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Schott Music

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30. Januar 2017

Werk der Woche: Erich Wolfgang Korngold – Das Wunder der Heliane

Im Mai 2017 wäre Erich Wolfgang Korngold 120 Jahre alt geworden. Als Würdigung seines musikalischen Schaffens wird in der Volksoper Wien seine Oper Das Wunder der Heliane konzertant aufgeführt. Die musikalische Leitung hat Jac van Steen.

Die Oper handelt von einem tyrannischen Herrscher, der seinem Volk jegliche Freude untersagt. Ein Mann aus der Fremde tritt auf  und versetzt das Volk mit seiner Friedensbotschaft in Unruhe. Doch noch bevor es zu einem Aufstand kommt, wird der Fremde gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Heliane, die Gattin des Herrschers, erscheint, um ihn zu trösten. Dabei entwickeln die beiden Gefühle füreinander. Als Heliane sich zum Gebet zurückziehen will, kehrt der Herrscher noch einmal zurück zu dem Gefangenen und entdeckt Heliane bei ihm. Der Herrscher vermutet, sie beim Ehebruch erwischt zu haben und stellt sie vor Gericht, wo auch auf sie ein Todesurteil wartet. Wahrend des Prozesses ersticht sich der Fremde jedoch und kann nun nicht mehr gegen Heliane aussagen. Wutentbrannt beschließt der Herrscher, dass nur noch ein Gottesurteil Heliane vor dem Tod bewahren kann: Wenn sie es schafft, den Fremden von den Toten auferstehen zu lassen und somit ihre Unschuld beweist, soll Helianes Todesurteil aufgehoben werden. Durch ihr Liebesgeständnis zu dem Fremden geschieht das Wunder: Der Fremde kehrt tatsächlich zu den Lebenden zurück. Der Herrscher bleibt alleine in der Welt der Freudlosigkeit zurück, denn Heliane und der Fremde vereinen sich im gemeinsamen Tod.

Korngolds Das Wunder der Heliane: Selig sind die Liebenden

Das Wunder der Heliane hat Korngold nach einer längeren Schaffenspause geschrieben. Er befand es später für seine größte Komposition. Er habe in diese Oper alles hineingelegt, was ihn bewegte. So herrscht im Orchester eine große Klangfülle, die sich durch die vielen Klangfarben ständig erweitert. Das Werk ist von Korngolds typisch wienerisch-lyrischer Melodik geprägt und weist dazu Einflüsse der Musik von Richard Strauss auf.

Ich verschließe mich keineswegs gegen die harmonischen Bereicherungen, die wir etwa Schönberg verdanken, aber ich verzichte deshalb nicht auf die eminenten Ausdrucksmöglichkeiten der „alten Musik“. Mein Glaubensbekenntnis heißt: Der Einfall. Wie könnte wohl auf die Dauer auch die künstlichste Konstruktion, die exakteste Musikmathematik triumphieren über die Urkraft des Einfalls! – Erich Wolfgang Korngold

Das Wunder der Heliane wurde bereits am Samstag, dem 28. Januar in Wien aufgeführt. Es folgen zwei weitere Konzerte am Donnerstag, dem 2., und Sonntag, dem 5. Februar. Ebenfalls konzertant wird die Oper im Juli  noch in Freiburg aufgeführt. In der kommenden Spielzeit ist sie szenisch unter anderem in Antwerpen zu sehen.

 

Foto: Hans-Jürgen Brehm-Seufert, Pfalztheater Kaiserslautern 2010