Schott Music

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8. November 2021

Werk der Woche – Chaya Czernowin: Atara

Die Corona-Pandemie stellte die Menschheit vor große Herausforderungen und löste ein Gefühl der Machtlosigkeit aus. Chaya Czernowin verarbeitete ihre Eindrücke dazu in ihrem neuen Werk Atara, einem Lamento für Orchester mit zwei verstärkten Singstimmen. Die Uraufführung findet am 9. November 2021 beim diesjährigen Wien Modern Festival statt. Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Soli sind Sofia Jernberg (Sopran) und Holger Falk (Bariton), Dirigent ist Christian Karlsen.

Dichter Zohar Eitan als Inspiration für Atara von Chaya Czernowin 

Als Czernowin Anfang 2020 mit den Arbeiten an Atara begann, konnte sie nicht ahnen, dass die Welt kurze Zeit später stillstehen würde. Das Werk sollte ursprünglich ein Lamento über den Zwang des Menschen, die Umwelt und die Natur zu kontrollieren, werden. Aufgrund der Corona-Krise verwandelte es jedoch in ein Stück, das die Atmosphäre des Lockdowns sowie den Kontrollverlust während einer globalen Pandemie widerspiegelt. Inspiriert wurde die israelische Komponistin dabei von einem Gedicht ihres Freundes Zohar Eitan, welches den Text für Atara (hebräisch für: Krone) liefert.

In Atara bewegt sich das Orchester langsam und mächtig in gewaltigen unabhängigen Blöcken. Dagegen wirkt die kammermusikalische Formation der Gesangsstimmen fragil und wie verloren in den riesigen Räumen, die unvermittelt vom Orchester aufgestoßen werden. Chaya Czernowin

Die deutsche Erstaufführung von Atara wird in der Spielzeit 2022/23 im Rahmen der Veranstaltungsreihe “viva musica” mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München stattfinden.

Foto: Christopher McIntosh