Schott Music

Skip to Main Content »

5. Oktober 2018

Thomas Larcher: „Prix de Composition Musicale“ der Fondation Prince Pierre de Monaco

Thomas Larcher (photo: Richard Haughton)

Gestern, am 4. Oktober, wurde der österreichische Komponist Thomas Larcher mit dem Prix de Composition Musicale, dem Kompositionspreis der Fondation Prince Pierre de Monaco, ausgezeichnet. Den mit 75.000 € dotierten Preis erhält er für seine Sinfonie Nr. 2 „Kenotaph“ aus dem Jahr 2016.

Der Prix de Composition Musicale wird seit 1960 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen Pierre Boulez, Sofia Gubaidulina, György Ligeti, György Kurtag oder Heinz Holliger. Dem musikalischen Beirat unter Vorsitz von Betsy Jolas gehören u.a. Aribert Reimann, Julian Anderson, Helena Tulve, Unsuk Chin und Augusta Read Thomas an. Die Fondation Prince Pierre wurde von Prinz Rainier III in Gedenken an seinen Vater, der ein Liebhaber der Künste war, gegründet. Heute steht sie unter dem Vorsitz von Prinzessin Caroline von Hannover und setzt sich für die Förderung zeitgenössischer Literatur, Musik und Kunst ein. Die Preisverleihung fand im Salle Garnier des Opernhaus von Monte-Carlo statt.

Larchers Sinfonie Nr. 2 „Kenotaph“ ist eine Auseinandersetzung mit der Form der klassischen Symphonie. Ihr Klangspektrum reicht von der Intimität eines Kammerensembles bis hin zu der Vielfalt eines vollen Orchesters. Der Komponist sagt dazu:

„Ich möchte die Formen unserer musikalischen Vergangenheit im Kontext unserer heutigen (musikalischen und menschlichen) Erfahrungen erkunden. Wie können wir eine zeitgemäße Tonsprache finden? Und wie können die alten Formen zu uns sprechen? Solche Fragen stelle ich mir oft.“ – Thomas Larcher

Der Untertitel „Kenotaph“ bezeichnet ein leeres Grab für Verschollene und Vermisste. Larcher komponierte das 2016 von den Wiener Philharmonikern uraufgeführte Werk unter dem Eindruck der Tragödien um die zahlreichen im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge.
Larcher gilt als eine der bedeutendsten und zugleich interessantesten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. Bei den diesjährigen Bregenzer Festspielen wurde seine Oper Das Jagdgewehr uraufgeführt, deren Musik „bei bruchloser Verbindung von Geräuschen und tonalen Elementen von origineller Klangphantasie und Sinn für fremdartige Schönheit zeugt“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Auftragswerke erhielt er u.a. vom Lucerne Festival, dem Southbank Centre London, der Wigmore Hall London und der BBC. Er schreibt für international renommierte Orchester wie die Wiener Philharmoniker, das San Francisco Symphony Orchestra und das BBC Symphony Orchestra. Außerdem arbeitet er mit renommierten Ensembles und Solisten, darunter das Artemis und das Belcea Quartett, Leif Ove Andsnes, Isabelle Faust, Martin Fröst, Matthias Goerne, Viktoria Mullova, Christian Tetzlaff und Jean Guihen Queyras zusammen. [Pressemitteilung OPHELIAS Culture PR]

Wir gratulieren Thomas Larcher herzlich zu dieser großen Auszeichnung!

28. September 2018

Kritikerumfrage der Opernwelt: Uraufführung und Wiederentdeckung des Jahres

Opernwelt-Jahrbuch 2018

Schott-Komponisten auf den vorderen Rängen im Jahresheft der Zeitschrift Opernwelt: Die Umfrage unter 50 internationalen Musikkritikerinnen und Musikkritikern gilt als wichtigstes Qualitätsbarometer in der deutschsprachigen Opernszene. In den beiden Werk-Kategorien gewannen Opern von Heinz Holliger und Erich Wolfgang Korngold.

Uraufführung des Jahres: Lunea von Heinz Holliger wandelt in 23 Lebensbildern auf den Spuren des Dichters Nikolaus Lenau, der zunehmend dem Wahnsinn verfällt. Die Oper wurde am 4. März 2018 am Opernhaus Zürich uraufgeführt. In der Titelrolle war Christian Gerhaher zu sehen.
Unter den weiteren Uraufführungen nannten die Befragten besonders häufig L’invisible von Aribert Reimann, herausgekommen an der Deutschen Oper Berlin, und Erdbeben. Träume von Toshio Hosokawa für die Oper Stuttgart, die jeweils mit einem großen Artikel lobend erwähnt wurden. Nicht zuletzt für die exzellente Uraufführungs-Produktion von Hosokawas Oper wurde der Opernchor Stuttgart als Chor des Jahres ausgezeichnet.

Wiederentdeckung des Jahres: Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold trat mit der Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin am 18. März 2018 aus dem Übergroßen Schatten von Korngolds Erfolgswerk Die tote Stadt heraus. Wie eine brilliante und hochintelligente Produktion (Musikalische Leitung: Marc Albrecht, Regie: Christof Loy) die Wahrnehmung eines zu Unrecht aus dem Blickfeld geratenen Werks schärfen und befördern kann, wurde hier mustergültig dargelegt.
Für die Berliner Premiere hatte Schott eine vollständig neu überarbeitete und edierte Partitur herausgebracht. Derzeit arbeiten wir an den Orchesterstimmen, die 2019 bei Aufführungen in Lübeck und der Wiederaufnahme an der Deutschen Oper zum Einsatz kommen.