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Uwe Dierksen - Blue Rock Thrush

Uwe Dierksen - Blue Rock Thrush

Variations on Pop


Claron McFadden: voice / Uwe Dierksen: trombone / Matthias Stich: soprano, alto and Tenor saxophone, bass clarinet / Markus Höller: keyboard, accordion / Christopher Brandt: e-bass, acoustic guitar / Jan Koslowski: e-guitar / Michael Feil: drumset


  • Ausgabe: CD
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Bestell-Nr.: INT 34322
14,99 €  *
inkl. Mwst. und zzgl. Versandkosten Gewicht: 0.1 kg

- +
 
Beschreibung

Pop? Rock? Jazz? Uwe Dierksen weiß das selbst nicht so genau. Und im Prinzip möchte er es auch nicht wissen oder womöglich sogar definieren. Denn seine aktuelle CD „Blue Rock Thrush“ will die Aufmerksamkeit des Hörers weniger auf irgendwelche Stile und Kategorisierungen lenken, sondern bezieht sich einzig auf die in Ostasien verbreitete Blaue Felsendrossel, deren englische Übersetzung ihn zu dem Titel inspirierte.

Eine Vogelart also. Direkt dazu passt auch der Titel „Birdcrunch“. Das Stück basiert auf einer Tonbandkassette, auf der ein Querschnitt der thailändischen Vogelwelt erklingt. Dierksen, Posaunist im Ensemble Modern sowie in der Band Mavis und einer der erfahrensten Interpreten zeitgenössischer Musik in Deutschland, folgt damit der Spur des Ornithologen, Franziskaner-Priesters und Komponisten Olivier Messiaen, der 1956 ein Stück für Klavier und kleines Orchester mit dem Titel „Oiseaux exotiques“ – exotische Vögel – schrieb. Wer annimmt, hier handele es sich womöglich um eine Dokumentation exotischer Vogelstimmen, der irrt. Messiaen würdigte damit vor allem die Musikalität der fliegenden Sänger. Eine Art musikalisches Transferdenken, das auch Uwe Dierksen gern praktiziert. In seiner „Vogelkrise“ klingt die Musik zwar augenscheinlich nach Hard Rock, doch damit erschöpft sich die Idee keineswegs. Inmitten des Songs erklingen Zitate des englischen Komponisten Harrison Birtwistle.

„Hörbücher ohne Worte: Ja, das würde es vielleicht am besten treffen.“ Schon oft ist Dierksen nach einer Charakterisierung seiner Musik gefragt worden, und ebenso oft erntete sein Gegenüber ein freundlich-ratloses Schulterzucken. „Ich möchte auf keinen Fall in irgendwelche Schubladen gesteckt werden“, sagt der 56-jährige Hannoveraner, der über eine ausgedehnte praktische und konzeptionelle Erfahrung mit Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, sowohl als Ensemble-Musiker wie auch als Solist, verfügt. Denn Schubladen – das weiß Dierksen längst – verengen den Blickwinkel.

Ganz ohne geht es dennoch nicht, wobei ein Beschreibungsversuch seiner Klangwelten mehr nach dem Ausschlussprinzip funktioniert. Jazz ist es jedenfalls nicht. Dessen improvisatorischer Ansatz sei zwar interessant, aber der Terminus an sich eher ein Sammelbegriff für ein Sortiment musikalischer Klischees. Hans-Jürgen Linke nannte Dierksens Musik in einem Radio-Feature „eine sehr eigensinnige und elaborierte Synthese zwischen zeitgenössischer Popmusik und Neuer Musik“. Gerade auf „Blue Rock Thrush“, das schon 2009 aufgenommen aber erst jetzt neu editiert wurde, gibt es jede Menge Zitate und Verweise, inszeniert mit starker emotionaler Intensität, mit rhythmischer Prägnanz und metrischer Raffinesse. Die Metren wechseln fliegend, manchmal wirkt es, als würden der Posaunist und seine Mitstreiter Matthias Stich (Sopran-, Alt- und Tenorsaxofon, Bassklarinette), Markus Höller (Keyboards und Akkordeon), Christopher Brandt (E-Bass und Akustikgitarre), Jan Koslowski (E-Gitarre). Michael Feil (Drums) und die in den Niederlanden lebende amerikanische Opernsängerin Claron McFadden mehrere Schichten übereinanderlegen.

Uwe Dierksen liebt die moderne musikalische Architektur. Ausgehend von der einfachen Bauweise einer Komposition, die mitunter die Eingängigkeit von Popsongs besitzt, nähert er sich behutsam einer zunehmend komplexeren Struktur, die zum „Abenteuerhören“ einlädt. Wie etwa im trügerischen „Amsterdam“, in dem die Bassdrum nicht etwa dem Bass folgt, sondern heimlich eine völlig eigenständige Melodielinie aufbaut. Oder in „Pansyleaves“, einem eher traditionell aufgebauten Song, der sich – nomen est omen – wie die übersetzten Stiefmütterchen entblättert und den Interpreten ungeahnte Freiheiten gestattet.

Freiheit und Spontaneität: Begriffe wie diese reizen jeden ambitionierten Musiker, vor allem solche, die sich ein Leben lang in einem bestimmten geordneten System bewegen. Gerade bei Uwe Dierksen hat dies jedoch mittlerweile schier unendliche Dimensionen angenommen. Der Versuch einer Erklärung für seinen immensen und kompromisslosen Freiheitsdrang.
Details
Spieldauer: 52'34"
UPC: 750447343221
Verlag: Intuition

Pop? Rock? Jazz? Uwe Dierksen weiß das selbst nicht so genau. Und im Prinzip möchte er es auch nicht wissen oder womöglich sogar definieren. Denn seine aktuelle CD „Blue Rock Thrush“ will die Aufmerksamkeit des Hörers weniger auf irgendwelche Stile und Kategorisierungen lenken, sondern bezieht sich einzig auf die in Ostasien verbreitete Blaue Felsendrossel, deren englische Übersetzung ihn zu dem Titel inspirierte.

Eine Vogelart also. Direkt dazu passt auch der Titel „Birdcrunch“. Das Stück basiert auf einer Tonbandkassette, auf der ein Querschnitt der thailändischen Vogelwelt erklingt. Dierksen, Posaunist im Ensemble Modern sowie in der Band Mavis und einer der erfahrensten Interpreten zeitgenössischer Musik in Deutschland, folgt damit der Spur des Ornithologen, Franziskaner-Priesters und Komponisten Olivier Messiaen, der 1956 ein Stück für Klavier und kleines Orchester mit dem Titel „Oiseaux exotiques“ – exotische Vögel – schrieb. Wer annimmt, hier handele es sich womöglich um eine Dokumentation exotischer Vogelstimmen, der irrt. Messiaen würdigte damit vor allem die Musikalität der fliegenden Sänger. Eine Art musikalisches Transferdenken, das auch Uwe Dierksen gern praktiziert. In seiner „Vogelkrise“ klingt die Musik zwar augenscheinlich nach Hard Rock, doch damit erschöpft sich die Idee keineswegs. Inmitten des Songs erklingen Zitate des englischen Komponisten Harrison Birtwistle.

„Hörbücher ohne Worte: Ja, das würde es vielleicht am besten treffen.“ Schon oft ist Dierksen nach einer Charakterisierung seiner Musik gefragt worden, und ebenso oft erntete sein Gegenüber ein freundlich-ratloses Schulterzucken. „Ich möchte auf keinen Fall in irgendwelche Schubladen gesteckt werden“, sagt der 56-jährige Hannoveraner, der über eine ausgedehnte praktische und konzeptionelle Erfahrung mit Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, sowohl als Ensemble-Musiker wie auch als Solist, verfügt. Denn Schubladen – das weiß Dierksen längst – verengen den Blickwinkel.

Ganz ohne geht es dennoch nicht, wobei ein Beschreibungsversuch seiner Klangwelten mehr nach dem Ausschlussprinzip funktioniert. Jazz ist es jedenfalls nicht. Dessen improvisatorischer Ansatz sei zwar interessant, aber der Terminus an sich eher ein Sammelbegriff für ein Sortiment musikalischer Klischees. Hans-Jürgen Linke nannte Dierksens Musik in einem Radio-Feature „eine sehr eigensinnige und elaborierte Synthese zwischen zeitgenössischer Popmusik und Neuer Musik“. Gerade auf „Blue Rock Thrush“, das schon 2009 aufgenommen aber erst jetzt neu editiert wurde, gibt es jede Menge Zitate und Verweise, inszeniert mit starker emotionaler Intensität, mit rhythmischer Prägnanz und metrischer Raffinesse. Die Metren wechseln fliegend, manchmal wirkt es, als würden der Posaunist und seine Mitstreiter Matthias Stich (Sopran-, Alt- und Tenorsaxofon, Bassklarinette), Markus Höller (Keyboards und Akkordeon), Christopher Brandt (E-Bass und Akustikgitarre), Jan Koslowski (E-Gitarre). Michael Feil (Drums) und die in den Niederlanden lebende amerikanische Opernsängerin Claron McFadden mehrere Schichten übereinanderlegen.

Uwe Dierksen liebt die moderne musikalische Architektur. Ausgehend von der einfachen Bauweise einer Komposition, die mitunter die Eingängigkeit von Popsongs besitzt, nähert er sich behutsam einer zunehmend komplexeren Struktur, die zum „Abenteuerhören“ einlädt. Wie etwa im trügerischen „Amsterdam“, in dem die Bassdrum nicht etwa dem Bass folgt, sondern heimlich eine völlig eigenständige Melodielinie aufbaut. Oder in „Pansyleaves“, einem eher traditionell aufgebauten Song, der sich – nomen est omen – wie die übersetzten Stiefmütterchen entblättert und den Interpreten ungeahnte Freiheiten gestattet.

Freiheit und Spontaneität: Begriffe wie diese reizen jeden ambitionierten Musiker, vor allem solche, die sich ein Leben lang in einem bestimmten geordneten System bewegen. Gerade bei Uwe Dierksen hat dies jedoch mittlerweile schier unendliche Dimensionen angenommen. Der Versuch einer Erklärung für seinen immensen und kompromisslosen Freiheitsdrang.
Spieldauer: 52'34"
UPC: 750447343221
Verlag: Intuition