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Schott Music

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6. Februar 2017

Werk der Woche: Gerald Barry – Humiliated and Insulted

Am 10. Februar findet in Dublin die Uraufführung von Gerald Barrys Humiliated and Insulted für Chor und Orchester statt. Es spielt das RTÉ National Symphony Orchestra und der RTÉ Philharmonic Choir unter der Leitung von Hans Graf.

Diese Bearbeitung von Humiliated and Insulted gilt als eines der interessantesten Werke in seiner Zeit als Composer-in-Residence beim RTÉ. Original wurde das Werk 2013 für Klavier komponiert. Nun wird der Klavierpart durch ein Orchester ersetzt, dass das Werk durch einen groß angelegten Ausdruck des Leides, der Hingabe und der Verzweiflung erweitert. Ergänzt wird der Klangkörper um eine neu komponierte Melodie im Chor. Das Konzert folgt einer Reihe vorangegangener Aufführungen, u.a. der irischen Erstaufführung seines Piano Concertos 2015, das in Auftrag gegebene Midday-Werk für Oktett und das überarbeitete String Quartet No. 1.

Humiliated and Insulted: Ein Kirchenchoral

Barry vergleicht Humiliated and Insulted mit einem Kirchenchoral. Allerdings weist das Werk einen entscheidenden Unterschied zum Choral auf: Der Chor wiederholt die Worte „Humiliated and Insulted“ mehrfach, ohne dabei das Fortissimo des Beginns zu verlieren. Gleichzeitig treibt die Musik voran. Die Worte des Werktitels entstammen Dostojewskis gleichnamigem Roman:

Der Titel amüsiert mich. Die Übertreibung ist typisch für Dostojewski: Erniedrigung ist nicht genug, man muss auch beleidigt werden. Der Roman wurde 1861 veröffentlicht; Oscar Wilde liebte das Buch. Da existiert eine forensische, eindeutige Gewalt bei Dostojewski, die mich anspricht. – Gerald Barry

Humiliated and Insulted wird seine schottische Erstaufführung am 5. Mai in Edinburgh geben, aufgeführt durch das Scottish National Orchestra and Chorus, die dieses Werk auch in Auftrag gaben. Weitere Aufführungen Gerald Barrys Musik folgen im Rahmen des Dublin New Music Festival vom 2. – 4. März. Hier erfolgt auch die irische Erstaufführung seiner neuen Oper Alice’s Adventures Under Ground, dirigiert von Thomas Adès.