Schott Music

Skip to Main Content »

11. August 2021

Werk der Woche – Luigi Nono: Intolleranza

Ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Termin feiert Intolleranza von Luigi Nono am 15. August bei den Salzburger Festspielen Premiere. In der Inszenierung von Jan Lauwers sind Sean Panikkar und Sarah Maria Sun in den Hauptrollen als Flüchtling und dessen Gefährtin zu sehen. Es spielen die Wiener Philharmoniker und am Pult steht Ingo Metzmacher.

Das 1961 vollendete Intolleranza  ist Luigi Nonos erstes Bühnenwerk und verweist – als Azione scenica  bezeichnet – auf die Abkehr von einem erzählenden Musiktheater. Das Libretto ist keine zusammenhängende Geschichte; Nono verwendet vielmehr Gedichte und dokumentarische Texte wie politische Verhöre, Schlagzeilen oder Texte von Folterungen, die wie Schlaglichter das Geschehen begleiten. Deutlich sind Einflüsse des Brecht’schen Theaters erkennbar, indem das Publikum aktiv in das Geschehen einbezogen und vor die Frage gestellt wird, wie, unter welchen Bedingungen und gegen welche vor allem politischen Widerstände wahres, bewusstes Menschsein möglich ist.

In elf Stationen beschreibt Nono die Reise des Protagonisten auf dem Weg in seine Heimat, aus der er geflüchtet war. Dabei greift der Komponist auf damals gegenwärtige wie auch auf vergangene historische Ereignisse zurück. Der Protagonist durchlebt eine Friedensdemonstration ebenso wie ein polizeiliches Verhör, eine Folterung im Konzentrationslager und eine humanitäre Katastrophe durch eine Flutwelle auf seiner Flucht. Intolleranza ist ein politisch-ethischer Appell gegen Gewalt, Intoleranz, Diskriminierung und Rassismus und heute auf schockierende Weise ebenso gültig wie vor 60 Jahren.

„Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut / in der wir untergegangen sind / gedenkt / auch der finsteren Zeit / der ihr entronnen seid.“ (aus dem Libretto)

Nachdem Nono das Stück bei seiner Uraufführung Intolleranza 1960 bezeichnete, ist es üblich geworden, die Jahreszahl der jeweiligen Premiere an den Titel anzuhängen. Am Opernhaus Wuppertal läuft derzeit noch eine Serie von Streaming-Aufführungen unter dem Titel Intolleranza 2021. In der kommenden Spielzeit wird das Stück dort auch vor Publikum gespielt.

Foto: Luigi Nono 1961 (koloriert); © Archiv Schott Music

 

31. August 2016

Schott Journal: Das Kundenmagazin in neuem Look

Im Herbst 1966, vor genau 50 Jahren also, brachte der Schott-Verlag ein Kundenmagazin in veränderter Form an den Start, in dem neue Werke und Produkte vorgestellt wurden. Der „Schott-Kurier“ hatte vier schwarz-weiß bedruckte Seiten, war deutschsprachig und wurde dementsprechend nur innerhalb Deutschlands versandt. Inzwischen ist unser Kundenmagazin längst zweisprachig. Redakteure unserer Büros in Mainz, London, Tokio und New York arbeiten gemeinsam daran, es wird an Musiker und Entscheider in mehr als 50 Ländern verschickt und stellt auf 20 bis 24 Seiten neben Neuerscheinungen und Uraufführungen immer auch besonders interessante Werke des Backkataloges unter thematischen Gesichtspunkten vor.

Schott Journal – News for Music Makers

Heute stellen wir Ihnen unser Magazin im neuen Gewand vor. Wir haben das Layout überarbeitet, die Themen anders geordnet und eine eigene Rubrik zu Musik für Kinder im Konzert und auf der Bühne Children’s Corner eingeführt. „Schott aktuell“ heißt jetzt Schott Journal – News for Music Makers.

Vorstellung des neuen "Schott Kurier" im Sommer 1966
Urahn des neuen Schott Journal: Vorstellung des „Schott Kurier“ im Sommer 1966

Dieses Heft widmen wir wichtigen Werken der Chorsymphonik. Anlass sind die Uraufführungen gleich mehrerer Stücke von Pēteris Vasks, Stefan Heucke und von unserer amerikanischen Komponistin Hannah Lash. Zum Glück erfreut sich das Chorsingen ja wieder wachsender Beliebtheit. In diesem Heft werden Sie fündig, wenn’s ein bisschen mehr sein darf – etwa große Stücke für Soli, Chor und großes Orchester.

Uraufführungen im aktuellen Heft von:

Pēteris Vasks, Pierre Jalbert, Hannah Lash, Peter Eötvös, Toshio Hosokawa, Alexander Goehr, Richard Wagner, Stefan Heucke und Enjott Schneider

Premieren im aktuellen Heft von:

Douglas J. Cuomo, E.T.A. Hoffmann, Richard Wagner, Richard Strauss, Viktor Ullmann, Engelbert Humperdinck, Erich Wolfgang Korngold, Jacques Offenbach, Modest Mussorgskij, Harry Partch, Eberhard Streul, Wilfried Hiller, Nino Rota, Carl Orff, Toshio Hosokawa, György Ligeti und Paul Lincke

Weitere Spotlights:

Aribert Reimann, Luigi Nono, Howard Shore, Gustav Mahler/Yoel Gamzou, Chaya Czernowin