Werk der Woche: Bohuslav Martinů — Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1

17. Dezember 2016 Martinu Blau

Das Kon­zert für Vio­lon­cello und Orches­ter Nr. 1 von Bohus­lav Mar­tinů wird vom 17.-19. Dezem­ber vom Ton­künst­ler-Orches­ter Nie­der­ös­ter­reich unter der Lei­tung von Kry­sztof Urbań­ski gespielt. Solist ist Alban Ger­hardt. Die ers­ten bei­den Auf­füh­run­gen fin­den im Musik­ver­ein Wien statt, die letzte im Fest­spiel­haus St. Pöl­ten.

Das erste Cel­lo­kon­zert lässt sich in Mar­tinůs neo­klas­si­zis­ti­sche Schaf­fens­phase ein­ord­nen, die am Ende der 1920er Jahre begann. Nach einer expe­ri­men­tel­len Peri­ode unter dem Ein­fluss der Pari­ser Moderne begann der Kom­po­nist sich inten­siv mit Wer­ken des 17. und 18. Jahr­hun­derts aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die 1930er Fas­sung für Vio­lon­cello und Kam­mer­or­ches­ter steht daher klar unter dem Ein­fluss der Con­certi Grossi von Anto­nio Vivaldi. 1939 wurde das Kon­zert jedoch für gro­ßes Orches­ter instru­men­tiert und hat seit­dem einen eher sin­fo­ni­schen Cha­rak­ter, der in der end­gül­ti­gen Fas­sung von 1955 am bes­ten zur Gel­tung kommt. Die letzte hat sich als die Belieb­teste durch­ge­setzt und wird auch in Wien und St. Pöl­ten gespielt.

Bohuslav Martinůs Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 – Vom Concerto Grosso zum großen Konzert

Ein far­ben­fro­hes Alle­gro und ein leicht­fü­ßi­ges Finale umrah­men ein breit ange­leg­tes expres­si­ves Andante. Im Gegen­satz zu ande­ren Wer­ken aus die­ser Schaf­fens­pe­ri­ode ist das Cel­lo­kon­zert den­noch for­mal frei­zü­gi­ger – weni­ger “baro­cki­sie­rend“. Moderne Orches­trie­rung und folk­lo­ris­ti­sche Ein­flüsse prä­gen die erfri­schend tonale Ton­spra­che des Kon­zerts. Das Werk, mit dem sich Mar­tinů so inten­siv und lange wie mit kei­nem ande­ren befasste, ist dadurch sehr zugäng­lich.

Der Künst­ler ist stän­dig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, sei­ner selbst und dem der Mensch­heit, auf der Suche nach Wahr­heit. Ein Sys­tem der Unsi­cher­heit ist in unse­ren All­tag getre­ten. Die Zwänge der Auto­ma­ti­sie­rung, der Uni­for­mi­tät, denen er sich unter­wirft, for­dern unse­ren Pro­test her­aus, und der Künst­ler hat ein ein­zi­ges Mit­tel, ihn aus­zu­drü­cken: Die Musik.  — Bohus­lav Mar­tinů

Die Star­cel­lis­tin Sol Gabetta hat das Kon­zert für Vio­lon­cello und Orches­ter Nr. 1 in der Fas­sung von 1955 auf ihrem neuen Album ver­öf­fent­licht, das kürz­lich bei Sony Clas­si­cal erschie­nen ist. Die Auf­nahme mit den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern wurde eben­falls von Kry­sztof Urbań­ski diri­giert. Die CD, auf der auch das Cel­lo­kon­zert von Edward Elgar zu hören ist, eig­net sich per­fekt als Weih­nachts­ge­schenk für jeden Cel­lo­lieb­ha­ber.

 

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