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Two³

Two³


Stefan Hussong: accordion, conch shells / Wu Wei: sheng, conch shells


  • Ausgabe: 2 CDs
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • Bestell-Nr.: WER 67582
24,50 €
inkl. Mwst. und zzgl. Versandkosten

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Beschreibung

„Ich habe nun – ich bin fast achtzig – das Gefühl, dass ich endlich eine schöne, harmonische Musik schreibe“, bekannte John Cage 1990. Im gleichen Jahr hatte er die japanische Shō-Spielerin Mayumi Miyata getroffen, die ihn um ein Stück für die altehrwürdige japanische Mundorgel bat. Cage war tief beeindruckt vom Klang dieses Instruments und der Möglich­keit, mit dessen 17 Pfeifen, von denen bis zu sechs gleichzei­tig angeblasen werden, neben Einzeltönen auch komplexe Akkorde erzeugen zu können. Es war aber nicht der Klang allein, der ihn faszinierte. Vielmehr schloss sich für Cage mit der Hinwendung zur Shō, die auch in der traditionellen japa­nischen Hofmusik (Gagaku) eingesetzt wird, ein Kreis, hatte er sich doch bereits seit Ende der 1940er Jahre intensiv mit dem Zen-Buddhismus und asiatischer Philosophie beschäftigt.

1991 schrieb er „Two3“ für Shō und fünf mit Wasser gefüllte Muscheln, eines seiner so genann­ten „Number Pieces“, an denen Cage in seinen letzten Lebensjahren arbeitete. Die Titel der „Number Pieces“ bezeichnen die Anzahl der Musiker bzw. der Instrumente, und die hochge­stellte zweite Ziffer dient der Durchnummerierung der Werke für diese Besetzungsgröße. Die einzelnen Stimmen sind jeweils separat notiert und enthalten eine Abfolge von Klängen, deren Dauern von Zeitklammern organisiert werden.

„Two3“ ist von fließenden Bewegungen geprägt: vom allmählichen Wandel eines an- und ab­schwellenden, von Phasen der Stille unterbrochenen Klangbandes, aus dem einzelne Signale wie Rufe in der Wüste oder geheime Zeichen des Einvernehmens herausragen. So wie die klingende Gestalt des Werks dem Verstand ein Geheimnis bleibt, so ist sie der sinnlichen Wahrnehmung unmittelbar zugänglich – auch und gerade in der Interpretation des Akkordeonisten Stefan Hussong und des Sheng-Virtuosen Wu Wei, die allein schon im Hinblick auf das Instrumentarium besondere Merkmale aufweist. Zum einen spielt Wu Wei statt der japanischen Shō die chinesische Mundorgel Sheng, deren Geschichte 3000 Jahre zurückreicht und die zu den ältesten Musikin­strumenten überhaupt gehört. Zum anderen kommt neben den obligatorischen Muscheln noch das Akkordeon hinzu: Hussong und Wei reflektieren in ihrer Interpretation von „Two3“ auf musi­kalischer Ebene über die enge klangliche Verwandtschaft zwischen Sheng und Akkordeon. Sie he­ben einerseits die spezifischen Eigenschaften ihres jeweiligen Instruments hervor, während sie an­dererseits in der Sphäre des reichen und äußerst filigranen Obertonspektrums nach Verschmel­zung streben.

Koproduktion mit Deutschlandradio

Details
EAN: 4010228675825
Inhaltstext:
Two3 für Shō und fünf mit Wasser gefüllte Muscheln (1991)
Spieldauer: 101'47"
Verlag: Wergo
downloads

„Ich habe nun – ich bin fast achtzig – das Gefühl, dass ich endlich eine schöne, harmonische Musik schreibe“, bekannte John Cage 1990. Im gleichen Jahr hatte er die japanische Shō-Spielerin Mayumi Miyata getroffen, die ihn um ein Stück für die altehrwürdige japanische Mundorgel bat. Cage war tief beeindruckt vom Klang dieses Instruments und der Möglich­keit, mit dessen 17 Pfeifen, von denen bis zu sechs gleichzei­tig angeblasen werden, neben Einzeltönen auch komplexe Akkorde erzeugen zu können. Es war aber nicht der Klang allein, der ihn faszinierte. Vielmehr schloss sich für Cage mit der Hinwendung zur Shō, die auch in der traditionellen japa­nischen Hofmusik (Gagaku) eingesetzt wird, ein Kreis, hatte er sich doch bereits seit Ende der 1940er Jahre intensiv mit dem Zen-Buddhismus und asiatischer Philosophie beschäftigt.

1991 schrieb er „Two3“ für Shō und fünf mit Wasser gefüllte Muscheln, eines seiner so genann­ten „Number Pieces“, an denen Cage in seinen letzten Lebensjahren arbeitete. Die Titel der „Number Pieces“ bezeichnen die Anzahl der Musiker bzw. der Instrumente, und die hochge­stellte zweite Ziffer dient der Durchnummerierung der Werke für diese Besetzungsgröße. Die einzelnen Stimmen sind jeweils separat notiert und enthalten eine Abfolge von Klängen, deren Dauern von Zeitklammern organisiert werden.

„Two3“ ist von fließenden Bewegungen geprägt: vom allmählichen Wandel eines an- und ab­schwellenden, von Phasen der Stille unterbrochenen Klangbandes, aus dem einzelne Signale wie Rufe in der Wüste oder geheime Zeichen des Einvernehmens herausragen. So wie die klingende Gestalt des Werks dem Verstand ein Geheimnis bleibt, so ist sie der sinnlichen Wahrnehmung unmittelbar zugänglich – auch und gerade in der Interpretation des Akkordeonisten Stefan Hussong und des Sheng-Virtuosen Wu Wei, die allein schon im Hinblick auf das Instrumentarium besondere Merkmale aufweist. Zum einen spielt Wu Wei statt der japanischen Shō die chinesische Mundorgel Sheng, deren Geschichte 3000 Jahre zurückreicht und die zu den ältesten Musikin­strumenten überhaupt gehört. Zum anderen kommt neben den obligatorischen Muscheln noch das Akkordeon hinzu: Hussong und Wei reflektieren in ihrer Interpretation von „Two3“ auf musi­kalischer Ebene über die enge klangliche Verwandtschaft zwischen Sheng und Akkordeon. Sie he­ben einerseits die spezifischen Eigenschaften ihres jeweiligen Instruments hervor, während sie an­dererseits in der Sphäre des reichen und äußerst filigranen Obertonspektrums nach Verschmel­zung streben.

Koproduktion mit Deutschlandradio

EAN: 4010228675825
Inhaltstext:
Two3 für Shō und fünf mit Wasser gefüllte Muscheln (1991)
Spieldauer: 101'47"
Verlag: Wergo
Sonstige Ausgaben