Schott Music

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16. März 2020

Werk der Woche – Thierry Pécou: Until the Lions

Am 21. März 2020 hätte die neue Oper Until the Lions von Thierry Pécou in Strasbourg ihre Uraufführung erlebt. Auch wenn die Proben nun wegen der SARS-CoV-2-Krise unterbrochen und die Premiere auf eine der folgenden Spielzeiten verschoben ist, möchten wir das Stück dennoch vorstellen. Bei der Produktion leitet Marie Jacquot das Orchestre Symphonique de Mulhouse, die indische Künstlerin Shobana Jeyasingh führt Regie und übernimmt die Choreographie. Die Opéra National du Rhin hat das Werk in Auftrag gegeben.

Until the Lions ist eine Adaptation des gleichnamigen Romans von Karthika Naïr. Der Titel stammt von einem bekannten afrikanischen Sprichwort: Solange die Löwen ihre Geschichte nicht selbst schreiben, werden nur die Jäger berühmt. In einer Abwandlung des großen hinduistischen Volksepos Mahabharata erteilt die indische Autorin in ihrem Buch den Frauen das Wort, die unter männlichem Machtmissbrauch und Krieg leiden.

Thierry Pécou – Until the Lions: Stimmen aus dem Mahabharata

Das Stück konzentriert sich auf eine Episode um die Prinzessin Amba, die vom unbesiegbaren Bhishma gedemütigt wurde und dank der Hilfe Shivas als männlicher Krieger wiedergeboren wird, um ihren Peiniger zu töten. Die Oper zeigt den Wahnsinn des Krieges, der zur völligen Zerstörung führt. In seiner Musik verwendet Pécou indische Elemente sowie solche des indonesischen Gamelans.

Auch wenn das Mahabharata aus dem Hinduismus kommt, ist seine Schönheit und sein tiefes Verständnis des Menschen universell und müsste nicht in Indien spielen. Aber weil ich ein Weltenbummler bin und einige aufregende Erfahrungen mit nordindischen Musikern gemacht habe, kommen einige indische Elemente sowie solche des indonesischen Gamelans vor. – Thierry Pécou