Schott Music

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28. März 2022

Werk der Woche – Valentin Silvestrov: Gebet für die Ukraine

[Verlag M.P. Belaieff] Der Krieg in der Ukraine erschüttert die ganze Welt. Millionen Menschen müssen aus ihrer Heimat fliehen. Einer von ihnen ist der wohl bekannteste ukrainische Komponist Valentin Silvestrov, der im September seinen 85. Geburtstag feiern wird. Ursprünglich wollte Silvestrov Kiew nicht verlassen, wurde mit seiner Familie aber letztlich dazu gezwungen. Vier Tage lang dauerte die Flucht nach Berlin, wo der Komponist seit dem 8. März lebt und weiter komponiert. Sein 2014 komponiertes Gebet für die Ukraine wird aktuell weltweit in den Konzertsälen gespielt. 

Musik für den Frieden – Gebet für die Ukraine von Valentin Silvestrov

Herr, schütze die Ukraine. Gib uns Kraft, Glauben und Hoffnung. Vater unser.”   So lautet die deutsche Übersetzung des ukrainischen Textes aus Silvestrovs Komposition für gemischten Chor a cappella. Er schrieb das Werk 2014 anlässlich der ukrainischen “Euromaidan”-Proteste, als russische Truppen die Halbinsel Krim besetzten. Um mit musikalischen Mitteln für sein Land zu kämpfen, komponierte er in dieser Zeit zahlreiche Chorwerke, die er zu einem „Majdan-Superzyklus“ zusammenfasste. Das Werk Gebet für die Ukraine ist ein Teil daraus. In der andächtigen und sehnsuchtsvollen Musik manifestiert sich sein Widerstand als unerschütterlicher Glaube an die Wurzeln der Kultur und Religion seiner Heimat.

Innerhalb der vergangenen Wochen erschienen zwei neue Fassungen dieses Werkes in unserem Partnerverlag M.P. Belaieff: eine Bearbeitung für Sinfonieorchester von Andreas Gies, uraufgeführt am 2. März im dänischen Aalborg, sowie eine Fassung für Kammerorchester von Eduard Resatsch, die die Bamberger Symphoniker am 6. März zur Uraufführung brachten. 

Was jetzt passiert, ist ein tausendfach vergrößerter Maidan. […] Maidan war eine Kammerversion, eine Art Trio oder Duett. Und jetzt ist es eine Orchesterversion.“  Valentin Silvestrov 

Um Solidarität mit der Ukraine auszudrücken, wird das Werk rund um die Welt aufgeführt: Konzerte der nächsten Tage und Wochen gibt es neben vielen anderen in Barcelona, Helsingborg, Warschau, Sarajevo, Toronto, Cleveland, Auckland, Wien und Hamburg. Details und weitere Termine finden Sie über die folgenden Links zu den Werkfassungen.

 

Foto: Viktoria Kotlirchuk / Adobe Stock