Schott Music

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24. August 2020

Werk der Woche – Akiko Yamane: Arcade

Im Rahmen des Suntory Summer Festival 2020 gelangt am 26. August Arcade von Akiko Yamane in der Suntory Hall in Tokio zur Uraufführung. Das 20-minütige Orchesterwerk wurde von der Suntory Foundation of Arts in Auftrag gegeben. Es spielt das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra unter der Leitung von Yoichi Sugiyama. 

Die Komponistin beschreibt Arcade als Klangflächenstück im Stil der “Drone Music”. Darunter ist eine Richtung der Ambient-Musik zu verstehen, deren Theorie von dem amerikanischen Komponisten La Monte Young geprägt wurde. Auch Yamanes Werk besteht über weite Strecken aus ruhigen Klängen, die sich im Zeitlupentempo entwickeln. Dies verbindet das Stück mit der traditionellen japanischen Gagaku-Musik, die ebenfalls im Konzert der Uraufführung zu hören sein wird. 

Akiko Yamane – Arcade: Schwebezustand einer fragilen Gesellschaft

Gleichzeitig gibt es in Arcade auch ein musikalisches Programm, das eine Szene einer Konsumgesellschaft in Form eines Klangzustands beschreibt. Darin scheinen die Stimmungen und Wünsche der Menschen zwar unter Kontrolle zu sein, zeigen aber Widersprüche und innere Konflikte. Zu ihrem neuen Werk erklärt Yamane:

Ich schildere diese Szene aus der Sicht eines bestimmten Klangs, den eine Person auf der Haut spürt. Die Klangqualität schwankt dabei durch subtile Veränderungen der Position des Zuhörers, des Orts- oder Raumstatus usw. In Arcade halte ich inne, lenke meine Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Ebenen des Klangs und konzentriere mich auf ihre Essenz und ihre Qualitäten. (Akiko Yamane)

Die 1982 in Osaka geborene Yamane ist seit kurzer Zeit Schott-Komponistin. Nach ersten klein besetzten Werken (darunter Illuminated Baby für Klavier und das Kammermusik-Triptychon kawaii 😉) ist Arcade das erste größer besetzte Werk dieser Zusammenarbeit. 

Fotos: Adobe Stock / topntp, Coco

6. April 2020

Werk der Woche – Toshio Hosokawa: Meditation to the victims of Tsunami (3.11)

+++ Nachdem der folgende Text veröffentlicht wurde, erfuhren wir, dass auch der Live-Stream des Konzerts abgesagt werden musste. +++

Das NHK Symphony Orchestra spielt am 11. April in seinem live-Stream Toshio Hosokawas Meditation to the victims of Tsunami (3.11). Eigentlich hätte dieses ein öffentliches Konzert mit einer Wiederholung am Folgetag werden sollen. Durch die Einschränkungen der COVID-19-Krise wird Dirigent Leonard Slatkin nicht nach Tokio reisen können und durch Masaru Kumakura vertreten. Außerdem wird das Konzert nur einmal vor leerem Auditorium gespielt.  

Hosokawas Werke sind immer auch Gebete eines nach dem Zweiten Weltkrieg in Hiroshima Geborenen. Seine Geburtsstadt ist oft Thema seiner Musik, in der sich sein spiritueller Schmerz spiegelt: teils expressiv, teils voll Schweigen und Stille, wie in Memory of the Sea und Voiceless Voice in Hiroshima. Jedoch ist sie nie nur Ausdruck des Trostes, der hilft, Leid zu teilen: Hosokawa glaubt an die Kraft, mit der sich Menschen aus den Abgründen tiefsten Schmerzes befreien können, und wünscht sehnlich, dass die Menschheit wieder Hoffnung findet. Nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011, das im japanischen Gedächtnis noch sehr frisch ist, begann Hosokawa, neu über das Leben nachzudenken.

In seinen jüngsten Werken Meditation to the victims of Tsunami (3.11), der Trauer um die Opfer des Tsunamis, Klage, in dem eine Mutter ihren Schmerz durch den Gesang überwindet, und Nach dem Sturm, der Beschreibung einer Blume, die nach einem Unwetter das Licht wiederfindet, drückt er unterschiedliche Empfindungen aus: die Angst vor der Urkraft und dem Schrecken der Natur, die Wut über die selbst verursachte Gefährdung durch die Atomkraft, aber letztlich auch den Blick auf Menschen, welche die Kraft finden, in schwierigsten Zeiten stark und mutig zu leben.

Mein musikalisches Konzept ist die Suche nach Harmonie zwischen Natur und Mensch. Deshalb war der Tsunami von 2011 ein großer Schock für mich. Die Natur ist eben nicht nur schön und nett, sondern manchmal auch sehr grausam. Wir Japaner haben wohl die Ehrfurcht vor der Natur verloren. – Toshio Hosokawa

12. September 2016

Werk der Woche – Toru Takemitsu: Nostalghia

Im Konzert „Auf Dunkelheit folgt Licht“ mit dem Geiger Ilya Gringolts wird am 13. und 14. September Toru Takemitsus Nostalghia zu hören sein: Unter der Leitung von Gevorg Gharabekyan spielt das Kammerorchester I Tempi gemeinsam mit Gringolts das Stück für Violine und Streichorchester in der Martinskirche in Basel und in der Kirche St. Peter in Zürich.

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18. Juli 2016

Werk der Woche – Fazıl Say: Ballad

Zu Beginn dieser Woche, am 18. Juli, findet die Uraufführung Fazıl Says Ballad für Altsaxophon und Orchester statt. In der Suntory Hall in Tokyo dirigiert Miguel Harth-Bedoya das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Nobuya Sugawa, der japanische Saxophonist, für den Say das Stück in diesem Jahr komponierte, übernimmt die Rolle des Solisten.

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