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Schott Music

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30. April 2018

Werk der Woche – Julien-François Zbinden: Divertissement

Am 6. Mai 2018 spielt das Orchestre de Chambre de Lausanne unter dem Dirigat von Marzena Diakun zusammen mit dem Solisten Sebastian Schick das Divertissement für Kontrabass und Orchester von Julien-François Zbinden im Salle Métropole in Lausanne. Damit erfährt das Werk des schweizerischen Komponisten seine nationale Erstaufführung in der Stadt, in der Zbinden selbst jahrelang als Pianist und musikalischer Aufnahmeleiter des Radios Lausanne wirkte.

Zbinden, der im November des letzten Jahres seinen 100. Geburtstag feierte, komponierte sein Divertissement zwischen 1948 und 1949 in enger Zusammenarbeit mit Hans Fryba, dem damaligen Solo-Kontrabassisten des Orchestre de la Suisse Romande. Als versierter Virtuose brachte Fryba, dem Zbinden das Werk als Anerkennung seiner wertvollen Mitarbeit widmete, das Divertissement am 27. Februar 1951 zusammen mit dem Nordwestdeutschen Rundfunkorchester unter Walter Schüchter in Köln zur Uraufführung. Nachträglich erstellte Zbinden außerdem eine Celloversion des Stücks, die Siegfried Palm in Begleitung des Norddeutschen Rundfunkorchesters unter der Leitung von Franz-Paul Decker am 31. Oktober 1961 aufführte.

Julien-François Zbinden – Divertissement: Neuklassiker und Lyriker zugleich

Das etwa 14-minütige Werk besteht aus mehreren Episoden. Gleich zu Beginn wird ein wichtiges Motiv durch das Orchester vorgestellt, gefolgt von einem Adagio von nostalgisch-romantischem Charakter, in dem der Kontrabass seinen ersten Auftritt hat. Pizzicati in den Streichern zeigen dann den Beginn eines verspielten Allegros, zu dem der Kontrabass mit ebenso leichtem Spiel dazu stößt. Ein Lento greift die Elemente des Allegros auf und dient als Überleitung zur folgenden Romanze, deren Thema zunächst vom Kontrabass vorgestellt und anschließend von der Oboe aufgegriffen wird. Begleitet von Fagotten, Hörnern und Posaunen legt der Kontrabass virtuose Variationen unter das Thema der Oboe. Die Streicher führen das ursprüngliche Allegro mit bekannten Motiven wieder ein und nach einem kurzen Fugenabschnitt schließt das Orchester im Fortissimo. Es folgt die Kadenz des Solo-Instruments, nach der das Werk mit einer kurzen Coda endet.

Manche sagen, ich sei ein Neuklassiker, andere ein Lyriker. Ich glaube, beides zu sein. Die beiden Koordinaten meiner kompositorischen Arbeit sind die Klarheit der Elemente, die ich benutze und die Planmäßigkeit der musikalischen Ausarbeitung […] Zugleich bemühe ich mich, heitere (ich sage nicht: komische) Musik zu schreiben, wie Mozart es in seinen Divertimenti und zahlreichen Finales der Symphonien tat. Denn die Traurigkeit wie die Strenge und die Kompliziertheit sind gewiss keine Beweise für Genie.  – Julien-François Zbinden