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Schott Music

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4. September 2017

Werk der Woche – Igor Strawinsky: L’Oiseau de feu

Igor Strawinskys L’Oiseau de feu (Der Feuervogel) ist nun seit über 100 Jahren von den Bühnen der Welt nicht mehr wegzudenken und auch in Form von Orchestersuiten fester Bestandteil des Konzertrepertoires. Auch in dieser Woche wird das Werk in fünf verschiedenen Städten zu hören sein.

Der Direktor des Ballett russe, Sergej Diaghilew, hatte 1909 Alexander Tscherepnin und Anatoli Ljadow mit der Komposition der Ballettmusik zu L’Oiseau de feu beauftragt. Als die Zusammenarbeit mit beiden scheiterte, wandte sich Diaghilew an den damals noch weithin unbekannten 27-jährigen Igor Strawinsky. Dieser fertigte innerhalb weniger Monate die umfangreiche Partitur zu dem Ballett nach der Vorlage zweier russischer Volksmärchen an.

Igor Strawinskys L’Oiseau de feu – Vorbild für moderne Filmmusik

Auf einer Jagd fängt Prinz Ivan Zaréwitsch den auffallend schillernden Feuervogel. Zum Dank für seine Freilassung schenkt das Tier dem Prinzen eine seiner Federn, mit der er in der Not immer Hilfe anfordern könne. Wenig später bemerkt Ivan im Wald 13 Prinzessinnen, Gefangene des unsterblichen Königs Kastschei. Sie haben sich heimlich zum Tanzen aus dem Palast geschlichen und nehmen den Prinzen nach anfänglichem Misstrauen in ihren Reigen auf. Dabei verliebt er sich in die wunderschöne Zarewna. Als die Damen in ihr Gefängnis zurückeilen, folgt Ivan ihnen trotz aller Warnungen. Er wird entdeckt, ruft aber den Feuervogel, bevor ihn der zornige Kastschei in Stein verwandeln kann. Das magische Tier zwingt die königlichen Schergen durch seine Zauberkraft bis zur Erschöpfung zu tanzen. Indessen verrät Kastschei dem Feuervogel versehentlich die Quelle seiner Unsterblichkeit: ein Ei, das in einem Baum verborgen ist. Ivan zerstört das Ei und besiegt damit den Bösewicht. Die Versteinerten im Schloss sind erlöst und Ivan kann Zarewna heiraten.

In der Musik zu L’Oiseau de feu charakterisiert Strawinsky die drei Protagonistengruppen mit eigenen Klangmerkmalen: So verwendet er für Kastschei chromatische Tonfolgen, orientalische Klänge für den Feuervogel und benutzt folkloristische Melodien für die Adelssprösslinge, wobei er russische Volkslieder zitiert.  Später arbeitete Strawinsky die Ballettmusik in unterschiedliche Konzertsuiten um. Die Fassung von 1911 entspricht einer Kürzung der Ballettmusik in der Originalbesetzung, während der Komponist für die Suite von 1919 diese auf 60 Musiker reduzierte, um Orchestern mit kleineren Besetzungen das Stück zugänglich zu machen. In der Fassung von 1945 fügte Strawinsky zu der zweiten Suite fünf weitere Sätze hinzu.

Prägt euch diesen jungen Komponisten ein; es ist ein Mann am Vorabend des Ruhms. Sergej Diaghilew bei einer Probe vor der Uraufführung von L’Oiseau de feu

Die Suite (1919) wird am 6. September in Goiânia, Brasilien vom Orquestra Filarmônica de Goiás zu hören sein und am 9. September spielt sie das Philharmonische Orchester des Landestheaters Coburg. Eine originelle Bearbeitung für symphonisches Blasorchester von Randy Earles wird vom Schwäbischen Jugendblasorchester im Allgäu-Schwäbischen Musikbund am 9. September in Nördlingen und am 10. September in Füssen präsentiert. Das Ballett in der kritisch revidierten Ausgabe von Herbert Schneider wird am 7., 8. und 9. September mit dem Gewandhausorchester in Leipzig zu sehen sein.