Schott Music

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11. April 2016

Werk der Woche – Pēteris Vasks: Da pacem, Domine

Anlässlich seines 70. Geburtstags wird am 16. April 2016 erstmals das neuste Werk von Pēteris Vasks Da pacem, Domine im Dom zu Riga aufgeführt. Wie so oft geht es dem Komponisten auch in diesem Stück um den Wunsch nach Frieden. Aber auch andere Themen unserer Zeit fließen immer wieder in Vasks‘ Kompositionen ein. So thematisiert er sowohl die Schönheit der Natur, die ökologische Zerstörung der Welt als auch seine Erfahrungen mit Krieg und Terror.

Als Sohn eines baptistischen Pfarrers wurde Vasks 1946 in Lettland geboren. Nicht nur auf Grund seiner Religiosität, sondern auch wegen seiner künstlerischen Überzeugungen war der Komponist in seinem Heimatland Repressalien ausgesetzt. Die Okkupation durch die Sowjetunion prägte das Aufwachsen des lettischen Musikers stark, wodurch sein Glaube und seine moralischen Werte gefestigt wurden. Vasks studierte zunächst Geige in Riga, daraufhin folgten ein Kontrabass-Studium an der Litauischen Musikakademie und schließlich das Studium der Komposition an der Lettischen Musikhochschule.

Musik, Erziehung und Moral von Pēteris Vasks

Vasks selbst beschreibt sein Vorgehen und seine moralischen Grundsätze beim Komponieren so:

Das kommt alles von meinem Vater. Wie expressiv seine Sprache, seine Bewegung war, wenn er predigte! Er arbeitete hart und sehr viel an der Vorbereitung, und wenn er dann die Predigt hielt, so war das wie aus dem Moment entstanden unmittelbar für die Menschen, mit dem ganzen Ausdruck. Es geht um Ideale, um Glauben und um Liebe. Das sind die Botschaften meiner Musik, die ich den Menschen mitteilen muss. Und wie ich das mache, so bin ich – das ist mein Charakter. –Vasks

Anders als zu erwarten wäre, verwendet Vasks seine Musik nicht, um Menschen missionieren zu wollen. Es geht ihm vielmehr um das Erreichen eines menschlichen Urimpulses unabhängig von jedweder Religion. Somit sind seine Kompositionen allgemeingültige Werke, die in jedem Menschen etwas bewegen sollen. Im Rahmen dieses Geburtstagskonzertes werden noch weitere Stücke des lettischen Komponisten aufgeführt. Unter der musikalischen Leitung von Sigvards Kļava und Normunds Šnē zusammen mit dem lettischen Rundfunkchor und der Sinfonietta Riga wird das Pater noster, die Musica appassionata, der Einsame Engel, The Fruit of silence sowie die Musica serena zu hören sein.

Foto: Mélanie Gomez