Schott Music

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18. März 2019

Werk der Woche – Charles Ives: Central Park in the Dark

In fußläufiger Entfernung zum weltberühmten Central Park in New York liegt die Spielstätte der New York Philharmonic, die David Geffen Hall im Lincoln Center. So ist das berühmte Orchester der ideale Klangkörper, um Central Park in the Dark von Charles Ives aufzuführen. Dirigent des Konzertes am 21. März 2019 ist Chefdirigent Jaap van Zweden.

Ives komponierte das Stück im Jahr 1906, damals noch unter dem sperrigen Titel A Contemplation of Nothing Serious or Central Park in the Dark in „The Good Old Summer Time“. Es ist Teil der Three Outdoor Scenes, zusammen mit dem sehr ruhigen Orchesterwerk The Pond und dem quirlig-lebendigen Hallowe‘en für Klavier und Streichquartett.

Die erste dokumentierte Aufführung von Central Park in the Dark fand erst im Jahr 1946 statt, da Ives, der 1874 geboren wurde, erst spät Erfolg mit seinen Kompositionen hatte. So war es gut, dass er im Hauptberuf für eine Versicherung arbeitete, um seinen Kompositionsstil frei von finanziellen Abhängigkeiten zu entfalten.

Charles Ives: Central Park in the Dark – Nächtliches Porträt des berühmten Parks

Central Park in the Dark vereint die beiden Charaktere der anderen Stücke aus Three Outdoor Scenes. Es beginnt leise, mit einer Folge atonaler Akkorde in den Streichern. Sie lassen eine eigenartige Atmosphäre entstehen, die nostalgische Wärme und nächtliche Melancholie ausstrahlt. Über der Streicher-Klangfläche lässt Ives kurze Motive oder Melodien aufblitzen, die Geräusche der Stadt darstellen, welche die Ruhe des Parks durchdringen. Im Verlauf des Stückes wird das Geschehen dichter, mehr und mehr musikalische Ereignisse überlagern sich, bevor die Komposition schlagartig leise wird und im sanften Wiegen der Streichakkorde vergeht.

„Die Streicher verkörpern die nächtlichen Geräusche und das Schweigen der Dunkelheit – sie werden unterbrochen von Geräuschen des Casinos am kleinen See – von Straßensängern, die von der Kreuzung des Circle herüberkommen und bruchstückhaft die Melodien jener Tage anstimmen – von einigen Nachtschwärmern aus Healys Bar – von der gelegentlich vorbeifahrenden Hochbahn – von einem Krach in der Ferne – von Zeitungsjungen, die ihre ‚Extrablatt‘-Rufe schreien – von elektrischen Klavieren, die sich in dem Apartment-Hauseinen Kampf der Ragtimemusiken liefern – eine Feuerspritze – ein Droschkenpferd läuft davon – wieder ist die Dunkelheit zu hören – ein Echo, das über den Teich klingt – und dann gehen wir nach Hause.“
Charles Ives

Die New Yorker Philharmoniker kombinieren Ives´ Central Park in the Dark mit Werken von Johannes Brahms und John Adams. Weitere Aufführungen gibt es am 23. und am 26. März 2019, ebenfalls in der David Geffen Hall.

 

 

Foto: von greips auf Pixabay