Schott Music

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5. Dezember 2016

Werk der Woche – Krzysztof Penderecki: Quartetto per archi no. 4

Am 11. Dezember 2016 gelangt in der Londoner Wigmore Hall das Quartetto per archi no. 4 von Krysztof Penderecki zur Uraufführung. Das Stück wurde für das in London von der rumänischen Geigerin Corina Belcea gegründete Belcea Quartet geschrieben. Unter den Auftraggebern finden sich neben der Wigmore Hall Konzerthäuser in Brüssel, Madrid und Warschau mit Unterstützung mehrerer Stiftungen.

Das Komponieren für Streichquartett ist in Pendereckis Werdegang von eigentümlichen Unterbrechungen gekennzeichnet: Die ersten beiden – experimentell-improvisatorischen – Quartette schrieb er kurz hintereinander in den 1960er Jahren. Nummer drei und vier folgten lange Zeit später, aber ebenfalls recht nahe beieinanderliegend 2008 und 2016. So stehen die Quartette paradigmatisch für die zwei großen Schaffensphasen bei Penderecki mit einem Stilwandel, der in der Musikgeschichte seinesgleichen sucht. Wie ein Kommentar dazu erscheint das sehr kurze, nicht nummerierte Streichquartett aus der Mitte der „Quartettpause“ 1988 mit dem Titel Der unterbrochene Gedanke. Jedoch lassen sich nahezu alle Werke von Penderecki als „Frühwerke“ bezeichnen:

Vor dem Frühstück zu komponieren ist die beste Zeit – man ist dann frisch. Ich stehe normalerweise um 6 Uhr auf, wenn alle noch schlafen, und beginne zu schreiben. Mich auszudrücken in der Musik ist vielleicht die einzige Möglichkeit für mich, mit der Außenwelt Kontakt zu haben. Aber es macht mir vor allem auch Spaß, sonst hätte ich nicht so viel geschrieben. – Krzysztof Penderecki

Wenige Tage nach der Uraufführung folgen Erstaufführungen des Quartetto per archi no. 4 in Spanien (Madrid, 13.12.) und Belgien (Brüssel, 15.12.), ebenfalls mit dem Belcea Quartet.