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Music of Changes

Music of Changes


Herbert Henck: piano


  • Ausgabe: CD
  • Erscheinungsjahr: 1988
  • Bestell-Nr.: WER 60099-50
18,50 €  *
inkl. Mwst. und zzgl. Versandkosten Gewicht: 0.1 kg

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Beschreibung
John Cages „Music of changes“ (Musik der Wandlungen) besteht aus vier sämtlich 1951 in New York City komponierten Teilen. ...
Im Schaffen von Cage stellt dieser David Tudor gewidmete Klavierzyklus zusammen mit der „Imaginary Landscape No. 4“ für zwölf Radios (1951) einen deutlichen Wendepunkt dar, doch nicht im Sinne einer Umorientierung oder gar Rückwärtsbewegung, sondern einer Radikalisierung seiner musikalischen Technik und einer grundlegenden Erneuerung seines künstlerischen Selbstverständnisses.
Nach einer frühen Phase der Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik seines Lehrers Arnold Schönberg (1934-38), einer zweiten der Komposition vor allem für Schlagzeugensemble (1939-42) und einer dritten der Konzentration auf das präparierte Klavier (1943-48) setzt mit den beiden genannten Werken eine neue kompositorische Entwicklung ein, deren Konsequenzen zum Teil bis in jüngste Arbeiten fortwirken und die ihn mehr denn alle bis dahin eingeführten Neuerungen und veranstalteten Experimente zum eigentlichen Avantgardisten der amerikanischen Musik machen.
„Music of changes“ ist ein Titel dreifältiger Transparenz. Neben dem offenbaren Bezug auf das Jahrtausende alte konfuzianische Orakelbuch „I-Ching“, das „Buch der Wandlungen“, und seine Lehre von der Wandlung als konstitutivem Weltenprinzip liegt eine zweite Bedeutung, die autobiographisch den Wandel der eigenen musikalischen Sprache benennt; und gleichermaßen mag die Zeitenwende, der Sprung über die Jahrhundertmitte und die hierbei empfundene Verpflichtung zum Neuansatz als dritte programmatisch mitbedacht sein.
Was Cages „Music of changes“ zu einem Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts werden ließ, ist der neuartige Gebrauch von Zufallsoperationen, mit denen wichtige kompositorische Entscheidungen getroffen werden. Dieses Verfahren führte zu einer tiefgreifenden Revolutionierung des Begriffes vom ästhetischen Kunstwerk, deren Auswirkungen bis heute mühelos nachweisbar sind. – Als Hilfsmittel dienen Cage hierbei jene Zufallsoperationen, wie sie in Form der Teilung von Schafgarbenstengeln oder des Wurfes von Münzen zur Generierung eines der 64 Orakel-Hexagramme im „I-Ching“ herangezogen werden. ...
Über die Einbeziehung des Zufalls in der „Music of changes“ schreibt Cage: „Es ist solchermaßen möglich, eine musikalische Komposition zu machen, deren Zusammenhang frei ist von individuellem Geschmack und Erinnerung (Psychologie) und gleichermaßen von Literatur und ‚Traditionen‘ der Künste.“ ...
Es ist erstaunlich, in welchem Maße Cage den Zufall seit jener Zeit der „Music of changes“ in seinem Werk zur Disziplin erhob, in welcher Vielfalt er ihn mit kompositorischen Regeln zu verbinden wußte...
Im Wesen solchen Verfahrens liegt, an die klanglichen Resultate keine wie immer gearteten Ansprüche zu stellen, da es eben nicht um die kalkulierbare Erfahrung geht, da das Unverhoffte ihr Elixier . Und so sagt die Empfindung des Chaotischen oder Anarchischen, die gar manchen beim Hören Cagescher Musik befällt, so viel über die ästhetische Erwartung dieses Hörers selbst, seine Wünsche an Musik, sein Bedürfnis nach Harmonie, Zusammenhang und Ordnung, wie sie nichts sagt über Wert und Unwert der Cageschen Bemühung. Allein daß diese Musik unseren kulturellen Standort schärfer bestimmen hilft als jede theoretische Auseinandersetzung, wiegt schwer bei ihrer Einschätzung.
(Herbert Henck)
Diese Einspielung wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik (Jahrespreis), dem Deutschen Schallplattenpreis der Deutschen Phonoakademie, dem Record Cover Award (IMZ) sowie dem Preis "Le Diapason d'Or ausgezeichnet.
Details
EAN: 4010228609929
Inhaltstext: Book I
Book II
Book III
Book IV
Spieldauer: 46'40"
Verlag: Wergo
John Cages „Music of changes“ (Musik der Wandlungen) besteht aus vier sämtlich 1951 in New York City komponierten Teilen. ...
Im Schaffen von Cage stellt dieser David Tudor gewidmete Klavierzyklus zusammen mit der „Imaginary Landscape No. 4“ für zwölf Radios (1951) einen deutlichen Wendepunkt dar, doch nicht im Sinne einer Umorientierung oder gar Rückwärtsbewegung, sondern einer Radikalisierung seiner musikalischen Technik und einer grundlegenden Erneuerung seines künstlerischen Selbstverständnisses.
Nach einer frühen Phase der Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik seines Lehrers Arnold Schönberg (1934-38), einer zweiten der Komposition vor allem für Schlagzeugensemble (1939-42) und einer dritten der Konzentration auf das präparierte Klavier (1943-48) setzt mit den beiden genannten Werken eine neue kompositorische Entwicklung ein, deren Konsequenzen zum Teil bis in jüngste Arbeiten fortwirken und die ihn mehr denn alle bis dahin eingeführten Neuerungen und veranstalteten Experimente zum eigentlichen Avantgardisten der amerikanischen Musik machen.
„Music of changes“ ist ein Titel dreifältiger Transparenz. Neben dem offenbaren Bezug auf das Jahrtausende alte konfuzianische Orakelbuch „I-Ching“, das „Buch der Wandlungen“, und seine Lehre von der Wandlung als konstitutivem Weltenprinzip liegt eine zweite Bedeutung, die autobiographisch den Wandel der eigenen musikalischen Sprache benennt; und gleichermaßen mag die Zeitenwende, der Sprung über die Jahrhundertmitte und die hierbei empfundene Verpflichtung zum Neuansatz als dritte programmatisch mitbedacht sein.
Was Cages „Music of changes“ zu einem Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts werden ließ, ist der neuartige Gebrauch von Zufallsoperationen, mit denen wichtige kompositorische Entscheidungen getroffen werden. Dieses Verfahren führte zu einer tiefgreifenden Revolutionierung des Begriffes vom ästhetischen Kunstwerk, deren Auswirkungen bis heute mühelos nachweisbar sind. – Als Hilfsmittel dienen Cage hierbei jene Zufallsoperationen, wie sie in Form der Teilung von Schafgarbenstengeln oder des Wurfes von Münzen zur Generierung eines der 64 Orakel-Hexagramme im „I-Ching“ herangezogen werden. ...
Über die Einbeziehung des Zufalls in der „Music of changes“ schreibt Cage: „Es ist solchermaßen möglich, eine musikalische Komposition zu machen, deren Zusammenhang frei ist von individuellem Geschmack und Erinnerung (Psychologie) und gleichermaßen von Literatur und ‚Traditionen‘ der Künste.“ ...
Es ist erstaunlich, in welchem Maße Cage den Zufall seit jener Zeit der „Music of changes“ in seinem Werk zur Disziplin erhob, in welcher Vielfalt er ihn mit kompositorischen Regeln zu verbinden wußte...
Im Wesen solchen Verfahrens liegt, an die klanglichen Resultate keine wie immer gearteten Ansprüche zu stellen, da es eben nicht um die kalkulierbare Erfahrung geht, da das Unverhoffte ihr Elixier . Und so sagt die Empfindung des Chaotischen oder Anarchischen, die gar manchen beim Hören Cagescher Musik befällt, so viel über die ästhetische Erwartung dieses Hörers selbst, seine Wünsche an Musik, sein Bedürfnis nach Harmonie, Zusammenhang und Ordnung, wie sie nichts sagt über Wert und Unwert der Cageschen Bemühung. Allein daß diese Musik unseren kulturellen Standort schärfer bestimmen hilft als jede theoretische Auseinandersetzung, wiegt schwer bei ihrer Einschätzung.
(Herbert Henck)
Diese Einspielung wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik (Jahrespreis), dem Deutschen Schallplattenpreis der Deutschen Phonoakademie, dem Record Cover Award (IMZ) sowie dem Preis "Le Diapason d'Or ausgezeichnet.
EAN: 4010228609929
Inhaltstext: Book I
Book II
Book III
Book IV
Spieldauer: 46'40"
Verlag: Wergo