Sprache
 
Warenkorb (0 Artikel)
Mein Warenkorb

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

Schott Music

Skip to Main Content »

11. Januar 2017

Uraufführung von „Crusades“ von Ludger Vollmer – Interview mit Regisseur Neco Çelik

Das Thema von Ludger Vollmers neuer Oper Crusades ist der Missbrauch von Religion und seine gewaltsamen Folgen. Das Stück nach dem Libretto von Tiina Hartmann handelt von einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte und einem verhinderten Terroranschlag. Gleichzeitig bezieht es die Historie der zerstörerischen Kreuzzüge mit ein. Die Premiere des groß besetzten Werks findet am 14. Januar am Theater Freiburg statt, es dirigiert Daniel Carter.

Neco Çelik - photo> Seren Basogul
Regisseur Neco Çelik (Foto: Seren Basogul)

Die Uraufführung inszeniert Neco Çelik. Der Regisseur gewann mit seiner Inszenierung von Ludger Vollmers Gegen die Wand an der Jungen Oper Stuttgart 2011 den Faust-Preis in der Kategorie „Regie Kinder-und Jugendtheater“. Wir haben im Vorfeld der Produktion mit ihm gesprochen:

Schott: Crusades erzählt die Geschichte eines (scheiternden) Terroranschlags in der Gegenwart, bringt aber auch historische Figuren aus der Zeit der Kreuzzüge ins Spiel…

Çelik: Die Theaterbühne ist der schönste Ort, um zwischen den Sphären zu switchen. Das Libretto fordert mich regelrecht auf, dies schamlos zu behaupten. Die Vergangenheit ist die Quelle unserer Gegenwart. Das Libretto liefert die Haltung; der Gesang und die Musik erzeugen das Kopfkino.

Schott: Ludger Vollmers Partituren sind durchdrungen von orientalischen Klängen. Welche Rolle wird die Musik in Ihrer Inszenierung spielen?

Çelik: Definitiv keine folkloristische. Ludger Vollmer ist ein Musikbesessener, ein Vollblut- Komponist. Er hat die Berufung, musikalische Grenzen außer Kraft zu setzen.

Schott: Was fasziniert Sie persönlich am Stoff der Oper?

Çelik: Wie er uns als Zuschauer unprätentiös auffordert, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Themen, die in einem gesellschaftlichen Kontext stehen, mit viel Leidenschaft und auf gleicher Augenhöhe abgehandelt werden, die versöhnend und hoch brisant sind, bereichern unser Musiktheater. Deshalb freue ich mich wie ein Kleinkind auf die Inszenierung.

Ludger Vollmer - Foto: Thomas Müller
Komponist Ludger Vollmer (Foto: Thomas Müller)

Komponist Ludger Vollmer ergänzt:

Als Komponist kann ich mit der Oper definitiv am meisten ausrichten. Die Oper ist im Aufwind. Es gibt keinen Ort, der durch sie nicht berührt wird. Oper ist für mich die größte und allumfassendste Kunstform. Wir sehen und hören alles, was die Bildenden und Darstellenden Künste aufbieten können: Gesang, Orchestermusik, Schauspiel, Choreografie und Tanz, aber auch Licht- und Videokunst, Architektur, Malerei, ja selbst die Kunst der Schneiderei. Oper packt uns einfach mit allem – und all das in überbordender Fülle und Farbenpracht. An einer Oper sind auf, vor und hinter der Bühne hunderte Künstler und Spezialisten beteiligt. Dieses Bündeln von Energie ist dafür verantwortlich, dass sie zu jenem vielgepriesenen ‚Kraftwerk der Gefühle‘ wird.

Crusades ist bis zum 13. Mai in insgesamt zwölf Vorstellungen zu sehen. Im März steht mit der Uraufführung von Tschick am Theater Hagen bereits die nächste neue Oper von Ludger Vollmer in den Startlöchern.