when I think about it.“

Nun leidet Joel Harrison durchaus nicht an einer multiplen Persönlichkeit. Er ist ein Künstler mit festem gestalterischen Willen, der stets den logischen Abschluss jedes gerade in Arbeit befindlichen Projekts im Auge hat und über das Rüstzeug verfügt, es mit allem auszustatten, wonach es verlangt. Ebenso legitim, wie sich den Überblick über sein Gesamtwerk zu verschaffen, ist es deshalb, jede seiner Platten einfach für sich zu nehmen. „Natürlich kenne ich den Marktplatz, auf dem wir leben“, reflektiert der Visionär Harrison sachlich, „und respektiere die Hörgewohnheiten des Publikums. Ich kann nicht erwarten, dass ich mit jedem Projekt jeden Hörer auf meiner Seite habe. Wenn ich jemanden mit nur einer meiner Platten nachhaltig berühren kann, habe ich schon viel erreicht. Wenn man jedoch genau hinhört, findet man in allen Projekten etwas, das nach Joel Harrison klingt.“

Mit „Passing Train“ dürfte Harrison auf jeden Fall Freunde finden, die bislang für seine Musik kein Ohr freihatten. Der Wanderer zwischen den Traditionen begann als Jazz-Musiker mit besonders offenen Ohren für Rock und außeramerikanische Musik. In den neunziger Jahren zählte er zu den Exponenten der kalifornischen Jazz-Avantgarde. Er arbeitete unter anderem mit Musikern wie Nels Cline, John Schott und Scott Amendola zusammen. Kaum hatte er sich als Jazz-Gitarrist in der Bay Area einen Namen gemacht, ging er 1999 nach New York und setzte mit „Free Country“ völlig neue Koordinaten. Damals war es noch nicht Usus, dass Jazz-Musiker den Schulterschluss zur amerikanischen Folk- und Country-Szene suchten. Doch die Konsequenz, mit der Harrison sich über alle Konventionen hinwegsetzte, löste schon damals Sprachlosigkeit aus. Auf „Harrison On Harrison“ fantasierte er dann über Songs seines berühmten Namensvetters von den Beatles und öffnete seiner Affinität für gute Songs noch ein ganz anderes Ventil.

Mit „Passing Train“ legt er nun erneut ein Songalbum vor, und wieder ist alles anders. Zwar weist auch „Passing Train“ jene unverhohlene Passion für den amerikanischen Folksong aus, doch stammen alle Songs diesmal aus Harrisons eigener Feder. Und nicht nur das, Harrison spielt nicht nur Gitarre, er singt auch. Nie zuvor hat er sich so weit in den jazzfreien Bereich vorgewagt wie auf diesem reinen Songalbum. „Vor allem habe ich diesmal weitgehend auf Improvisation verzichtet. Ich bin schon lange ein Songwriter.

Diese Platte war eine große Herausforderung für mich. Improvisierende Musiker haben einen völlig anderen Zugang zur Musik. Die neue Platte scheint auf den ersten Blick meine populärste zu sein, aber im Prozess war sie alles andere als leicht. Im Gegensatz, ihr Entstehungsprozess war sehr komplex.“

Sechs Jahre hat Harrison an „Passing Train“ gearbeitet. Doch bei aller Komplexität gelingt es Harrison, die Songs ganz einfach klingen zu lassen. Gute Songs müssen zuweilen reifen wie ein guter Wein, um ihr Bukett zu entfalten. Harrison wollte ebenso wenig Gedanken darauf verschwenden, wie poppig, kommerziell oder zugänglich seine Songs sein würden, wie auf die Frage, ob sein Album aus der Jazz-Perspektive womöglich als leichte Kost wahrgenommen werden könnte. Er wusste einfach, was er selbst hören wollte und arbeitete so lange an dem Album, bis er dieses Ziel erreicht hatte. Wer seine Jazz-Platten nicht kennt, hätte angesichts dieser Songs nicht die geringste Ahnung von Harrisons profunden Jazz-Kenntnissen. Gutes Songswriting, so weiß der Gitarrist, ist auch immer eine Frage von Understatement. So widersprüchlich es klingen mag, doch um seine Persönlichkeit in den Songs voll entfalten zu können, nimmt er sich selbst viel weiter zurück, als das in einem Jazz-Kontext möglich wäre. Dafür steht ihm hier erstmals das Wort zur Verfügung. „Starke Songs leben von der gebündelten Wirkung von Worten und Musik. Nichts kann uns so berühren wie ein guter Song. Alle großen Songwriter und Interpreten hatten einen besonderen Sinn für diese gemeinsame Wirkung, ohne dass sie vielleicht selbst immer hätten beschreiben können, wo genau die Schnittstelle liegt und wie sie beschaffen sein muss. Auch die größten klassischen und Jazzmusiker hören für den Eigengebrauch Songs.“

Ein besonderes Merkmal ist der Gesang. Jazzgitarristen, die irgendwann den Sänger in sich entdeckt haben, sind nicht eben reich gesät. Doch auf „Passing Train“ ist Harrison ja kein Jazzgitarrist. Mit seiner Stimme musste er sich dennoch erst einmal anfreunden, doch gerade diese Erstbegegnung macht den Gesang auf „Passing Train“ zu einem so intensiven, fragilen und emotional kraftvollen Ereignis. „Ich habe noch nie versucht, für eine ganze Platte zu singen. Ich kann nicht einmal behaupten, dass ich meine Stimme sonderlich mögen würde. Anfangs wollte ich die Songs gar nicht selbst singen, aber sie kamen immer zu mir zurück. Ich musste hart daran arbeiten, die Balance zwischen Verwundbarkeit und Härte in meiner Stimme zu halten. Ich verfüge sicher über keine trainierte Stimme, aber bestimmte Emotionen wie Traurigkeit oder Bluesiness konnte ich am besten selbst ausdrücken. Von den großen R&B-Sängern habe ich gelernt, dass die Songs dann am authentischsten sind, wenn man auf den Fundus vertraut, der einem ohnehin zur Verfügung steht.“

Mit dem Song „Glory Days“ liefert Harrison obendrein einen zeitlosen Beitrag zu einem aktuellen amerikanischen Grundkonflikt. In seiner hymnischen Eindringlichkeit erinnert das Stück an Steve Earles provokanten Antikriegs-Song „John Walker’s Blues“. Doch an Feinsinnigkeit im Umgang mit diesem gerade in Amerika sehr vielschichtigen Thema „Krieg und Frieden“ ist Harrison kaum zu überbieten. „Statt die ganze Antikriegs-Rhetorik zu benutzen, wollte ich die Geschichte jemandes erzählen, der einfach da war. Es musste nicht einmal unbedingt der Irak-Krieg sein, sondern es konnte auch jeder andere Krieg sein. Mir ging es um die innere Verwüstung, die sich in der Seele eines Kriegsteilnehmers vollzieht. Mir geht es um einen Soldaten, der sich betrogen fühlt und mit der Gewissheit leben muss, dass ihm seine Ehre gestohlen wurde.“

Inhaltstext: The Wishing Well
Passing Train
Northwest Jewel
Glory Days Are Gone
Ship Sailing Cross A Mountain
Travel On
No One Knows How To Die
Midnight
God Loves A Loser
Regret
Just For The Ride
Wash Away
Spieldauer: 58'57"
UPC : 750447018020
Verlag: Intuition
Sonstige Ausgaben