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Oedipus der Tyrann

Oedipus der Tyrann

Ein Trauerspiel des Sophokles in der deutschen Übersetzung von Friedrich Hölderlin


  • Ausgabe: Aufführungsmaterial
  • Sprache: deutsch

 
Beschreibung

INHALT


Einst war dem Korinther Prinzen Oedipus prophezeit worden, er würde seinen Vater morden und seine Mutter heiraten. Aus diesem Grunde riss er von zu Hause aus und tötete auf der Flucht blindlings einen Fremden. Oedipus gelangte zuletzt nach Theben, das von der Sphinx tyrannisiert wurde. Dem Korinther glückte ihre Vernichtung, und die Freude der befreiten Stadt war so groß, dass man den jungen Mann zum Regenten ausrief und ihn mit der Witwe des jüngst ermordeten Königs Laios vermählte.
Die Freude war aber nur von kurzer Dauer: Eine verheerende Seuche grassiert in der Stadt. Auf der Suche nach einer Lösung schickt Oedipus seinen Schwager Kreon nach Delphi. Des Orakels Antwort: Die Seuche wird erst dann ein Ende finden, wenn der rätselhafte Mord an Laios aufgeklärt ist.
Oedipus setzt alles daran, den Mörder zu enttarnen. Im Verlauf der Ermittlungen lässt er auch den blinden Seher Tiresias vorladen. Dieser jedoch antwortet so ausweichend auf Oedipus‘ Fragen, dass sich der König selbst verdächtigt sieht. Wütend beschuldigt er Tiresias, zusammen mit dem königlichen Schwager Kreon einen Umsturz zu planen.
Königin Jokasta versucht ihren Mann zu beruhigen: Wie sollte denn Laios von Oedipus getötet worden sein, wurde er doch seinerzeit von einem Wanderer gemeuchelt! Oedipus ist verunsichert: Wäre es möglich, dass der Mann, den er damals erschlug, König Laios und damit sein eigener Vater war? Jokasta widerlegt auch diesen Verdacht: Laios‘ Nachkomme wurde bereits als Säugling ausgesetzt, da ein Orakel geweissagt hatte, Laios werde von seinem eigenen Sohn getötet.
In dieser Situation bringt ein korinthischer Bote die Neuigkeit, der hiesige König sei verstorben und Oedipus solle sein Nachfolger werden. Jokasta frohlockt: Nun könne Oedipus gar nicht mehr seinen Vater töten, da dieser ja jetzt offensichtlich eines natürlichen Todes gestorben sei. Oedipus ist nicht überzeugt, denn in seiner Jugend ging am Korinthischen Hof das Gerücht, Oedipus sei gar nicht der leibliche Sohn des Königs.
Der korinthische Bote bestätigt diese Fama: Laios‘ kleiner Sohn wurde seinerzeit gar nicht ausgesetzt, sondern mitleidig an das korinthische Königspaar weitergegeben; dieses habe den Knaben an Kindes Statt aufgezogen. Entsetzt erkennt Jokasta nun, dass sie ihren eigenen Sohn geheiratet hat; in ihrer Schande erhängt sie sich. Oedipus sticht sich mit Jokastas Fibeln die Augen aus.


KOMMENTAR


Noch während der Probenzeit zur Uraufführung seiner Antigonae entschloss sich Orff, die zweite Hölderlin-Übersetzung eines Sophokles, also Oedipus der Tyrann, zu vertonen. Allerdings vermochte der Komponist erst nach der Fertigstellung des Trionfo di Afrodite das geplante Werk ernsthaft in Angriff zu nehmen.
Während Orff freilich für seine Antigonae noch eine völlig neue Orchesterbesetzung schaffen musste, konnte er sich im Oedipus auf seine Erfahrungen stützen und diese weiterentwickeln. Dasselbe traf auch auf den bei Antigonae erarbeiteten Deklamationsstil zu: Im neuen Werk jedoch gab er dem gesprochenen Wort noch mehr Raum, behandelte es teils rezitativisch, teils in Form gesprochener „Arien“ oder melodramatisch - alles mit dem Ziel, die Reflexion der Figuren noch suggestiver zu gestalten. Nicht von ungefähr spricht Orff bei diesem Werk von Sänger-Darstellern; und nicht von ungefähr sieht er die Rolle des Kreon mit einem Schauspieler besetzt und gibt in der Partitur keine Stimmgattungen an.

Details
Kompositionsjahr: 1959
Orchesterbesetzung: 6 (alle auch Picc., 5. u. 6. auch Altfl.) · 6 · 0 · 0 - 0 · 0 · 6 · 0 - P. S. (2 Glsp. · Tastenglsp. · Crot. · 2 Xyl. · 5-6 Tenorxyl. · 2 Bassxyl. · Marimba · Metallophon · Röhrengl. · Trgl. · 3 Beckenpaare · 3 hg. Beck. · 2 javan. Gongs · 3-5 Tamt. · 2 Bong. · 2 Timbales · 3 Tamb. · Tomt. · 3 Cong. · 5 Holztr. · 2 gr. Tr. · Steinspiel · Klappholz · Guiro · Kast. · Sistren) (12-18 Spieler) - Mand. · Cel. · 4 Hfn. · 6 Klav. (Flügel, 10 Spieler) · Glashfe. - 9 Kb. -
Hinter der Szene: 8 Trp. - mehrere gr. Tamt. mit Beck. geschlagen
Personenbesetzung: Oedipus · Tenor - Ein Priester · Bass - Kreon · Bass - Chorführer · Bariton - Tiresias · Tenor - Jokasta · Mezzosopran - Ein Bote aus Korinth · Sprechrolle - Ein Hirte des Lajos · Sprechrolle - Ein anderer Bote · Bass - Chor der Thebanischen Alten
Spieldauer: 160'0"
Uraufführung : 11. Dezember 1959 Stuttgart, Württembergisches Staatstheater (D) · Dirigent: Ferdinand Leitner · Inszenierung: Günther Rennert · Kostüme: Caspar Neher · Bühnenbild: Caspar Neher
Verlag: Schott Music
Aufführungen
Dirigent: Stefan Blunier
2007-04-21 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2007-03-02 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2007-02-10 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2007-01-13 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2006-12-15 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2006-12-02 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr | Premiere
Dirigent: Karl-Josef Görgen
Orchester: Orchester der Hochschule für Musik Köln
1995-04-08 | Köln (Deutschland), Philharmonie
Dirigent: Ferdinand Leitner
Orchester: Münchner Philharmoniker
1980-05-08 | München (Deutschland), Krone-Bau an der Marsstraße
Dirigent: Heinrich Hollreise
1967-01-01 | Athens (Griechenland), Odeon of Herodes Atticus | nationale Erstaufführung
Dirigent: Rafael Kubelik
Orchester: Orchester des Bayerischen Rundfunks
1966-11-18 | München (Deutschland), Herkulessaal
Dirigent: Ferdinand Leitner
1966-11-03 | Berlin (Deutschland), Deutsche Oper
Dirigent: Ferdinand Leitner
1965-07-14 | Stuttgart (Deutschland), Württembergische Staatsoper
Dirigent: Ferdinand Leitner
1964-06-21 | Hamburg (Deutschland), Staatsoper
Dirigent: Ferdinand Leitner
1963-04-24 | Paris (Frankreich), Théâtre Sarah Bernhardt | nationale Erstaufführung
Dirigent: Heinrich Hollreiser
1961-04-27 | Wien (Österreich) | nationale Erstaufführung
Dirigent: Joseph Keilberth
1961-03-23 | München (Deutschland), Prinzregententheater | Premiere
Dirigent: Max Loy
1960-05-29 | Nürnberg (Deutschland), Opernhaus | Premiere
Dirigent: Robert Wagner
1960-01-31 | Münster (Deutschland), Städtische Bühnen | Premiere
Dirigent: Ferdinand Leitner
1959-12-11 | Stuttgart (Deutschland), Württembergisches Staatstheater | Uraufführung
Audio Stream

INHALT


Einst war dem Korinther Prinzen Oedipus prophezeit worden, er würde seinen Vater morden und seine Mutter heiraten. Aus diesem Grunde riss er von zu Hause aus und tötete auf der Flucht blindlings einen Fremden. Oedipus gelangte zuletzt nach Theben, das von der Sphinx tyrannisiert wurde. Dem Korinther glückte ihre Vernichtung, und die Freude der befreiten Stadt war so groß, dass man den jungen Mann zum Regenten ausrief und ihn mit der Witwe des jüngst ermordeten Königs Laios vermählte.
Die Freude war aber nur von kurzer Dauer: Eine verheerende Seuche grassiert in der Stadt. Auf der Suche nach einer Lösung schickt Oedipus seinen Schwager Kreon nach Delphi. Des Orakels Antwort: Die Seuche wird erst dann ein Ende finden, wenn der rätselhafte Mord an Laios aufgeklärt ist.
Oedipus setzt alles daran, den Mörder zu enttarnen. Im Verlauf der Ermittlungen lässt er auch den blinden Seher Tiresias vorladen. Dieser jedoch antwortet so ausweichend auf Oedipus‘ Fragen, dass sich der König selbst verdächtigt sieht. Wütend beschuldigt er Tiresias, zusammen mit dem königlichen Schwager Kreon einen Umsturz zu planen.
Königin Jokasta versucht ihren Mann zu beruhigen: Wie sollte denn Laios von Oedipus getötet worden sein, wurde er doch seinerzeit von einem Wanderer gemeuchelt! Oedipus ist verunsichert: Wäre es möglich, dass der Mann, den er damals erschlug, König Laios und damit sein eigener Vater war? Jokasta widerlegt auch diesen Verdacht: Laios‘ Nachkomme wurde bereits als Säugling ausgesetzt, da ein Orakel geweissagt hatte, Laios werde von seinem eigenen Sohn getötet.
In dieser Situation bringt ein korinthischer Bote die Neuigkeit, der hiesige König sei verstorben und Oedipus solle sein Nachfolger werden. Jokasta frohlockt: Nun könne Oedipus gar nicht mehr seinen Vater töten, da dieser ja jetzt offensichtlich eines natürlichen Todes gestorben sei. Oedipus ist nicht überzeugt, denn in seiner Jugend ging am Korinthischen Hof das Gerücht, Oedipus sei gar nicht der leibliche Sohn des Königs.
Der korinthische Bote bestätigt diese Fama: Laios‘ kleiner Sohn wurde seinerzeit gar nicht ausgesetzt, sondern mitleidig an das korinthische Königspaar weitergegeben; dieses habe den Knaben an Kindes Statt aufgezogen. Entsetzt erkennt Jokasta nun, dass sie ihren eigenen Sohn geheiratet hat; in ihrer Schande erhängt sie sich. Oedipus sticht sich mit Jokastas Fibeln die Augen aus.


KOMMENTAR


Noch während der Probenzeit zur Uraufführung seiner Antigonae entschloss sich Orff, die zweite Hölderlin-Übersetzung eines Sophokles, also Oedipus der Tyrann, zu vertonen. Allerdings vermochte der Komponist erst nach der Fertigstellung des Trionfo di Afrodite das geplante Werk ernsthaft in Angriff zu nehmen.
Während Orff freilich für seine Antigonae noch eine völlig neue Orchesterbesetzung schaffen musste, konnte er sich im Oedipus auf seine Erfahrungen stützen und diese weiterentwickeln. Dasselbe traf auch auf den bei Antigonae erarbeiteten Deklamationsstil zu: Im neuen Werk jedoch gab er dem gesprochenen Wort noch mehr Raum, behandelte es teils rezitativisch, teils in Form gesprochener „Arien“ oder melodramatisch - alles mit dem Ziel, die Reflexion der Figuren noch suggestiver zu gestalten. Nicht von ungefähr spricht Orff bei diesem Werk von Sänger-Darstellern; und nicht von ungefähr sieht er die Rolle des Kreon mit einem Schauspieler besetzt und gibt in der Partitur keine Stimmgattungen an.

Kompositionsjahr: 1959
Orchesterbesetzung: 6 (alle auch Picc., 5. u. 6. auch Altfl.) · 6 · 0 · 0 - 0 · 0 · 6 · 0 - P. S. (2 Glsp. · Tastenglsp. · Crot. · 2 Xyl. · 5-6 Tenorxyl. · 2 Bassxyl. · Marimba · Metallophon · Röhrengl. · Trgl. · 3 Beckenpaare · 3 hg. Beck. · 2 javan. Gongs · 3-5 Tamt. · 2 Bong. · 2 Timbales · 3 Tamb. · Tomt. · 3 Cong. · 5 Holztr. · 2 gr. Tr. · Steinspiel · Klappholz · Guiro · Kast. · Sistren) (12-18 Spieler) - Mand. · Cel. · 4 Hfn. · 6 Klav. (Flügel, 10 Spieler) · Glashfe. - 9 Kb. -
Hinter der Szene: 8 Trp. - mehrere gr. Tamt. mit Beck. geschlagen
Personenbesetzung: Oedipus · Tenor - Ein Priester · Bass - Kreon · Bass - Chorführer · Bariton - Tiresias · Tenor - Jokasta · Mezzosopran - Ein Bote aus Korinth · Sprechrolle - Ein Hirte des Lajos · Sprechrolle - Ein anderer Bote · Bass - Chor der Thebanischen Alten
Spieldauer: 160'0"
Uraufführung : 11. Dezember 1959 Stuttgart, Württembergisches Staatstheater (D) · Dirigent: Ferdinand Leitner · Inszenierung: Günther Rennert · Kostüme: Caspar Neher · Bühnenbild: Caspar Neher
Verlag: Schott Music
Dirigent: Stefan Blunier
2007-04-21 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2007-03-02 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2007-02-10 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2007-01-13 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2006-12-15 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr
Dirigent: Stefan Blunier
2006-12-02 | Darmstadt (Deutschland), Staatstheater, Großes Haus — 19.30 Uhr | Premiere
Dirigent: Karl-Josef Görgen
Orchester: Orchester der Hochschule für Musik Köln
1995-04-08 | Köln (Deutschland), Philharmonie
Dirigent: Ferdinand Leitner
Orchester: Münchner Philharmoniker
1980-05-08 | München (Deutschland), Krone-Bau an der Marsstraße
Dirigent: Heinrich Hollreise
1967-01-01 | Athens (Griechenland), Odeon of Herodes Atticus | nationale Erstaufführung
Dirigent: Rafael Kubelik
Orchester: Orchester des Bayerischen Rundfunks
1966-11-18 | München (Deutschland), Herkulessaal
Dirigent: Ferdinand Leitner
1966-11-03 | Berlin (Deutschland), Deutsche Oper
Dirigent: Ferdinand Leitner
1965-07-14 | Stuttgart (Deutschland), Württembergische Staatsoper
Dirigent: Ferdinand Leitner
1964-06-21 | Hamburg (Deutschland), Staatsoper
Dirigent: Ferdinand Leitner
1963-04-24 | Paris (Frankreich), Théâtre Sarah Bernhardt | nationale Erstaufführung
Dirigent: Heinrich Hollreiser
1961-04-27 | Wien (Österreich) | nationale Erstaufführung
Dirigent: Joseph Keilberth
1961-03-23 | München (Deutschland), Prinzregententheater | Premiere
Dirigent: Max Loy
1960-05-29 | Nürnberg (Deutschland), Opernhaus | Premiere
Dirigent: Robert Wagner
1960-01-31 | Münster (Deutschland), Städtische Bühnen | Premiere
Dirigent: Ferdinand Leitner
1959-12-11 | Stuttgart (Deutschland), Württembergisches Staatstheater | Uraufführung
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