Schott Music

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24. Juli 2017

Werk der Woche: Julian Anderson – The Imaginary Museum

Am 26. Juli 2017 wird Julian Andersons neues Klavierkonzert The Imaginary Museum bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall in London aus der Taufe gehoben. Der Pianist Steven Osborne, dem das Werk gewidmet ist, spielt gemeinsam mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter der Leitung von Ilan Volkov.

The  Imaginary Museum ist ein gemeinsames Auftragswerk des BBC Radio 3, des Bergen Filharmoniske Orkester und des Sydney Symphony Orchestra. In dem gleichnamigen Buch von André Malraux erörtert dieser, dass nur in unserem Kopf eine zusammenhängende Sammlung von Kunst entstehen kann, da die großen Werke auf Museen der ganzen Welt verteilt sind. Von dieser Idee inspiriert schickt Anderson das unbeweglichste aller Instrumente – das Klavier – auf eine akustische Reise. In sechs Sätzen beschwört er die unterschiedlichsten Orte herauf: von der einfachen Konzerthalle über einen Wasserstrudel im Meer bis zur australischen Wüste mitsamt Vogelgezwitscher. Steven Osbornes virtuoses und facettenreiches Spiel diente als weitere Inspiration für dieses kontrastreiche Werk.

Eine Reise für das Klavier

Die variierende Akustik seiner virtuellen Standorte setzt Anderson in der klanglichen Gestaltung seines Werkes um, indem sich die musikalische Beziehung zwischen dem Klavier und dem Orchester ständig ändert. Manchmal führt der Solist, mal erfolgt ein Wechselspiel aus  Motiv und Echo und am Ende des fünften Satzes werden sogar die traditionellen Rollen vertauscht und das Orchester übernimmt den Solopart, während das Klavier nur begleitet.

Musik mit Bildern zu verknüpfen ist möglicherweise strittig oder problematisch. Obwohl ich während der Arbeit an diesem Werk Bilder im Kopf hatte, ist es absolut machbar, das komplette Werk zu hören, ohne irgendeinen Gedanken an etwas anderes als den Klang zu verschwenden. Es ist in erster Linie ein imaginäres Museum – die Vorstellungskraft der Zuhörer sollte beim Hören des Werkes völlig frei sein. Julian Anderson

Die norwegische Erstaufführung des Klavierkonzerts The Imaginary Museum findet am 14. September mit dem Bergen Filharmoniske Orkester in der Grieghalle in Bergen statt. Im nächsten Jahr folgt die Aufführung mit dem Sydney Symphony Orchestra.

 

Foto: © John Batten (Julian Anderson)