Schott Music

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19. März 2021

„Der Rosenkavalier“ an der Bayerischen Staatsoper: Online-Uraufführung der reduzierten Fassung

Am 21. März 2021 feiert Der Rosenkavalier von Richard Strauss an der Bayerischen Staatsoper München Premiere. Es ist gleichzeitig die Uraufführung der neuen Fassung für eine kleinere Orchesterbesetzung von Eberhard Kloke, die sich an der Instrumentierung von Ariadne auf Naxos orientiert.  Die Inszenierung von Barrie Kosky wird mit Spannung erwartet. In den Hauptrollen der hochkarätig besetzten Produktion sind Marlis Petersen als Feldmarschallin, Christof Fischesser als Baron Ochs von Lerchenau, Katharina Konradi als Sopie, Samantha Hankey als Octavian und Johannes Martin Kränzle als Herr von Faninal zu erleben. Am Pult steht Vladimir Jurowski.

Der Bearbeiter Eberhard Kloke über seine neue Fassung:

Bei der vorgenommenen Transkription geht es um eine Veränderung des Klangbildes und damit der Klangstruktur innerhalb des Orchesters sowie der Balance zwischen Bühne und Orchester.

Im Vordergrund stehen besetzungstechnische Vorteile durch variable Besetzungsalternativen im Hinblick auf schlankere Stimmen. Das kommt wiederum der Textverständlichkeit und Transparenz zugute und entspricht damit auch grundsätzlich der musik-theatralischen Anlage des Stückes als Konversationsstück.

Die Orchesterbesetzung ist komprimiert auf die Stärke eines mittelgroßen Orchesters. Die Mischung und Balance zwischen Streichern und Bläsern wurde neu konzipiert. Der üppig-fette, durch wiederholte Parallelschaltung (Verdopplung) von Bläsern und Streichern verursachte Strauss-Klang wird an vielen Stellen aufgebrochen, um das Klangbild zu verschlanken und differenziertere Klangschärfung zu erreichen.

Somit wird sowohl Klangerweiterung als auch Klangverdichtung erzielt, der Instrumentationsgestus zielt auf weniger Mischklang zugunsten von extremeren Spaltklängen. Dabei weist der häufige Einsatz von Klavier, Harfe, Celesta und Harmonium immer auf klangliche Parallelitäten zum Ariadne-Orchester.

Die Premiere um 15:30 Uhr wird kostenfrei auf der Plattform Staatsoper.TV gestreamt und bei BR Klassik übertragen. Am 22. März wird die Aufzeichnung des Streams um 19:00 Uhr wiederholt.

 

Szenenfoto: © Bayerische Staatsoper / Wilfried Hösl
Portrait Eberhard Kloke: privat

2. Februar 2021

Uraufführung eines Henze-Violinkonzerts im Livestream

Am 4. Februar 2021 gelangt die Konzertmusik für Violine und kleines Kammerorchester von Hans Werner Henze zur Uraufführung. Nachdem 2020 mehrere Konzerte abgesagt werden mussten, in dem das Stück hätte gespielt werden sollen, ist es nun in der Sendereihe „Horizonte“ des Bayerischen Rundfunks zu hören. Unter der Leitung von Peter Tilling hat das Münchner Ensemble risonanze erranti das Werk im Studio eingespielt. Die Ur-Sendung um 22:05 Uhr am 04.02. gilt als Uraufführung.

Mit der Konzertmusik veröffentlicht Schott das bislang früheste Werk von Hans Werner Henze. Er schrieb es im Alter von 17 Jahren, noch bevor er sich mit Ende des Zweiten Weltkriegs sehr intensiv dem Komponieren widmen konnte und kurz darauf in den Verlag aufgenommen wurde.

Das Werk ist erkennbar von Paul Hindemith inspiriert. In der ausgesprochen kammermusikalischen Faktur übernehmen immer wieder Instrumente aus dem Ensemble – etwa Flöte, Trompete und die erste Violine I – solistische Passagen oder begleiten die Solovioline nur zu zweit oder zu dritt. Im Finale entspinnt sich aber zusehends ein „echtes“ virtuoses Violinkonzert en miniature.

Porträt Hans Werner Henze: © Schott Music / Hans Kenner, 1955

10. Dezember 2018

Werk der Woche – Wilfried Hiller: Momo

Am 16. Dezember 2018 wird die Uraufführung von Wilfried Hillers Momo im Staatstheater am Gärtnerplatz in München gezeigt. Dabei wird die Schauspielerin Anna Woll in der Titelpartie der Momo zu sehen sein. Mit ihr auf der Bühne stehen die Gesangssolisten Maximilian Mayer als Gigi und Holger Ohlmann als Beppo sowie weitere Solisten, der Opern- und der Kinderchor des Hauses. Michael Brandstätter übernimmt die musikalische Leitung, Regie führt Nicole Claudia Weber. „Werk der Woche – Wilfried Hiller: Momo“ weiterlesen

26. November 2018

Werk der Woche – Bernd Alois Zimmermann: Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott

Banner WDW Des Menschen Unterhaltsprozeß gegen Gott

Das Jahr 2018 stand bei vielen Theatern und Orchestern im Zeichen des 100. Geburtstags von Bernd Alois Zimmermann. Zu diesem Anlass zeigt die Volksbühne Berlin am 26. November 2018 zum ersten Mal eine szenische Umsetzung seines Funkoratoriums Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott. Durch die Mitwirkung zahlreicher Ensembles werden 130 Chorsängerinnen und Chorsänger, 50 Musikerinnen und Musiker sowie und 12 Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne vertreten sein. Es musizieren die Kammersymphonie Berlin, der Haupt- und Mädchenchors der Sing-Akademie zu Berlin, der Männer des Staats- und Domchors Berlin und des Ensembles PHØNIX16, sowie Mitglieder der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und der Neuen Nachbarschaft Moabit. Regie führt Christian Filips, die musikalische Leitung übernimmt Kai-Uwe Jirka.

Zimmermann komponierte Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott nach Ende des 2. Weltkrieges im ausgebombten Köln. Die Textvorlage dazu bildete Pedro Calderón de la Barcas traditionelles Fronleichnamsspiel Les alimentos del hombre, das von Hubert Rüttger ins Deutsche übertragen wurde. In Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk wurde das Oratorium an Fronleichnam 1952 erstmals im Radio gesendet und danach fast gänzlich vergessen. Im Werk vermischen sich die Genres des Melodrams und der Oper, sowie frühe Versuche zur elektronischen Musik. Außerdem scheinen in ihm Einflüsse der Besatzungsmächte im Nachkriegsdeutschland vereint zu sein: Der Jazz der Amerikaner, französisches Klangfarbenspiel wie bei Debussy und Zitate der Ballets Russes sind Stil-Elemente von Zimmermanns Musik.

Bernd Alois Zimmermann – Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott: ein Funkoratorium

Nachdem Adam gegen das Gebot Gottes verstößt, wird er aus dem Paradies verbannt. Er muss nun als normaler Mensch auf der Erde leben und landwirtschaftliche Arbeit verrichten. Daran findet Adam jedoch keinen Gefallen und auch seine Kameraden Deckmann und Freßmann können ihm nicht weiterhelfen. Wenig später trifft der unzufriedene Adam auf den Teufel, der ihm rät Gott auf Unterhalt zu verklagen. So beginnt ein großer metaphysischer Gerichtsprozess.

Eigenart und Bedeutung dieses Weihespieles zur Verherrlichung der heiligen Eucharistie lassen in ihrer innigen Verbindung von Wort und Musik einzig und allein die Form des Funkoratoriums als entsprechend erscheinen.[…] Ich freue mich sehr auf diese grosse und schöne Aufgabe, vor allem deshalb, weil damit ein bisher fast völlig unbekanntes Werk Calderons der unverdienten Vergessenheit entrissen wird. – Bernd Alois Zimmermann

Im Zuge des Zimmermann-Jahres 2018 werden außerdem am  14. Dezember Zimmermanns Werke Dialoge, Sinfonie in einem Satz und Monologe vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Münchner Herkulessaal gespielt. Auch das WDR Sinfonieorchester zeigt in der Kölner Philharmonie an diesem und dem darauffolgenden Abend Musik von Zimmermann, nämlich sein Konzert für Violine und Orchester.

15. Dezember 2017

Rodion Shchedrin: 85. Geburtstag am 16. Dezember

Wir gratulieren unserem russischen Komponisten Rodion Shchedrin, der am 16. Dezember 85. Geburtstag feiert! Nach Aufführungen seiner Werke wie Levsha, Boyarina Morozova, Two Tangos by Albéniz und anderen haben wir den Höhepunkt des Geburtstagsjahres noch vor uns: Seine Dialogues with Shostakovich werden am 9. Dezember in der Manchester Bridgewater Hall von der BBC Philharmonic unter Juanjo Mena erstmals in Großbritannien aufgeführt. Nur wenige Tage nach Shchedrins Geburtstag geben die Münchner Philharmoniker ihm zu Ehren gleich an zwei Abenden (19. und 20. Dezember) Festkonzerte: Zusammen mit Valery Gergiev und dem Philharmonischen Chor München führen sie die Choroper The Enchanted Wanderer in der Philharmonie im Gasteig auf.
Rechtzeitig zum Geburtstag sind Studienpartitur (ED 22786) und Klavierauszug (ED 22785) von Shchedrins A Christmas Tale erschienen. Die Oper wurde im Dezember 2015 im weltberühmten Mariinsky Theater in St. Petersburg mit überwältigendem Erfolg aus der Taufe gehoben. Dieses zauberhafte Weihnachtsmärchen ist noch zur deutschen Erstaufführung frei.

31. Juli 2017

Werk der Woche – Carl Orff: Der Mond

Fast 80 Jahre nach der Uraufführung von Carl Orffs Märchenoper Der Mond hat es das Stück nun auch nach Taiwan geschafft: Das Taipei Symphony Orchestra bietet am 4. August 2017 eine szenische Produktion im National Theater Taipei dar und damit die taiwanesische Erstaufführung. „Werk der Woche – Carl Orff: Der Mond“ weiterlesen

19. September 2016

Werk der Woche – György Ligeti: Ramifications

Am 22. September wird György Ligetis Ramifications vom Norwegian Chamber Orchestra unter der Leitung von Per Kristian Skalstad in Oslo zu hören sein. Auch drei Tage später kommt es zu einer Aufführung des Streichorchester-Werks: Pascal Gallois dirigiert das Orchester der Musicales de Quiberon im Palais des congrès Louison Bobet im französischen Quiberon.

„Werk der Woche – György Ligeti: Ramifications“ weiterlesen

30. Mai 2016

Werk der Woche – Hans Werner Henze: Suite „Die Zikaden“

Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze

Am 1. Juni 2016 wäre Hans Werner Henze 90 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass wird nun die Suite „Die Zikaden“ aus Orchesterstücken zu einem Hörspiel von Ingeborg Bachmann posthum uraufgeführt. Das Stück wird am 1. Juni im Stadtcasino Basel unter der musikalischen Leitung von Dennis Russel Davies mit dem Symphonieorchester Basel zu hören sein. Eine Wiederholung des Konzerts findet am 2. Juni, ebenfalls im Stadtcasino, und am 3. Juni mit derselben Besetzung im Temple du Bas in Neuchâtel statt. „Werk der Woche – Hans Werner Henze: Suite „Die Zikaden““ weiterlesen

23. Mai 2016

Werk der Woche – Karl Amadeus Hartmann: 1. Symphonie: Versuch eines Requiems

Karl Amadeus Hartmann komponierte seine 1. Symphonie für Alt-Stimme und Orchester im Jahre 1935. Durch seine offen regimekritische Haltung wurde seine Musik als entartet eingestuft und somit musste der Komponist über 10 Jahre warten bis das Werk 1948 endlich zur Uraufführung kam. Inzwischen gehört die Komposition zum Standardrepertoire im Bereich Neue Musik und wird am 27. Mai 2016 in Rotterdam zu hören sein. Arie van Beek dirigiert das Rotterdams Philharmonisch Orkest und den Part der Alt-Solistin übernimmt Kismara Pessatti. „Werk der Woche – Karl Amadeus Hartmann: 1. Symphonie: Versuch eines Requiems“ weiterlesen