“Südseetulpen” von Benjamin Schweitzer: Operetten-Uraufführung in Chemnitz

10. Januar 2017 Benjamin Schweitzer: "Südseetulpen" - Plakat Theater Chemnitz

Ope­ret­ten wer­den heut­zu­tage nur sel­ten kom­po­niert. Die Urauf­füh­rung von Ben­ja­min Schweit­zers Süd­see­tul­pen ist des­we­gen etwas ganz Beson­ders. Das neue Stück wird am 14. Januar 2017 an der Oper Chem­nitz erst­mals zu sehen sein. Die Ope­rette in zwei Akten auf ein Libretto von Con­stan­tin von Cas­ten­stein mit Chor und Bal­lett wird von Ekke­hard Klemm diri­giert. Für die Insze­nie­rung ist Regis­seur Robert Leh­meier ver­ant­wort­lich.

Inhalt­lich ver­mischt das Werk zwei der ers­ten gro­ßen Spe­ku­la­ti­ons­bla­sen der Geschichte: Die Lon­do­ner Süd­see­blase von 1720 und die große Tul­pen­ma­nie in Hol­land 1637. Die Tulpe ist heute ein bekann­tes Natio­nal­sym­bol. Jedoch war sie im 17. Jahr­hun­dert ein extra­van­gan­tes Import­pro­dukt aus dem osma­ni­schen Reich. Ihre Farb­pracht und Sel­ten­heit mach­ten sie schnell zu einem gefrag­ten Sta­tus­sym­bol. Aber aus bio­lo­gi­schen Grün­den wuchs das Ange­bot lang­sa­mer als die Nach­frage, und unzäh­lige Zwi­schen­händ­ler woll­ten gleich­zei­tig in den neuen Markt ein­stei­gen. So stieg der Preis einer Tul­pen­zwie­bel auf einen Wert, der heute meh­re­ren tau­send Euro ent­spricht. Die Blase platzte schließ­lich, und führte viele Tul­pen­spe­ku­lan­ten statt zu schnel­lem Reich­tum in den Bank­rott.

Südseetulpen: Subversiver Operetten-Schmelz

Von einer Ope­rette erwar­tet man mehr als nur schmel­zende Melo­dien, schmis­sige Ensem­bles, viel Wort­witz und eine Lie­bes­ge­schichte. Der Kern der Ope­rette unter die­ser Ober­flä­che ist die Sub­ver­sion, das Unei­gent­li­che und die Sehn­sucht aller Figu­ren, etwas ande­res zu sein, als sie sind. Unter der bun­ten Ober­flä­che sieht Schweit­zer bei der Ope­rette ein unge­heu­res Poten­zial:

Es ist eine Story, die sich – in der Tra­di­tion des Gen­res – auf his­to­ri­sche Ereig­nisse stützt und sar­kas­tisch deren Aktua­li­tät her­aus­ar­bei­tet. Erwar­tun­gen wer­den unter­lau­fen, beson­ders, wenn es um die Paar­kon­stel­la­tio­nen geht: Wer kriegt wen? Und das Stück zeigt, dass avan­cierte Klänge und gewagte musik­thea­tra­li­sche Ansätze vor der Ope­rette nicht Halt machen müs­sen. – Ben­ja­min Schweit­zer

Die Ope­rette Süd­see­tul­pen ist in Chem­nitz in ins­ge­samt acht Vor­stel­lun­gen bis zum 20. April zu sehen.

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